Warrébeuten von Holtermann

Bezugsquellen von Schreinern und anderen Bastlern für fertige Warréstöcke.
Konstantin
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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon Konstantin » Fr 24. Jun 2011, 12:43

kaibee hat geschrieben:...bei einem Händler Beuten & Zubehör zu beziehen, dessen Ziele nicht ansatzweise mit denen von Warré übereinstimmen.


Hallo kaibee,

ich kenne die Ziele der Firma Holtermann nur insofern, dass sie Produkte für Imker und Bienen anbieten. Die Rechtsform der Firma deutet auf einen Gewerbebetrieb hin. Dies wiederum bedeutet, dass Absicht zur Gewinnerzielung besteht. Natürlich kann man sagen, dass "Gewinnerzielung" verwerflich ist, weil auf einem endlichen Planet dauerhaftes Wachstum die Lebensgrundlagen zerstört. Doch gibt es andere Händler, die keine Gewerbetreibenden sind? Und womöglich Imkereifirmen, die nichts für Imker und Bienen bieten wollen? (absurd) Was ist also an den Zielen von Holtermann verwerflich oder im Gegensatz zu Warre?

Ich kenne niemanden der Firma Holtermann persönlich. Daher ist diese Firma für mich eine Imkereifirma wie jede andere auch. Die einzige Alternative wäre der Selbstbau der Zargen. Dies ist bei Warre leicht möglich, jedoch bei den Fensterzargen wiederum etwas schwerer. Aber es gibt kein "Selbstbau-muss" sofern man sich für Warre entscheidet.

Es ist mir bewußt, dass durch den Kauf bei Holtermann (und bei jeder anderen Firma auch) Mehrwertsteuer (vermutlich auch Gewerbesteuer) fließt was an sich komplett unethisch ist weil das derzeitige Geld- und Staatswesen schwerste Formen an Betrug, Menschenverachtung und Lebenszerstörung hat. Mit jedem Cent der in diese maroden Strukturen fließt unterstützt man den Untergang der Menschheit und der Bienen. Das ist mir alles klar. Doch was ist die Alternative, die auch funktioniert? Immer alles selber machen? Spätestens beim Auto hört der Spaß auf. Ersatzteile vom Schrott, selber schrauben, alles ok, aber der Sprit? Also Vollumstieg auf die Füße, Fahrrad und Pferde? Ist ja ok, aber nicht möglich von heute auf morgen. Es braucht Zeit zur Umstellung. Meine Umstellung läuft seit 25 Jahren. Für mich ist Warre Imkerei auch weit mehr als nur einen Schwarm einschlagen.

Grüße
Konstantin

Harleymaxl
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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon Harleymaxl » So 17. Jul 2011, 17:33

Zur sibirischen Linde habe ich folgendes gefunden:
Eine Linde in Sibirien ist ein Naturwunder! Bald meint man, unter der „Lindeninsel" gäbe es Kohlenflöze, die angeblich brennen und den Boden aufwärmen würden. Bald wird behauptet, dort wären noch aus dem Tertiär Samen übriggeblieben, und sie würden keimen. Das sind Vermutungen.
Danach sind Linden in Sibirien ein seltenes Relikt, an dem die Wissenschaft noch forscht. Ich glaube nicht, dass die jemand abholzen kann, um daraus billige Bienenkästen zu bauen. Viel eher ist es wahrscheinlich, dass Holtermann irgendwo billiges Tropenholz aufgerissen hat, was niemand kaufen würde und gibt dem ganzen einen unverfänglichen Namen, den keiner kennt. Dumm gelaufen Heinrich!
Die Welt braucht grosse Männer, die kluge Bücher schreiben! Aber ohne die kleinen Frauchen, die diese übersetzen, sind uns diese nutzlos.

m4fish
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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon m4fish » Mi 4. Jan 2012, 12:38

Meine ersten beiden Warrebeuten (ein Geschenk) sind von Holtermann. Die sind genau und gut verarbeitet. Einzig die Schrauben im Dach sind zu tief verschraubt, so dass in den Löchern Wasser stehen bleiben kann. Die werde ich zuspachteln. Das Holz habe ich jetzt mit Hartholzöl behandelt – es wird dadurch in seiner Maserung sehr lebhaft und mit deutlichen Unterschieden in der Farbe. Zur Haltbarkeit des Holzes wird man erst in einiger Zeit etwas sagen können.

Zum Holz wurden ja schon einige kritische Beiträge verfasst. Ich vermute mal das wäre nicht passiert, wenn die Beuten aus Kiefern- oder Fichtenholz wären. Wenn Holz mit besseren Eigenschaften – aus Sibirien oder sonst wo her – verwendet wird, ist das für mich durchaus in Ordnung. Es ist ein Handelsprodukt; so wie Tee aus Indien oder Kaffee aus Lateinamerika.
Die Entwicklung unserer europäischen Zivilisation geht einher mit der Entwaldung fast ganz Mitteleuropas. Statt der ehemaligen Wälder gibt es jetzt Industrieflächen, Großstädte und forst- und landwirtschaftliche Monokulturen. Und längst nicht alle Forstwirtschaften arbeiten nachhaltig. Z.B steigender Einsatz von Harvestern (Holzvollernter) die in der Kritik stehen Waldböden zu zerstören und Arbeitsplätze „einzusparen“. Das betrifft unsere unmittelbare Umgebung.

Grundsätzlich finde ich es gut auf regionale Produkte zurückgreifen zu können. Wenn die dann noch aus nachhaltiger Bewirtschaftung stammen ist das noch besser. Deshalb werde ich auch Warrebeuten bei Ökobeute.de bestellen, und wenn ich mehr Zeit habe selber bauen.
Michael

melliferaman
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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon melliferaman » So 22. Apr 2012, 15:12

Hallo zusammen,

bin erst seit einem Jahr auf dem Weg zur Warr'eimkerei.
Habe mit zwei Guckzargenbeuten begonnen und zwei Völker in
Holtermannbeuten überwintern lassen, ging gut. Beide Völker
sind Top in Form. Die Scheiben waren im Winter von innen mit
Eis bedeckt. Scheint den Bienen aber nichts ausgemacht zu haben.
Nur ist im Frühling unten eine braune Sosse herausgelaufen.

Beide Beuten sind so wie im vorausgegangenen beschrieben. Sehr leicht und
das Holz ist weich.
Habe sie nur mit Leinoel behandelt und sie sind gut durch den Winter
gekommen. Natuerlich muss ich die Behandlung jetzt wiederholen.

Da mir die Zeit zum selberbauen fehlt, habe ich drei zusätzliche
Beuten bestellt. Soweit ich es beurteilen, kann ist die Qualitaet die gleiche.
Meine Bergwinkelbeuten (Zander) geben nach 2Jahren
ein schlechteres Bild ab.

How ever, im Herbst/Winter werde ich meine erste Beute doch selberbauen.

Gruss
Thomas

melliferaman
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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon melliferaman » So 22. Apr 2012, 19:18

Hallo Apiarius,

jetzt lacht nicht, aber es ist auch kein Fichtenholz. Das sehe sogar ich, bin aber kein Schreiner.
Das Holz ist etwas Härter, sieht dem von der Warrebeute ähnlich ist aber etwas schwerer.

Danke fuer den Link. Wir haben hier im Nachbarort einen Betreiber fuer ein Blockheizwerk.
Die verbrennen auch Mais....... Schlimm!

Nochmal zum Beutenholz, ich hab vor kurzem in meiner Firma neue Kopierer besorgt und musste auch neues Papier verhandeln. Aus nachwachsenden Eukalyptuswaeldern in Spanien.
Guckt euch mal das Holz an... Aber Eukalyptus hat eine Dichte von 0,8-0.9, Linde bei rund 0,55...



Gruss
Thomas

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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon melliferaman » So 22. Apr 2012, 20:03

Schaut mal unter:
www.arche-naturwaren.de/Glossar

Gruss Thomas

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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon melliferaman » Fr 8. Jun 2012, 06:52

melliferaman hat geschrieben:Schaut mal unter:
http://www.arche-naturwaren.de/Glossar

Gruss Thomas



Hallo zusammen,

letzte Woche habe ich einen Ginkobaum gepflanzt.
5m neben dran stehen meine Warrébeuten.

http://www.materialarchiv.ch/detail/616 ... 616/ginkgo

Könnte auch passen.....

Gruss
Thomas

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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon Mellina » Fr 8. Jun 2012, 07:54

Ich denke bei den Holtermann-Beuten mittlerweile, dass es sich um Abachi handelt.

LG
Mandy
Bauanleitung Warrébeute, Warrés Handbuch und Bernhards Kurzanleitung: http://www.warre-bienenhaltung.de

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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon Mellina » Di 23. Okt 2012, 11:01

So, nach knapp 1 1/2 Jahren Praxistest kommt hier, wie versprochen, mein Erfahrungsbericht zu den Holtermann-Zargen.

Der Einsatz unter Extrembedingungen (unbehandelt, bodennaher Freistand, Schneematsch) ist ihnen wie erwartet nicht gut bekommen. Das Holz hat sich relativ schnell schwarz verfärbt. Bei Freistand also unbedingt behandeln. Überraschenderweise neigt aber das Holz auch unter diesen Bedingungen kaum zum Verwerfen. Ein Vorteil des großporigen Holzes ist seine sehr gute Isoliereigenschaft. Das Volk überwinterte sehr gut und ging im Frühjahr früh in Brut, so dass sie zur Obstblüte schon voll in den Startlöchern saßen. Letztlich hat dieses Volk neben einem Ableger den meisten Honig gegeben. Das kann Zufall sein, hat meine subjektive Einschätzung der Holtermannzargen aber doch positiv beeinflußt. ;)

Im Frühjahr ergab sich die Gelegenheit, die Beute in 2 Meter Höhe unter einem überdachten Schauer aufzustellen, so dass ich weiter auf den Außenanstrich verzichten konnte. Dort zeigte sich dann schnell, dass auch Leichtigkeit ein Vorteil sein kann. Die vollen Honigzargen die wacklige Leiter runterzuhiefen überlasse ich zwar immer meinem Mann 8-), aber auch Männerrücken bedürfen der Schonung.

Letztendlich habe ich den Kauf nicht bereut. Ein Herkunftshinweis zum verwendeten Holz wäre wünschenswert. Naturnahes Imkern hört ja nicht bei der Holzauswahl auf.

Liebe Grüße
Mandy
Bauanleitung Warrébeute, Warrés Handbuch und Bernhards Kurzanleitung: http://www.warre-bienenhaltung.de

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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon zaunreiter » Di 23. Okt 2012, 13:23

Schön wieder von Dir zu lesen.

Gruß
Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.


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