Caro's & Andreas' Bienen

Vorstellung eurer kleinen Imkerei
Benutzeravatar
Caro
Beiträge: 223
Registriert: So 2. Jun 2013, 01:11
Wohnort: Berlin-Hermsdorf

Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon Caro » Mo 11. Mai 2020, 13:35

Einen großen Schreck bekamen wir beim Oreganovolk, das Mitte April plötzlich keine neue Brut mehr hatte. Die Königin war zwar zweieinhalb Jahre alt, hatte aber zuvor ein tolles Brutnest aufgebaut. Eine Weiselzelle fanden wir nicht, aber stark abgebaute Reste - hatte das Volk umgeweiselt? Nur fanden wir keine Königin! Außerdem gab es aufgrund der Kältewelle Ende März bei uns noch kaum Drohnen, erstrecht keine geschlechtsreifen...
Das Volk war aber gut aus dem Winter gekommen, so dass wir eine Weiselprobe mit einer Brutwabe aus dem starken Schwarzkiefernvolk machten; ehe eine neue Königin schlüpfen und auf Hochzeitsflug fliegen würde, wären die ersten Drohnen wohl geschlechtsreif. Nach zwei Tagen war kein Ansatz einer Weiselzelle zu sehen - dafür lief eine junge Königin auf der Brutwabe umher. Das Volk hatte also doch heimlich umgeweiselt - nur wie konnte eine Begattung bei dem Drohnenmangel klappen? Das "wie" wird wohl das Geheimnis der Bienen bleiben, denn weitere 2 Tage später begann die junge Königin zu stiften.

Benutzeravatar
Caro
Beiträge: 223
Registriert: So 2. Jun 2013, 01:11
Wohnort: Berlin-Hermsdorf

Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon Caro » Mo 11. Mai 2020, 13:39

Unser Heidelbeer-Königin-Ableger vom letzten Jahr war am 23. April plötzlich auch weisellos, hatte aber zahlreiche Weiselzellen angelegt. Geschwärmt war das Volk wohl nicht, denn dazu war es zu voll mit Bienen. Die beiden Zargen stellten wir einzeln auf.
In einem Ableger konnte ich 13 Tage eine geschlüpfte Königin finden, die nun langsam in Brut gehen sollte. Bei dem anderen waren den Weisellzellen-Resten nach fünf Königinnen geschlüpft, ohne dass ich eine finden konnte. Da ich aber am Nachmittag des 06.05. großes Sterzeln auf dem Flugbrett gesehen hatte, hoffe ich, dass zumindest eine verbliebene Königin auf Hochzeitsflug war.
Eigentlich sollten nun Stifte und junge Maden in beiden Ableger-Völkchen sein, aber bei der aktuellen Schlecht-Wetter-Phase muss ich mich auf meine Finger setzen.

Benutzeravatar
Caro
Beiträge: 223
Registriert: So 2. Jun 2013, 01:11
Wohnort: Berlin-Hermsdorf

Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon Caro » Mo 11. Mai 2020, 13:42

Unser Buchenflugling vom letzten Jahr war das erste schwarmfreudige Volk. Am 22.04. entdeckten wir ein bestiftetes Weiselnäpfchen, noch komplett ohne Gelee Royal. Und dazu dutzende unbestiftete Näpfchen, alle schön als Schwarmzellen angelegt. Wir nahmen diese alle heraus und vermerkten uns die nächste wichtige Schwarm-Kontrolle.
Wetterbedingt wurde aber daraus nichts, und als ich dann das nächste Mal an das Volk gehen konnte, waren neue Weiselzellen gerade verdeckelt - die hatten es ja wirklich eilig mit dem Schwärmen. Also auch dieses Jahr Trennung in Brutling und Flugling. Statt einem Brutling bildete ich aber drei Ableger à 4 Brutwaben, zwei gingen in unseren Kombi-Ableger-Kasten mit nur 2 großen statt 4 kleinen Abteilen, der dritte begründete das oben beschriebene Schneebuchenvolk.
Doch im Nachhinein frage ich mich, ob diese eigentlich eindeutigen Schwarmzellen nicht doch eine Umweiselung sein sollten. Der neue Flugling hatte 5 Tage später eine Wabe mit neuer jüngster Brut und Stiften und zwei angesetzten Weiselzellen, doch keine Königin mehr. War der neue Flugling doch noch heimlich geschwärmt? Dagegen spricht, dass der Fluling relativ voll ist mit Bienen und viele Flugbienen hat, die in den 5 Tagen auch noch besonders fleißig gesammelt hatten. Ich war in den Tagen fast nur im Garten gewesen, hätte eigentlich ein Schwärmen mitbekommen sollen, es sein denn, es war ein Mini-Schwärmchen.
Unabhängig davon, was nun im Detail geschehen war, müssen wir nun abwarten:
Die beiden neuen Weiselzellen sehen vielversprechend aus, aber bis zum Schlupf dauert es noch...

Benutzeravatar
Caro
Beiträge: 223
Registriert: So 2. Jun 2013, 01:11
Wohnort: Berlin-Hermsdorf

Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon Caro » Mo 11. Mai 2020, 13:55

Es schwärmt in Berlin: Eine Nachbarimkerin hatte als erste unserer lokalen Imkerguppe große offene Weiselzellen bei einem ihrer beiden Völker entdeckt und alle herausgenommen. Doch die Schwarmlust dieses Volks war so hoch, dass es am 28.04. schwärmten - ein richtig schöner großer Vor-/Haupt-Schwarm, der sich in eine Thuja setzte - zu hoch für ihre klein Leiter. Aber mit Leiter und Teleskopstange konnte ich an ihn herankommen. Nur flog er daraufhin sofort auf. Und setzte sich in eine Thujahecke, wo ich ihn stückchenweise herausholen konnte.
Am 07.05. gab es bei ihr dann einen weiteren Schwarm, anscheinend ein Nachschwarm, der sich in eine Eibenhecke in Kopfhöhe setzte. Da die Imkerin mit ihrem ersten Schwarm nun drei Völker hatte und keine weiteren Völker halten möchte, ließen wir ihn am Folgetag bei uns in eine Warré einlaufen.
Eine Stunde später war der Schwarm drin und erste Flugbienen flogen sich ein.
Es sieht aus, als würde dem Völkchen die neue Beute gefallen. Nun muss die junge Königin nur noch geschlechtsreif werden und auf Hochzeitsflug fliegen - und zurückkommen...
Dateianhänge
2020-05_09_Warré.jpg
Unser 3. Warré-Volk

Benutzeravatar
Caro
Beiträge: 223
Registriert: So 2. Jun 2013, 01:11
Wohnort: Berlin-Hermsdorf

Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon Caro » Mo 11. Mai 2020, 14:05

Unser Preisebeervolk war von der Entwicklung etwas hinterher gewesen, so dass wir es bei der Priorisierung der Schwarmkontrolle nach der vorherigen Schlecht-Wetter-Phase etwas zurückgestellt hatten. Und mal wieder lag ich falsch mit meiner Einschätzung: Bei der Kontrolle am Samstag hatte das Volk bereits zahlreiche Weiselzellen angesetzt, die ersten bereits verdeckelt. Also auch hier Trennung in Brutling und Flugling, wobei ich wirklich Mühe hatte, die gezeichnete Königin (unsere Rot 11) zu finden. Dem Hinterleib nach war sie gut in Brut, und um den Flugling am Auszug zu hindern, ließ ich ihm eine Wabe jüngster Brut zum Pflegen. Außerdem kündigte sich bereits die Kaltfront an, die günstige Gelegenheit zum Schwärmen hatten sie verpasst, und ich notierte mir schon, den Flugling direkt nach der Kältefront erneut auf Schwarmzellen zu kontrollieren.
Und wieder falsch: Sonntag Mittag war es noch schwül warm geworden, und da ging plötzlich der Schwarm los, keine 24 Stunden nach der Kontrolle.
Ich versuchte zwar, ihn umgehend mit dem Schwarmfangbeutel aufzufangen, aber die Königin war anscheinend als eine der ersten raus gewesen. Der Schwarm sammelte sich in 15m Höhe (oder mehr) in unserer Blaufichte und war dort unerreichbar.
Das Restvolk war gar nicht so klein und hatte weitergehend Flugbetrieb, als ob nichts gewesen wäre. Bei der Durchsicht entdeckte ich ein neues winzig kleines hängendes Näpfchen mit Stift, also nichts, was ich übersehen hatte. Anscheinend war der Schwarmtrieb bereits so stark gewesen, dass sie umgehend eine neue Schwarmzelle gebaut hatten, auch wenn das Näpfchen noch gar nicht danach aussah.
Aber mein Versuch, den Schwarmauszug zu verhindern, war gründlich gescheitert.
Der Brutling hatte ja anderhalb Zargen Brut mit zahlreichen Weiselzellen gehabt, und so bekam der gescheiterte Flugling die kleinere zweite Brutzarge mit verdeckelten Weiselzellen zurück. Nun sind es also ein kleinerer Flugling mit Weiselzellen und mit halber Flugbienenstärke und ein Ein-Zargen-Brutling mit Honigraum und extra kleinem Flugloch.

Der Schwarm blieb in der Blaufichte hängen, und auch das drohende Gewitter änderte nichts daran. Er hängt dort und trotz dem Dauerregen und der Kälte. Ich würde ihn dort gerne herausholen, aber bei der Höhe und dem umstehenden Baumbestand sehe ich keine Chance. Als Zargen- und Rähmchenreserve hatten wir eine neue Beute mit Mittelwänden auf einen Reserveplatz stehen, und dort habe ich gestern das Flugloch geöffnet - vielleicht ist der Schwarm verzweifelt genug, das Quartier zu beziehen, aber allzu viel Hoffnung habe ich nicht.

Passend zu unserem Problem schickte mir gestern Abend die Nachbarimkerin ein Video über ihren neuen Schwarmfang vom selben Tag. Ihre direkte Garten-Nachbarin (und bisherige Nicht-Imkerin) hatte bei einem Spaziergang einen Schwarm unbekannter Herkunft entdeckt:
Er hing in ca. zweieinhalb Meter Höhe an einem einzeln herunterhängenden Ast eines hohen Baumes. Die Nachbarimkerin, der ich zweimal beim Schwarmfang geholfen hatte, kam mit kleiner Trittleiter und einer Astschere und pflückte sie den Schwarm vom Baum und tat ihn als ganzes in den Kasten. Wenn doch nur jeder Schwarmfang so leicht sein könnte...

Viele Grüße,
Andreas

Christine
Beiträge: 207
Registriert: Mi 12. Jun 2019, 20:41
Wohnort: zwischen Reutlingen und Stuttgart

Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon Christine » Mo 11. Mai 2020, 18:46

Whow, echt was los bei Euch!

Wir haben dieses Jahr auch echt alles gemischt, von Völkerauflösung wegen fehlender Königin (noch im Frühjahr, also nicht geschwärmt) über Umweiselungen, Schwarmzellen galore, gezeichnete grüne Königin in einem Volk, in dem eigentlich eine gezeichnete rote sein sollte, und vor allem durchgehend: Massen an Honig im Brutraum, gerne halber Rahmen Honig, halber Rahmen Drohnenbrut. Was wir schneiden und hochhängen und rummantschen mussten war eher unschön, so hatten wir uns den Frühsommer nicht vorgestellt.

Benutzeravatar
Deichkind
Beiträge: 598
Registriert: Mo 7. Jan 2019, 14:03
Wohnort: Nordseeküste SH

Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon Deichkind » Mo 11. Mai 2020, 19:54

Eure Völkergeschichten sind total spannend. Und gleichzeitig ganz schön beängstigend für einen „Bienenhypochonder by Proxy“. Weisellosigkeit, Schwärme trotz Verhinderungsversuchen (irgendwie aber nett, dass es nicht nur mir passiert), Kalkbrut, Durchfall,.... Abenteuerlich!
Volk 1.1.Schwarmzellableger 3
Volk 2 Schwarm 05/19, F1 Belegstelle Friedrichskoog 07/20
Volk3.1 Schwarmzellenableger 05/2020 aus 3 (Schwarm 6/19)
Volk 4 Flugling aus 2 + 2020er Jungkönigin aus 3
Volk 5 Schwarm 30.5.20
Volk 7 Schwarmzellableger aus 3,5/20


Zurück zu „Meine kleine Imkerei“