Darwinistische Bienenhaltung

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zaunreiter
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Re: Darwinistische Bienenhaltung

Beitragvon zaunreiter » Mi 6. Feb 2019, 16:17

In der regulären konventionellen Imkerei wird sogar ein "Zu viel" an Drohnen gefördert. Denn noch immer werden heute Drohnenrahmen eingesetzt. :)

Wer Bienen im Stabilbau beobachten konnte, ist klar im Vorteil, wenn es darum geht, den Bien "in seinem Wesen" zu erfassen. :handgestures-thumbupleft:
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

biene0.1
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Re: Darwinistische Bienenhaltung

Beitragvon biene0.1 » So 10. Feb 2019, 12:42

Hallo,
zuerst mal ein Bemerkung in eigener Sache: Ich bin „biene1.0“ und habe mich mit einer kleinen Namensänderung neu angemeldet.

Zum Thema: Ich greife auch nicht in den Wabenbau ein. Der Drohnenbau erscheint mir relativ gering.
Auch bei Langwaben im BR hat sich das wenig verändert. Eher ist das vom Alter der Königin abhängig und vom Zustand des Volkes.
Und ich setze den HR auf. Der Wabenbau dort mindert auch den Drohnenbau.
Das ist mein Eindruck, den ich diesbezüglich habe.
Gruß Harald

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Re: Darwinistische Bienenhaltung

Beitragvon biene0.1 » So 10. Feb 2019, 12:42

Hallo,
zuerst mal ein Bemerkung in eigener Sache: Ich bin „biene1.0“ und habe mich mit einer kleinen Namensänderung neu angemeldet.

Zum Thema: Ich greife auch nicht in den Wabenbau ein. Der Drohnenbau erscheint mir relativ gering.
Auch bei Langwaben im BR hat sich das wenig verändert. Eher ist das vom Alter der Königin abhängig und vom Zustand des Volkes.
Und ich setze den HR auf. Der Wabenbau dort mindert auch den Drohnenbau.
Das ist mein Eindruck, den ich diesbezüglich habe.
Gruß Harald

Manfred
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Re: Darwinistische Bienenhaltung

Beitragvon Manfred » So 10. Feb 2019, 20:06

Grüß Euch,

Für mich sind Seeleys Vorschläge ein recht interessanter Ansatz.
Wer sich etwas ausführlicher zum Thema informieren will, bitte schön:

http://www.imkerverein-uplengen-hesel.d ... Mensch.pdf

https://static.onleihe.de/content/ulmer ... 104536.pdf

HG Manfred

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Re: Darwinistische Bienenhaltung

Beitragvon biene0.1 » Mo 11. Feb 2019, 12:22

hallo,
das sind Darlegungen, die mir sehr zusprechen.
Ohne das zu wissen habe ich mich doch recht nahe an den Erkenntnissen der Autoren der oben angegebenen Links bewegt.
Für mich erschien schon seit Beginn der eigenen Bienenhaltung logisch, dass ich mich an meinen (unvollständigen) Kenntnissen zum Leben wilder Völker orientieren muss.
Das war auch der Grund, dass ich mich für Warre-Beuten entschieden habe. Einzelaufstellung kam dazu.
In der Gegenwart habe ich an der Umstellung auf den BR mit etwa 35L zu tun. Die HR sind 17L und etwa 11L groß.
Wandstärke war mir schon immer mit um die 22mm zu tünn. Z.Z. haben meine Neubauten alle 50mm Wand aus Massivholz.
Der Wabenbau entsteht im BR in Halbrähmchen und im HR in Rähmchen in Naturbau. Alle OT haben eine Markierung, so dass sie in richtiger Position wieder in das Volk eingesetzt werden.
Ergebnis: Die am Beginn häufiger auftretenden Vierenerkrankungen sind völlig verschwunden. Der Milbendruck ist gering. Massnahmen gegen die Varroa wurde langsam reduziert und hängt vom Milbenfall ab. Ausgemerzt habe ich noch keine Völker mit stärkerem Milbenbesatz. Es gab sie in den letzten beiden Jahren nicht!
Soviel mal kurz zu meinen Eindrücken zu dem Gelesenen. Danke für die Links.
Gruß Harald

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Re: Darwinistische Bienenhaltung

Beitragvon Manfred » Mo 11. Feb 2019, 20:06

Hallo,

Einen Versuch in die Richtung habe ich heuer mit einer kleinen (40 ltr) Top-bar-Kiste
https://de.share-your-photo.com/img/46b971021a.jpg
gemacht.
Bis auf ein paar Kleinigkeiten,
https://de.share-your-photo.com/img/c8682151df.jpg
die Bambusspeilbögen z.B. sind im Wabenverlauf störend und werden durch einen geraden Speil beidseitig außen ersetzt, recht brauchbar. Was mir am meisten taugt: Immer alles zur Stelle, im Vergleich zur Magazin-Imkerei-Materialschlacht das reinste Vergnügen in der Bearbeitung.

Heuer habe ich vor, ein paar Top-bar-Kisten mit 5cm Schilfplatten, aber im Zargenanschlußmaß meiner bestehenden Flachzargen-Imkerei zu bauen.

HG Manfred

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Re: Darwinistische Bienenhaltung

Beitragvon zaunreiter » Di 12. Feb 2019, 00:20

Ich kenne Seeley ja schon ein wenig länger und seine Idee der Darwinistischen Bienenhaltung habe ich ja komplett umgesetzt. Mit allen Forderungen wie Stabilbau, richtiger Schwarmbetriebsweise, auf Honig überwintern, kleine Beuten, usw. usf. Nach 15 Jahren mit streckenweise über hundert Stabilbaubeuten kann ich aus Erfahrung sagen, daß die Probleme der Bienen damit nicht gelöst werden.

Und wer halbwegs wach ist, der wird ja auch bemerken, daß es nicht Bienenprobleme sind, sondern Probleme des gesamten Naturhaushaltes! Insbesondere Insekten und insektenfressende Lebewesen sterben heutzutage aus, in massiven Zahlen, es handelt sich um das siebtgrößte Artensterben in der Geschichte.

Und spätestens da sollte man doch erkennen, daß das Basteln an der Beute nicht die Landschaft verändert. Und daß die Bienen nicht nur in der Bienenbeute leben, sondern in der Landschaft. Und da liegt der Haken. Denn die Landschaft wird verbaut und vergiftet. Ohne Nahrung und mit Giften wird auch die top super Öko-Betriebsweise nichts ausrichten können.

Grundsätzlich unterstütze ich die Darwinistische Bienenhaltung wie Seeley sie formuliert hat. Ich lebe sie auch mit den Bienen. Aber mit ein bisschen Bastelei an den Beuten ist es nicht getan – sonst holt uns selbst die Evolution irgendwann ein. :whistle:
Cogito ergo summ.
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Re: Darwinistische Bienenhaltung

Beitragvon biene0.1 » Mi 13. Feb 2019, 21:18

Hallo Bernhard,
genauso ist es. Die Beute alleine ist es nicht, die die Bienen vor Ungemach schützt. Es ist das Gesamtsystem! Es ist eben zuwenig Natur geblieben. Aber die großen Flächen, die zugebaut, überpflegt sind, vergiftet werden und nahezu artentleert sind, sind das Gesamtproblem. Die Fülle der anderen Arten, um die sich keiner kümmert, sind viel schlechter dran.
Das hat aber auch wieder Rückwirkungen auf die Bienenhaltung.
Mitten in meiner Bienenzeit bin ich selbst drauf gekommen ohne zu wissen, dass man das darwinistische Bienenhaltung nennen kann. ich sehe mir meine Völker über das ganze Jahr recht genau an. Kriterium: Wie kommt das Volk am Standort zurecht? Prägend ist, dass ich an einem "Standort" nur BIO-Flächen in unmittelbarer Nachbarschaft habe und am anderen überwiegt mit ~30 Hektar reine Ruderal- und Extensivwiesenflächen habe.
Natürlich fliegen die Bienen über diese Bereiche hinaus.
Vermehrung habe ich nach Warre gemacht. in 2019 hoffe ich auf Schwärme. Ernte nur Eigenbedarf und Überwinterung mit eigenem Honig.
Gruß
Harald

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Re: Darwinistische Bienenhaltung

Beitragvon Rolf_L » Do 14. Feb 2019, 22:45

Hallo Bernhard,
Du hast natürlich recht. Man sollte nicht nur an den Beuten herumzubasteln, sondern auch die anderen Vorschläge von Prof Seeley versuchen umzusetzen. (wie zum Beispiel Punkt 2: die Beuten min.27 m auseinander stellen)
Rolf

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Re: Darwinistische Bienenhaltung

Beitragvon Nöld » Fr 15. Feb 2019, 12:39

Punkt fünf kriegt Zuspruch durch eine aktuelle Arbeit von Derek Mitchell, welcher die Wichtigkeit von gut gedämmten Beuten (im Sommer!) berechnet hat.

In seinen Schlussfolgerungen schreibt er unter anderem, dass mind. 25 bis 50% der im Nektar enthaltenen Energie für die Verdunstung des Wassers aufgewendet wird.

Mitchell D. (2019): Thermal efficiency extends distance and variety for honeybee foragers: analysis of the energetics of nectar collection and desiccation by Apis mellifera. J. R. Soc. Interface 16.

https://royalsocietypublishing.org/doi/ ... .2018.0879


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