Warrebeute in Warmbau?

Alles um den Warré-Bienenstock als ganze Beute. Bauanleitungen, Konstruktionstipps und so weiter.
Hainlaeufer
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Warrebeute in Warmbau?

Beitragvon Hainlaeufer » Di 12. Nov 2013, 22:13

Hallo liebe Warreianer/innen!

Aus einem anderen Gespräch wurde ich dazu veranlasst mal zu überlegen wie es mit Warmbau das ganze Jahr über wäre? Grundsetzlich war ich immer mit Kaltbau vertraut und lernte es damals auch so. Aber was wäre wenn ich (ohne Gitterboden und ein ca. 7x2,5cm großes Flugloch in der rechten vorderen Ecke) auf Warmbau umsteigen würde? Gibt es hier jemanden der hier das übers ganze Jahr betreibt und nicht nur vorm Winter ganz nach Warre umstellt?

Begünstige ich mit dem Warmbau gewisse Dinge, von denen ich nix weiß? Mehr Wärme im Stock? ;) :D

Den Bienen ist es ja grundsätzlich egal, aber wenn es irgendwie mehr den Bien begünstigt, wäre ich natürlich bereit dies umzuändern. Aber die Forum-Suchmaschine brachte mir da nicht viele Ergebnisse, hier arbeitet wohl jeder mit Kaltbau (ich ja bis jetzt auch :D). Im Kaltbau kann der Bien doch "besser atmen", denk ich mir. Was passiert aber im Warmbau, gibts da mehr Schimmel?

Ist wahrscheinlich alles auch bissl eine Glaubensfrage was ;). Aber vlt. ist ja jemand hier so lieb und öffnet mir die Augen diesbezüglich.

Vielen Dank!

LG

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zaunreiter
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Re: Warrebeute in Warmbau?

Beitragvon zaunreiter » Di 12. Nov 2013, 22:32

Der Bien sitzt gern mit dem Brutnest am Flugloch ("Brut braucht Sauerstoff"). Mit Warmbau verhinderst Du das. Da hast eine Wabe vor dem Flugloch, das war es. Mit Kaltbau hast Du mehrere Waben, auf denen die Brut nahe am Flugloch sitzen kann.

Außerdem Transportwege. Mit Waben zum Flugloch gekehrt, also im Kaltbau, können die hereinkommenden beladenen Sammlerinnen direkt auf jede Wabe steigen, um ihre Fracht loszuwerden.

Auch deswegen mag ich das "Zargenflugloch" in der Mitte der Zarge. Da bleibt den Bienen das Klettern erspart und es kann auch besser bewacht werden.

Im freien Stabilbau bauen die Bienen die Waben oft schräg zum Flugloch, doch meistens mit den Wabenenden zum Flugloch gekehrt, also mehr oder weniger Kaltbau. Ausnahmen sind zu große Fluglöcher oder zu hoch angesetzte Fluglöcher (Stülper), da werden gerne Deckwaben vor das Flugloch gebaut.

Ein weiteres Plus für den Kaltbau ist der Zehrweg im Winter. Auf Kaltbau sitzen die Bienen nahe des Flugloches zu Anfang des Winters und zehren dann - auf den gleichen Waben bleibend - nach hinten oben dem Futter nach. Im Warmbau müssen sie dazu Waben wechseln.

Nicht nur der Zehrweg, auch die Honigstapelung ist klarer geregelt. Im umgekehrter Richtung der Zehrung.

In Summe hat Warmbau mehr Nachteile für die Bienen als Kaltbau. Ich empfehle daher Kaltbau.

Viele Grüße

Bernhard
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Re: Warrebeute in Warmbau?

Beitragvon Hainlaeufer » Di 12. Nov 2013, 22:41

Na DAS nenne ich mal eine super Antwort! Vielen Dank Bernhard für deine Betrachtung und Infos!

Also lag ich doch nicht falsch, dass der Bien im Kaltbau besser "atmen" kann. Ja, dann werde ich wohl dabei bleiben. Spricht ja alles für Kaltbau ;).

Danke,

LG
Michi

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Re: Warrebeute in Warmbau?

Beitragvon edlBeefit » Mi 13. Nov 2013, 09:30

Hainlaeufer hat geschrieben:Na DAS nenne ich mal eine super Antwort! Vielen Dank Bernhard für deine Betrachtung und Infos!

Also lag ich doch nicht falsch, dass der Bien im Kaltbau besser "atmen" kann. Ja, dann werde ich wohl dabei bleiben. Spricht ja alles für Kaltbau ;).

Danke,

LG
Michi

Das würde ich so nicht bestätigen, wir in der Schweiz, mit dem Schweizerkasten, haben alles im Warmbau, und das schon ballt 100 Jahre
Und im Schweizerkasten imkern zu 90% alle Schweizer

Zeig dir mal die Bienenstände im Kanton Bern, Abstände oft nicht mal 200 Meter :D
alle gelben Punkte ein Stand, der per Koordinaten audgenommen wird
Dateianhänge
bienenstaende.jpg
Gruss Kurt Edlinger

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Re: Warrebeute in Warmbau?

Beitragvon zaunreiter » Mi 13. Nov 2013, 09:47

Ja, in der T120 ist auch Warmbau. Aber weder eine T120 noch ein Schweizerkasten sind mit Magazinbeuten zu vergleichen, zumal sie ja meist in Bienenhäusern in Reihen stehen. Dort kann man außer in Blätterstöcken gar nicht im Kaltbau arbeiten. Im warmhaltigen Bienenhaus fällt es den Bienen auch leichter, die Waben zu wechseln.

Ich kenne Warmbau aufgrund der T120-Beuten, ich hatte 20 Stück mal im Betrieb, sehr gut. Genau deswegen kann ich Kaltbau nur empfehlen.
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Re: Warrebeute in Warmbau?

Beitragvon Rumpel » Mi 13. Nov 2013, 09:55

Ja Bernhard da hast du auch recht damit.
Das sehe ich genauso wie du, aber rund ist Optimal leider.
LG. Jörn
Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.
Johann Wolfgang von Goethe

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Re: Warrebeute in Warmbau?

Beitragvon Hainlaeufer » Mi 13. Nov 2013, 10:34

edlBeefit @ Hey, dein Dateianhang führt ja fast zur Reizüberflutung, sobald man es richtig vergrößert :D. Echt schräg!

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Re: Warrebeute in Warmbau?

Beitragvon edlBeefit » Mi 13. Nov 2013, 11:15

Hainlaeufer hat geschrieben:edlBeefit @ Hey, dein Dateianhang führt ja fast zur Reizüberflutung, sobald man es richtig vergrößert :D. Echt schräg!


Dann schau mal da, da kanst den Kartenmassstab selber bestimmen, usw.

http://www.map.apps.be.ch/pub/synserver ... anguage=de
Gruss Kurt Edlinger

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Re: Warrebeute in Warmbau?

Beitragvon Theophanu » Fr 19. Sep 2014, 18:22

Was waren dann dann Warrés Argumente für den Warmbau?
Ihr schreibt doch häufiger,
dass -nach diversen Modifkationsversuchen- er doch recht zu haben schien.
sapere aude


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