Mit der T120 durchs Frühjahr

Frühjahrskontrolle, Schwarmlenkung, Ablegerbildung und andere Frühlingsthemen.
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zaunreiter
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Mit der T120 durchs Frühjahr

Beitragvon zaunreiter » Sa 15. Mär 2014, 00:48

Tagebuch zur T120, 2014

Die Stachelbeerblätter entfalten sich, es herrscht seit Tagen Flugbetrieb und es wird Pollen eingetragen. Zeit für den ersten Eingriff in den T120-Beuten.

Die Völker überwinterten auf 16 Waben im Trog im Bienenhaus. Beim Öffnen sind alle Waben dicht mit Bienen besetzt. 14.3.2014! Wie so oft, ist die Entwicklung in den T120-Völkern den Völkern in anderen Beuten einen Schritt voraus.

Das Schied wird nach hinten gerückt und auf Seite gestellt. (Es passen 20 Waben in den Trog. 4 Waben Platz.)

Hinten stoße ich auf Futterwaben. Die Bienen öffnen die Zellen schon und tragen den Honig von der hintersten Zarge ins Brutnest um. Diese Waben werden einfach nach hinten gezogen. Alte schwarze Waben werden entsorgt. Insgesamt 6-7 Futterwaben sind noch gut gefüllt mit Futter. Sie werden nach hinten gezogen.

Dann folgen die Brutwaben. Heute fand ich in den Völkern 7-8 Brutwaben (Deutschnormalmaß), wovon einige voll belegt und verdeckelt waren. Die Brutwaben ziehe ich nicht ganz nach hinten, so daß ich unterscheiden kann, welche Waben Brut und welche Futter waren. Üblicherweise finde ich vorne eine oder zwei Pollenwaben mit frischem Pollen. Manchmal befindet sich vorne eine Futterwabe. Manchmal sitzt das Brutnest ganz hinten. Vorne in Fluglochnähe die Wächterinnen.

Die Pollenwabe (P) kommt ganz nach vorne. Gefolgt von einem Rähmchen mit Mittelwand (M). Danach rücke ich alle Brutwaben (B) ran. Gefolgt von einem Leerrahmen für den Drohnenbau (D), dann das Schied (S). Anordnung:
Flugloch, P, M, B, B, B, B, B, B, B, B, D, S - hinteres, leeres Ende.

Dann setze ich den Honigraum auf und da hinein gebe ich 4-5 Futterwaben mit 3-4 Finger breitem Abstand. Die Waben werden ein wenig angeritzt. Es passen 10 Waben in den Honigausatz rein. Durch den weiten Abstand der Waben zueinander, werden die Waben nicht bebrütet. Stattdessen werden die Waben in den nächsten Wochen leergetragen und stehen dann als Leerwaben für den ersten Honigeintrag zur Kirschblüte zur Verfügung. Blüht die Kirsche oder ketten sich die Bienen zu Bautrupps im Honigaufsatz auf, wird das Absperrgitter eingelegt, die noch vollen Waben entnommen, die leeren Waben in der Mitte - und damit über dem Brutnest! - zusammengerückt und links und rechts wird der Platz mit weiteren Leerwaben oder mit Mittelwänden aufgefüllt.
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Re: Mit der T120 durchs Frühjahr

Beitragvon zaunreiter » Sa 29. Mär 2014, 15:56

Die Trogbeutenvölker haben in zwei Wochen eine Zarge komplett ausgebaut und angetragen. Als sie anfingen, Wildwaben zu bauen, habe ich die Mittelwände reingepackt. Die sind irre stark. Ein paar Waben haben sie bebrütet (ohne Absperrgitter). Diese Waben habe ich runtergehangen, die restlichen Futterwaben raus, Absperrgitter rein und mit Mittelwänden aufgefüllt. Die Trogbeuten platzen vor Bienen.
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Re: Mit der T120 durchs Frühjahr

Beitragvon Freistand » Sa 29. Mär 2014, 16:46

Hallo Bernhard,
danke für Deine Beschreibung. Ich komme gerade von der Durchsicht und kann Deinen Eindruck bestätigen. Hier auf 760 Meter sind wir zwar später daran als bei Dir, aber alle Völker sind stark in der Brut. Trotz Dickwaben ist ein Volk sogar mit einem kleinen Teil der Brut nach oben in die HZ ausgewichen. Habe dann heute die Absperrgitter eingelegt und war über die Menge an neu eingetragenem Nektar / Honig überrascht. Bei einem Volk will ich nächste Woche den zweiten HR (1/2 ) aufsetzen.

LG
Kai

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Re: Mit der T120 durchs Frühjahr

Beitragvon zaunreiter » So 20. Apr 2014, 21:25

Klappt wie am Schnürchen. Der Honigraum (volle Rähmchenhöhe) ist gerappelt voll. 11 Waben zu je 2 Kilogramm = 22-25 kg Frühtracht sind bereits gesichert. Und die Tracht läuft noch! Unten 11 Waben DNM Brut. Keine Schwarmstimmung, die Völker sind rappelvoll mit Bienen. Drei-vier verdeckelte Honigwaben habe ich aus dem Honigraum hinter das Schied gehangen. Oben im Honigraum mit Mittelwãnden aufgefüllt.

Das Ziel ist, die Baubienen aus dem Brutraum zu halten und oben im Honigraum zu beschäftigen. Eine experimentelle T120 wurde nach und nach auch hinten mit Mittelwänden erweitert. Auf allen 18 Waben unten im Trog befand sich Brut! Aber: 8 Waben waren voll mit Pollen, von oben bis unten wurden die schlüpfenden Zellen sofort mit Pollen zugestopft. Der Pollen glänzte, der Nektarstrom schwappte ins Brutnest. Alles voll mit Weiselnäpfen im fortgeschrittenen Stadium.

Dafür war der Honigraum zwar ausgebaut, aber nur angetragen. Keine Wabe im Honigraum war verdeckelt!

Das Experiment habe ich beendet und alle bis auf eine verpollte Brutwabe mitsamt ansitzenden Bienen entnommen und in einen Sammelbrutableger gepackt. Zwei volle Honigwaben habe ich oben entnommen und hinter das Schied gepackt. Oben im Honigraum mit Mittelwänden aufgefüllt. Fertig.

In den anderen T120 waren die Honigwaben teils voll-, meist halb-verdeckelt. Der Honig in den verdeckelten Waben hatte laut Refraktometer zwischen 14-15 % Wassergehalt. Die Brutnester hatten jeweils nur eine Pollenwabe an der Frontseite, die Brutnester waren nicht mit Nektar geflutet und die Völker nicht in Schwarmstimmung. Obwohl sie vor Bienen nur so platzten.
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Re: Mit der T120 durchs Frühjahr

Beitragvon zaunreiter » Mo 21. Apr 2014, 07:35

Arbeiten im Miniatur-Bienenhaus. ;) Die Völker sind prächtig!

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Re: Mit der T120 durchs Frühjahr

Beitragvon zaunreiter » So 5. Apr 2015, 23:42

Die Nächte sind noch richtig kühl. Ich habe mir die T120-Beuten vorgenommen. Die Völker sind gut erstarkt. Drohnenbau gab es noch nicht, nur die ersten Bautrupps unter den Rähmchen. Kam also gerade rechtzeitig. (Die Stachelbeerblätter entfalten sich gerade erst auf dem Standort. 100 Meter über Normalnull.)

Ich habe die Drohnenrahmen und das Schied gesetzt, Absperrgitter eingelegt und die Honigräume gegeben. Brut auf acht Waben DNM, vollflächig, in allen Stadien. Noch vergleichsweise wenig Pollen in den Brutnestern. Alle 15 Waben der T120 sind dicht mit Bienen besetzt.
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Re: Mit der T120 durchs Frühjahr

Beitragvon zaunreiter » So 27. Mär 2016, 15:00

T120 - am 27.3.2016


http://www.youtube.com/watch?v=d0embC7Dux4

15 Waben Brut, aber richtig. Von Holz zu Holz. Noch drei Waben Futter. Drohnenbrut gibt es auch schon. Frische Spielnäpfchen. Die Bienen hängen schon vor dem Schied in langen Ketten. Bereit für die Frühtracht. Honigräume drauf und die Kirschblüte voll mitnehmen.

Gerade in kühlen Frühjahren wie dieses oder 2013 sind Bienenhäuser warm und kuschelig. Das bekommt den Bienen sehr gut.
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