Der summende Familiengarten

Vorstellung eurer kleinen Imkerei
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Deichkind
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Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon Deichkind » Mi 24. Jun 2020, 16:57

Kann ich bei der totalen Brutentnahme Bienen aus zwei Völkern zusammenfegen?

Idee wäre: das entweiselte Volk 2 in 8 Tagen an seinem Standort in eine neue Beute zu fegen, den oberen Teil des 3er Fluglings samt Königin dazu. Dann weiter nach Anleitung Guido Eich für TBE mit aushängen lassen, Oxalsäure sprühen und füttern am nächsten Tag wenn die 3er Flugbienen schon abgeflogen sind. Damit wäre mein varroabelastetes Volk wieder „clean“ und weiselrichtig.

Das komplette Wabenwerk des 2ers abernten, Restbrut einschmelzen.

Beim 3er Flugling die Zwischenbodenablegersituation beenden, die abgekehrte Zarge kommt ganz nach unten und kann ihre Flugbienen wieder aufnehmen. Die beiden Volksteile sitzen ja nur über Gitter, sollten sich also kennen.

Bilanz wäre dann -1 Volk (was gewünscht ist).

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Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon Deichkind » Do 2. Jul 2020, 20:34

Der Ferrari Motor passt wohl tatsächlich nicht in den Fiat Uno. :cry:

Habe heute Volk 2 auseinandergeschnitten und alle Nachschaffungszellen entfernt. Bis auf einen Wabenabriss einer verdeckelten honigvollen Wabe (die ich dann geerntet habe) ging das sogar mal richtig gut. Der Honig war erstaunlicherweise sogar brauchbar, 18% Feuchte, obwohl es sogar angefangen hat, zu regnen, während wir arbeiteten.

Dann wollte ich eine Wabe mit Stiften von der Belegstellenkönigin holen, um sie mit Bogenschnitt reinzuhängen.Zuletzt reingesehen hatte ich da vor 10 Tagen, da war sie da und hat gestiftet. Nun war das Volk weisellos, eine einzelne verdeckelte Weiselzelle hing am unteren Rand einer Wabe. Sonst leere Zellen und verdeckelte Arbeiterinnenbrut.

Habe das Elend dann über Zeitung dem heulenden Volk 2 aufgesetzt. Entweder wird das was oder ich löse sie auf.

Die anderen Völker habe ich kontrolliert (alle weiselrichtig) und mit Futterzargen versorgt, fange jetzt mit gedrosselter Fütterung an, damit sie gut versorgt sind für die Varroabehandlung. Die Aufstiege habe ich nach Guido Eich mit Schaumstoff eingeengt.

Bei Juniors Schwarm ist mir die Königin begegnet, auch ein hübsches Tier.

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Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon Deichkind » Do 2. Jul 2020, 20:36

So reduziert sich die Völkerzahl wieder. Den 3er Brutling werde ich tatsächlich verschenken. Lasse noch 2 Wochen Bienen schlüpfen, damit eine ausreichend starke junge Mannschaft drin ist und dann werden sie auf DN abgefegt.

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Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon Christine » Do 2. Jul 2020, 23:24

[quote="Deichkind"]Dann wollte ich eine Wabe mit Stiften von der Belegstellenkönigin holen, um sie mit Bogenschnitt reinzuhängen.Zuletzt reingesehen hatte ich da vor 10 Tagen, da war sie da und hat gestiftet. Nun war das Volk weisellos, eine einzelne verdeckelte Weiselzelle hing am unteren Rand einer Wabe. [/quote]

Ei, das ist natürlich bitter ...

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Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon Deichkind » Fr 3. Jul 2020, 05:48

Ralf Sester sagt in seinen Videos: „Je wertvoller die Königin, desto eher geht es schief.“ Vermutlich waren 48h Gebrause in der Kunstschwarmkiste und dann noch eine Zeit in der Futtertasche doch zuviel für sie. Verbuche es unter Lehrgeld. Und es besteht ja noch eine Chance, dass aus der Zelle eine gute F1 wird.

Was mich wirklich wundert ist die Position der Weiselzelle und dass es nur eine war. Lag wirklich wie eine Schwarmzelle lang senkrecht ausgezogen unten. Keinerlei Nachschaffungszellen auf den Wabenflächen. Ob die Bienen gemerkt haben, dass was nicht stimmt und schon die stille Umweiselung in die Wege geleitet hatten, als sie „von dannen“ ging?

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Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon Deichkind » Fr 17. Jul 2020, 10:55

Die vier Schwesterköniginnen aus dem zerlegten Volk 4 zeigen erfreuliche Verhaltensweisen, alle sehr sanft und wabenstet. Hervorstechend ist immer noch die aus dem Gilles-Dennis-Kasten (Volk 7). Das Volk hat nun in 10 Tagen in der zweiten Zarge 6 Waben ausgebaut und alles ist flächig bestiftet/bebrütet.
Die Schwestervölker sitzen immer noch auf 1 Zarge.

„Totale Bauerneuerung“ kombiniert mit Honigernte nach Anleitung Guido Eich bei Volk 2 (brutfrei waren sie sowieso). Nun wird sich demnächst zeigen, ob sie eine junge begattete Königin haben. Vom Verhalten würde ich sagen sie sind zufrieden. Andernfalls bekommen sie den oberen Teil der 3er Doppelvolks an den Platz.

Honigernte ging erstaunlich gut, selbst das zerlegen und vollständige abfegen von insgesamt 4 Zargen ging unfallfrei. Junior hat unerschrocken geholfen und sogar mannhaft einen Stich weggesteckt.

Wir haben unsere Rumpelkammer zur Presskammer umfunktioniert. Auf 30 Grad geheizt, Bautrockner rein und Schlüsselloch mit Tape abgeklebt.

Die 10l Fischer-Presse und der Edelstahlabfülleimer sind tolle Werkzeuge. Selbst in die kleinen 50g Gläser ging das Abfüllen kleckerfrei. Ich habe mich an Bernhards Fotostrecke hier gehalten und am selben Abend noch abgefüllt. Feuchte bei 18%.

Weil ich unbedingt alle Bestandteile im Honig haben wollte, gab es kein Presstuch, das mache ich nicht nochmals. Was für eine elende Kratzputzerei danach.

Parallel die alten Waben in der Küche gleich ausgeschmolzen. 10 frisch gebaute Leerwaben habe ich aufgehoben, falls eines der Völker nicht mehr genug schafft vor der Wintereinfütterung.

@Schlossimker: du hattest nach Erfahrungen gefragt. Das allerwichtigste: leg dir vorher schon eine große (!) Schachtel Pralinen für deine Frau bereit. Wenn man den ganzen Tag mit seinem Hobby beschäftigt ist und danach auch noch das halbe Haus klebrig und vollgerumpelt ist, so strapaziert das auch den geduldigsten Partner mehr als alles was bisher war.

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Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon Deichkind » Fr 17. Jul 2020, 11:03

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Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon Rolf » Sa 18. Jul 2020, 10:52

@Deichkind:
" 10 frisch gebaute Leerwaben habe ich aufgehoben, falls eines der Völker nicht mehr genug schafft vor der Wintereinfütterung. "
Du machst das mit Rähmchen oder Oberträger?

Rolf

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Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon Deichkind » Sa 18. Jul 2020, 14:49

Im Moment eine bunte Mischung zum
ausprobieren. Die aufgehobenen Waben sind teils am Oberträger, teils im Halbrähmchen.

Seit ich das längere Messer habe (was Kleinigkeiten so ausmachen), komme ich inzwischen mit den Oberträgern fast genauso gut zurecht, wie mit den Halbrähmchen. Habe heute nochmals ein einzargiges Volk das im Stabilbau saß (den 3er Brutling) komplett auseinandergenommen, abgeschüttelt und abgefegt. Ging komplett komplikationslos. Die abgefegte Brut habe ich woanders untergesetzt, die „losen“ Bienen fliegen sich gerade in eine Deutsch-Normal-Beute ein und wandern morgen früh zu einer anderen Anfängerin aus meinem Imkerkurs ab.

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Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon Rolf » So 19. Jul 2020, 10:54

Was war dein Grund für die Aktion der "Nacht der langen Messer"?
Ich habe mir für meinen Stabilbau ein Korbmesser gekauft, habe es aber noch nicht gebraucht.
Öffne die Völker selten ...

Rolf