Warré-Kissen

Rund um das Dach des Warré-Bienenstocks, sowie dem Kissen.
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zaunreiter
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Re: Warré-Kissen

Beitragvon zaunreiter » Di 13. Mär 2018, 06:06

Das Kissen war auch im Original nach oben offen, aber auch dort schon dicht mit dem Außendeckel abgeschlossen. Schon wegen des Mäuse- und Insektenschutzes.

Die Funktion der Isolierung ist entscheidendender als die Funktion der Diffusion. Denn da diffundiert viel zu wenig als das es Unterschiede machen würde.

Dazu nochmal in Erinnerung gerufen:

http://www.immenfreunde.de/docs/Stockklima.pdf
http://www.immenfreunde.de/docs/Stockluft.pdf
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Claudia.1977
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Re: Warré-Kissen

Beitragvon Claudia.1977 » Mi 14. Mär 2018, 22:30

Ist inzwischen überholt: Das Warre Dach mit dem Kissen Bspw. Kleintierstreu aus Hanf und einem Baumwolltuch ist Hightech lt. Torben Schiffer. Die Bienen verkleistern das Tuch mit Propolis, dadurch kann der Wasserdampf gut raus ...
liebe Grüße Claudia
[Warré seit 2014 (Oekobeute, Andreas Meisel)/ TBH seit 2015 (Oekobeute, Andreas Meisel) / Bienenkugel seit 2016 (Andreas Heidinger)/ Klotzbeute, trocknet seit 2016, Inbetriebnahme in 2018 (Selbstbau im Zeidler Kurs, Schloss Hamborn)]

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Re: Warré-Kissen

Beitragvon zaunreiter » Do 15. Mär 2018, 04:41

Was ist überholt? :think:
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Ich summe, also bien ich.

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Bienenauge
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Re: Warré-Kissen

Beitragvon Bienenauge » Sa 17. Mär 2018, 18:33

zaunreiter hat geschrieben:Das Kissen war auch im Original nach oben offen, aber auch dort schon dicht mit dem Außendeckel abgeschlossen. Schon wegen des Mäuse- und Insektenschutzes.

Die Funktion der Isolierung ist entscheidendender als die Funktion der Diffusion. Denn da diffundiert viel zu wenig als das es Unterschiede machen würde.

Dazu nochmal in Erinnerung gerufen:

http://www.immenfreunde.de/docs/Stockklima.pdf
http://www.immenfreunde.de/docs/Stockluft.pdf


Wie kommst du darauf, dass zu wenig diffundiert? Da bin ich klar anderer Ansicht, durch Diffusion geht eine Menge Feuchtigkeit raus. Und die Wärme bleibt erhalten, wenn man auf Belüftung und offenen Boden verzichtet. Entscheidend ist natürlich, dass oberhalb der diffusionsoffenen Schicht eine gute Belüftung anliegt, um die Feuchtigkeit abzutragen. Daher auch meine Frage nach den aktuellen Ausführungen bei Warré.

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Re: Warré-Kissen

Beitragvon Bienenauge » Sa 17. Mär 2018, 18:42

Claudia.1977 hat geschrieben:Ist inzwischen überholt: Das Warre Dach mit dem Kissen Bspw. Kleintierstreu aus Hanf und einem Baumwolltuch ist Hightech lt. Torben Schiffer. Die Bienen verkleistern das Tuch mit Propolis, dadurch kann der Wasserdampf gut raus ...


Propolis ist zwar diffusionsoffen, es bremst aber natürlich trotzdem die Diffusion. Da kann auch Torben nichts dran ändern :-)
Erstaunlich ist aber, dass Propolis nur einen sehr geringen Wasserdampfdiffusionwiderstand besitzt. Die Feuchtigkeit diffundiert also nicht wegen der Propolisschicht, sondern erstaunlicher Weise nur geringfügig gebremst trotz der Propolisschicht...

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Re: Warré-Kissen

Beitragvon Immenpension » Sa 17. Mär 2018, 21:35

Bienenauge hat geschrieben:Wie kommst du darauf, dass zu wenig diffundiert? Da bin ich klar anderer Ansicht


vielleicht darf ich darauf mal antworten.
eine gute Diffusion sehe ich auch als gute Grundlage für ein gutes Klima in einer Beute, aber die Diffusion bei der Warre und Anderen durch die obere Abdeckung (Kissen) dürfte auf Grund der typischen Konstruktion gering ausfallen. Ein 15 cm hohes Kissen mit Steu oder anderen Materialien sorgt in diesem Bereich für eine hohe Oberflächentemperatur in der Beute. Bei Seitenwänden mit 2,5-3 cm liegt die Oberflächentemperatur an den Wänden aber deutlich tiefer (bei 15° Differenz innen-außen über 5°) und damit erfogt eine Kondensation hauptsächlich an den Seitenwänden.
Grüße vom Karle




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Re: Warré-Kissen

Beitragvon stefanzo » Sa 17. Mär 2018, 23:00

Das Abdecktuch wird von den Bienen nicht planlos mit Propolis zugekleistert. Die Bienen tragen an heißen Tagen im Sommer sogar Propolis wieder ab um mehr Luftdurchsatz zu haben. Die verbrauchte Luft steigt durch das Abdecktuch in das Kissen und wird von diesem langsam abgegeben. Dadurch hat man keinen Schimmel auf den Waben. Legt man anstatt dem Kissen eine Styroporplatte auf das Kissen, so schimmelt das Abdecktuch auf der Oberseite. Kann jeder einmal probieren. Tatsache ist, daß seitdem ich Kissenzargen bei all meinen Beuten verwende, auch für Beuten im Einheitsmaß, ich keine schimmligen Waben im Frühjahr mehr habe.
mfg stefanzo

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Re: Warré-Kissen

Beitragvon Bienenauge » Sa 17. Mär 2018, 23:21

Immenpension hat geschrieben:
Bienenauge hat geschrieben:Wie kommst du darauf, dass zu wenig diffundiert? Da bin ich klar anderer Ansicht


vielleicht darf ich darauf mal antworten.
eine gute Diffusion sehe ich auch als gute Grundlage für ein gutes Klima in einer Beute, aber die Diffusion bei der Warre und Anderen durch die obere Abdeckung (Kissen) dürfte auf Grund der typischen Konstruktion gering ausfallen. Ein 15 cm hohes Kissen mit Steu oder anderen Materialien sorgt in diesem Bereich für eine hohe Oberflächentemperatur in der Beute. Bei Seitenwänden mit 2,5-3 cm liegt die Oberflächentemperatur an den Wänden aber deutlich tiefer (bei 15° Differenz innen-außen über 5°) und damit erfogt eine Kondensation hauptsächlich an den Seitenwänden.


Die Hohe Temperatur unter dem Deckel ist der Auslöser für die Wasserdampfdiffusion. Je höher die Temperaturdifferenz an dem Bauteil (innen/aussen) ist, desto größer die Diffusion. Eine Schichtdicke von 15 cm ist allerdings schon wieder eine ganz schöne Bremse... An den Seitenwänden gibt es keine nenneswerte Diffusion, da hier keine nennenswerten Temperaturunterschiede anliegen. Kondensation an den Seitenwänden findet statt, weil hier die Luft auf der Innenseite soweit abkühlt, dass sie die Luftfeuchte nicht mehr hält. Wären die Seiten gedämmt (oder dicke Holzwände einer Baumhöhle) dann wären diese kühlen Bereich deutlich weiter unten und es käme zu einer Kondensation in unteren Bereichen.

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Re: Warré-Kissen

Beitragvon Bienenauge » Sa 17. Mär 2018, 23:27

stefanzo hat geschrieben:Das Abdecktuch wird von den Bienen nicht planlos mit Propolis zugekleistert. Die Bienen tragen an heißen Tagen im Sommer sogar Propolis wieder ab um mehr Luftdurchsatz zu haben. Die verbrauchte Luft steigt durch das Abdecktuch in das Kissen und wird von diesem langsam abgegeben. Dadurch hat man keinen Schimmel auf den Waben. Legt man anstatt dem Kissen eine Styroporplatte auf das Kissen, so schimmelt das Abdecktuch auf der Oberseite. Kann jeder einmal probieren. Tatsache ist, daß seitdem ich Kissenzargen bei all meinen Beuten verwende, auch für Beuten im Einheitsmaß, ich keine schimmligen Waben im Frühjahr mehr habe.
mfg stefanzo


Ich halte es für ausgeschlossen, dass durch ein mit Propolis beschichtetes Tuch + darüber Liegendes Kissen nennenswerte Luftbewegungen stattfinden. Es sind ausschliesslich Diffusionsvorgänge, natürlich nicht nur von Wasserdampf. Die Beschreibung deiner "Schimmel-Freiheit" legt den Verdacht nahe, dass die Wasserdampfdiffusion bei dir effektiv stattfindet. Wie ist die Abdeckung oberhalb des Kissens konstruiert? Wie ist dort die Belüftungssituation?
Schönen Gruß,
Roland

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Re: Warré-Kissen

Beitragvon stefanzo » Sa 17. Mär 2018, 23:57

Ja, die Luftbewegungen sind gering, ist eben auch die gewünschte Funktion. Die Bienen sollen ja nicht durch Zugluft auskühlen. Für die Abdecktücher verwende ich Baumwollgeschirrtücher, ebenso für die Bespannung des Kissens. Als Füllmaterial verwende ich kurz geschnittenes Stroh oder Sägespänne. Bei den Warres kommt darüber das klassische Dach. Bei Anderen Beuten im Bienenhaus lege ich einfach ein normales Dach darauf, achte aber stets das dieses nicht vollkommen abdichtet. Die Feuchtigkeit muß ja langsam wieder abgegeben werden. Auch im Warredach sollte man keinen dichten Zwischenboden bauen, sondern einfach ein paar Bretter nebeneinander mit kleinem Abstand nageln. Warre hat dieses System nicht erfunden, sonder lediglich übernommen, da er gesehen hat das es gut funktioniert. Die genaue Funktionsweise beschreibt er ausführlich in seinem Buch. Bitte lest darin noch einmal nach.
mfg stefanzo


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