Manfred's Bienen

Vorstellung eurer kleinen Imkerei
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Manfred
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Re: Manfred's Bienen

Beitragvon Manfred » Do 20. Aug 2020, 00:10

Grüß Euch,

Was Schwarmtriebnutzung betrifft, findet sich hier:
http://warre-blog.de/
eine praktische Methode.

Zum Thema Ertrag ein Zitat von Johann Thür:

"Die wenigen Berufsimker gehen ihre eigenen Wege. Die größte Zahl bilden jene Imker, die ständig mehr Zucker Füttern als Honig ernten und jene, die überhaupt nichts ernten und ihren Völkerstand nur damit aufrecht erhalten, indem sie verhungerte oder durch selbstverschuldete Krankheiten und Seuchen dahingeraffte Völker durch Zukauf ersetzen. Sie sind das Wirtschaftliche Rückgrat der Kärntner Naturbienenzüchter. Wenn man die Erfolgsbilanz der österreichischen Imkerschule im "Bienen-Vater" nachliest, so findet sich , daß der Musterbienenstand dieser Anstalt trotz Wanderungen und selbst bei guten Ernten fast durchwegs mehr Zucker verfüttert als Honig erntet. An der Betreuung liegt es sicherlich nicht - sie sind das anzustrebende Vorbild bei der Heranbildung des imkerlichen Nachwuchses. Diese Schulungsstätte moderner Kunstbienenzucht, deren Hauptlehrgegenstände die künstliche Königinzucht und die imkerlich verursachten Bienenkrankheiten und Seuchen behandeln, sie fühlen sich über die Natur erhaben, es wird versucht, die Natur zu überflügeln ... darum die Mißerfolge. Und wie stehen die Aussichten bei einer naturverbundenen Imkerei, wie bei der Naturbau-Magazinsbeute? Über Ertragsziffern ... ja, darüber soll man vorsichtigerweise nicht plaudern. Nur so viel sei verraten, daß ein solcher gehörig besiedelter Stock, infolge der alles belebenden und fördernden Nestduftwärmebindung, die im Naturbau begründet ist und seit Jahrmillionen wirkt, eine rechtzeitige Volkentwicklung sichert und damit den Ertrag. Es gehört wohl zu den seltensten Ausnahmen, daß innerhalb eines Jahres jede Blüte vollständig verregnet wird. Zur Zeit der Volltracht ist aber ein rechtzeitig entwickeltes Volk auch in mittleren Trachtlagen, in wenigen Tagen in der Lage, ein Honigmagazin über den eigenen Jahresbedarf hinaus, der ungefähr 60 Kilogramm beträgt, mit Überschußhonig zu füllen, und das sind immerhin so zehn Kilogramm Honig und etwa ein Viertelkilogramm Wachs, was sich für den Imker erübrigt. In guten Trachtlagen und Jahren kann es ein Vielfaches betragen. So verläßlich auch diese Angaben sind, sie sind nicht dazu geeignet, einen Bleistift in die Hand zu nehmen, um zu rechnen: 10 x 10 Völker gibt mindestens 100 Kilogramm Honig und so und so viel ... usw. Nein, diese Rechnung bleibt trotz aller Richtigkeit falsch, wenn das Trachtgebiet übervölkert wird, das sind vier Kilometer im Umkreis, die Flugweite der Sammelbienen. Jeder Übervölkerung ist vorzubeugen, was ein angehender Imker unbedingt berücksichtigen muß, um sich und auch die anderen vor Schaden zu bewahren."

HG Manfred

Sid
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Re: Manfred's Bienen

Beitragvon Sid » Do 20. Aug 2020, 22:49

Mega, vielen Dank für diesen link. Über ein Volk teilen habe ich so noch nichts gelesen. Werde ich testen.... eine Frage, wenn ich nach dem teilen wie beschrieben Wiedervereinige, lassen wir den Dingen dann ihren Lauf? Da sind ja dann 2 Königinnen und ich hab Sorge das es mir sonst mit zu vielen Völkern schnell über den Kopf wächst ...oder wie händelt ihr das?

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Deichkind
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Re: Manfred's Bienen

Beitragvon Deichkind » So 23. Aug 2020, 10:12

Guten Morgen Manfred,

ich habe noch eine Rückfrage zu deinen Fluglöchern. Das Gitterblech dient der Belüftung und gleichzeitig als Mäusegitter? Lenkt es auch Räuber ab? Wie groß ist der Spalt, den die Bienen tatsächlich als Durchgang nutzen?

Grüße

Andrea

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Manfred
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Re: Manfred's Bienen

Beitragvon Manfred » So 23. Aug 2020, 15:16

Grüß Dich, Andrea

Das eigentliche Flugloch misst 7 x 70 mm.

@Sid: Eine Möglichkeit:

https://i.ibb.co/GFpj7Bb/2020-08-23-13-57-41.png

HG Manfred

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Re: Manfred's Bienen

Beitragvon biene0.1 » So 23. Aug 2020, 21:09

Hallo,
zu dem Thema "Schwärme infizieren die Völker der benachbarten Imker ..."
Ich denke, dass die frei und unbetreut lebenden Schwärme nicht mehr Infektionspotential als so mancher (nicht jeder) imkerlich betreuter Bienenstand mit zig Völkern.
Warum sind diese Schwärme gefährlicher als die jährlich 10 bis 30% verstorbene Völker in Imkerhand? Gibt es in "Freiheit" diese 10 bis 30% des territorialen Völkerbestandes, die dann die Ursache allen Übels sein sollen? Das erschließt sich mir nicht.
Helft mir auf die Sprünge!
Gruß
Harald

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Re: Manfred's Bienen

Beitragvon Deichkind » So 23. Aug 2020, 21:14

Hallo Harald,

ich denke der entscheidende Punkt ist, dass ein „betreut gestorbenes Volk“ vom verantwortlichen Imker zügig verschlossen und abgeräumt/gereinigt wird.
Der wild eingegangene Leichnam bleibt offen zugänglich und kann wie ein fauler Apfel in der Obstkiste Krankheiten verbreiten.

Andrea

@Manfred: Danke für die Information.

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Re: Manfred's Bienen

Beitragvon Rolf » Mo 24. Aug 2020, 06:40

Die Vorteile der Naturvölker, die auch Seeley erforscht hat und in seinen Empfehlungen zu einer Bienenhaltung (naturnah, darwinistisch, ... ) veröffentlicht hat, die gefallen vielen Imkern nicht. Das ist verständlich, sie sind kosten- und arbeitsintensiv.
An den "Reinvasionstheorien" durch Naturvölker/Schwärme/unbehandelte Völker gibt es ja auch berechtigte Kritik, dass sich in Völkern z. B. die Reinvasion selber abspielt.
Der Mensch will alles kontrollieren, leider scheint er dazu (nicht nur bei den Bienen) aber nicht in der Lage zu sein.

Rolf

Sid
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Re: Manfred's Bienen

Beitragvon Sid » Mo 24. Aug 2020, 19:00

Nicht nur scheint... es gibt schon Beispiele in der Bibel und ich bin alles andere als der „Gläubige“ die genau das beschreiben. Der Mensch glaubt in erster Linie an sich. Er lebt nicht mit der Natur im Einklang, er versucht mit allen Mitteln zu seinem eigenen Vorteil alles zu verändern. Die Auswirkungen auf lange Sicht werden weggedacht da nur der Moment zählt und nicht die Zukunft. Die Minderheit denkt vlt darüber nach, noch weniger verstehen... aber im gro hat sie nicht die Kraft dem entgegen zu wirken was ins Rollen gebracht wurde. Ich nehme mich da auch nicht aus. Wir sind das Virus der Erde und wohl das einzige Wesen mit der Macht sich auch noch im Universum auszubreiten...und selbst das ... wahrscheinlich schleppen wir dann den Untergang anderer Welten noch mit uns mit... Wir tun unser bestes und hoffen das wir den Tag, des aus unserem Tun resultierenden Chaos nicht miterleben müssen ... wir haben die Milben in unser Land geholt und jetzt sind wir Schuld, wenn ‚wilde Völker‘ sie unkontrolliert verbreiten ... 4 Wochen Disziplin und Corona wäre vergessen und was machen wir ... fast schon zum Lachen. Wir, die sich als über alles erhaben auch noch als intelligent bezeichnen ... Sorry, musste jetzt raus... Grüße

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Re: Manfred's Bienen

Beitragvon biene0.1 » So 30. Aug 2020, 18:02

Hallo Sid,
ganz ruhig bleiben!
Und weitermachen! Du hast ein Ziel. Verfolge es und lass dich durch Rückschläge nicht entmutigen. Auch nicht durch die, die immer alles besser wissen.
Wer macht schon immer alles richtig. Nur das Ziel nicht aus den Augen verlieren!

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Manfred
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Re: Manfred's Bienen

Beitragvon Manfred » So 30. Aug 2020, 19:47