Varroawindel

Hier werden die verschiedenen Böden und die möglichen Ständerwerke diskutiert.
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Re: Varroawindel

Beitragvon zaunreiter » Di 8. Mai 2012, 23:25

Man nehme: ein U und ein O...
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Lege Gitter dazwischen und vernageln. Vorne noch ein Flugloch aussägen. Fertig.
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Von hinten wird dann eine Windel untergeschoben. Wenn Du diesen Boden auf einem Brett oder eine Betonfliese absetzt, ist es ein geschlossener Boden. Setzt Du den Boden auf Balken, ist er offen. Bei beiden Varianten kann der Riegel die hintere Spalte verschließen und die Windel den Boden.
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Ich habe mir die Latten schon auf Länge zugesägt und jeweils im Set zusammengebunden. So kann ich die gut wegstauen. Und wenn Schwarmzeit ist und Böden gebraucht werden, sind die schnell zusammengenagelt - auch nach Feierabend.
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stefanzo
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Re: Varroawindel

Beitragvon stefanzo » So 15. Jul 2012, 14:42

Hier noch eine andere Variante, ist leicht zu bauen, deckt jedoch nicht den gesamten Boden ab.
DSC00328.JPG
DSC00329.JPG

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Re: Varroawindel

Beitragvon zaunreiter » Do 9. Aug 2012, 16:25

Position 1: großes Flugloch
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Position 2: kleines Flugloch
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Abmessungen (circa):
http://www.immenfreunde.de/pics/sfl/sfl_1.png
http://www.immenfreunde.de/pics/sfl/sfl_2.png
http://www.immenfreunde.de/pics/sfl/sfl_3.png

Gruß
Bernhard
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Re: Varroawindel

Beitragvon zaunreiter » Do 9. Aug 2012, 16:48

Boden in Aktion bei Ablegern. Eingang reduziert.
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apicistus
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Re: Varroawindel

Beitragvon apicistus » So 30. Sep 2012, 22:49

Hallo Bernhard,

schönes Bild - aber auch von mir noch einmal die Frage: wenn Du den Gitterboden bei Deinen Warres verwendest, dann ohne Kissenzarge? Offensichtlich benutzt Du, zumindest bei deinen Ablegern, auch nicht das originale Warre-Dach. Ich hätte anhand des Bildes nicht einmal erkannt, daß es sich um Warre-Beuten handelt.

Ich selbst überlege, welche Konsequenzen der Einsatz von Gitterböden für die Betriebsweise nach Warre hätte: könnte ich dann auf die Kissenzarge verzichten und statt des Chalet- oder Pultdaches einen einfachen Stülpdeckel verwenden? Was bedeutet ein Gitterboden im Hinblick auf die Nestdufwärmebindung und die Ausrichtung des Wabenbaus im Bienenstock? Irgendwo habe ich gelesen, daß die Bienen ihr Stockklima bei geschlossenem Boden und engem Flugloch besser regulieren können. Das wäre dann, aus Sicht der Warre-Imkerei, ein wesentliches Argument gegen offene Gitterböden.

Alles nur Glaubensfrage - oder gibt es gesicherte Erkenntnisse, praktische Erfahrungen.

MfG,

Markus

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Re: Varroawindel

Beitragvon apicistus » Mo 1. Okt 2012, 21:54

Hallo Markus,

also Zargen verdrehen (vom Kalt- in den Warmbau, meinst Du wahrscheinlich) - auf die Idee würde ich jetzt auch nicht unbedingt kommen. Mir gehts ja nicht darum, sklavisch irgendein Imkereikonzept zu übernehmen - sonst würde ich doch nicht fragen! Sondern ich möchte hier Antworten zu konkreten Fragen lesen. Ich weiß, 100%ige Sicherheit, daß etwas funktioniert, kann es nicht geben - ich möchte nur wissen, was andere zu einer bestimmten Sache denken und machen, bin insofern schon an den Erfahrungen anderer interessiert, bevor ich etwas beginne.

Freundliche Grüße,

Markus

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Re: Varroawindel

Beitragvon zaunreiter » Mo 1. Okt 2012, 22:34

apicistus hat geschrieben:..dann ohne Kissenzarge?


Die Kissenzarge habe ich überhaupt nicht mehr im Einsatz. Ich habe sie nicht mehr in Nutzung - aus rein praktischen Gründen. Ich sehe noch keinen Unterschied zwischen den Dächern, alle scheinen zu funktionieren. Überall wohnen Bienen drin. Das Einzige worum ich mich kümmere, ist die Kondensation. Schwitzwasser sollte nicht unter dem Deckel entstehen. (Oder dort aufgefangen werden.)

Ein einfacher Deckel ist in vielerlei Hinsicht einfach praktischer. Leichter zu tragen, zu verstauen, läßt sich zum Abstellen von Zargen benutzen, oder als Zwischenboden. Ich überlege sogar, einen Boden zu machen, der gleichzeitig als Dach und als Boden dient. Einfach ein Brett 36x36 cm mit zwei Querbalken, eine Art Mini-Palette. Eventuell 50 x 36 cm - dann kann ich die Querbalken links und rechts der Zarge runterhängen lassen. Als Boden dient das größere Maß als Flugbrett.


apicistus hat geschrieben:..Ich selbst überlege, welche Konsequenzen der Einsatz von Gitterböden für die Betriebsweise nach Warre hätte: könnte ich dann auf die Kissenzarge verzichten und statt des Chalet- oder Pultdaches einen einfachen Stülpdeckel verwenden?


Hmm, ich habe immer noch das Kondensatorkissen drunter. Vermutlich geht es auch ohne.

apicistus hat geschrieben:..Was bedeutet ein Gitterboden im Hinblick auf die Nestdufwärmebindung und die Ausrichtung des Wabenbaus im Bienenstock?


Da bin ich mir unschlüssig. Und je mehr ich ausprobiere, desto weniger verstehe ich. Die Bienen geben mir ein Rätsel auf. Es scheint, als sei eine Umhüllung irgendwie ganz nett, aber mit den Waben könnten sie fast schon nackig überleben. Irgendwie begreife ich die Nestduftwärmebindung immer noch nicht. Mal hört sich das furchtbar logisch an mit der Nestduftwärmebindung. Dann wieder wie kompletter Blödsinn! Die geschlossenen Wabengassen - juckt das wirklich? Wenn der Bien sich traubt, dann gibt es sowieso offene Seiten, an denen "der Wind" entlang streichen kann.

Für mich steht noch gar nichts fest und ich mache mal weiter. Ich probiere dies und das aus, mal sehen, was die Bienen mir so antworten.

apicistus hat geschrieben:..Irgendwo habe ich gelesen, daß die Bienen ihr Stockklima bei geschlossenem Boden und engem Flugloch besser regulieren können. Das wäre dann, aus Sicht der Warre-Imkerei, ein wesentliches Argument gegen offene Gitterböden.


Möglich - oder auch nicht. Fakt ist, daß sie in solchen wie anderen Beuten (über)leben. Es gibt zwar Beuten, die zum Schimmeln neigen, andere weniger. Die Zwangsbelüftung mittels Gitterböden ... ich bin mir nicht sicher, ob sie wirklich "besser" ist. Erstaunlicherweise bemerke ich keinen wirklichen Unterschied zu den Original-Warréböden. So ganz offen habe ich sie ja noch nicht, denn ich habe die Windel unten noch drin. Außer wenn es warm ist oder Tracht. Dann lasse ich sie raus.

Fazit: Bisher sehe ich null Unterschied. Würde mich interessieren, ob da jemand schon andere Erfahrungen gemacht hat.

Gruß
Bernhard
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Friedrich

Re: Varroawindel

Beitragvon Friedrich » Di 2. Okt 2012, 12:47

Hallo Bernhard,
sicher können sich die Bienen an ganz viele unterschiedliche Bedingungen recht gut anpassen, so dass auch viele verschiedene Konstruktionen der Behausungen von ihnen gut vertragen werden.
Aber zwei, drei Dinge sind wichtig, glaube ich. Thür nannte das "Nestduftwärmebindung".

Nestduft : hier geht es offensichtlich um die Stoffe in der Nestatmosphäre. Nach meinen Beobachtungen müssen antibiotische Stoffe darunter sein, denn die Stockluft verhinderte bei meinen Beuten das Hineinwachsen von Schimmel durch die Fugen der Magazine, vor allem dort wo das Tuch dies recht einfach ermöglicht. Diese Ausstattung scheint für die Bienengesundheit sehr wichtig zu sein.

Wärme : Die Nestwärme ist maßgebend für die Entwicklung der Brut. Einige Wissenschaftler meinen sogar, dass die Intelligenz der Bienen ( Flugorientierungsvermögen) abhängig von der Brutnesttemperatur ist, ähnlich ist auch die größere Lebensdauer der Winterbienen von einer leicht erhöhten Brutnesttemperatur abhängig. Die dazu erforderliche Steuerung durch die Bienen erfordert eine gewisse Trägheit des der Wärmeverhaltens der Beute, die weitgehend auch durch die Dachkonstruktion beeinflusst wird. Deshalb haben fast alle Dächer eine "Isolation".

Feuchtigkeit : da bin ich mir am wenigsten sicher, weil hier so viele Faktoren hineinspielen und die Sache unübersichtlich wird. Da ist zuerst die Feuchtesättigungsmöglichkeit der Luft in Abhängigkeit von der Temperatur und gleichzeitig die Feuchtediffusion durch das Kissen. Dazu kommt die Möglichkeit der Kondensation an unterhalb des Taupunktes liegenden Oberflächentemperaturen der Konstruktionselemente der Beute (Kondensatordach + Beutenwand). Diese Oberflächentemperatur wird aber maßgeblich durch die Luftzirkulation im Innern der Beute als auch durch die Temperatur außerhalb der Beute und zusätzlich durch die Strömungsgeschwindigkeit und Turbulenz der Außenluft um die Beute bestimmt, wenn man mal den Wärmedurchgang durch die reine Beutenkonstruktion als konstant ansieht. Also auch hier haben die Bienen durch Erzeugung von Umluftströmungen innerhalb des Stockes und Wabenanordnung zur Strömungsregulation gewisse Steuerungsmöglichkeiten. Allerdings gestalten sich antibiotisch wirkende Substanzen in der Stock-Atmosphäre, Nesttemperatur und Luftfeuchte mit der Möglichkeit der Kondensation als gegeneinander wirkende Kräfte. Feuchte und Temperatur begünstigen in der Regel mikrobielles Wachstum.

Es handelt sich anscheinend um ein sehr sensibles Regelungssystem, auf das die Bienen je nach Vitalität besser oder schlechter steuernd reagieren können, wobei wir nicht wissen, wie sich diese Steuerungen auf die Stoffwechselvorgänge des Futtersafttransportes und die damit im Zusammenhang stehenden physilogischen Steuerungsvorgänge des Bienenlebens und der Bienengesundheit auswirken.
Wir „Probieren“ und unsere Irrtümer erkennen wir am Misserfolg.

Sind wir genügend bereit, gemachte Erfahrungen aus der älteren und jüngeren Vergangenheit zu übernehmen ? Oder müssen wir alle Erfahrungen mit den dazugehörenden Misserfolgen alle noch ein mal selber machen ?

Beste Grüße
Friedrich

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Re: Varroawindel

Beitragvon zaunreiter » Di 2. Okt 2012, 13:43

Friedrich hat geschrieben:Nestduft : hier geht es offensichtlich um die Stoffe in der Nestatmosphäre. Nach meinen Beobachtungen müssen antibiotische Stoffe darunter sein,


In der Apitherapie wird die Stockluft auch gegen Lungenbeschwerden erfolgreich eingesetzt. Die Stockluft wird aus dem Stock durch eine Vorrichtung von den Patienten eingeatmet. Mit gutem Erfolg. Siehe/Suche nach "Stocklufttherapie".

Das spricht dafür, daß die Stockluft zumindest entzündungshemmend ist.

Daneben mag auch der CO2-Gehalt eine Rolle spielen. Schließlich ist zum Beispiel erwiesen, daß zu hoher CO2-Gehalt in der Stockluft genauso die Nosema befördert, wie ein zu niedriger CO2-Spiegel. Dazu existiert eine Studie.

Mikrobiologisch gesehen gilt: das Milieu bestimmt das Mikrobiom.


Friedrich hat geschrieben:Wärme : Die Nestwärme ist maßgebend für die Entwicklung der Brut.


Ohne Zweifel so und selbst auch schon bei erkälteten Bienen gesehen.

Friedrich hat geschrieben:Feuchtigkeit:


Das ist für mich noch völlig ungeklärt und meines Erachtens der Knackpunkt schlechthin. Und richtig bemerkt: die Feuchtigkeit macht sowohl die Versuche der Bienen zunichte, die Wärme als auch die Stockluft zu erhalten.

So kann es tatsächlich der Fall sein, daß eine Beute mit offenem Gitterboden mit der Zwangsbelüftung - oder der vollkommenen Übertragung des Außenklimas in den Bienenstock - den Bienen besser bekommt, als eine Beute, die zwar die Stockluft erhält, aber ansonsten in Feuchtigkeit ertrinkt!

Hier müssen wir in der Tat alle Erfahrungen mit den dazugehörenden Misserfolgen alle noch ein mal selber machen!

Denn die Feuchtigkeit wurde bisher mit hilflosen Mitteln und Versuchen aus dem Stock getrieben. Der Gitterboden ist eine Episode davon! Und dazu noch die brutalste.

Hier müssen die in Punkte Feuchtigkeit kritischen Zeiten - die Zeit der Temperaturdifferenzen außen-innen und die Trachtzeit/das Füttern - konstruktionstechnisch gelöst werden.

Eine dicke Wand wie in einem Baumstamm kommt aus praktischen Gründen nicht in Frage. Eine Wandstärke von 15 Zentimetern und mehr sind einfach nicht zu handhaben.

Die Isolierung des Kopfes ist schon mal eine gute Maßnahme, sie kann aber bei geschlossenem Boden zu nassen Füßen führen, insbesondere bei der mehrzargigen Überwinterung. (Mehr als zwei.) Oder der Überwinterung schwacher Völker, die im Herbst nicht alle Wabengassen in der Warré komplett besetzen.

Kleine Fluglöcher in jeder Zarge nach Marc Gatineau ist eine Lösung für die Trachtzeiten. (Weniger für die Auffütterung.)

Die in einem anderen Thread vorgestellten elektrischen Entlüftungen sind meines Erachtens durch die erzeugten Luftströme ungeeignet, sie entziehen Wärme. Eine passive Kondensation und Abführung des kondensierten Wassers wäre wünschenswert.

Die Warré ist meines Erachtens von der Grundform 30x30cm sehr zur Vermeidung von Schwitzwasser im Stock geeignet, da aufgrund der vollständigen Besetzung der Beute mit Bienen die Kondensation nach außen verlagert wird. Vielleicht auch ein Geheimnis des Stülpers, der ja ein vergleichbares Volumen mit einer zweizargigen Warré hat.

Viele Grüße
Bernhard
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Re: Varroawindel

Beitragvon zaunreiter » Di 2. Okt 2012, 20:05

Bei mir ist es gerade anders herum. Je mehr ich in den Völkern rumwühle, desto besser stehen sie da. Ich wühle nicht kopflos darin rum, sondern mache mir Gedanken darüber, was ich ändere. Der Satz: "Jeder Eingriff sollte eine Verbesserung der Lebenssituation der Bienen bewirken" ist dabei mein Motto.

Alleine rumstehen lassen ist da weniger erfolgreich. Hmm....ich schließe daraus, daß da noch was anderes im Argen ist, also neben dem Imker als Einflußgröße. Die Beute ist es nicht!

Wir müssen in größeren Kreisen denken und vielleicht konzentrieren uns zu sehr auf die Bienen selbst. Einen Schritt zurück treten? Blickwinkel vergrößern?

Ein Lebewesen kann nur so gesund sein, wie seine Mitlebewesen. Doch was heißt das für die Bienen? Wie gehe ich damit praktisch um?

Fest steht für mich, daß die Ernährung 50-60 % der Gesundheit ausmacht. Und da sehe ich durchaus Fortschritte, wenn die Nahrung bei den Bienen sichergestellt wird.

Doch der Rest?

Bernhard
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