Caro's & Andreas' Bienen

Vorstellung eurer kleinen Imkerei
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Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon Caro » Di 3. Sep 2019, 12:54

Hallo Math,
Sorge, dass dieses Schwärmchen ein Varroa-Not-Schwarm sein könnte, hatten wir auch; das war neben dem Königinnen-Thema auch ein Grund, die Kaperung eines unserer Völker zu blockieren, indem wir den Schwarm fingen und Kellerhaft und schließlich eine eigene kleine Beute gaben. Als Völkchen in einer Warré mussten wir das Flugloch bzgl. Breite auf eine Biene einschränken, der Räuberei-Druck ist hier einfach zu groß. Entsprechend mussten wir das Lüftungsgitter aber offen lassen, damit die Bienen bei der letzten Hitzwelle nicht überhitzten. Da es nun kühler ist, haben wir die Varroa-Kontrolle mit dem Bodenschieber gemacht: 2 Milben Totenfall nach einem Tag. Von der absoluten Zahl wirkte das nicht dramatisch, aber für so ein kleines Völkchen dennoch viel zu viel, so dass wir sie mit Oxalsäure besprühten. Nach 18 Stunden waren aber nur weitere 6 Milben auf dem Bodenbrett, welches für die weitere Kontrolle weiterhin drin ist.
Natürlich haben wir auch den Brutstatus kritisch im Blick gehabt, denn die Oxalsäurebesprühung funktioniert ja nur im brutfreien (unverdeckelten) Zustand: Die Königin war anwesend, stiftete aber zunächst nicht. Am Freitag (30.08., also genau eine Woche nach Ankunft) gab es ein richtig großes Sterzeln an der Warré-Front, so dass wir denken, sie war auf Hochzeitsflug. Sie hat dann wohl auch am Sonntag angefangen mit dem Stiften, ein ganzer Bereich auf einer Wabe mit senkrecht in den Zellen stehenden Stiften. Wir haben sie nun Grün 16 gezeichnet.
Den Grund für diesen späten Schwarm können wir damit nicht endgültig klären, aber Manfreds Vermutung mit dem Umweiselungsschwärmchen könnte möglich sein. Wir könnten nur spekulieren, dass diese Königin am 23.08. geschlüpft war, am 30.08. (bei uns Stand-)begattet wurde und am 01.09. mit dem Stiften angefangen hat.
Ein wenig Verstärkung hat das Völkchen auch bekommen: durch einen kleinen Saugling vom Schneebeerenvolk, wobei aber ein Teil der Bienen wieder ab-/zurück-geflogen war. Das Völkchen ist nun 3 Warré-Waben groß, sicher noch viel zu klein zum Einwintern, aber wir werden jetzt erst einmal sehen, wie sich die Bienen machen und ob wir sie noch einmal etwas verstärken können.
Viele Grüße, Andreas

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Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon Caro » Di 28. Jan 2020, 15:15

Auch wenn unser letzter Beitrag aus dem September stammt, so hieß das noch lange nicht, dass wir die Bienen frühzeitig eingewintert hatten - im Gegenteil, sie hielten uns gut auf Trab, so dass wir gar nicht weiter zum Schreiben gekommen waren.

Unser eingefangenes Schwärmchen aus dem August entwickelte sich nach der Varroa-Behandlung gut, hatte auch wenig Varroen gehabt, so dass Manfreds Vermutung mit dem Umweiselungsschwärmchen am besten passen dürfte. Aber Futtervorrat und Bienenmasse waren das Problem.
Brutwaben umhängen wäre zwar ein leichtes gewesen, doch wir haben nur ein weiteres Warré-Volk, die anderen sind auf DNM und Zander. Nur dass unser anderes Warré-Volk (Heidelbeer-Warré) plötzlich massiv Milben hatte und dann auch noch deutliche Zeichen von Flügeldeformationsvirus. Bei der Kontrolle vor der ersten Sommerbehandlung mittels Varroabrett war es unauffällig gewesen, aber durch die erste Sommerbehandlung hatten wir ca. 800 Milben runtergeholt! Anfang September gab es plötzlich Bienen mit verkrüppelten Flügeln, und dann fielen bei der umgehenden Wiederholungsbehandlung schon 1400 Milben. Die Milbenkontrolle Ende September ergab dann immer noch einen zu hohen natürlichen Totenfall an Milben, so dass wir an warmen Tagen Anfang Oktober noch einmal eine AS-Kurzfristbehandlung gemacht haben. Auf jeden Fall konnten wir von diesem Volk keine Brutwaben umhängen, um das Schwärmchen zu verstärken. Jetzt im Winter scheint auch Heidelbeer-Warré keine nennenswerte Milbenlast zu haben, d.h. die letzte Behandlung Anfang Oktober dürfte - obwohl spät im Jahr - funktioniert zu haben.

Die Milbenlast der Völker war insgesamt extrem unterschiedlich und auch die Entwicklung des Milbenverlaufs.
Unser sanftes Johannisbeervolk hatte so wenig Milben, dass wir an Messfehler (Ameisen?) glaubten, zumal das Volk so massiv gebrütet hatte, dass wir ihm im Juni eine 6. Zarge (Zander!) gegeben hatten. Bei der Sammelbrutablegerbildung im Juli im Rahmen der ersten Varroa-Behandlung hatten wir dann einfach zwei Zargen Bienen und Brut entnommen und damit einen eigenen Ableger begründet. Durch die Oxalsäure-Besprühung fielen beim Johannisbeervolk nur 170 Milben. Bei seinem Ableger holte die Oxalsäure 3 Wochen später aber nur 50 Milben herunter, was uns absolut unglaubwürdig erschien. Und richtig, eine anschließende Ameisensäurebehandlung lies 350 Milben fallen.
Johannisbeervolk selbst blieb bei geringer Milbenlast; die ausführliche Dezember-Kontrolle ergab einen natürlichen Totenfall von 0,3 Milben/Tag; mit der Winterbehandlung fielen nicht einmal 100 Milben, und jetzt fällt nicht mehr eine einzige Milbe.
Das Tochtervolk aber bekam aufgrund plötzlicher Milbenlast Anfang Oktober eine weitere AS-Behandlung und war im Dezember dennoch sehr auffällig mit 6 Milben natürlicher Totenfall pro Tag - und hohen Totenfall an Bienen! Die Winterbehandlung holte hier über 600 Milben runter - wir hoffen, das Rest-Völkchen durchzubekommen, müssen es aber im Frühjahr gut im Blick behalten.

Beim Zierapfelvolk glaubten wir anhand natürlichen Milbenfalls und Erolg der Behandlung auf einen grünen Zweig zu kommen, doch es kam ganz anders: Anfang Dezember kam das Volk auf einen natürlichen Totenfall von 9 Milben/Tag. Sehr plötzlich setzte Mitte Dezember hoher Bienentotenfall ein: Innerhalb von 3 Tagen lag fast das ganze Volk tot auf dem Gitter. Königin und 200 Bienen hatten überlebt und bekamen bei 10°C eine Ox-Sprühbehandlung und wurden einem anderen problematischen (und ebenfalls behandelten) Volk (Ableger vom Wilden Wein und Oreganovolk von 2018) hinzugegeben, bei dem wir den Verdacht haben, dass die Königin besondere Empfindlichkeit bzgl. Paralyse vererbt.
Bisher hat das Volk keine der beiden Königinnen rausgeworfen. Wird hier auch spannend, was im Frühjahr passiert.

Die Milbenlast und vor allem ihr teils spätes plötzliches Auftreten Ende September bzw. im Oktober liesen uns stark zweifeln, ob wir überhaupt mäßig erfahrene Imker sind. Gab es Reinvasion? Mit Sicherheit lässt sich immer schwer sagen, was wirklich genau bei welchem Volk passiert war. Es könnte auch ein unzureichender AS-Behandlungserfolg gewesen sein, nur haben wir noch nicht verstanden, warum bei zwei nebeneinander stehenden und in Brut vergleichbaren Völkern die AS so unterschiedlich wirken soll. Was die Vermutung auf Reinvasion stützt: 2019 hatte es in Berlin reichlich Schwärme gegeben, und mindstens einer war von unbekannt in der Nachbarschaft unerreichbar unter einen Dach eingezogen. Die Besitzerin hatte im letzten Jahr das Dach neu machen lassen und wollte lieber nicht, dass da jemand etwas versucht. Zweimal waren wir uns auch nicht sicher, ob eines unserer Völker was zum Räubern entdeckt hatte, denn wenn ein einzelnes Volk spät abends massiv fliegt, ist das kein gutes Zeichen. Zumindest haben wir diesen Winter besonders stark den natürlichen Totenfall an Milben sowie den Behandlungserfolg bei allen Völkern kontrolliert.

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Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon Caro » Di 28. Jan 2020, 15:27

Die Milben waren nicht unser einziges Problem. Die Trockenheit führte zu Nektarmangel, und da die Bienen lange noch flogen und reichlich Pollen einsammelten, war der Futterverbrauch von Juli bis Ende Oktober recht hoch, so dass wir trotz reichlich drin gelassenem Honig noch ordentlich zufüttern mussten - geeignet zwischen den AS-Behandlungen.

Königinnenverluste hatten wir im Spätsommer leider ebenfalls:

Beim Sommerableger vom Wacholdervolk musste die (definitiv geschlüpfte) Königin der Varroa-Behandlung zum Opfer gefallen sein, es wurde in Rekordzeit massiv drohnenbrütig, wie wir es noch nie erlebt hatten: Fast eine komplette Zanderzarge Drohnenbrut, reihenweise mehrere Larven in einer Zelle, teils dutzende Stifte in einer Zelle. Es blieb nur Abkehren, so leid es uns auch tat. Doch eine Hälfte der Bienen sah aber überhaupt nicht ein, zurückzufliegen und sich beim Nachbarvolk (und ehemaligen Muttervolk) einzubetteln. Den großen Rest haben wir über einen Zwischenboden mit Bienenflucht in eine Warré-Zarge gefüllt und dem Schwärmchen aufgesetzt, das zum Überwintern trotz guter Entwicklung viel zu klein geblieben war.
Das hätte auch böse ausgehen können, weshalb wir es keinesfalls pauschal zur Nachahmung empfehlen, aber es tat sich wirklich das gewünschte:
Die nicht-drohnenbrütigen Arbeiterinnen krochen durch die Bienenflucht in das andere Volk und verstärkten es, worauf die (gezeichnete) Königin in den Folgetagen massiv das Brutnest ausweitere. Zurück über der Bienenflucht blieben über 100 tote Arbeiterinnen, von denen wir annehmen, dass es Drohnenmütterchen waren. Diese unkonventionelle Verstärkung brachte Schwärmchen auf Winterstärke, es sitzt gut in seiner Warré-Zarge und futtert, blieb im Dezember brutfrei und hat nur wenig Milben. Einzig auf den Futtervorrat müssen wir jetzt aufpassen.

Schneebeerenvolk zog Ende August Königinnen nach. Anfang September schlüpften definitiv zwei Königinnen, wir fanden aber nur eine - und die hatte auf einer Seite keine Flügel. Wir wissen nicht, ob sie die beim Kampf verloren hatte, konnten aber eine Flügeldeformation nicht völlig ausschließen. Zumindest war der Hochzeitsflug offensichtlich aussichtslos. Wir fragten im Kollegenkreis herum, ob noch Königinnen verfügbar sind. Ein Imkerkollege hatte eine abzugeben, auch wenn er sie nur eingeschränkt empfehlen konnte. Seine Rot80 aus einer Zucht vom LIB brütete nicht sonderlich gut, weshalb er sie ersetzte. Schneebeerenvolk war groß und winterstark und hatte seine Vorräte, weshalb wir es probierten.
Als ich das Volk öffnete und mit dem Käfig mit der neuen Königin in die Nähe kam, gab es ein Sterzeln!!! Oben auf den Oberträgern lief das Volk zusammen, dass ich kaum wußte, wie ich die Königin im Ausfresskäfig zusetzen konnte. Und auch unten beim Flugloch sterzelten tausende Bienen. Anfangs ging die Königin wirklich nur mäßig in Brut, weitete dann aber das Brutnest auf 6 DNM aus, kam richtig in Schwung. Bis spät im Dezember blieb sie in Brut, bei der Gemülldiagnose sah es nach vier Gassen Brut und sieben Gassen Wintersitz aus. Jetzt haben sie längst wieder richtig aufgedreht.

Einen weiteren Königinnenverlust hatten wir beim Ableger aus den beiden Pflaumenvölkern. Eine Nachbarimkerin hatten einen Ableger, der viel zu klein zum Einwintern war, aber da sie nur ein paar Hundert Meter von uns wohnt, konnten wir ihr schlecht unsere Bienen geben, die sonst einfach zurückfliegen würden, so daß sie ihren Ableger auflöste und wir ihre Königin einweiselten, was auch gut gelang. Das Volk hatte bisher noch überhaupt keine Lust, diesen Winter aus der Brut zu gehen.

Mahonienvolk weiselte im Oktober um! Aber die Begattung klappte, am 26.10. war das Volk wieder in (Arbeiterinnen-)Brut.
Und an diesem Tag hatte plötzlich Fehlingvolk eine ungezeichnete (neue?) Königin und überhaupt keine Brut. Weiselzellenreste entdeckten wir keine, so dass wir nicht sicher sein konnten, ob die Königin nur ihr Plättchen verloren hatte, welches aber auch nicht auf dem Gitter oder vor der Beute lag. Bei der Gemülldiagnose im Dezember lag dunkles Schrot wie von Brutdeckeln auf dem Brett, so dass ich hoffe, sie haben eine begattete Königin. Auch jetzt ist das Volk bereits wieder sehr aktiv.

Ein Teil der Völker hatte anscheinend durchgebrütet, die Varroa-Winterbehandlung war dadurch eine echte Herausforderung.
Und jetzt blühen bereits Haselnuss und Zierkirschen, Krokusse treiben, erste Weidenkätzchen zeigen sich. An solch warmen Tagen wie gestern gibt es ein Summen im Garten, als ob es längst Frühling wäre, so daß man fast vergisst, dass wir noch Januar haben.
Auch 2020 wird also ein spannendes Jahr.

Viele Grüße,
Andreas

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Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon Caro » Di 28. Jan 2020, 15:30

Frühlingsstart_2020.png

Heute nur 7°C, aber die Sonne lockte Fehlingvolk heraus: Massiver Flugbetrieb!

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Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon Caro » Mo 10. Feb 2020, 12:43

Statt der "Ruhe vor dem Sturm" hatten wir gestern bei 12°C und Sonne einen richtigen Frühlingstag in Berlin mit viel Bienenflug. Die ersten Krokusse im Garten gingen auf. Einige Bienen brachten auch satt-gelben Pollen nach Hause, eher kein bräunlicher Haselnuss mehr und auch kein orange-gelber Krokus, vielleicht Weide, denn die ersten Weidenkätzchen im Garten zeigen sich auch. Nur ein Volk hatte keinen Flugbetrieb: unser problematischer Johannisbeerableger. Die Milbenlast hatte sich nach der Ox-Behandlung gegeben, aber die Schäden waren ja vorhanden. Wir hatten das Volk via Varroa-Brett weiter beobachtet, und es war weiter geschrumpft. Bei den vorherigen warmen Tagen waren sie noch geflogen, sehr vereinzelt nur, aber dass sich gestern so überhaupt keine Biene zeigte, war ein schlechtes Zeichen, weshalb wir nachschauten: Das Volk war massiv geschrumpft, seine Königin lag tot auf dem Gitter. Ein Teil der Waben war auch verkotet. Ein sehr trauriges Häufchen Elend. :cry: Wir haben sie an einem Sonnenplatz auf ihre Folie abgeschüttelt. Die anscheinend noch gesunden Bienen flogen mit der Zeit auf und verschwanden, haben sich vielleicht in andere Völker eingebettelt. Ein kleines Sterbegrüppchen blieb zurück, denen war anscheinend nicht zu helfen. :think: Ich weiß ja, dass Bienen so ticken: Wer krank ist fliegt raus zum Sterben. Und auch wenn uns mehr als genügend Völker verbleiben, so sind wir doch traurig mit jedem Volk, das uns wegstirbt.
Bei den anderen Völkern sieht es bisher gut aus: Selbst diejenigen, die eher weniger geflogen sind, wirken ausreichend groß: Unser Sommer-Ableger aus Jasmin- und Birkenvolk war zwar wenig geflogen, saß aber gesund und munter in 6 Wabengassen DNM (fast als Rechtecke); der Gemülldiagnose nach brüten sie bereits auf mindestens drei Waben, d.h. aus vier Wabengassen fällt Brutdeckelschrot. Auch die beiden Warré-Volker sind gesund und munter, brüten (gemäß Bodenbrett) auf mindestens 2 Waben. Bei Schwärmchen hatten wir Sorgen mit dem Futter und hatten ihnen etwas Futterteig gegeben. Da sind sie ordentlich dran, aber etwas verdeckeltes Futter ist auch noch vorhanden.
Sturm Sabine war in der Nacht über uns hinweggefegt, hat aber zum Glück alle Bäume und Beuten stehen lassen. Klopf auf Holz. Wollen wir hoffen, dass sie restlichen Sturmböen nicht mehr so heftig sind.
Viele Grüße, Andreas

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Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon Caro » Mo 11. Mai 2020, 13:22

An dem heutigen kalten Regentag verbieten sich alle Aktion an den Bienen - endlich mal wieder Zeit, etwas über unsere Bienen zu berichten.
Die Auswinterung hatte es schon in sich, weil es ständig Temperatur-Achterbahnen in Berlin gab, noch dazu gab es (natürlich!) Problemfälle:

Unser Sommer-Sammelbrutableger aus Buchenflugling, Schwarzkiefernvolk und Preisebeervolk hatte keine Brut und wir fanden keine Königin - auch nicht tot auf dem Gitterboden. Waren wir nur zu blöd, die Königin zu finden? Ein Volk, das ohne Königin aus dem Winter kommt, wird doch normalerweise drohnenbrütig!? Wir prüften das auch noch ein zweites Mal an einem anderen Termin, und da das Volk immer noch nicht drohnenbrütig war, setzten wir es über Königinabsperrgitter auf das kleine Spierenstrauchvolk auf.
In der Folge zeigte sich, dass der Sommerableger wirklich keine eigene Königin mehr hatte, aber die Spierenstrauch-Königin brav unterstützt und das Brutnest in der aufgesetzten Zarge vorbereitet hatte, so dass wir das Königinabsperrgitter herausnehmen konnten. Inzwischen ist das unterstützte Spierenstrauchvolk ordentlich gewachsen - keines unserer großen Völker, aber immerhin zweizartig und wachsend.

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Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon Caro » Mo 11. Mai 2020, 13:27

Unser Schneebeerenvolk, dass wir mit einer Ersatzkönigin (Rot 80) eingewintert hatten, kam mit zwei Königinnen aus dem Winter, nämlich der Rot 80 und einer ungezeichneten - wohl der Tochter. Konnte die neue Königin überhaupt begattet sein? Das Volk hatte ein Brutnest über zwei Waben, aber es lagen ständig Stifte auf dem Varroa-Brett. Wahrscheinlich räumten die Arbeiterinnen unbefruchtete Stifte aus den Arbeiterinnenzellen aus.
Nur wer von beiden Königinnen legte die befruchteten? Konnte die alte Königin doch noch befruchtete Eier legen, oder doch nur die junge? Da wir das nicht klären konnten, hofften wir, die Bienen würden selbst erkennen, welche der beiden Königinnen sie nehmen sollten. Doch auch die Bienen griffen nicht ein, es sah aus, als hätten beide ihre eine Brutwabe und beide würden hin und wieder richtig stiften. Wir grübelten, ob wir das Volk einfach auflösen sollten, doch das Volk hatte immer wieder etwas Durchfall - aus Nervosität oder kranheitsbedingt?
Einige Zeit sah es so aus, als würde sich das Volk von alleine rappeln, denn das Brutnest auf den beiden Waben wurde ausgedehnt, aber dann begann das Volk leicht zu schrumpfen und das Brutnest auch. Das Volk sah es aber auch nicht ein umzuweiseln - und hatte wieder etwas Durchfall und wir damit das gleiche Grundproblem.
Als nun Anfang Mai der Buchenflugling vom letzten Jahr anfing, Weiselzellen anzusetzen, gründeten wir einen Ableger und stellten ihn in neuer sauberer Beute an die Stelle des Schneebeerenvolks. Das Schneebeerenvolk selbst lösten wir auf, die hoffentlich gesunden Flugbienen flogen nun dem Ableger zu. Die beiden Königinnen aus dem Volk mussten wir nun doch töten - wir hatten ihnen ja lange Gelegenheit gegeben, ihr Volk aufzubauen, aber sie hatten es einfach nicht geschafft. Normalerweise regeln die Bienen das mit untauglichen Königinnen selbständig, doch dieses Volk kam von alleine einfach nicht mehr auf einen grünen Zweig.
Das eigentliche Schneebeerenvolk mit ihrer Ersatzkönigin existiert so in der Form nicht mehr, weshalb wir das defakto neue Volk nun Schneebuchenvolk genannt haben. Eine neue Königin müsste gestern aus einer der Weiselzellen geschlüpft sein, aber da werden wir erst nach der aktuellen Schlechtwetterphase nachschauen.

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Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon Caro » Mo 11. Mai 2020, 13:29

Unser Heidelbeer-Warré-Volk hatte trotz zahlreicher AS-Sommer-Behandlungen im letzen Jahr zu viele Milben gehabt, die wir zwar größenteils mit einer weiteren AS-Behandlung Anfang Oktober dezimit hatten, doch die Bienenschäden waren vorhanden, so dass es Mitte März schrumpfte und wir Sorge hatten, sie würden die Kältephase Ende März nicht überleben. Wir hatten sie daher über Königinabsperrgitter auf das Schwärmchen-Warré aufgesetzt, das gut aus dem Winter kam.
Der gemeinsame Wärmehaushalt bekam ihnen gut, die Bienen pflegten beide Brutnester, und am 22.04. (zur Kirschblüte) trennten wir die beiden Völker wieder, wobei das etwas schwächere Heidelbeer-Warré am Standplatz blieb. Die Flugbienen blieben wirklich komplett dem Standort treu, worauf beim Schwärmchen-Warré die Futtervorräte arg schrumpften, so dass wir dieses - trotz Tracht - schließlich dünnflüssig fütterten, was sie auch begierig annahmen.

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Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon Caro » Mo 11. Mai 2020, 13:31

Unsere Varroa-Kontrolle hatte im Dezember ergeben, dass unser Rotbuchenvolk unbedingt eine Winter-Behandlung benötigte, doch es brütete einfach durch. Es bekam trotzdem eine Ox-Behandlung, weil es heißt, dass die Varroen im Winter nicht in die Brut gehen, doch die Milbenlast wurde schlimmer und schlimmer. Anfang April griffen wir dann zur Notmaßnahme:
Totale Brutentnahme und Ox-Besprühung.
Die Brut sah nicht gut aus, mehr als die Hälfte der Brutdeckel hatten Wachs-Patchstellen, d.h. die Bienen hatten die Brutdeckel geöffnet und mit Wachs wieder verschlossen. So beschlossen wir, die Brutwaben komplett abzuschütteln, einzufrieren und einzuschmelzen, denn dort würden kaum mehr gesunde Bienen schlüpfen.
Die Radikalmaßnahme hat soweit geholfen: Das Volk ist in der Entwicklung etwas hinterher und füllt nur zweieinhalb DNM-Zargen, aber das Brutnest sieht wieder schick aus und das Volk wirkt gesund.

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Re: Caro's & Andreas' Bienen

Beitragvon Caro » Mo 11. Mai 2020, 13:33

Da wir ein paar Völker mehr haben, als wir eigentlich dauerhaft halten wollen, geben wir auch Völker an andere Imker ab.
Eine Jungimkerin aus einem Nachbarort im selben Bezirk wollte zu ihrem Volk gerne noch ein weiteres haben, allerdings in Kuntsch-hoch-Rähmchen, denn sie hat eine Bienenbox bzw. eine dazu kompatible. Also baute ich für das einzargige Erdbeervolk eine Adapter-Zarge, in die ihre neuen Kuntsch-hoch-Rähmchen gehangen wurden. Doch die nächste Kältephase zeigte ein gravierendes Problem:
Das Erdbeervolk wurde in den letzten Märztagen kalkbrütig!
Die Empfehlung ist, die belasteten Brutwaben im Honigraum über Absperrgitter schlüpfen zu lassen und die Waben dann zu entnehmen und einzuschmelzen. Und man solle das Volk umweiseln...
Beides war für uns Anfang April nicht anwendbar: Das Volk war einzargig, und der Ausbruch war aufgrund des Aufsetzen eines weiteren Raums (Kälte) geschehen. Und Ersatzköniginnen hatten wir nicht. Damit wurde das Volk zum Sanierungsfall und konnte keinesfalls abgegeben werden.

Den Adapter aber bekam dann ein anderes Volk, nämlich der Sommerableger aus Jasminvolk und Birkenvolk. Nachdem dieser die Adapterzarge mit Kuntsch-hoch halbwegs ausgebaut hatte, wurde die Königin via Absperrgitter darauf gesetzt, und nachdem die Brut auf den DNM-Waben soweit geschlüpf war, wurden die alten DNM-Brutwaben entnommen.

Das kalkbrütige Erdbeervolk bekam drei DNM-Brutwaben als Verstärkung aus anderen starken Völkern, und nachdem es stark genug war, wurden die Kalkbrut-Waben in einen zweiten Raum hochgehangen, von dem die Königin mit Absperrgitter ausgesperrt ist. Wenn sie demnächst fertig geschlüpft sind, kommen die Waben endlich raus. Das Umweiseln steht aber noch aus.


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