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Vorstellung eurer kleinen Imkerei
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Bienen_Oli
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Re: Hilfe....

Beitragvon Bienen_Oli » Fr 5. Jul 2019, 19:27

Hallo zusammen,

kann mir jemand sagen, wie lange muss ich ein Bienenvolk von seinem angestammten Platz verstellen bis es diesen nicht mehr als seinen Heimatstandort ansieht?
Mindestabstand von dem Heimatstandort, 3, 4 km?

Christine
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Re: Hilfe....

Beitragvon Christine » Fr 5. Jul 2019, 20:25

Nun, abgesehen von der Königin wissen nur die Flugbienen, wie sie heimkommen. Sobald die abgegangen sind (oder zum alten Standort zurückgeflogen), gibt es nur noch jüngere, die sich schon auf den neuen Standort eingeflogen haben.

Verstellen ist aber doch eigentlich fast nicht nötig. Wenn Du ein Volk teilen willst, dann kommt die Königin in eine neue Zarge und diese Zarge an den alten Platz. Ihr fliegen dann die Flugbienen wieder zu. Die alten Zargen mit den Pflegebienen und der Brut stehen am gleichen Stand, aber halt 'n paar Meter weit weg. Denen ist noch nicht bewusst, dass sie jetzt woanders wohnen.

Warum willst Du sie denn zeitweise verstellen?

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Bienen_Oli
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Re: Hilfe....

Beitragvon Bienen_Oli » Sa 6. Jul 2019, 15:43

nein, ich glaube da ist etwas missverständlich rüber gekommen.

Ich habe die Möglichkeit meine Bienen in eine Trachtfläche zu stellen. Allerdings ist die Fläche nur Luftlinie 1,5 km von meinem Standort entfernt. Das würde bedeuten das die Flugbienen wohl wieder zurückfliegen würden.
Um das zu vermeiden wollte ich die Bienen an einen weiter entfernten Platz bringen um Sie von meinem Heimatstandort zu "entwohnen".
Frage ist, wie lange müßten Sie dort stehen?

Und nach dieser zeit sollen Sie dann in die Trachtfläche.

Das ist der Plan.

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Re: Hilfe....

Beitragvon Johannes-Mellifera » So 7. Jul 2019, 10:19

Hallo Oliver,

ich verstehe den Sinn nicht ganz. 1,5 km zur Tracht fliegen die Bienen doch locker. Sie dafür zu verstellen ist unnötig.

Die alten Flugbienen merken sich das ein Leben lang. Hab ich selbst erlebt, als ich zwecks Baumaßnahmen im Garten einige Völker für mehrere Wochen weg gebracht hatte und danach neu positioniert hatte. Da musst du schon 4 Wochen rechnen.

Aber wenn du Raus gibst und das Flugloch mit grünen Zweigen abdeckst, nagen sie sich langsam ins Freie und fliegen sich zu einem sehr hohen Prozentsatz neu ein. Da kannst du die 1,5 km in einem Zug machen. Aber wie gesagt, die Tracht finden sie auch so, wenn sie denn gut ist.

Gruß Johannes

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Re: Hilfe....

Beitragvon Bienen_Oli » Di 6. Aug 2019, 21:47

Hallo,

ich habe mal wieder Fragen.

1. kann man sagen wieviel (g/kg) "Futter" ein Warré Volk im Moment ca. täglich benötigt/verbraucht?

2. Wenn ich aktuell 0,2 l ( das sind meine Gläser mit gelochtem Deckel) Futtersirup täglich draufstelle.
Was bewirkt das?
Gibt das einen Futteraufbau? Lagern Sie tatsächlich was ein?
Oder ist das nur ein Ausgleich zum aktuellen täglichen Verbrauch, und abends schon wieder weg?

Ich habe da überhaupt keine Ahnung/Erfahrung.

Ich merke nur das die Völker recht leicht geworden sind.

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Re: Hilfe....

Beitragvon Christine » Di 6. Aug 2019, 22:45

1. Ich vermute, das kann Dir keiner genau sagen, weil es von der Volksstärke abhängt sowie davon, was noch an Läppertracht reinkommt, wieviel Brut es momentan versorgen muss und welchen Raum es klimatisieren muss (und wie die Außentemperaturen sind). Ist aber eigentlich auch wurschd, denn man füttert so viel ein, bis das gewünschte Einwinterungsgewicht erreicht wird.

2. 0,2 Liter, 200 Milliliter? Wie sollen die bis Herbst auf einen Einwinterungsvorrat von 12-15 kg Futter kommen? Wenn Du jetzt jeden Tag bis Mitte Oktober fütterst, gibst Du insgesamt nur 70 * 0,2 = 14 Liter (≠ Kilogramm), davon geht noch der Wasseranteil und noch der Verbrauch bis zum Herbst ab. Sie sollen ja noch gut genährte Winterbienen aufziehen. Zumal Du evtl. auch noch mit dem Füttern pausieren musst, um zu behandeln ...

Ich habe ja noch keine eigenen Warrévölker (nächstes Jahr soll es losgehen), daher kann ich nur sagen, wie wir es machen: Wir füttern nach der Honigernte in unsere zweizargigen Zandervölker via Nicotfutterzarge 5 kg Apiinvert je Besuch ein, das tragen starke Völker bis zum nächsten Tag weg. Wir füttern so lange, bis das nötige Gewicht erreicht ist (und kontrollieren natürlich später auch nochmal, ob noch nachgefüttert werden muss).
Bei Ablegern gibt es angepasste, etwas kleinere Mengen (Futtertasche), aber die sind auch bald so weit, dass die ganze Zarge ausgebaut ist und dann kriegen die ebenfalls eine Nicotfutterzarge, bis die Kiste voll ist. Hier müssen wir lediglich aufpassen, dass noch genug Platz für Brut (Winterbienen) bleibt, weil ja einzargig.

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Re: Hilfe....

Beitragvon Christine » Di 6. Aug 2019, 22:53

PS: Die Fluglöcher hast Du seit Fütterungsbeginn hoffentlich stark eingeengt?

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Re: Hilfe....

Beitragvon Caro » Di 6. Aug 2019, 23:25

Hallo Oli,
kaum jemand wird Dir Deine Frage wirklich gut beantworten können, denn sie hängt von sehr vielen Faktoren ab.
Ein Warré-Volk kann sehr unterschiedlich groß sein, aber die Größe allein ist es nicht. Die Bienen selbst verbrauchen zwar auch einfach nur so Kohlenhydrate zum Leben, aber der wesentliche Verbrauch hängt vom Füttern und Heizen der Brut und dem Flugbetrieb ab. Zusätzlich wird auch zum Trocknen des Honigs (bzw. Eindicken des Futters) Zucker verbraucht. Beim Flugbetrieb sammeln die Flugbienen Nektar und/oder Pollen (und/oder Harze für Propolis), und je nach Sammelerfolg tragen sie mehr ein oder verbrauchen mehr. Letztes Jahr war bei uns durch Trockenheit kaum Nektar vorhanden, aber die Flugbienen brachten reichlich Pollen nach Hause und einige Völker hatten große Brutnester - der Futterverbrauch war enorm. Dieses Jahr ist es am selben Standort deutlich anders, weil der Regen auch Läppertracht mit Nektar ermöglicht.
Häufig verbrauchen um diese Jahreszeit kleine Völker scheinbar mehr als große Völker, weil sie nämlich noch wachsen wollen, massiv brüten und teils hauptsächlich Pollen eintragen. (Oder wenn sie gar noch Wabenbau betreiben müssen!) Einige große Völker gehen in den Sparmodus, aber andere tragen ganze Pollenbretter zusammen und gehen wieder deutlich in Brut. Einige Völker haben noch ordentlich Drohnen, andere die Drohnenschlacht schon durch - Drohnen verbrauchen für ihren Flugbetrieb auch "Biosprit": Flug zum Drohnensammelplatz und zum Nachtanken nach Hause, nur um wieder aufzubrechen.
Eine Idee für den Nektarfluss bei Dir könntest Du vielleicht durch eine Stockwaage in der Umgebung finden (z.B. via "Trachtnet"), aber der Futter-Verbrauch der Völker ist sogar am selben Standort sehr unterschiedlich aufgrund ihres individuellen Verhaltens. Ich fürchte, Du wirst um (vorsichtiges!) Wiegen nicht herumkommen, z.B. mit einer Kofferwaage. (Auf einer Seite unterhaken, ganz sanft anheben, bis die Seite gerade so an der Waage hängt. Kennst Du dies? Ich würde aber vorher jeweils das Warré-Dach abnehmen, weil der Turm leichter kippt als breitere Magazine.)
Wenn Du Dein Wabenwerk gut kennst, (weißt, wie viel leere Waben Dein Volk hat), kannst Du auch schätzen, was du aktuell füttern kannst: Eine Warré-Waben kann bis zu 1,5kg Honig enthalten oder ca. 1kg dünnflüssigen Nektar/Zuckerwasser.
Durch das Füttern nimmst Du auch Einfluss auf Dein Volk: Dünnflüssiges Füttern regt eher zur Bruttätigkeit an, dickflüssiges Futter (z.B. vorinvertieres Futter) eher zum Einlagern. Aufpassen musst Du, dass ein kleines Volk weiterbrüten kann und sich das Brutnest nicht (mit zuviel Futter) verhonigt, aber das Volk auch nicht wegen Trachtmangel aus der Brut geht. Aber hierfür musst Du eben wiegen oder geeeignet schätzen.
Ansonsten auch mal in den Füttern-Thread schauen: viewtopic.php?f=17&t=1628
Unser Warré-Volk steht auf 4 Zargen und bekommt 1,5kg Zuckerwasser (1:1-Mischung) alle paar Tage - das reicht diesen Sommer für Bruttätigkeit und etwas Wabenbau, weil sie bei uns diesen Sommer auch Nektar finden. Aber sie haben auch schon einiges an (Linden-)Honig eingelagert...
Viele Grüße, Andreas

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Re: Hilfe....

Beitragvon Bienen_Oli » Mi 14. Aug 2019, 16:42

Hallo,

mal ne kurze Frage.

Was macht Ihr wenn Apiinvert kristallisiert?

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Re: Hilfe....

Beitragvon Christine » Mi 14. Aug 2019, 19:32

Meinst Du, wenn es in der Futterzarge hart wird? Wir kippen ein bisschen Wasser mit in den Folienbeutel rein.

PS: Das war Quatsch, das gilt natürlich für Apifonda (den Futterteig).
Apiinvert ist bei uns noch nie kristallisiert. Das wird ruckzuck von den Bienen weggeputzt.


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