Der summende Familiengarten

Vorstellung eurer kleinen Imkerei
Benutzeravatar
Schlossimker
Beiträge: 132
Registriert: Fr 14. Sep 2018, 22:47
Wohnort: Kaiserfranken

Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon Schlossimker » So 1. Mär 2020, 00:57

Hallo Deichkind,
es ist jetzt in der Tat so, dass ich feststellen muss, den Überblick über deine Völker verloren zu haben. Jetzt hast du mich schwindlich geimkert! Mein Beitrag ging von dem einen kleinen Volk aus, das du kürzlich noch abschwefeln wolltest, und dessen untere Zarge die gebrochenen Waben enthält. Dass das andere Volk auch noch kaputte Waben hat, ist völlig an mir vorbei gegangen. Ich meinte schon, das für das kleine Volk eine Zarge bis zum Durchlenzen ausreichen sollte und danach zu erweitern reicht. Die untere kaputte würde ich sie gar nicht mehr reparieren lassen (hast ja inzwischen gelöst).

Was hast du den in deiner Ausbildung gelernt? Mir wurde bei gebracht, dass man sich vorher Gedanken machen sollte welches Messergebnis man erwartet - dann klappt das auch mit der Messung - bei der Elektrotechnik! Wenn du von einem Volk keinen Honig ernten willst, kannst du doch immer Behandeln mit allem was die Wetterbedingungen zu lassen um ein Volk ggf. zu retten, oder die Situation nachhaltig zu verbessern. Varomed ist auch bis vor der Honigernte zugelassen - nach den Gesetzen die du beachten willst. Flugwetter zum abkoten sollte dabei sein, denke ich. Ich hab mich als Anfänger nicht getraut die ersten male da was zu machen ohne Kontrolle ob es auch wirkt. Aber ich hab ja auch keinen Imkerpaten - der mir drein redet und mich zu den gesetzlichen aber bienenungesünden Säuren und Anwendungsverfahren drängt - weil man zu blöd war die bienenverträglichste und von den Wetterbedingungen unkomplizierteste Dareichungsform durch zu bringen. Jetzt scheitert es am Geld, weil mit dem Mittel keiner was verdienen würde - es ist zu preisgünstig. Das ergibt jetzt schon so eine Rechtssituation zum "Tierschutz". Wäre ich Berufsimker, und müßte unter diesen Bedingungen mit dem Rest der Welt konkurieren, würde ich rückwärts die Wände hoch kriechen.

Ansonsten passt scho fast so, hört sich doch wieder so an, das du Ideen hast.
Aber jetzt beim ersten Reinigungsflug ihnen ein anderes Flugloch vorzusetzen, wo es doch schnell wieder kalt wird und sie verklammen, wenn sie es nicht rechtzeitig raffen? Das hätte ich mich nicht getraut! Hast du sie wenigstens alle gezählt, ob sich auch rein gefunden haben? :mrgreen:

Schlossimker - ein Kaiserfranke.
Mein Traum ist, dass Millionen für mich arbeiten, dann mach ich erst recht was ich will!
PS: Ich bin Anfänger 2019+2020+2021, 6 Völker. Ich gebe keine Ratschläge, allenfalls Denkanstöße für Entscheidungen.

Nöld
Beiträge: 135
Registriert: Di 18. Dez 2018, 08:46
Wohnort: Hörjesås

Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon Nöld » So 1. Mär 2020, 08:41

Hallo Deichkind,

mach Dir um die Milben[u][b] vorerst[/b][/u] keine Gedanken. Ich habe keine Erfahrung mit VarroMed, wäre jedoch vorsichtig das Mittel häufiger als einmal pro Bienengeneration anzuwenden. Das Untersetzten war wirklich etwas früh ;)

[attachment=0]Daphne.JPG[/attachment]

Viele Grüße,

Nöld
Dateianhänge
Daphne.JPG
The key mite bee diversity...

Benutzeravatar
Deichkind
Beiträge: 573
Registriert: Mo 7. Jan 2019, 14:03
Wohnort: Nordseeküste SH

Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon Deichkind » So 1. Mär 2020, 11:23

Ok war zu früh.

Als mildernden Umständemöchte ich zu bedenken geben:

Dass hier keine Protestschreie kamen:

viewtopic.php?f=10&t=1649&start=10

Natürlich gilt das nur für Volk 3, bei Volk 2 habe ich mir das selbst ausgedacht, weil ich beide Völker auf einem Bearbeitungsstand haben wollte. Gedankengrundlage für die Idee dass das gut gehen sollte, war unter anderem die Geschichte mit der „Gesundheitszarge“.


Vide sanitaire

viewtopic.php?f=19&t=889&p=10962&hilit=sanitaire#p10962


Auch bin ich froh, dass das Gammelzeug aus den Beuten raus ist. In den Bruchwaben habe ich auch eine Wachsmottenlarve gefunden.

Nächstes Jahr später, merke ich mir.


@Schlossimker:
Wir beide werden unsere eigenen Erfahrungen machen müssen. Ob es wirklich hilfreich ist, mit einem mechanistischen Bild an Lebewesen heranzugehen, bezweifle ich. Biologische Systeme haben eine ganz andere Dynamik und Streubreite.
Varroabehandlung im März, wenn die gleiche Bienengeneration schon im September Ameisensäure und im Dezember Oxalsäure bekommen haben, halte ich für Unfug. Man kann einen Patienten auch totbehandeln wenn man sich nur genug Mühe gibt.
Wenn du mal Langeweile hast, lies mal ein paar Jahrgänge Monatsbetrachtungen, kann ich nur empfehlen. Lustigerweise sind sich bei dem Punkt eigentlich alle einig, selbst Frau Aumeier die ja oft provokativ und kontra zu den anderen schreibt rät von Varroazählung im März ab (Quelle: aktuelle „Bienenzucht“, bakd zu finden im Downloadbereich der Imkerschule Schleswig Holstein). Weiter möchte ich diesen Punkt nicht mehr diskutieren.
Dateianhänge
5B9DD31D-A74A-4606-8EA5-961ED38575E6.jpeg
1B66424F-A648-4111-88AA-FB1D2F2CF9B1.jpeg
Volk 2 Schwarm 01.06.19, Brutling 5/20
Volk 3 Schwarm 24.06.2019 Brutling/Flugling 8.5.20
Volk 4 Flugling aus 2 + 2020er Jungkönigin aus 3
Volk 5 Schwarm 30.5.20
Volk 7 Schwarmzellableger aus 3, 21.5.20

Benutzeravatar
Deichkind
Beiträge: 573
Registriert: Mo 7. Jan 2019, 14:03
Wohnort: Nordseeküste SH

Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon Deichkind » So 8. Mär 2020, 15:55

Es wird endlich mit dem Frühling. Zwar sind die Flugstunden immer noch begrenzt, sobald sich die Sonne mal blicken lässt, sind beide Völker aber auf das lebhafteste unterwegs. Beide schleppen reichlich Pollen an, gelb, grau, orange, dunkelrot. Von der Vegetation und dem Pollenbild wird das meiste Krokus sein. Es blühen auch schon Blut- und Wildpflaume, Lungenkraut, Anemone, Hänge-, Korb- und Schwarzkötzchenweide und die ersten Taubnesseln.

Durchs Fenster hat Volk 3 verdeckelte Arbeiterinnenbrut. Dieses Volk habe ich auch im Verdacht, dass schon eine Generation Jungbienen sich am einfliegen ist. Die sehen alle etwas kleiner und so puschelig aus.

Bei Volk 2 sieht das Wabenwerk in der unteren der beiden ausgebauten Zargen „schmutzig“ aus. Nicht wie verschimmelt, sondern eher als wäre eine Staub-/Bröselschicht drauf (vom Totenfall der dran vorbeigefallen ist?)
Machen die Bienen das selbst sauber wenn sie runterziehen oder muss man dieses Wabenwerk auch irgendwann abräumen?
Volk 2 Schwarm 01.06.19, Brutling 5/20
Volk 3 Schwarm 24.06.2019 Brutling/Flugling 8.5.20
Volk 4 Flugling aus 2 + 2020er Jungkönigin aus 3
Volk 5 Schwarm 30.5.20
Volk 7 Schwarmzellableger aus 3, 21.5.20

Nöld
Beiträge: 135
Registriert: Di 18. Dez 2018, 08:46
Wohnort: Hörjesås

Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon Nöld » Mo 9. Mär 2020, 07:53

Sehr schön :)

Alles schimmelige, gammelige fliegt raus (nicht Heute, nicht Morgen, lass die mal den Massenwechsel vollziehen!)
Die Gemüllbrösel an den Waben machen die Bienen sauber. Falls der Totenfall geschrotet wäre, hättest Du ein Mäuseproblem ;)

Viele Grüße,

Nöld
The key mite bee diversity...

rahmel
Beiträge: 5
Registriert: Mo 2. Mär 2020, 11:00

Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon rahmel » Mo 9. Mär 2020, 17:01

Hi Deichkind,

ich bin bei deinem Foto auf die Frage gestoßen, wo ich meine Beuten im Garten platzieren sollte. Wie weit weg vom "Geschehen" sollten die Beute denn am besten stehen? Bei dir sieht das ja eher "mittendrin" aus, oder?

VG
Marcus

Benutzeravatar
Deichkind
Beiträge: 573
Registriert: Mo 7. Jan 2019, 14:03
Wohnort: Nordseeküste SH

Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon Deichkind » Di 10. Mär 2020, 14:39

@Nöld: „Nudging“ ist ja eine bewährte Strategie in der Lehre, aber meine armen Nerven :?
Da war ich endlich mal bienisch entspannt und nun kommst du mit der Maus. Habe ja nun wieder Gitterböden und bei Volk 2 liegen tatsächlich Bienenteile (2 Köpfe, ein paar Beine, 3 Flügel) auf der Windel. Durch die Fenster sehe ich kein Mäusenest und das Wabenwerk das ich einsehen kann ist auch intakt. Wenn die Maus im „Zwischengeschoss“ auf den Oberträgern zwischen den beiden ausgebauten Zargen säße, könnte ich sie nur mit auseinanderschneiden der Zargen und Kippkontrolle sehen. Wie zeitkritisch wäre das? Temperaturen sollen überwiegend einstellig bleiben, morgen aber 9 Grad mit Sonne, so dass Flugbetrieb sein sollte, Sonntag 12 Grad.


@rahmel: so weit weg wie möglich vom Geschehen ist sicher immer gut. Bei uns läuft es aber auch mit mittendrin gut. (mache dir später mal ein Foto). Wichtig sind die Hindernisse, die die Bienen zum Aufsteigen zwingen und Hindernisse dass die Kids nicht direkt vor die Fluglöcher laufen. Bei uns sind regelmäßig Jungs im Kriegermodus im Garten unterwegs und meine Kleine ist recht grobmotorisch und hält auch keine Regeln und Abstände ein. Gestochen wurde bisher nur mein Sohn von einem frisch eingefangen Schwarm der halb verhungert und richtig giftig drauf war.
Was ich allerdings tatsächlich getan habe (bin halt übervorsichtig), ich habe auf Privatrezept einen Epipen in Kinderdosis beschafft und griffbereit liegen. Die Austauschkosten (begrenzte Haltbarkeit) sind in den „Betriebskosten“ meines Hobbys einkalkuliert. Ich weiß Bienenstiche können überall passieren, trotzdem muss nicht gerade in meinem Garten ein Besucherkind (oder ein eigenes) an seinem ersten anaphylaktischen Schock versterben.
Volk 2 Schwarm 01.06.19, Brutling 5/20
Volk 3 Schwarm 24.06.2019 Brutling/Flugling 8.5.20
Volk 4 Flugling aus 2 + 2020er Jungkönigin aus 3
Volk 5 Schwarm 30.5.20
Volk 7 Schwarmzellableger aus 3, 21.5.20

Benutzeravatar
Deichkind
Beiträge: 573
Registriert: Mo 7. Jan 2019, 14:03
Wohnort: Nordseeküste SH

Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon Deichkind » Di 10. Mär 2020, 15:30

@rahmel: hier die versprochene Übersicht. Riesig ist es bei uns nicht, wie du siehst. Dafür umso lebendiger.
Dateianhänge
5A9F829D-03C8-4C82-A04E-C27477B80739.jpeg
Volk 2 Schwarm 01.06.19, Brutling 5/20
Volk 3 Schwarm 24.06.2019 Brutling/Flugling 8.5.20
Volk 4 Flugling aus 2 + 2020er Jungkönigin aus 3
Volk 5 Schwarm 30.5.20
Volk 7 Schwarmzellableger aus 3, 21.5.20

rahmel
Beiträge: 5
Registriert: Mo 2. Mär 2020, 11:00

Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon rahmel » Di 10. Mär 2020, 17:58

Danke dir!

Nöld
Beiträge: 135
Registriert: Di 18. Dez 2018, 08:46
Wohnort: Hörjesås

Re: Der summende Familiengarten

Beitragvon Nöld » Mi 11. Mär 2020, 07:03

Hallo Deichkind,

ich wollte keinen Stein ins rollen bringen. Meine Aussage bezog sich auf Deine Frage weiter oben, ob diese "Staub-/Bröselschicht (Gemüll) vom vorbei fallenden Totenfall sei ;)

Mäuse dringen meist im Spätherbst/Anfang Winter in die Beuten ein. Wenn sich nun im Frühjahr eine Maus in einen Stock verirrt, bedient sie sich vllt. kurz am Totenfall und verschwindet wieder. Die Bienen sind bereits zu aktiv (wehrhaft) und können Eindringlingen gefährlich werden.

Keine Sorge, Du hast kein Mäuseproblem! Lass die Beuten zu und freue Dich am eingetragenen Pollen!

Viele Grüße,

Nöld
The key mite bee diversity...


Zurück zu „Meine kleine Imkerei“