Warre Beute aus dem Baumarktregal

Alles um den Warré-Bienenstock als ganze Beute. Bauanleitungen, Konstruktionstipps und so weiter.
Bär
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Warre Beute aus dem Baumarktregal

Beitragvon Bär » Mi 1. Feb 2012, 11:02

Hallo zusammen!

Nach langem mitlesen möchte ich mir nun auch 2 Warre bauen. Jetzt, kurz vor der Materialbeschaffung, stellen sich mir noch einige Fragen. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir dazu eure Meinung sagt.

1.) Die Zarge
- Da ich mich aus den Baumarktregalen bedienen möchte, stellt sich die Frage ein 30 cm Brett zu nehmen und auf 21 zu kürzen oder direkt ein 20 cm Brett zu verwenden.

2.) Die Oberträger
- Ich könnte die Oberträger 5mm statt 10mm stark machen und hätte dann alles etwas filigraner. Außerdem wäre ich dann wieder am 21er Zargenmass.
- Ich könnte die Oberträger 20mm statt 25mm breit machen und hätte dann 9 Oberträger.

3.) Der Boden
- Habt ihr im Boden ein Varroagitter? Oder gibt es dann ein Problem mit der Ventilation, da ja durch die gute Belüftung oben ein Kamin entsteht.
- Seid ihr mit dem Boden nach Warre zufrieden? Er hatte damals schließlich keine Varroa.

Für weitere Tipps und Hinweise bin ich sehr dankbar!

Vielen Dank und viele Grüße,
Marc

kaibee
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Re: Warre Beute aus dem Baumarktregal

Beitragvon kaibee » Mi 1. Feb 2012, 11:31

Hallo Marc,

zu 1)
Ich kenne aus dem Baumarkt nur die Bretter mit 19/20mm oder 28mm Stärke. Nimm nicht die dünnen Bretter. Wenn Du keine 24mm bekommst, dann würde ich lieber mit 28 als 20 arbeiten. Allerdings werden die 28er Zargen auch sehr schwer. Das Regal-Holz aus dem Baumarkt ist teilweise wirklich schrott. Schau Dich mal in deiner Stadt um. Häufig bekommt man beim Profi-Holzhandel sehr gutes Holz, das teilweise sogar noch günstiger ist als im Baumarkt! Ich bin auch immer wieder erstaunt, zu welchen Apotheker-Preisen in Baumärkten minderwertiges Material verkauft wird.

Ob 20 oder 21 ist kein riesiger Unterschied. Du könntest auf ein 20er Brett auch 10mm Leisten leimen, dann hast Du 21cm-Zargen und gleichzeitig eine Auflage, um die Oberträger aufzulegen.

zu 2)
Oberträgerstärke würde ich 9mm empfehlen, damit das Kissen gescheit aufliegt! Darunter würde ich eigentlich nicht gehen. Vielleicht hält es, aber vielleicht auch nicht auf Dauer. Mehr als 8 Oberträger kannst Du natürlich auch nehmen. Dazu gibt es bislang aber wenig Erfahrungen. Wir haben irgendwo auch einen Thread dazu... musst Du mal suchen!

3) Ich habe keine Gitter. Ansonsten bin ich eigentlich ganz zufrieden mit dem Standardboden. Wenn Du unbedingt, Varroen zählen willst, dann bastel Dir einen Varroa-Boden. Machen ja auch viele. Ob das gut oder schlecht für die Bienen ist, kann Dir auch keiner mit großer Sicherheit sagen. Also ausprobieren! Ich habe mal ne zeitlang Varroen gezählt und fands nicht besonders aufschlussreich. Daher lasse ich es nun!

Ich habe früher im Baumarkt auch nach günstigem Holz zum Bau für Beuten gesucht. Ich war nicht besonders erfolgreich und bin im Nachhinein froh, dass ich nun Zargen vin sehr guter Qualität habe. Manchmal lohnt es sich, ein bisschen mehr auszugeben! Ohne viel Werbung machen zu wollen, ich kaufe nur noch Bausätze eines deutschen Warré-Beuten-Bauers! Die Qualität ist top, der Preis stimmt und man kann auch noch selber handwerklich tätig werden!

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Re: Warre Beute aus dem Baumarktregal

Beitragvon viennapis » Mi 1. Feb 2012, 17:44

Hallo Marc!
Obwohl wir erst seit letzem Jahr eine Warre besitzen kann ich sagen, wir sind mit dem Originalboden zufrieden. Was wir jetzt im Winter doch noch schnell zusammengeschraubt haben war ein Rahmen aus Leisten mit einem zusätzlichen Ausschnitt beim Flugloch. Der kam wegen den abgestorbenen Bienen direkt aufs Bodenbrett, somit verstopft es nicht so schnell. Die Waben haben dadurch etwa 5cm mehr Abstand zum Boden und die toten Bienen verlegen keine Wabengasse. Jetzt kann ich sogar mit einer Taschenlampe bewaffnet beim Flugloch reinschauen, scheint eine gute Lösung zu sein. Bienen leben noch. :)
Bär hat geschrieben:- Seid ihr mit dem Boden nach Warre zufrieden? Er hatte damals schließlich keine Varroa.
Gruß Geri

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Re: Warre Beute aus dem Baumarktregal

Beitragvon kaibee » Mi 1. Feb 2012, 19:13

Gibts da auch ein Foto von? Wie sehen denn so Warré-Beuten in Wien aus?

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Re: Warre Beute aus dem Baumarktregal

Beitragvon viennapis » Do 2. Feb 2012, 18:01

Hallo kaibee, wenn alles wieder grünt und die Bienen fliegen kann ich gerne einige Fotos schießen und einstellen. Auf der Speicherkarte habe ich nur gerade mal drei unspektakuläre Bilder von den Zanderwaben.
Ich bin überzeugt, in Wien sehen die Warre ganz genau so aus wie bei euch... außer wir streichen sie schnell noch in rot weiß rot. :lol:

Heute -13° Kuschelwetter, mag nicht wirklich lange raus, bin keinen Winter mehr gewohnt. Tea time!
Gruß Geri

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Re: Warre Beute aus dem Baumarktregal

Beitragvon pmb379 » Do 9. Feb 2012, 09:17

Hallo Marc,

> 1.) Die Zarge
- Da ich mich aus den Baumarktregalen bedienen möchte, stellt sich die Frage ein 30 cm Brett zu nehmen und auf 21 zu kürzen oder direkt ein 20 cm Brett zu verwenden. <

Ich selbst habe mir bei einem Tischler die Bretter auf Maß schneiden und die Nut einfräsen lassen. Nachgedacht hatte ich auch mal darüber, vielleicht zwei oder drei Rauspundbretter mit Nut und Feder zusammenzuleimen und die dann zuzuschneiden. Ich hatte aber zu der Zeit noch keine Kreissäge zur Verfügung, also habe ich es gelassen.

Ich hatte mich auch einmal gefragt, ob der eine Zentimeter weniger, bei 20 cm Brettern, wirklich etwas ausmacht. Vieleicht sind die *exakt* 20 cm Nettohöhe ja auch gegriffen. Das weiß ich aber nicht wirklich, weil ich's nicht ausprobiert habe.

Hier ist das mal ansatzweise diskutiert worden:
viewtopic.php?f=19&t=73&p=778#p778

Wenn ich nochmal Zargen baue, nehme ich zöllige Bretter. Mit den 20 mm Brettern habe ich teils böse Probleme mit Verzug gehabt. Bei einer Zarge hat es sogar einmal eine Schraube abgerissen, als sie schon bewohnt war. Da war dann auf einmal ein 1 cm breiter Spalt seitlich in der Beute. Kaugummi hat da erstmal geholfen ...

> 2.) Die Oberträger
- Ich könnte die Oberträger 5mm statt 10mm stark machen und hätte dann alles etwas filigraner. Außerdem wäre ich dann wieder am 21er Zargenmass.
- Ich könnte die Oberträger 20mm statt 25mm breit machen und hätte dann 9 Oberträger. <

Ich habe Oberträger aus gekürzten DNM Ober- und Unterträgern, die ich rumliegen hatte. Das bedeutet 315 x 25 x 8 mm. Mit aufgepinselten Wachsstreifen aus sauberem Entdeckelungswachs. Das läßt ungefähr 8 mm Abstand zwischen den Trägern und je etwa 6 mm zur Wandung rechts und links. Da können Bienen eigentlich locker durch, hatte ich mir gedacht, und ich könnte einen etwas kleineren Wabenabstand erreichen.

Von 4 gefangenen Schwärmen haben letztes Jahr alle sauber an den Streifen gebaut, und auch 9 Waben breit (außer dem Winzigschwarm, s.u.). Ein starker Kunstschwarm hatte schräg gebaut. Ein sehr kleiner Schwarm hatte kaum gebaut und ist eingegangen. Keines dieser Völker hat mehr als eine Kiste ausgebaut, trotz Flüssigfütterung im Sommer. Die vier Völker habe ich dann zu zwei Zweizargern vereinigt und aufgefüttert. Ein gutes Gefühl habe ich nicht, was das Überleben des Winters betrifft.

Das scheint mir insgesamt kein gutes Ergebnis zu sein, aber ob das an der Zahl oder Breite der Oberträger lag? Keine Ahnung. Vielleicht haben die Abstände von 8 mm die Bienen entmutigt, die zweite Zarge zu besiedeln. Vielleicht gehe ich doch auf 8 Träger zurück, wenn ich nächstes Jahr Schwärme fangen sollte. Weiß ich noch nicht so recht. Aber ich glaube, die recycelten DNM-Träger sind an sich schon in Ordnung.

Durchbiegen tun die sich jedenfalls nicht, nur weil sie einen Millimeter dünner sind als Warre vorschlägt. Der Vorteil ist, mancher hat das Material gebraucht herumliegen, aber selbst wenn nicht, kann ich aus einem Rähmchen, das ich in Teilen kaufe, vielleicht sogar aus zweiter Wahl, 2 Träger machen, ohne viel Arbeit, und ohne Hobel oder andere Spezialwerkzeuge und -Fertigkeiten.

> 3.) Der Boden
- Habt ihr im Boden ein Varroagitter? Oder gibt es dann ein Problem mit der Ventilation, da ja durch die gute Belüftung oben ein Kamin entsteht.
- Seid ihr mit dem Boden nach Warre zufrieden? Er hatte damals schließlich keine Varroa. <

Ich habe den Standardboden. Oben ist übrigens keine Belüftung. Das Dach schließt das an sich nach oben offene "Kissen" ab.

Ich habe mit DN auf Gitterboden angefangen und bin wahrscheinlich indoktriniert. Ich habe mit dem geschlossenen Warreboden das Gefühl, daß ich die Bienen ersticke. Aber das ist wohl Unsinn und nur in meinem Kopf. Schließlich funktioniert das ja allerorten, und in der Vergangenheit bevor man Styroporbeuten hatte, die man extra belüften mußte, wegen dem Schimmel (wie ich mal irgendwo gehört hatte).

Ich mag andererseits den Originalboden - er ist so schön einfach, elegant und funktional. Das KISS Prinzip - keep it simple, silly.

Ich wohne übrigens nicht sehr weit weg von Dir. Ich bin zwar alles andere als ein Experte (eher ein blutiger Anfänger, der ein oder zwei Jahre mehr Zeit hatte um Fehler zu machen), Erfolge lassen bis jetzt eher auf sich warten, und sehr beeindruckend sieht es bei mir auch nicht aus, aber wenn Du irgendwann mal gucken kommen willst, bist Du willkommen.

Gruß,
Peer

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Re: Warre Beute aus dem Baumarktregal

Beitragvon viennapis » Do 9. Feb 2012, 10:02

Hallo Peer!
Wie hast du das genau gemacht, ich verstehe es nicht ganz wie auf eine flache Rähmchenleiste ein Wachsstreifen im rechten Winkel aufgepinselt werden kann?
Viele kleben einfach Mittelwandstücke in Sägenuten.

Ich bin schon gespannt was die anderen dazu sagen warum dir die vier Schwärme jeweils nur eine Zarge ausgebaut haben, das trotz Fütterung.
Bei uns hat das eine Volk immerhin bis August auch die Waben in der unteren Zarge fertig gestellt.

Ich wünsche dir dass sie vereinigt alle durchkommen!
Mit aufgepinselten Wachsstreifen aus sauberem Entdeckelungswachs.
Von 4 gefangenen Schwärmen haben letztes Jahr alle sauber an den Streifen gebaut,
Gruß Geri

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Re: Warre Beute aus dem Baumarktregal

Beitragvon pmb379 » Do 9. Feb 2012, 10:32

Hallo Geri,

danke für die guten Wünsche. :)

Ich habe mit einem Borstenpinsel aus dem Tuschkasten einfach flüssiges Wachs auf den Träger aufgemalt, zwei oder drei Striche übereinander, damit es dick genug wird.

Hier ist ein Bild:

http://lavendercreek.files.wordpress.co ... strips.jpg

oder klappt dies? mal sehen ...

Bild

Gruß,
Peer

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Re: Warre Beute aus dem Baumarktregal

Beitragvon Klippenimker » Mi 26. Feb 2014, 08:00

pmb379 hat geschrieben:
Ich habe Oberträger aus gekürzten DNM Ober- und Unterträgern, die ich rumliegen hatte.
Von 4 gefangenen Schwärmen haben letztes Jahr alle sauber an den Streifen gebaut, und auch 9 Waben breit Keines dieser Völker hat mehr als eine Kiste ausgebaut, trotz Flüssigfütterung im Sommer.
Das scheint mir insgesamt kein gutes Ergebnis zu sein, aber ob das an der Zahl oder Breite der Oberträger lag? Keine Ahnung. Vielleicht haben die Abstände von 8 mm die Bienen entmutigt, die zweite Zarge zu besiedeln. Vielleicht gehe ich doch auf 8 Träger zurück,

Servus Peer,
ich schneide die Wabenleisten auch gerade von gebrauchten Rähmchen zurecht.
Wie ist es bei Dir weitergegangen?
Acht oder neun Leisten würden auch bei mir passen, da ich Warrémaße habe, nur die Zargenhöhe von Thür.
Wäre toll würdest Du berichten was sich bei Dir besser bewährt hat.

Wünsche ein erfolgreiches Bienenjahr!
Cheerio, Wolferl

Ein Leben ohne Bienen ist möglich, aber geistlos!

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Re: Warre Beute aus dem Baumarktregal

Beitragvon Klippenimker » Do 27. Feb 2014, 08:04

Servus zusammen,
meine zwei Kissen sind soweit fertig, bespannt und gefüllt.
Den empfohlenen Mehlkleister für das Abdecktuch lasse ich lieber weg, ich habe ein ungutes Gefühl dabei, wegen Feuchtigkeit und so weiter.
Welchen Vorteil seht ihr darin diesen Mehlkleister doch zu verwenden?

Des Weiteren bin ich mir noch immer unschlüssig wie viele Wabenleisten pro Zarge aufgelegt werden sollen.
Womit seid Ihr besser zurechtgekommen, mit acht oder neun Leisten?

Der Frühling ist die schönste Zeit! Ich bin jedes Jahr aufs Neue ungeduldig bis es so richtig losgeht. :D
Cheerio, Wolferl

Ein Leben ohne Bienen ist möglich, aber geistlos!


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