Kondensatordach

Rund um das Dach des Warré-Bienenstocks, sowie dem Kissen.
biene1.0
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Re: Kondensatordach

Beitragvon biene1.0 » Sa 28. Mai 2016, 20:11

Hallo,
hier ist ein Nachtrag.
Nach zwei Tagen und Nächten (z.T. unter 10°C Nachttemperaturen) habe ich die Folie vom Kissen genommen.
Ergebnis: KEIN Kondenzwasser an der Folie!
Interessanter könnte die Sache im Spätherbst und im Winter werden. Bei der Wintertraube ist sicher auch der Luft- / Feutigkeitsaustausch geringer als zur Zeit.
Im Moment bleibe ich bei meinem Prinzip: Keine Abdeckung auf das Kissen.
Gruß
Harald
"Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen."
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Re: Kondensatordach

Beitragvon zaunreiter » So 29. Mai 2016, 07:04

Ist ja schön und gut, aber musst Du das auch jedes Mal so betonen? Reicht doch aus, wenn Du weiter berichtest. Danke.

Gibt genug die mitlesen und unreflektiert alles nachmachen.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Kondensatordach

Beitragvon Soblu » So 29. Mai 2016, 12:58

Also ich kann mir immer noch nicht ganz vorstellen, um was es hier eigentlich geht... Kissen mit oder ohne Abdeckung?

Gemäss Buch von Warré habe ich es so verstanden: Auf die oberste Zarge kommt ein Leinentuch un darauf das Kissen. Von einer Abdeckung des Kissens hat er doch gar nie etwas geschrieben? Auf das Kissen kommt das Dach und fertig.

Und was machst Du nun anders Harald? Lässt Du den Zwischenboden im Dach weg? Dann regnet es ja rein....?

Ich mache es so wie im Buch von Warré und das funktioniert super. Ausser dass sich Ameisen im Kissen einnisten.... aber das ist ein anderes Thema.

Gruss Manuela

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Re: Kondensatordach

Beitragvon biene1.0 » So 29. Mai 2016, 22:48

Guten Abend, Manuela,
ich habe Pultdächer gebaut. Diese haben keinen Zwischenboden. Und es regnet nicht rein. Dafür sorgt der seitliche Dachüberstand. Im letzten Winter hatte ich auch keinen Schnee drunter.
Herzliche Grüße
Harald
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Re: Kondensatordach

Beitragvon zaunreiter » Fr 17. Apr 2020, 10:51

Über die Dämmung des Deckels, von Eckart Mayer:
Dateianhänge
Thermodeckel-Eckart.pdf
(11.45 MiB) 112-mal heruntergeladen
Cogito ergo summ.
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Re: Kondensatordach

Beitragvon Hainlaeufer » Do 28. Mai 2020, 10:25

Hallo!

Ich bin schon länger am Überlegen, wie ich relativ einfach einen solch regulierenden Deckel für meine Bienen machen könnte. Natürlich hab ich auch versucht Informationen zu sammeln und zu sehen, wie es andere Imker bewerkstelligen.
Mein Augenmerk liegt besonders bei der Überwinterung der Völker. Ich habe nicht sonderlich Schimmel in den Beuten, nur vereinzelt und wohl auch standortabhängig, und das nur im Frühjahr. Ich möchte das gerne optimieren.
Ich arbeite grundsätzlich mit geschlossenen Böden, Folie, Innendeckel (5cm Styropor) und Blechdeckel. Würde gerne vom Styropor weg kommen, bin aber auch ganz und gar nicht mit Weichfaserplatten zufrieden. Ist mir zu anfällig für äußere Einflüsse.

Jetzt möchte ich euch fragen, was ihr eigentlich von der Deckelvariante haltet, die man ja regelmäßig bei amerikanischen und europäischen (weniger Zentraleuropa) Imker sieht:

Ein Holzring (wie eine niedrige Flachzarge) mit einem dünnen Boden (z.B. Spanplatte o.ä.), der eine relativ große Bohrung mittig erhält (die wohl auch zur Fütterung verwendet wird) und ggf. mit einem Gitter bienendicht gehalten wird. Der Holzring selbst hat in der Regel mindestens zwei Bohrungen zwecks Zirkulation, auch diese sind oft mit Fluglochrosetten versehen. Besonders im Winter kommen da dann Kissen, Tücher usw. rein (ich würde zu etwas Hanfmatte tendieren) und in besonders heißen Gefilden bleibt es eben leer (wohl auch mit offenen Gitterboden) um nicht zu überhitzen, aber das betrifft uns ja weniger.

Was haltet ihr von dieser Deckelvariante?
Offensichtlich wird damit erfolgreich geimkert und das auch ohne jeglichen Schimmel. Klingt ja auch logisch, wenn die Feuchtigkeit nach oben entweichen kann.

Mit großer Wahrscheinlichkeit werde ich mich mal an so einen Deckel heranwagen, aber noch nicht dieses Jahr, denke ich.
Es ist ja auch interessant, dass man diesen Deckel hier quasi nicht antrifft. Ob das einen Grund hat? ;)
Oder gibt es hier schon jemanden, der damit arbeitet?
Wer lüftet mit mir dieses "Geheimnis"? :P

LG

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Re: Kondensatordach

Beitragvon zaunreiter » Fr 29. Mai 2020, 09:33

Von so einem Deckel halte ich nach meinen Erfahrungen: nix.

Es gibt genügend Alternativen zum Styropor, auch ökologische. Muss nur dick sein und wasserbeständig. Stecke das Material eine Woche in eine Wanne mit Wasser. Wenn es beim Rausheben genauso viel wiegt, wie vor dem Wässern, ist es verwendbar.

Den Rest mit "Belüftung" und "Dampfdiffusion" kann man sich sparen. Wo im Baum ist denn im Deckel eines Bienennestes eine Belüftung? Gar nicht. Da stehen nur meterhoch Holz über der Nisthöhle. Und bevor jetzt jemand auf die Idee kommt, Holzklötze als Deckel auf die Beuten zu stellen: macht euch doch das Leben nicht so schwer. Im wahrsten Sinne des Wortes. Man kann alles auch übertreiben.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Kondensatordach

Beitragvon Hainlaeufer » Sa 30. Mai 2020, 10:45

[quote="zaunreiter"]Es gibt genügend Alternativen zum Styropor, auch ökologische. Muss nur dick sein und wasserbeständig.[/quote]
Dann bitte ich um Verweisung zu besagten Bezugsquellen. Ich habe schon viele, viele Stunden darin investiert, ökologische Alternativen zu finden. Der Haken an der Sache: Die so genannten "ökologischen" Dämmmaterialien sind alles mit Insektiziden (gegen Mottenfraß usw), sodass sie für die Imkerei unbrauchbar sind. Material ohne Gifte, ließ ich mir testweise zuschicken, aber hatten nicht die nötige Beschaffenheit.
Einzig Hanfmatten (da gibt es auch zertifizierte Matten ohne Gifte) kämen da in Frage, aber nicht für alles zu gebrauchen, da sie nur in dünnen Stärken vorhanden sind.
Und wenn du jetzt zu Strohmatten verweisen möchtest: Da allein die Anschaffung und die Bearbeitung sowas von umständlich ist, möchte ich mich nicht mal im Gedanken länger damit befassen.

[quote="zaunreiter"]Den Rest mit "Belüftung" und "Dampfdiffusion" kann man sich sparen. Wo im Baum ist denn im Deckel eines Bienennestes eine Belüftung? Gar nicht.[/quote]
Man kann doch keine lebende Höhle, die nun mal ein Baum bieten kann, mit einer Kiste vergleichen.
Diesen Vergleich, den zB du auch ansprichst, finde ich schon länger lückenhaft und nicht mehr wirklich nachvollziehbar. Weil ich könnte mich auch nicht erinnern, dass ein Baum in der Luft schwebt und einen Gitterboden hätte. Oder ein hohler Baum eine Wandstärke von 24mm hätte.
Die Idee wäre nur die, dass überschüssige Feuchtigkeit entweichen kann. Auf eine Grundsatzdiskussion muss man sich da ja jetzt nicht einlassen?

[quote="zaunreiter"]Und bevor jetzt jemand auf die Idee kommt, Holzklötze als Deckel auf die Beuten zu stellen: macht euch doch das Leben nicht so schwer. Im wahrsten Sinne des Wortes. Man kann alles auch übertreiben.[/quote]
Klingt so, als hättest du die Schnauze voll vom Schiffer ;)

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Re: Kondensatordach

Beitragvon biene0.1 » So 31. Mai 2020, 23:12

Hallo zusammen,
[quote="zaunreiter"]Und bevor jetzt jemand auf die Idee kommt, Holzklötze als Deckel auf die Beuten zu stellen: macht euch doch das Leben nicht so schwer. Im wahrsten Sinne des Wortes. Man kann alles auch übertreiben.[/quote]
Klingt so, als hättest du die Schnauze voll vom Schiffer
Nicht allein der Herr Schiffer hatte diese Idee. Ich habe ein Massivholzdach 100mm gebaut. Es war nach wenigen Wochen völlig durchgezogen. Das habe ich aber auf unzureichende Lüftung oberhalb geschoben.
Nun habe ich das dach getauscht und werde weiter testen.
Ich denke aber, dass 100mm zu wenig Stärke ist.
Ich mache aber nicht dicker! Ist ja nur ein Test.
Eigentlich hatte ich vor, ein dichtes Dach in 100mm Stärke zu bauen, das mit Sägespäne gefüllt ist.
Mir geht es auch so, dass die biologischen Dämmstoffe auch nicht den Anforderungen genügen (Inhaltsstoffe).
Gruß
Harald
Warre-Beuten als Eigenbau,Bienenkugel als Eigenbau, Halbrähmchen.
Etwa 4 bis 6 Völker auf Bioflächen und extensiv genutzten blumenreichen Wiesen.


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