Auf Wunsch vom Bernhard ein Bericht über die Bienenkugel

permakultur
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Auf Wunsch vom Bernhard ein Bericht über die Bienenkugel

Beitragvon permakultur » Mo 12. Mai 2014, 09:47

Weil Bienen von Natur aus rund bauen!

Schwarm im Apfelbaum.jpg
Schwarm, der in einem Apfelbaum zu bauen begonnen hat.

Genau deshalb hat sich der Erfinder Andreas Heidinger aus Dachau (bei München) etwas einfallen lassen. Nämlich die Bienen-Kugel!
Was kann man sich jetzt darunter vorstellen? Äußerlich sieht sie eher aus wie ein Kasten. Ein Kasten, ähnlich, wie alle anderen Beuteformen. Doch wird die Bienenkugel geöffnet, wird ganz schnell ersichtlich, wieso die Bienen hier kugelförmig bauen können. Die normalerweise rechteckigen Rähmchen sind hier rund! Die Bienen bauen also in einer Kugel. Diese Kugelform kommt der ursprünglichen Heimat der Bienen, nämlich hohlen Baumstämmen am allerähnlichsten. Doch in hohlen Baumstämmen ist die Ernte der Bienenprodukte schwierig. Will man ertragreich imkern, sollte eine einfache Handhabe gegeben sein. Bei der Bienenkugel ist genau dies der Fall. Dass sich die Bienen in der Kugel wohlfühlen, merken wir sofort an den ausgeglichenen, friedlichen Völkern. Vor dem Öffnen der Kugel wird leise dreimal angeklopft, ganz wenig Rauch ins Flugloch geblasen um den Deckel dann langsam zu öffnen. Nochmal ganz wenig Rauch…die Bienen verhalten sich ruhig. Kein erschrecktes auffliegen, nichts. Jetzt können die runden Rahmen vorsichtig gelöst und begutachtet werden. Bei den eckigen Beuteformen fällt oft auf, dass die Bienen nicht bis in die Ecken bauen. Dies liegt sehr warscheinlich an der Kälte. Mit der Wärmebildkamera fotografiert, ist dies genau ersichtlich. Die Kugelform ist im ganzen Raum gleichmäßig von den kleinen Tieren beheizt.
Nach Temperatur Messungen (im Mai) konnte festgestellt werden, das es viel geringere Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht gab, im vergleich zur eckigen Beute. Messpunkte waren jehweils in der Mitte des Brutraumes und am äußeren Bereich der Beuten (Bienenkugel - Eckige beute).

Aufnahme mit der Wärmebildkamera

Aufnahmen mit der Wärmebildkamera.jpg

Auch die Außentemperatur der verglichenen Beuteformen zeigt uns genau den Unterschied. Während die eckige Beute die Luft außerhalb des Stockes mit heizt (Beziehungsweise sich die wärme Konzentriert), dringt bei der Bienenkugel nur wenig Wärme nach außen. Beziehungsweise verteilt sich die wärme gleichmäßiger in der Kugelform. Und das Ergebnis? Wenn weniger geheizt werden muss, also weniger Energie von den Tieren verbraucht wird, bleibt mehr Honig für uns! In der Bienenkugel lag der Honigverbrauch bei 9 kg (Winter 2013). Der Honigverbrauch im Winter 2014, lag ca. bei 4-6,5 kg - Berichte von verschiedenen Standorten.
Irgendwann wird den Bienen doch der Raum in der Kugel zu klein? Ist dies der Fall, wird einfach ein Honigraum aufgesetzt. Dieser darf übrigens ruhig eckig sein! Die Königin und die Brut bleiben innerhalb der Kugel, nur der Honig wird im zusätzlichen Honigraum gebunkert. Dies erleichtert uns natürlich auch wieder die Ernte! Der Vergleich hat gezeigt, dass die Honigqualität in der Bienenkugel intensiver ist, da der Wassergehalt im Honig ca. 2 % geringer ausfällt.

Wärmehaushalt der Bienen in verschiedenen Beuteformen

Wärmehaushalt Computersimulation in verschiedenen Beuteformen.jpg

Eine Kontrolle des Volkes durch die „Windel“ ist natürlich auch möglich. Diese befindet sich unterhalb der Kugel. Ein kleines, ca. 10 cm breites Loch ermöglicht den Bienen die Reinigung des Stockes. Tote Bienen und eventuelle Abfallstoffe,
werden von den Tierchen unten auf dem Varroagitter abgelegt.
Wird dieses Varroagitter regelmäßig kontrolliert, sehen wir sofort, was im Stock vor sich geht und ob ein Varroa-Milben-Befall vorliegt und eine Behandlung vonnöten ist. Die „Windel“, die sich unter dem Varroagitter befindet, ist ein weißes Brettchen, auf dem alles deutlich zu erkennen ist und auf dem noch dazu alles gleich notiert werden kann.
Mit der Bienenkugel kann das Imkern erfolgreich neu entdeckt werden!
Auch Professor Jürgen Tautz von der Universität Würzburg ist überzeugt von der Bienenkugel und die Landwirtschaftliche Hochschule in Triesdorf beschäftigt sich seit August 2013 intensiv damit.

Derzeit findet bei mir ein Versuch mit der Bienenkugel statt (Zusammenkoppeln von 2 Bienenkugeln), mehr dazu im Herbst wenn ich genau darüber berichten kann.

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Rumpel
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Re: Auf Wunsch vom Bernhard ein Bericht über die Bienenkugel

Beitragvon Rumpel » Mo 12. Mai 2014, 11:29