Kuhschiet zum Verkleiden

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Kuhschiet zum Verkleiden

Beitragvon zaunreiter » Mo 3. Sep 2012, 19:45

Eine angenehme Arbeitshöhe schaffen und den Korb auf Beschädigungen hin untersuchen und gegebenenfalls wieder instandsetzen.
Dieser Multifunktionstisch ;) besteht aus einem Drahtkorb und einer glatten, abwaschbaren Platte. Der Drahtkorb wird ohne Platte verwendet, wenn der Strohkorb ausgekratzt wird. (Wabenreste, Propolis) So können die Krümel nach unten durchfallen.
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Abgewetzte, zu dünne Stellen werden wieder mit Stroh aufgefüllt, aufgesprungene Nähte mit Klammern aus breitem Flechtband "getackert"/geklammert.
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Die wichtigste Zutat ist frischester Kuh-Schiet. Auf Neudeutsch auch Kuhdung genannt. Frisch bedeutet, er darf nicht im leisesten angetrocknet sein, damit keine Krümel entstehen, die das Verstreichen erschweren. Am besten ist Kuhschiet von der Wiese. Schiet aus dem Stall geht nicht, denn da wurde eventuell Silage oder Soja verfüttert, das gibt keinen guten Streich. Es sollen keine Fasern oder sehr weiche Fasern im Schiet sein. Deswegen eignet sich Kuhschiet aus dem Frühjahr am besten. Frisches Gras ohne viele Hartfasern erzeugt besonders weichen, streichfähigen Schiet.
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Zuerst wird der Korb auf den Kopf gestellt und der untere Rand eingeschmiert. Mit schönen langen Zügen!
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Die Innenseite des Korbes wird bis ein bis zwei Ringe hoch mit Schiet eingeschmiert.
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Schön ordentlich, lieber Heidjer!
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Dann wird der Korb umgedreht und als Erstes ( ;) ) wird das "Auge" des Korbes - das Flugloch - verschmiert.
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Dann ist die obere Kappe dran.
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Schön glatt verschmiert soll die Kappe sein.
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Re: Kuhschiet zum Verkleiden

Beitragvon zaunreiter » Mo 3. Sep 2012, 19:56

Dann werden von unten nach oben die Seiten verschmiert.
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Bahn für Bahn...
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...einmal herum.
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Die Nähte sollen sichtbar bleiben.
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Prüfender Blick...
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...letzter Feinschliff..
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...und ab zum Trocknen. Der Korb wird auf zwei Latten gestellt und ständig gedreht, damit er an der Sonne gleichmäßig getrocknet wird.
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Es wird reiner Kuhschiet verwendet. Lehm führt zum Abplatzen der Bedeckung, wenn der Korb bewegt wird. (Wandern in die Heide.)

Viele Grüße
Bernhard
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Re: Kuhschiet zum Verkleiden

Beitragvon zaunreiter » Mo 3. Sep 2012, 21:35

Die Körbe werden auch ohne Schiet verwendet - kein Problem. Aber der Schiet hält warm und stabilisiert den Korb ein wenig und schützt vor Abrieb und Abnutzung.

Außerdem gibt es eine Portion Milchsäurebakterien gratis dazu! :idea:

Gruß
Bernhard
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Re: Kuhschiet zum Verkleiden

Beitragvon zaunreiter » Mo 3. Sep 2012, 22:48

apiarius hat geschrieben:War wohl, neben den Speilen, auch für die Wanderungen gedacht.
Oder lieg ich damit falsch?


Vermutlich richtig. Ich denke aber, daß der Kuhschiet auch konservierend wirkt und gegen zu viel Feuchtigkeit = Schimmel schützt.

Gruß
Bernhard
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Re: Kuhschiet zum Verkleiden

Beitragvon KMP » So 21. Okt 2012, 07:56

Siehe auch Die November-Ausgabe des Deutschen Bienenjournals, S. 18: "In der Heide". Ach, ich sehe gerade, die Bilder stammen von Bernhard - Glückwunsch!
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Re: Kuhschiet zum Verkleiden

Beitragvon mahagugu » So 25. Nov 2012, 17:47

ja, falls man den Kuhschiet nicht will kann man sicher Papier- oder Zellulosebrei verwenden.
Muss halt auf den Wassergehalt achten.


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