Modifizierte Bienenkiste

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zaunreiter
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Modifizierte Bienenkiste

Beitragvon zaunreiter » Fr 26. Okt 2012, 14:29

Einige Ideen zur Bienenkiste und deren Verschlimmbesserung. ;)

Als erste Modifikation würde ich die Länge der Oberträger von Brut- und Honigraum in gleicher Länge ausführen. So können die Waben ohne Probleme getauscht werden. Die Bienenkiste ist also in der Mitte halbiert, wo sich die Oberträger treffen.

Anstatt eines Trennschieds würde ich ein permanent installiertes Absperrgitter verwenden.

Beide Kopfbretter wären mit einem Falz ausgestattet und beide Deckel können entfernt werden.
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Zwei Eingänge - an jeder Seite des Absperrgitters einen Eingang:

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Außerdem würde ich ein aus Dreiecken gestaltetes Gestell verwenden. Die Beute ruht/hängt an einer am Dach befestigten Achse auf diesem Gestell und ist dort frei beweglich zu rotieren. Ich würde vermutlich ein doppeltes Dach bauen, also zwei Dachbretter, durch Latten auf Abstand voneinander getrennt. (Nicht im Bild.) So kann da die Achse durchgesteckt werden und außerdem wird die direkte Sonneneinstrahlung auf das Dach vermieden.

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Die Kiste wird auf einer Seite besiedelt.
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In der ersten Saison wird diese Seite mit Wabenwerk gefüllt. Nur auf dieser Seite ist der Eingang geöffnet.
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Im Frühjahr des folgenden Jahres wird die Königin beim Einsetzen der Haupttracht Anfang Mai herausgefangen und mit einer Brutwabe auf die andere Seite des Absperrgitters gesetzt. Der Eingang auf dieser Seite wird nach ein paar Tagen geöffnet, wenn sich die Bienen dort um die Königin herum versammelt haben und dort anfangen zu bauen.
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Die Bienen werden auf dieser Seite das Brutnest ausbauen, während auf der anderen Seite die Brutwaben langsam von Brut leeren und mit Nektar/Honig angefüllt werden. Beide Eingänge bleiben geöffnet, so daß die Sammlerinnen nicht durch das Absperrgitter schlüpfen müssen, sondern ungehindert zu den Honigwaben kommen.

Sobald die Waben verdeckelt sind und das Ende der Tracht naht, werden die Waben geerntet und die Königin ein weiteres Mal auf die andere Seite gesetzt, so daß die nächste Tracht genutzt werden kann.
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Viele Grüße

Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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foobar
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Re: Modifizierte Bienenkiste

Beitragvon foobar » Fr 26. Okt 2012, 14:52

Ich sag ja Winter ist da :D

Gruß Jan

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zaunreiter
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Re: Modifizierte Bienenkiste

Beitragvon zaunreiter » Fr 26. Okt 2012, 15:01

:lol:

Jepp!
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mahagugu
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Re: Modifizierte Bienenkiste

Beitragvon mahagugu » Sa 27. Okt 2012, 18:14

Hmmm.... man kann den Leuten nicht immer alles vorkauen ...

trotzdem hast du Zeit investiert , die sich lohnt , wenn die Betreffenden anfangen
mitzumachen .... (damit meine ich die Bienenkistenverwender)

Lagerbeuten in Warmbau sind schon seit Jahrhunderten erprobt ...
und eventuell landet man bei der Bienenkiste dann mit wenig Umbau schon bei sowas
wie der TTBH und später vielleicht TTBH mit zusätzlicher Hinterbehandlung ...

die Bienenkiste ist nicht wirklich ein neues Konzept ,
weil Behandlung von unten gabs schon bei den Bienenkörben und die Bienenkistenerfinder
berufen sich ja auf den Krainer Bienenstock bzw. die Bauernkästchen ...

"Es ist meiner Meinung nach wichtig, dass der Bienenkistenverwender über Verbesserungen
der Bienenkiste selbst nachdenkt und sich selbst informiert."

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Re: Modifizierte Bienenkiste

Beitragvon KMP » Sa 27. Okt 2012, 20:31

Interessant, Bernhard. 2 Gedanken habe ich gleich.

Auch wenn das Umkippen mal etwas umständlich sein kann (und hier, finde ich, fehlt ein Hinweis darauf -- auch im neu erschienen Buch -- dass man doch ein bisschen Kraft brauchen wird, wenn nicht gleich am Anfang), hat deine Kippverbesserung eine der meiner Meinung nach besten Eigenschaften der Bienenkiste eher kaputt gemacht: nämlich das niedrige Profil. Die Bienenkiste braucht eine etwas großere Stellfläche, hat aber dafür ein flaches Profil und fällt nicht so sehr im Garten auf.

Das "halbe-halbe" Konzept erinnert mich an die Top-Bar-Hive Methode eines (englischen?) Imkers (der Name fällt mir nicht gerade ein). Er meint extra Platz kann man immer gebrauchen (Splits usw.).

Aber sonst macht das (meiner unerfahrenen Meinung nach) alles zu komplex. Nur der Gedanke eine Trenn-Gitter einzusetzen interessiert mich. Aber ich warte erst mal ab, wie die Honigernte bei mir im 2013 ohne Sperrgitter läuft. (Ich weiß, dass Erhard die Idee alles anders als "wesensgemäß" findet.)

-Kevin

P.S. Für mich wäre eine modifizierte Bienenkiste einfach umgedreht und zur TBH umgebaut. :)
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Re: Modifizierte Bienenkiste

Beitragvon KMP » Sa 27. Okt 2012, 20:36

Das sieht auch ein bisschen nach "integriertem Schleuderverfahren" aus. Das wäre was -- eine Beute woraus man die Honig schleudern könnte ohne die Rahmen herausnehmen zu müssen. :-)
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Re: Modifizierte Bienenkiste

Beitragvon veebee » Mo 29. Okt 2012, 10:11

mahagugu hat geschrieben:"Es ist meiner Meinung nach wichtig, dass der Bienenkistenverwender über Verbesserungen
der Bienenkiste selbst nachdenkt und sich selbst informiert."

Man fängt ja erst dann an, über Verbesserungen nachzudenken, wenn man mit dem status quo unzufrieden ist. Für mich ist die Bienenkiste in der derzeitigen Form ein "lokales Maximum". Sie erfüllt meine Erwartungen an die Bienenhaltung ziemlich gut:
- sehr wenig Betreuungsaufwand bzw. Eingriffe
- kaum Fütterung nötig
- einfache Ernte ohne Geräte
- keine Varoaverluste
- relativ einfache Bauweise
Genau wie bei der Warré-Beute oder die TBH ist m.E. eine Form und Betriebsweise gefunden, die in sich stimmig ist. Wer damit nicht zufrieden ist, sollte m.E. eine andere (vorhandene) Beute und Betriebsweise suchen, die besser passt. Es macht m.E. wenig Sinn, so lange an einer Warré-Beute rum zu ändern, bis man eigentlich ein Magazin hat oder so lange an eine Bienenkiste rum zu ändern, bis man eigentlich eine TBH hat. Es gibt keine (objektiv) perfekte Beute, sondern verschiedene Erwartungen, Ziele, Vorlieben und Rahmenbedingungen und die jeweils passende Betriebsweise. Die Welt ist bunt, wie eine Blumenwiese. Und die Bienenkiste ist eine Blume (in meinen Augen eine schöne). Warum will man so lange an eine Sonnenblume züchten, bis sie aussieht, wie eine Rose?

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Re: Modifizierte Bienenkiste

Beitragvon zaunreiter » Mo 29. Okt 2012, 11:03

Es gibt aber auch noch andere Motive als Unzufriedenheit. ;)

Bei mir ist es eher eine Mischung aus Neugier und Spielerei. :oops:

Gruß
Bernhard
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Re: Modifizierte Bienenkiste

Beitragvon KMP » Mo 29. Okt 2012, 13:53

zaunreiter hat geschrieben:Es gibt aber auch noch andere Motive als Unzufriedenheit. ;)


Ja, viele von uns "leiden" unter einer Art Tüfteltrieb (wenn auch nur theoretisch bzw. virtuell).
Kevin Pfeiffer - Kleinimker seit 2012

Manfred

Re: Modifizierte Bienenkiste

Beitragvon Manfred » Mo 29. Okt 2012, 14:40

Grüß Euch,

"Lokales Maximum" ist gut. :lol:

Nur: Das praktische und biologische Optimum schaut für mich anders aus.

Herzliche Grüße Manfred


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