Warrébeuten von Holtermann

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Mellina
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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon Mellina » Fr 10. Jun 2011, 18:21

Hallo Kaibee,

ich gebe Dir da vollkommen recht. Als ich die Zargen bestellte, habe ich gar nicht auf den Preis geachtet, was ich hätte tun müssen. Es sollte halt schnell gehen und ich habe mich auf das Foto verlassen. Wahrscheinlich hätte mich auch stutzig machen sollen, dass über die verwendete Holzart kein Wort verloren wird. Passiert mir nicht wieder. In Zukunft baue ich wieder selbst, auch wenn ich dann mal ´ne Nachtschicht einlegen muß.

Liebe Grüße
Mandy
Zuletzt geändert von Mellina am Fr 10. Jun 2011, 18:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Beorn
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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon Beorn » Fr 10. Jun 2011, 18:44

Nicht schlecht und die wiegen das doppelte. Ist nur die Frage der Lieferbarkeit. Wäre klasse einen Warrébeutenanbieter zu haben, der gute Beuten sicher liefern kann, vor allem zur Schwarmzeit.

Erzgebirger
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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon Erzgebirger » Fr 10. Jun 2011, 19:28

Ich habe auch so eine Komplettbeute bekommen. Sie bekam heute außen einen Leinölfirnißanstrich. Die Oberträgerleisten waren dabei mit einer Wachsnut. Ich überlege die Oberträger aber auseinander zu sägen und mit einem schmalen Anfangsstreifen zusammenzunageln (tackern). Dies geht super und die Waben werden sehr fest.
Was mache ich aber mit der Dämmplatte als Kissen? Die Platte unten bündig mit der Zarge und diese Seite dann auf die anderen Zargen oder doch noch bespannen?

beetic
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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon beetic » Sa 11. Jun 2011, 01:42

Hallo,

ich würde diese Dämmplatte nicht verwenden, sondern den Boden der Isolierzarge (Kissen) wie üblich mit Stoff bespannen und mit Spänen oder Heu befüllen.

Das klappt prima, nimmt sicher besser und mehr Feuchte auf als die Platte.

Gerade dieses prima Kissen von Warré wird so doch erst ein "Richtiges". ;)


@Mandy: Danke für die Info. Schade, ich hatte an einem Varroaboden überlegt, das werd ich mir nun wohl verkneifen.
Entweder muß mein Dad da mal ran oder meine Freundin (gelernte Schreinerin :D )

Diese Holzart und die Notwendigkeit, das zu streichen finde ich nicht gerade werbeträchtig.....
Das Ganze schreit nach dem Blitzgeschäft mit dem bienenhaltenwollenden Anfänger.

Marion

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zaunreiter
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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon zaunreiter » Sa 11. Jun 2011, 07:58

beetic hat geschrieben:Das Ganze schreit nach dem Blitzgeschäft mit dem bienenhaltenwollenden Anfänger.


Na, keine Unterstellungen, immer langsam mit den jungen Pferden. Wie gesagt ist die Qualität in Ordnung. Wir sind halt von der Qualität her verwöhnt worden.

Der Versuch, günstiger zu produzieren, ist erst einmal legitim. Daß das EIne oder Andere an Leistung weggelassen werden muss, ist meistens die Folge.

Sibirische Linden hören sich zwar exotisch an, es kann aber genauso sein, daß das Holz für die Beuten in Deutschland geschlagen worden ist.

Das Beste ist also, dem Händler/Hersteller ein direktes Feedback zu geben und daher bitte ich euch, parallel zu diesem Thread konstruktive Vorschläge und Fragen an Holtermann zu senden.

Viele Grüße
Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon kaibee » Sa 11. Jun 2011, 08:35

Der admin stoppt die hetzende Meute! :) Das ist wohl auch richtig so....
Vielleicht übernimmt Mandy ein Feedback, da sie eh schon in Kontakt mit dem Hersteller war?

Zusammenfassung:
    - Mich würde erstens interessieren, ob die fotografierte Beute im Shop auch aus sibirischer Linde gefertigt wurde? Wenn nein, warum ist kein Hinweis darauf im Angebot
    - Wo liegen genau die Vorteile bei der Verwendung von Sibirischer Linde? Abgesehen von den Vorteilen, die sich für den Hersteller ergeben (Preis, gute Verarbeitbarkeit). Die geringe Witterungsbeständigkeit von Lindenholz ist nun mal bekannt.
    - Warum werden auf der Holtermann-Seite keine Informationen zum verwendeten Holz gegeben? Bei anderen Beuten ist das übrigens auch so! Dort steht immer nur Massivholz und Vollholz.

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Mellina
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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon Mellina » Sa 11. Jun 2011, 11:54

kaibee hat geschrieben:Mich würde erstens interessieren, ob die fotografierte Beute im Shop auch aus sibirischer Linde gefertigt wurde? Wenn nein, warum ist kein Hinweis darauf im Angebot


Laut dem Mitarbeiter am Telefeon ist es das selbe Holz. Das ist aber entweder ein Irrtum seinerseits, oder man hat mir aus Versehen nur ein Funktionsmodell aus Balsaholz geschickt. ;)

kaibee hat geschrieben:
- Wo liegen genau die Vorteile bei der Verwendung von Sibirischer Linde? Abgesehen von den Vorteilen, die sich für den Hersteller ergeben (Preis, gute Verarbeitbarkeit). Die geringe Witterungsbeständigkeit von Lindenholz ist nun mal bekannt.
- Warum werden auf der Holtermann-Seite keine Informationen zum verwendeten Holz gegeben? Bei anderen Beuten ist das übrigens auch so! Dort steht immer nur Massivholz und Vollholz.


Er wies noch darauf hin, dass Holtermann generell alle Beuten aus besagter sibirischer Linde herstellen läßt, eben wegen der guten Verarbeitbarkeit.

Ich wollte mit diesem Thread ursprünglich auch nicht Holtermann des Betrugs bezichtigen, sondern nur wissen, ob jemand etwas über dieses Holz weiß. Wie Beorn schreibt, wiegen die Zargen weniger als die Hälfte der Ökobeute- oder Massivholztischler-Zargen. Das kann einerseits von Vorteil sein, läßt aber nicht unbedingt auf eine lange Haltbarkeit schließen, und auf die kommt es mir vor Allem an. Skeptisch bin ich immer noch.

Nun, ich gehe jetzt einfach mal vom besten Fall aus. Holtermann verwendet dieses Holz, weil es ökologisch gut vertretbar, sehr leicht und überraschend haltbar im Außenbereich ist und zudem durch die grobe Porigkeit unübertroffene Dämmeigenschaften besitzt. Behandeln werde ich es nicht, da ich das grundsätzlich nicht tue. In spätestens einem Jahr bin ich schlauer und weiß dann auch, ob ich die Holtermann-Beuten weiterempfehlen kann.

Ich wünsche Euch allen ein erholsames Pfingstfest.

Liebe Grüße
Mandy
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Friedrich

Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon Friedrich » Sa 11. Jun 2011, 14:09

Ich finde das leichte Lindenholz gar nicht so schlecht ! Wikipedia gibt dazu folgende Auskunft:

Das Lindenholz war in der Spätgotik das bevorzugte Material für die Bildhauerei und Schnitzerei...Es ist gleichmäßig dicht, zäh, ...reißt oder arbeitet aber im getrockneten Zustand kaum... Verbindungen durch Nägel und Schrauben sind gut haltbar, doch ist die Verleimungsfestigkeit teilweise unbefriedigend.... Die Oberflächen lassen sich gut polieren, beizen und einfärben. Die Behandlung mit Lacken ist unproblematisch.... Lindenholz wird auch zur Fertigung von Fässern und Behältern für trockene und geruchsempfindliche Waren verwendet,.

Eine äußerliche Oberflächenvergütung zur Haltbarmachung gegen Witterungseinflüsse ist sicher erforderlich !

Aber wegen der wunderbaren Normmaße, die der alte Warré für uns alle eingeführt hat, nähmlich innere lichte Weite 300x300 mm, ist jetzt jedes nach diesem Prinzip hergestellte Einzelteil auch in anderen oder selbst hergestellten Beuten jeder Zeit sofort verwendbar!!! Vom Innenmaß passt es also immer !!! Ein Varoa-Boden oder eine kleine Futterzarge sind da schon nicht uninteressant !

Es war von Warré schon eine großartige Standardisierungsleistung für Stabilbau-Magazinbeuten mit viel Weitsicht. Man denke nur an die Vielzahl der verschiedenen Rähmchenmaße.

Beste Grüße
Friedrich

Konstantin
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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon Konstantin » Sa 11. Jun 2011, 21:29

Es gibt Imker, die nutzen Styroporbeuten ... weil sie leicht sind.
Außerdem ist Lindenholz für geruchsempfindliche Lebensmittel weit besser geeignet als Fichtenholz.
Daher bin ich neugierig geworden diese Leichtbau-Zargen kennen zu lernen. Dass sie (bei Einzelbestellung) ohne Oberträger geliefert werden würde mir passen, da ich eh gesondert gefräste (Schiffsbauch) Oberträger nutze. Auch die Weichfaserplatte ist nach meinem Geschmack. So sind alle meine Warrébeuten seit Jahren ausgestattet.

Bedenklich ist für mich nur die Frage der Haltbarkeit. Ich kenne die Geschwindigkeit in der totes Winterlindenholz verfällt. Das wäre für eine Beute absolut unzumutbar. Wenn ein Außenanstrich bei diesen Leichtholzzargen Pflicht ist könnte ich mich darauf einlassen. Der Mehraufwand kann meiner Einschätzung nach durchaus wert sein wenn man ein geringeres Gewicht und die Geruchsneutralität zum Honig berücksichtigt. Fraglich ist für mich jedoch wieso man die Innenseite mit Leinöl behandeln soll... Das hat doch wieder einen Geruch...

Nun denn, es hilft wohl nur der Praxis Test.

Grüße
Konstantin

beetic
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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon beetic » Sa 11. Jun 2011, 23:17

Hallo,

Hetzen oder unterstellen lag nicht in meiner Absicht.

Ein Gefühl entsteht aber schon, wenn üblicherweise die Warrézargen nicht behandelt oder gestrichen aufgestellt werden und in einem Angebot kein Wort über die Holzart gemacht wird, wohl aber angemerkt, dass der Anstrich UND ein Innenanstrich geraten wird.
Über Beutenmaterial kann man ellenlange Empfehlungen lesen. Linde ist da nicht zu finden.
Dann muß ich von einer nicht allzugroßen Wetterbeständigkeit ausgehen. Dass eine Holzbeute innen angestrichen werden muß, ist für mich nicht akzeptabel. Mit einem hübschen Außenanstrich könnte ich mich arrangieren.
Verfällt die Zarge oder der Boden frühzeitig, so wird sich aber auf den weggelassenen Anstrich wohl berufen.
Von daher werde ich nicht testen wollen.
Dass auch Holtermann die Warré fertigt und anbietet, kann nur den Grund haben, dass Nachfrage besteht. :)
Wenn die Qualität aber zurückginge, wäre das unschön, zumal ich bezweifele, dass der ein oder andere Neukäufer das wissen wird....

Grüße

Marion


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