Caro's & Andreas' Bienen

Vorstellung eurer kleinen Imkerei
biene1.0
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Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon biene1.0 » Mo 17. Dez 2018, 12:09

Hallo Caro,
das ist alles sehr fürsorglich.
Die Völker sind auch bei mir unterschiedlich stark.
Die Ableger, diesmal aus zwei Brutwaben, sind nicht nach meinem Geschmack. Einfach kein schnelles wachstum. Nun eben klein. varroen fallen so gut wie keine. Alle Völker unter 1 / Tag.
Eine gute zeit bis zum Frühjahr Und ein gesegnetes Weihnachtsfest wünscht
Harald

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Caro
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Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon Caro » Fr 21. Dez 2018, 13:34

Drei Tage nach der Oxalsäurebehandlung haben wir die gefallenen Milben gezählt. Durchschnittlich waren es um die 50 Milben in den drei Tagen. Wenn man davon ausgeht, dass der Milbenfall aufgrund der Oxalsäure noch anhält und nur langsam abklingt, könnten im Schnitt auch über 100 Milben pro Volk fallen. Allerdings ist die Streuung gewaltig: Bei einem Ablegervolk zählten wir über 250 Milben, bei drei weiteren auch noch über 100 Milben, während ein paar Völkern weniger als 10 Milben, bei einem sogar nur eine einzige Milbe fiel. Dabei ist keine Korrelation zwischen Milbenfall und Völkertypus ersichtlich, egal ob man nach Jung-/Alt-Völker unterscheidet, einfache Ableger oder Sammelbrutableger, junge Königin oder alte. Auch bei den vier Völkern, die noch spät umgeweiselt hatten, zeigt sich keine Tendenz: Zwei hatten überdurchschnittlich viele Milben, zwei unterdurchschnittlich viele.

Nebenbei hat die Kontrolle aber auch gezeigt, dass ein paar Völker überdurchschnittlich viel Kondenswasser auf dem Varroabrett hatten; dazu kamen braune Krümel wie von abgeschroteten Brutdeckeln - wir können also nicht einmal sicher sein, dass alle Völker aus der Brut waren, obwohl wir signifikante Nachtfröste um den 24. November hatten. Die beiden Warré-Völker mit ihren Kissenzargen hatten kaum/kein Kondenswasser auf dem Varroabrett. Und auch die beiden Völker (Kiwivolk und Himbeerchen) mit den ersten Deutsch-Normal-Kissenzargen waren weitgehend trocken.
Inzwischen haben wir vier weitere Kissenzargen aus Halbzargen fertiggestellt und den Völkern mit der stärksten Kondenswasserbildung aufgesetzt: Pfaffenhütchenableger, Mahonienvolk, Jasmin+Kiwi-Sammelbrutableger und Schneebeerenvolk.
Weitere Kissenzargen sind im Bau...

Viele Grüße,
Caro&Andreas

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Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon Caro » Mo 31. Dez 2018, 17:08

Seit vier Tagen haben wir tagsüber um 7°C: Die Völker sind aktiv, räumen Totenfall aus. Und bei einem Drittel aller Völker fliegen Bienen zum Sammeln aus - es summt richtig im Garten. Der Feinstrahl blüht vereinzelt noch, und eine Biene hat auch nachgesehen, ob da etwas zu holen ist. Die meisten aber sammeln Wasser am Moos.
Bienenaktivitaet.pngFeinstrahl.pngAm_Moos.png
Wir wünschen allen einen Guten Rutsch und ein gesundes Bienenjahr 2019.
Caro & Andreas

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Distelbauer
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Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon Distelbauer » Mo 31. Dez 2018, 23:00

Euch auch einen guten Rutsch. Schöne Bilder sind das, da geht die Sonne im Herz auf. Hier im Süden B-W um die 3 Grad und dicker Nebel, da fliegt nix.

Gruß Georg

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Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon Caro » Do 31. Jan 2019, 00:48

Nachtrag zu unserem in 2018 geernteten Frühjahrshonig mit Robinienanteil ():
Bei einigen Gläsern trübt sich der Honig langsam ein, aber bei vielen ist der Honig immer noch so klar wie direkt nach der Ernte, obwohl der Robinienanteil lt. Befund nur 16,3% sind:

Screenshot_Honiguntersuchung_F2018.JPG
Wir sind trotzdem ganz begeistert! Den Screenshot habe ich für Interessenten hier gemacht. Außerdem sieht man gut, dass wir 'Berlin' nicht leugnen können, siehe den Vergissmeinnicht-Anteil von satten 14,8%. Und was den Brassica-Typ angeht, sind wir noch am Rätseln, welche Blüten da unsere Bienen besuchen. Senf, Hirtentäschel und ähnliches gehören wohl auch dazu und im Sommerhonig haben wir diese Pollen ebenfalls drin, aber wo unsere Bienchen das finden, haben wir noch nicht herausgefunden. Vielleicht gibt es am Tegeler Fließ diese Pflanzen oder am Bahndamm der S-Bahn? Ich bin gespannt, ob wir dieses Geheimnis noch lüften werden... :D
Grüße Caro

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Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon heiner » Sa 2. Feb 2019, 08:29

hallo Caro, grüß dich.
was den Brassica Typ betrifft gibt es im Pflanzenreih ja zig Tausende Pflanzen in unterschiedlichen Gattungen und Untergattungen, darunter etliche Kohlsorten, die zum Teil als Gründung großflächig ausgebracht werden und ausblühen dürfen, bevor sie
in die Grume untergepflügt werden.
Bei eurer Analyse steht jedoch dabei, welcher Brassica Typ es ist: Raps.
Da war wohl im Flugkreis eurer Völker eine oder mehrere große Rapsflächen erreichbar, im Frühjahr ganz normal.

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Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon Caro » Sa 2. Feb 2019, 17:57

Hallo heiner,
danke für Deine Antwort. In der Tat wurde als Brassica-Typ in Klammern der Begriff Raps-Typ angegeben, doch das ist bzgl. einzelner Pflanzengattungen ähnlich breit gefächert und gibt keinen Aufschluss darüber, welcher Pollen denn nun genau im Honig ist.
Der angebaute Raps-Pollen kann es jedenfalls nicht sein aus zweierlei Gründen:
Erstens gibt es bei uns keine Rapsflächen. Wir wohnen zwar am Stadtrand, aber konventionelle Landwirtschaftsflächen mit und ohne Raps stehen unseren Bienen nicht zur Verfügung und zweitens müsste dann auch Nektar vom Raps im Honig enthalten sein. Rapshonig und unser immer noch flüssiger Honig mit diesem Robinien- und Raps-Typ-Anteil unterscheiden sich ja sehr!
Eine dritter Aspekt kommt noch dazu: Auch unser Sommerhonig von 2017 enthält 29,5% Brassica-Typ Pollen und danach erst 12,4% Lindenpollen.

Fazit: Der Brassica-Typ (Raps-Typ) ist nicht der angebaute Raps, sondern muss etwas anderes sein, was im Frühjahr und im Sommer blüht, was die Bienen in größerer Menge hier im Umkreis finden und was sehr wahrscheinlich wild wächst, da wir hier einfach keine größeren bewirtschafteten Blüh-Flächen wie Landwirtschaft, Gärtnereien oder ähnliches haben.

Ergänzend möchten wir noch anbringen, dass ein Imkerkollege im Honiggeschmack einen Hauch Senfgeschmack wahrgenommen hat, bevor er den Laborbericht gelesen hat. Vielleicht ein Indiz auf wilden Senf?

Grüße Caro&Andreas

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Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon heiner » So 3. Feb 2019, 15:11

hallo Caro, hallo Andreas,
MÖGLICHERWEISE liegt ihr beide mit eurem Fazit richtig, dass der Brassica Typ nicht von Raps stammt. MÖGLICHERWEISE liegt ihr aber auch falsch.
Denn Pflanzen von der Gattung Brassica blühen zu unterschiedlichen Zeiten, in der Landwirtschaft werden sie als Zwischenfrucht angebaut:
Raps im Frühjahr und weißer Senf im Sommer (Juni-Oktober). Insofern könnte im Frühjahrshonig als Massenträger Raps eingetragen worden sein und im Sommerhonig Senf.
Eure Bienen fliegen sicherlich auch im Radius bis zu 5 km. Wenn in diesem Flugkreis solche Felder bestellt werden, dann werden sie auch von den
Bienen angeflogen. Hirtentäscchel kann eine gute Beitracht sein, aber sicherlich nicht als Haupttracht vom Frühjahr bis in den Spätsommer.

Ihr habt nur die Pollenanalyse der Frühtracht hier im Forum veröffentlicht. Was steht denn in der Analyse des Sommerhonigs, evtl. Klammervermerk?
Das Labor hat sich sicherlich was dabei gedacht, indem sie Raps vermerkt haben. Sie hätten ja auch Senf oder Hirtentäschel schreiben können.

Das Thema ist interessant,

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Caro
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Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon Caro » So 3. Feb 2019, 15:46

Hallo heiner,
vielen Dank für Dein Feedback. Wir finden das Thema ebenfalls interessant und es beschäftigt uns, weil es für uns ein Rätsel bleibt.
Die Honiguntersuchung lassen wir beim LIB in Hohen Neuendorf machen und dort unterscheiden sie die Brassica-Typen leider nicht.
Und wie gesagt, wir haben hier einfach keine bewirtschafteten Felder, nur Gärten, Bahndämme, das Tegeler Fließ (Überflutungs-/Moorwiesen) und den Tegeler Forst und kleine Seen.


Hier kommt die Analyse des Sommerhonigs 2017:
Screenshot_Honiguntersuchung_S2017.JPG
Hier sieht man wieder schön den überproportionalen Vergissmeinnicht-Pollenanteil, der typisch für Berliner Honige ist, dann dieser nicht näher spezifizierte Brasscica-Typ (Raps-Typ), dann erst die Linde, etc.
Womöglich hast Du insofern recht, dass es sich um unterschiedliche Brassica-Typen bzw. unterschiedliche Raps-Typen handeln könnte, das wird ja hierbei leider nicht unterschieden.

Grüße Caro&Andreas

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Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon heiner » So 3. Feb 2019, 18:47

Hallo Caro & Andreas,

Aus einer Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades möchte ich euch folgende Info geben, die das Problem treffend beschreibt:

gruße heiner