Der summende Familiengarten

Vorstellung eurer kleinen Imkerei
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Deichkind
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Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon Deichkind » Mi 19. Aug 2020, 17:38

Ich kann genauso schlecht Skalen lesen wie rechnen (bzw. habe mich auch verrechnet), das 2er Volk wurde ja anfangs nicht beträufelt und hat nur je 15ml bekommen weil einzargig. Also hat das Varromed letzte Woche tatsächlich noch für eine "komplette Runde" gerreicht. Nun ist es aber tatsächlich leer.

Milbenfall/Woche: 1.1 = 11 M; 2 = 31M, 3 = 4 M, 4 = 11M, 5 = 112M, 7 = 21M

Die Temperaturen sind auf den mittleren-oberen 20er Bereich gefallen und sollen auch da bleiben. Also heute nach 1 Woche Pause wieder Api-life-Var für alle. Das hochbelastete 5er Volk hat außerdem ein Schwammtuch mit 25ml Ameisensäure bekommen. Gehe davon aus, dass ich das Volk zum Herbst mit einem anderen vereinigen werde und da möchte ich auf keinen Fall, dass es mir die anderen verseucht. Wenn es nach der Schock-Behandlung heute weisellos ist, kommt die Vereinigung früher.

Futter ist akzeptabel, ich habe es geschafft, so dosiert zu füttern, dass sie alle ziemlich ihr Gewicht gehalten haben, aber hoffentlich noch platz zum Brüten ist. So mache ich weiter, mit etwas größeren Futtermengen und dann nach Abschluss der Behandlung gibt es die größeren Portionen zum finalen Einwinterungszielgewicht.

Gewicht: 1.1. = 24.5kg, 3 = 23,5kg, 4 = 26kg, 5 = 23,5kg, 7 = 22,5kg

Möchte jemand mir die Ohren langziehen oder etwas anderes loswerden?

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Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon Deichkind » Mi 19. Aug 2020, 17:43

Übrigens Bernhard ich finde deine Eigen-Desensibilisierungstheorie plausibel und habe damit angefangen. Auch das ist ganz schön entlastend. Vorher habe ich mir bei jedem Stich den ich kassiert habe, Vorwürfe gemacht, dass ich eine schlechte Bienenhalterin bin. Schließlich war ich zu ungeschickt, um so schonend mit den Tieren umzugehen, dass sie es nicht nötig haben, mich zu stechen. Nun bin ich eher erleichtert, wenn die Bienen mir spontan meinen "Weekly-Stitch" verpassen, damit ich das nicht aktiv tun muss. Ist wie mit Thrombosespritzen. Andere stechen oder sich von anderen stechen zu lassen ist einfacher, als sich selbst zu stechen. Das mit dem Schienbein klappt aber tatsächlich auch ganz gut, auch wenn mir die auserkorene Biene dabei immer noch leid tut.

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Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon Christine » Mi 19. Aug 2020, 19:38

Das heißt, Du setzt eine Biene ans Schienbein?

Ich frage, weil ich meist (grade bei Stichen in Arme und Beine) 3 Wochen extreme Schwellung samt üblem Juckreiz habe. Daher bin ich auch der totale Schisshase bei den Bienen und meist muss mein Bruder ran, wenn die Bienen im Spätsommer erzürnt angreifen (ich liebe das Frühjahr!).

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Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon Deichkind » Mi 19. Aug 2020, 21:42

Ja. Bernhard empfiehlt das in seinem Buch (das sein Geld wirklich wert ist) und beschreibt es auch genau. Wenn ich nicht sowieso 1x/Woche gestochen werde (was ehrlich gesagt meistens der Fall ist), nehme ich mir eine Biene und setze sie mit dem Stachel seitlich vom Schienbein an. Da schwillt es nicht so fies wie an der Hand. Bei mir wurden vorher schon die Schwellungen und der Juckreiz von mal zu Mal weniger, aber jetzt geht es schneller.
Man muss selbst wissen ob man sich darauf einlässt, natürlich kann sowas theoretisch auch nach hinten losgehen. Aber dann ist mir lieber ich habe den Stich planmäßig und kontrolliert, bin darauf vorbereitet. Und eine Desensibilisierung läuft ja genauso ab, nur steht da der Arzt daneben (wenn ich schon eine echte Allergie hätte, würde ich das nicht alleine machen!).

Den fiesen Juckreiz lindert die „Anti-Juck-Salbe“ (Rosmarin-Brennnessel-Spitzwegerich in Olivenöl und Bienenwachs), die ich eigentlich für meine armen hautgeplagten Neurodermitis-Kinder gekocht habe. (Für die ist sie übrigens ein Segen, Töchterchen kann damit meistens durchschlafen, ohne im Schlaf zu kratzen).

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Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon Deichkind » Fr 21. Aug 2020, 21:15

Man hört und liest ja so viel, warum die Bienen gut und wichtig sind. Was nie erwähnt wird, ich aber seit die Bienen da sind immer mehr beobachte, ist der positive Effekt auf die übrige Wildfauna. Wir bemühen uns schon immer, Rückzugs- und Nistmöglichkeiten, insekten- und vogelfreundliche Pflanzen, sowie Wasser zur Verfügung zu stellen. Anscheinend hat es vorher aber noch an Nahrung gemangelt. Seit die Bienen da sind hat sich die Vogelpopulation im Garten gefühlt verzehnfacht, heute morgen ist mir die bestgenährteste Erdkröte die ich je gesehen habe beim Drohnenschlachtfeld begegnet, heute Abend ein Igel usw. Die Nacktschneckenplage von meinen kleinen Nutzbeeten ist Geschichte. Wir haben in diesem Jahr fast keine „gemeinen“ Wespen mehr im Garten, dafür irgendeine deutlich kleinere Art, die sich überhaupt nicht für unser Essen interessiert, dafür umso fleißiger immer schön dicht am Boden unter dem Radar der Völker den Totenfall aufräumt.
Der Garten summt nicht nur, er strotzt vor Leben. Das ist mehr, als ich mir je erträumt habe. :D

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Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon biene0.1 » Fr 21. Aug 2020, 23:28

Ja. Dem kann ich nur zustimmen. Andererseits ist es aber auch so, dass der Bienenhalter auch mehr auf das achtet was da blüht und kreucht und fleucht.
Und man sieht auch die Veränderung. Wenn man aber sein Leben lang sich gekümmert hat und immer der Beobachter war, dann hat man auch ganz schnell das Gefühl, dass man auch Beteiligter war und ist. Als Unterstützer und Förderer.
Nun hat sich das Feld vor 6 Jahren auf die Bienen erweitert, besser gesagt, auf die Honigbienen. Wildbienen sind schon sehr lange in Blickfeld.
Ich möchte nicht aufzählen was da so als Mitbewohner auf dem kleinen Hausgrundstück sich drängt. Aber es geht garnicht um die genaue Registrierung dessen, es geht um das Angebot, zu kommen. Und sie kommen, und gehen auch wieder. Es gibt ja noch das Umland. Und das ist auch nicht nur schlecht. Denn vieles was im Garten ist kommt ja von dort. Alle meine Bienen sind in diesem Umland. Sie sind dort gut aufgehoben, in der oft geschmähten Kulturlandschaft. Dank Ökolandwirtschaft und extensiver Wiesennutzung. Natur ist rar geworden.
Gruß
Harald

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Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon Rolf » So 23. Aug 2020, 11:19

Richtig Harald!
Ich würde mich hier auch über eine "extensive" Wiesennutzung freuen, über "Nichtrasenmäher" der Gartenbesitzer.
Leider überwiegen hier die wöchentlichen Aufsitzrasenmäher und Kantenmäher - leider.
Die Wildbienen sind aber noch gut vertreten (Masken-, Hosen-, Mauer-, Sand- und sonstige Arten ...
Aber wir sind voller Hoffnung - es wird schon!

Rolf

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Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon biene0.1 » So 23. Aug 2020, 21:18

Hallo Rolf,
hier habe ich mal die Bekanntschaft mit einem Landwirt (Geschäftsführer einer mittleren Genossenschft) gemacht. Der müsste die höchsten staatlichen Auszeichnungen bekommen.
Er wendet auf nur 10% der landwirtschaftlichen Nutzfläche Herbizide und Insektizide an. Blühflächen werden nur auf mit den Imkern abgestimmten Flächen angesät.
Jetzt hat er begonnen, auf einem erheblichen Teil seiner Flächen wieder Nassstellen zu aktivieren und Hecken anzulegen.
Gruß
Harald

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Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon Deichkind » Mi 26. Aug 2020, 21:08

Habe heute im strömenden Regen die Fütterer aufgefüllt und bei meinem Lieblings-7er Volk waren bestimmt 50 tote/ertrunkene Bienen im blankgeputzten Fütterer. Die hatten genauso viele Schwimmhilfen wie die anderen, bei denen gab es allenfalls mal 1-2 Tote. Das besorgt mich. Hoffe die Regenfront zieht bald durch, damit ich die noch einmal richtig durchsehen kann, was die für ein Problem haben.

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Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon Deichkind » Sa 29. Aug 2020, 19:12

Heute habe ich (fast) die Völker fertig eingewintert und dabei auch die Futterkranzproben (fast) entnommen.
Fast weil Töchterchen von der Schaukel fiel und akut Hilfe brauchte. Also habe ich die letzten zwei Völker die ich eigentlich vereinigen wollte nur schnell wieder zusammengebaut und zugemacht.

Stand der Dinge: Es gehen 6 Völker in den Winter.

1.1, 3, 4: 2 Zargen komplett ausgebaut und gut mit Bienen gefüllt

7: 2 Zargen komplett ausgebaut und mit abgelaufener Brutpause (ich vermute frisch umgeweiselt oder nachgeschaffen, viel verdeckelte Brut, viele leere Zellen, zwei bestiftete Waben, keine Larven, noch Drohnen im Volk)

5: 1,5 ausgebaute Zargen, brauchbare Bienenmasse

2: 1 ausgebaute gut besetzte Zarge

Eigentlich wollte ich 5/2 vereinigen aber ich musste abbrechen. Nun lasse ich sie, auch angesichts der Tatsache dass das 5er die höchste Varroalast hatte. Vielleicht sind die 2er alleine besser dran.

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