Wohnen im Bienenhaus

Vorstellung eurer kleinen Imkerei
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zaunreiter
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Wohnen im Bienenhaus

Beitragvon zaunreiter » Di 7. Jun 2011, 10:33

Da ich Bienen zum Kuscheln finde und schon immer mal in einem Bienenhaus leben wollte, habe ich meine Träume verwirklicht. Allerdings sind die Bienen bei mir eingezogen - und nicht anders herum. :lol:

Ich habe zwei Völker bei mir auf dem Dachboden angesiedelt. Über ein Flugloch in der Mauer können die Bienen nach draußen. Der Dachboden ist direkt über meinem Schlafzimmer und nur durch einen relativ dünnen Bretterboden getrennt. Ich kann die Bienen nachts zufrieden schnurren hören. Um drei-vier Uhr morgens höre ich ab und zu auch eine "Unterhaltung", da werden sie etwas lauter. Als ob ich im Bienenhaus schlafe!

Außerdem sind die Fluglöcher direkt über dem Schlafzimmerfenster, so daß ich morgens die ersten Bienen ausfliegen und abends die letzten Bienen heimkehren sehe.

Es ist schön, die Bienen so hautnah zu erleben und in einem Bienen-Haus zu leben. Den Bienen gefällt die luftige Höhe anscheinend auch. Ich mag es, mich aus dem Fenster zu lehnen und die Bienen schnurstracks in gerade Linie aus dem Flugloch schießen zu sehen. Durch die freie Bahn kann ich gut verfolgen, wohin der Schuß/Flug geht.

Ansicht von draußen. Die roten Pfeile zeigen auf die Fluglöcher.
dwarre0.jpg


Ansicht von innen. Links und rechts des Fensters stehen die Warrézargen. Wenn ich die Zargen öffne, fliegen die Bienen ins Helle und kehren über das Flugloch in den Stock zurück.
dwarre1.jpg


Fluglochbeobachtung mal anders!
dwarre2.jpg


Ich habe einen Schlitz ins Mauerwerk gestemmt und davor habe ich ein Brett mit einem Schlitz befestigt. Ich will es noch anmalen und suche noch nach einem schönen Motiv. Die Bienen kommen damit sehr gut zurecht. Die Böden habe ich bienendicht an das Flugloch angeschlossen. Dazu habe ich innen ebenfalls ein geschlitztes Brett mit Dübeln befestigt und rundherum mit Mörtel verschmiert. Durch das untere Fenster kann ich von hinten durch das Flugloch nach draußen sehen. Der Gang ist mit Wächterbienen besetzt - sieht aus, als kann dieser gut verteidigt werden!
dwarre3.jpg


Die Bienen richten fleißig ihre Wohnung ein - Stifte sind auch schon auf den äußeren Waben zu sehen.
dwarre4.jpg


Schöne Wachsscheiben wachsen da herunter.
dwarre5.jpg


Viele Grüße - mit einem Summen im Schlaf!
Bernhard
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Re: Wohnen im Bienenhaus

Beitragvon kaibee » Di 7. Jun 2011, 10:58

Genial!
Wie sind im Winter die Temperaturen zum Überwintern? Damit meine ich den Dachboden, nicht dein Schlafzimmer! 8-)

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Re: Wohnen im Bienenhaus

Beitragvon zaunreiter » Di 7. Jun 2011, 11:09

Da der Dachboden keine Dämmung besitzt, sind die Temperaturen leicht über den Außentemperaturen (durch die abgegebene Wärme von unten). Also durchaus Minustemperaturen.

Viele Grüße
Bernhard
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Re: Wohnen im Bienenhaus

Beitragvon Distelbauer » Di 7. Jun 2011, 18:06

Auch von mir vielen Dank fürs Teilhabenlassen. Aber: lehn dich blos nicht zu weit aus dem Fenster. Das dürfen nur die Bienen :D . Haste da n Nachschwarm drin, bitte unbedingt weiter berichten.

LG Georg

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Re: Wohnen im Bienenhaus

Beitragvon zaunreiter » Do 9. Jun 2011, 01:28

Nachts, also heute nacht um 1:30 Uhr, nimmt das Summen an Intensität und ein wenig an Lasutstärke zu. Aber nur bei einem Volk. Das ist mir schon in den vergangenen Nächten aufgefallen. Morgen werde ich mich mal mit der Taschenlampe ransetzen. Heute habe ich die Königin gesehen. SIe spazierte seelenruhig umher und stiftete Zellen. Mal sehen, ob die Photos was geworrden sind.

Merkwürdiges Mitternachtskonzert, was die Bienen da nächtlich abhalten!

Bernhard
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Re: Wohnen im Bienenhaus

Beitragvon kaibee » Do 9. Jun 2011, 07:35

Vielleicht hattest Du zu laut geschnarcht! :lol:

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Re: Wohnen im Bienenhaus

Beitragvon zaunreiter » Do 9. Jun 2011, 12:29

Das ist eine Skizze des Bodens und des Flugloches. Im Prinzip habe ich ebenerdig mit dem Mauerschlitz den Warréboden installiert. Die Zargen werden dann ganz normal auf den Boden gestellt und sind frei beweglich. Um den Anschluß zur Wand, die etwas rauh ist, möglichst dicht zu machen, habe ich noch ein Stirnbrett innen angebracht. Die Zarge wird auf den Boden gestellt und an das Stirnbrett geschoben.

Siehe:
Bild

Die Zarge ist angedeutet durch die gestrichelte Linie. Innen und außen der Mauer sind die Stirnbretter, jeweils mit einem Schlitz versehen. Die Schlitze in den Brettern habe ich mit der Oberfräse angefertigt.

Zum Dachboden führt eine geräumige Treppe, ich kann also die Zargen ohne weiteres hoch- und runtertragen.

Den Dachboden einer Scheune habe ich auch im Visier. Allerdings ist das voraussichtlich erst in zwei Jahren ein Thema, wenn die Scheune halbwegs wieder auf Vordermann gebracht wurde. Jedenfalls hat diese Scheune eine geräumige Luke an der Stirnfront, dort könnte ich eine Art Aufzug installieren, der auch für andere Dinge praktisch ist.

Viele Grüße
Bernhard
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Re: Wohnen im Bienenhaus

Beitragvon Beorn » Fr 10. Jun 2011, 10:10

zaunreiter hat geschrieben:Da der Dachboden keine Dämmung besitzt, sind die Temperaturen leicht über den Außentemperaturen (durch die abgegebene Wärme von unten). Also durchaus Minustemperaturen.

Viele Grüße
Bernhard


Schöne Idee, würde ich auch gern machen, aber bei uns wirds im Sommer auf dem Boden heiß wie in der Sauna. Wie schauts bei Dir im Sommer aus? Hast Du einen Tipp? Reicht es die Bodenfenster zu öffnen?

LG,
Micha

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Re: Wohnen im Bienenhaus

Beitragvon zaunreiter » Fr 10. Jun 2011, 10:43

Unter dem Dach wird es auch bei mir sehr heiß. Das hatte ich bereits in den vergangenen Wochen. Ich habe ein Dachfenster und jeweils an den Stirnseiten ein kleines Fenster (wie im Bild zu sehen). Ich kann also querlüften, was die Temperatur ein wenig senkt.

Für das Dachfenster habe ich mir überlegt, ein Dachfensterheber zu verwenden, wie sie bei Gewächshäusern eingesetzt werden. Diese haben Gasdruckfedern, die sich bei Wärme automatisch ausfahren, weil das Gas sich bei Erwärmung ausdehnt. Die funktionieren ohne Strom und vollautomatisch. Das ist eine Idee, um vor Überhitzung zu schützen. Diese Idee hatte ich aber schon vor der Besiedelung des Dachbodens mit Bienen.

Bei mir speziell ist es auch so, daß die Häuslebauer von damals noch Verstand hatten. So habe ich ein Gewölbekeller mit zwei kleinen Fenstern. Dieser Gewölbekeller ist sehr kühl - auch im Sommer. Wenn ich die Tür zum Keller aufmache und gleichzeitig die Tür zum Dachboden, so erhitzt sich die Luft unter dem Dach, entweicht durch das Dachlukenfenster und saugt die Luft von unten nach - die aus dem kühlen Keller kommt. Auf diese Weise habe ich völlig ohne Stromeinsatz stets ein angenehm kühles Haus - auch bei großer Hitze draußen. Im Winter schließe ich die Türen zum Keller und Dachboden und es bleibt angenehm warm. Völlig ohne Wärmedämmung!

Die Bienen wärmen die Brut mit circa 34 Grad Celcius - bis zu diesen Temperaturen sollte das den Bienen sogar angenehm sein, da sie die Brut ohne Energieeinsatz warmhalten können. Steigt die Temperatur auf dem Dachboden weiter an, so handelt es sich beim Dachboden immer noch um einen anderen Raum, als der Bienenstock. Der Bienenstock ist ein eigener geschlossener Raum. Solange die Wände nicht direkt von dem Sonnenlicht getroffen werden, hält es sich mit der Überhitzung sehr in Grenzen.

Nach den Beobachtungen der letzten Tage zu urteilen, stellt die Hitze kein Problem dar - die Bienen haben weder viel gefächelt, noch vor dem Flugloch einen Bienenbart gebildet. Kein Anzeichen vor großer Überhitzung. Die Befürchtungen hatte ich zu Anfang aber ebenfalls.

Viele Grüße
Bernhard
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Re: Wohnen im Bienenhaus

Beitragvon zaunreiter » Mi 22. Jun 2011, 01:46

Die Mitternachtskonzerte setzen sich fort, sie summseln vor sich hin.

Ich habe nachts das Fenster des Schlafzimmers offen stehen. Heute nacht fliegen einzelne Bienen ein und aus! Wußte ich auch nicht, daß sie auch nachts fliegen können. Und wozu?

Bienen sind wirklich pelzige und wunderliche Tierchen.

Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.


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