nach Warrés Beschreibung imkern

Alles um den Warré-Bienenstock als ganze Beute. Bauanleitungen, Konstruktionstipps und so weiter.
onkelb
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nach Warrés Beschreibung imkern

Beitragvon onkelb » Do 11. Apr 2013, 11:38

Hallo, ich lese jetzt die tolle Übersetzung des Warré Buches das dritte mal. Dabei frage ich mich, ob sich wirklich jemand nur an die Anleitung hält (bis auf evtl. Varroabehandlung die damals noch kein Thema war) und wirklich so imkert wie Warré es beschreibt? Es gibt ja hier eine Menge Änderungen, Anpassungen usw. zu lesen.

Wie ist es rein nach der Anleitung mit dem von ihm geringsten beschriebenen Aufwand zu imkern. Funktioniert das, wäre das noch zeitgemäß?

Grüße Sebastian

kaibee
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Re: nach Warrés Beschreibung imkern

Beitragvon kaibee » Do 11. Apr 2013, 12:33

Weiß grad nicht wo Du wohnst, aber Warré hat nicht in Deutschland gelebt. Es gibt auch Anpassungen, die ggf. durch die geographische Lage und die damit verbundene klimatischen Gegebenheiten entstanden sind.

Ich bin über weite Teile des Jahres nicht häufig an meinen Beuten. Von Oktober bis März vielleicht einmal im Monat. Zur Schwarmzeit deutlich öfter. Wenn man die Bienen im Garten stehen hat, wird man vielleicht auch einfach aus Neugierde hingehen und schauen, was passiert. Damit meine ich Fluglochbeobachtungen. Kein Öffnen der Beuten. Wenn man einen kurzen Weg zu den Bienen hat und wirklich nur die notwendigen Besuche zählt, wird man auf eine relativ geringe Stundenanzahl pro Volk kommen.

Den meisten hier macht es einfach Spaß, die Bienen fliegen zu sehen! Arbeitszeit ist das ja nicht wirklich!

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Re: nach Warrés Beschreibung imkern

Beitragvon onkelb » Do 11. Apr 2013, 12:45

es geht mir nicht um die Arbeitszeit für mich sondern um sein Gesamtkonzept so umzusetzen wie er es beschreibt.

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Re: nach Warrés Beschreibung imkern

Beitragvon stefanzo » Do 11. Apr 2013, 23:11

Hallo !
Ich bin einer der es probiert. Bei meinen Warrebeuten arbeite ich klassisch nach Warre, nur werde ich etwas früher abernten, da man ja heutzutage auch gegen die Varroa kämpfen muß. Ich sehe für mich auch keinen Sinn hier alzuviel herumzudoktoren, den für andere Betriebsweisen habe ich andere Beuten. Ich wünsche hier allen ein gutes Gelingen und viel Honig!
mfg stefanzo

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Re: nach Warrés Beschreibung imkern

Beitragvon Mellina » Fr 12. Apr 2013, 14:08

Hallo Sebastian,
ich arbeite sehr nahe am Original, ich sehe mich da bisschen als Gralshüter und Gegenpart zu Bernhard. ;)

Wenn ich etwas anders mache, dann Vereinfachungen. Das sind vor allem der Verzicht auf die Sommer-/Winterstellungsdreherei, die Verwendung einer Bienenflucht bei der Ernte und einfachere (mit einer Spritze gezogene) Leitwachsstreifen.

LG
Mandy
Bauanleitung Warrébeute, Warrés Handbuch und Bernhards Kurzanleitung: http://www.warre-bienenhaltung.de

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Re: nach Warrés Beschreibung imkern

Beitragvon onkelb » Fr 12. Apr 2013, 15:54

Hallo,

schön, wenn das so funktioniert, will ich das auch so tun. :)
Die Einfachheit im Buch, die "experiemntierfreudigkeit" im Forum und die Gespräche mit "Alt"imkern haben mir zu denken gegeben. :geek:

Wenn ich denn demnächst meine 3 Vöker bekommen, was sich dieses Jahr als sehr waage heraus stellt wie mir alle möglichen Bienenverkäufer auf Grund der bisher schwachen Völkerentwicklung (in der Region) sagen, dann wollte ich die nicht gleich als Anfänger einen zu großem Risiko aussetzen.

Aber wenn das so geht, dann bekomm ich das schon hin ;)

Grad gucken die ersten wirklich warmen Sonnenstrahlen durch Fenster....

Grüße Sebastian

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Re: nach Warrés Beschreibung imkern

Beitragvon zaunreiter » Fr 12. Apr 2013, 16:47

Aua, das hört sich hart an. "Gegenpart". :lol: Ich spiele halt des Teufel's Advokat. Die dadurch entstehenden Kontraste ergeben dann hoffentlich für alle ein klares Gesamtbild.

Ich habe es zu Anfang mit der Originalbetriebsweise versucht und muß sagen, daß das in meiner Gegend nur bedingt funktioniert. Nur in guten Trachtjahren. Die sind aber relativ selten. (In 10 Jahren zwei gute, zwei schlechte und sechs mittelmäßige Jahre sagt man generell.) Ein bisschen was modifizieren kann also je nach Gegend notwendig werden. Die Notwendigkeit kann Dir aber kaum jemand aus der Ferne prognostizieren.

Der Ausweg, um die Völker nicht zu riskieren, ist eine genaue und kontinuierliche Beobachtung in den ersten Jahren. Wenn sich das eingespielt hat, ist das dann weniger notwendig. Also ruhig Mut und in die Völker schauen, Photos machen und viele Fragen hier stellen.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: nach Warrés Beschreibung imkern

Beitragvon Hainlaeufer » Fr 12. Apr 2013, 18:40

Liebe Mellina!

Darf ich fragen, wenn du Klassisch, quasi ein auf zwei Zargen ausgewintertes Volk im Frühling mit zwei weiteren Zargen durch Untersetzen erweiterst, wie viele Schwärme gehen dann im Schnitt im Jahr ab? Erntest du quasi dann die oberste Zarge oder? Oder hast du Bienen die einem Hüngler-Typ angehören und daher durch das Untersetzen nie wirklich abschwärmen?

Würde mich einfach interessieren ;).

Vielen Dank!

LG

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Re: nach Warrés Beschreibung imkern

Beitragvon Mellina » Fr 12. Apr 2013, 20:15

@Bernhard
Das mit dem Gegenpart war durchaus positiv gemeint, eher im Sinne von Ergänzung. Ich glaube, dass ist so ein Männer-Frauen-Ding. Männer kochen meiner Erfahrung nach ungern nach Rezepten, sondern müssen immer erst lange selbst an einem Rezept rumexperimentieren, bevor sie dann nach Jahren wieder beim Ursprung gelandet sind, aber diesmal selbsterfunden. 8-) Manchmal entdecken sie dabei aber auch was neues. Frauen dagegen lieben es, nach Rezepten zu kochen. Bewahrerinnen von Wissen, Traditionen und Werten (hüstel, hüstel).

Teufels Advokaten sind wir aber wohl beide. :lol:

In Bezug auf Warré habe ich es aber wirklich leicht. Wir haben hier vom zeitigen Frühjahr bis zum späten Herbst eine durchgehende Läppertracht. Richtig große Massentrachten dagegen kaum, da die Pflanzen auf unserem Sandboden vergleichsweise wenig Nektar geben.

@Hainlaeufer
Schwärmen lasse ich nicht, auch da bin ich ganz bei Warré und teile zur Schwarmzeit in zwei Teile.

LG
Mandy
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Re: nach Warrés Beschreibung imkern

Beitragvon stefanzo » Fr 23. Aug 2013, 22:41

Hallo zusammen!
Zeit um zu erzählen wie es mir heuer ergangen ist. Angefangen mit Warre habe ich 2012 als ich meine ersten drei Beuten besiedelte. Ziel war es zusätzlich zu meinen Magazinbeuten meine Imkerei zu erweitern, das Brutnest besser zu verstehen lernen und die Arbeitet nicht zu stark ausufern zu lassen. 2012 war ein denkbar schwieriges Jahr, da die Tracht in meiner Gegend gleich Null war. Nur mit Mühe und füttern ist es mir gelungen die Bienen zum Bauen in der 2. Zarge zu überreden. Als die zweiten Zargen zu drei viertel ausgebaut waren gab ich mich zufrieden. Ein Fehler wie sich zeigen sollte. Den 2 schwärmten mir heuer. Zum einen eine Freude, da ich schon lange keinen Schwarm mehr hatte, zum anderen etwas Schade. Dem dritten nahm ich den Schwarm vorweg, fiel aber in eine lang anhaltende Kälteperiode was die Sache auch nicht leichter machte. Die Weiselzellen wurden zur Vermehrung genutzt, das verrückte Wetter sorgte für teilweise unbegattete Königinnen. Nun dies alles zu erzählen würde ein Buch füllen, ich glaube das lasse ich besser. Weiter mit meinen 3 Startvölkern. Bis Mitte Juli waren sie mit Däumchendrehen auf 2 Zargen beschäftigt. Erst Mitte Juli kurz vor dem Abräumen setzte die Waldtracht ein. Gott sei Dank Melezitose! Na so schlimm war es nun auch wieder nicht der Anteil an Zementhonig hielt sich bei mir in Grenzen. Ein Schwarm und meine 3 Startvölker brachten mir dann 4 prall gefüllte Honigzargen. Ca 30 kg konnte ich davon in eigens angefertigten Körben schleudern, der Rest war Melezitose. Obwohl ich erst Mitte August abräumte, so spät wie noch nie, haben meine Bienen weniger Varroa als im Vorjahr Mitte Juli. Über die Ursachen kann man spekulieren, Brutpausen während der Kälte? oder ehemalige Nachbarvölker?
Mein Ziel für heuer habe ich erreicht,zusätzlichen Honig, viel dazugelernt, Obstbäume, Brombeeren, Himbeeren, Kürbis und was es alles sonst noch gibt ausreichend bestäubt. Selbst von den Nachbarn gab es Lob auch sie haben wieder sehr viel Obst. Melezitose, lang anhaltende Tracht, spät abräumende Imker versprechen einen schwierigen Winter in meiner Gegend. Ich wünsche allen viel Glück für 2014.
mfg stefanzo


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