Fragen beim Warré-Start

Alles um den Warré-Bienenstock als ganze Beute. Bauanleitungen, Konstruktionstipps und so weiter.
Kirsche
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Fragen beim Warré-Start

Beitragvon Kirsche » Di 14. Mär 2017, 21:29

Hallo liebe Bienenfreunde,
ich bin neu hier und überhaupt absoluter Neuling was Bienenhaltung betrifft. Nachdem ich das Buch zur Warré-Imkerei gelesen habe, möchte ich dieses Frühjahr mit der Warré-Imkerei beginnen. Ich hoffe, ich kann ein paar Fragen hier beantwortet bekommen, denn ich bin ehrlich gesagt doch ein wenig aufgeregt.
1. Ich habe die Beuten bereits da und warte auf die Bienen ;-)). Kann man sagen, ob eine Bienenrasse eher gut/ nicht gut für die Warré-Beute geeignet ist? (z.B. wegen der kleineren Größe der Warré-Beute oder SChwarmverhalten)
2. Wenn dann mal Bienen einziehen werden, wieviele Zargen stellt man anfangs übereinander? Im Buch steht, dass das ganze Haus also gleich mit allen 4 aufgestellt werden kann. Aber ich habe auch gelesen, zuerst 2 Zargen, dann zum Aufbau/Vergrößern immer eine Zarge von unten anbauen.

So, das sind erst mal meine, ich denke, einfachen Fragen. Ich bin gespannt auf eure Antworten. Wenn die Praxis kommt, kommen ganz bestimmt noch viiiiiele weitere Fragen, z.B. zu Schwarm, Varoa, Fütterer, u.s.w.

Viele Grüße von Kirsche

biene1.0
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Re: Fragen beim Warré-Start

Beitragvon biene1.0 » Di 14. Mär 2017, 22:50

Hallo Kirsche,
herzlich willkommen unter den Warreanern.
Zu der Bienenrasse, die sich besser eignet, kann ich nichts sagen. Vor 3 Jahren habe ich ein paar Schwärme geschenkt bekommen. Die haben sich gut in den Beuten entwickelt. Über diese Frage habe ich mir keine Gedanken gemacht. Sicher können die Alten und Erfahrenen etwas dazu sagen.
Zu der Anzahl der anfänglichen Zargen: Es sollte IMMER der Raum zur Größe des Volkes passen. Am Anfang habe ich zwei Zargen auf den Boden gestellt. Der Bau beginnt immer oben. Und die untere Zarge ist auch schnell ausgebaut. Nach 2 Wochen sollte schonmal gekippt werden,um zu sehen wie weit der Ausbau schon ist. Und etwa bei 2/3 Ausbau könnte schon die 3. Zarge untergesetzt werden. Wenn Du einen Ableger aus 2016 bekommst, dann könntest Du die 3. Zarge als Honigraum aufsetzen. Wabenträgerabstand 38 - 40mm. Dann könntest Du u. U. auch ohne Absperrgitter zurechtkommen.
Na dann viel Spaß beim Bienen halten.
Gruß
Harald
"Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen."
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Re: Fragen beim Warré-Start

Beitragvon Distelbauer » Mi 15. Mär 2017, 23:49

Auch von mir ein herzliches Willkommen.
Auf die Bienenrasse würde ich erst mal gar keinen Wert legen. Wenn du Imkernachbarn hast vermischt sich das eh wieder. Und mit der Warre klarkommen sollten auch die meisten Bienenrassen. Wenn du das bekommen kannst würde ich ein Volk aus einem Naturbauvolk nehmen (Vorschwarm). Ansonsten: Erst mal 2 Zargen geben, sollten sie im Laufe des Jahres voll werden noch eine 3te unterstellen. Falls diese zum Herbst hin nur wenig oder halb ausgebaut ist evtl. übern Winter wieder auf 2 reduzieren. Viel Erfolg mit den Bienen.

LG Georg

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Re: Fragen beim Warré-Start

Beitragvon zaunreiter » Mo 20. Mär 2017, 17:52

Die Bienenrasse ist erstmal nicht so bedeutend. Nur brave Bienen sollten es sein, denn richtige Stecher machen zu Anfang gar keinen Spaß. :doh:

Ich bin mittlerweile auf den Trip, immer erstmal eine Zarge zu geben und sobald diese ausgebaut und bebrütet wurde, dann erst eine zweite Zarge. Zumindest, wenn Du nicht gerade einen Klopperschwarm von mehreren Kilogramm Gewicht hast.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Fragen beim Warré-Start

Beitragvon P+P » Mi 17. Mai 2017, 13:30

Wir hätten auch noch 2 Fragen zum Start:

1. Warré schreibt in seinem Buch, Ausrichtung der Beuten niemals nach Süden? Warum ist das so? Gibt es Ausnahmen?
Unsere sollen unter einer hohen Zypresse stehen, Schatten ist da.

2. Warré schreibt:
"Hingegen wird man nahe des Bienenstandes niemals dulden: .... , die Lorbeerkirsche... Diese Pflanzen sind nicht schädlich für die Bienen, aber ihre Alkaloide gehen in den Honig über, der gefährlich wird."

Nun wimmelt es in unserer Umgebung von Kirschlorbeer, hohe Hecken als Sichtschutz. Weiß da jemand etwas Genaueres darüber? Kann man den Honig hier nicht verzehren? Wir wollten zwar hauptsächlich für die Bienen imkern, aber so ganz ohne Honig... :think:

LG, Petra und Peter

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Re: Fragen beim Warré-Start

Beitragvon Talisien » Do 18. Mai 2017, 14:51

Kirschlorbeer enthält ein Glycosid, das in Blausäure umgewandelt werden kann. Blausäure ist natürlich giftig. Bienen und Ameisen lieben Kirschlorbeer wegen seiner extrafloralen Nektarien. Der abgegebene Stoff ist nicht giftig, das ist das was die Biene einträgt. Bei der Häufigkeit des Kirschlorbeers müßten ansonsten sehr viele Honige belastet sein. Da es sich bei der Pflanze um einen Neophyten handelt sollte man sie nicht anpflanzen. Imker haben sie wohl eher wegen ihrer Giftigkeit wenn man Teile von ihr ißt (Kinder könnten die Früchte essen) nicht angebaut.
In der Türkei kocht man übrigens aus den Früchten Marmelade. Das Gift zerfällt wenn es erhitzt wird. Ich habe in der Türkei viele Bienenbeuten in der Nähe von Kirschlorbeer sehen können. Niemand klagte über Vergiftungen. Trotzdem sollte man Kirschlorbeer in unseren Breiten nicht anpflanzen.
Ich denke wegen eurer Honigernte müsst ihr keine Bedenken haben.

Karin
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Re: Fragen beim Warré-Start

Beitragvon Karin » Do 18. Mai 2017, 15:36

Hallo P+P,
Warrė meint, dass die Bienen es im Sommer nicht schaffen, die Beute zu kühlen, wenn die Mittagssonne auf das Flugloch scheint. Ich habe meine Beuten nach Südosten ausgerichtet und damit kommen die Völker auch mit den heißen Sommertemperaturen in der Lausitz klar. Wenn eure Völker aber im Schatten der Bäume stehen, gibt es dieses Problem ja nicht.
Viel Freude an den Bienen wünscht
Karin

P+P
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Re: Fragen beim Warré-Start

Beitragvon P+P » Do 18. Mai 2017, 15:50

Herzlichen Dank Euch beiden. Dann kanns ja unbeschwert los gehen. Wir warten auf die ersten Bienen.

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Re: Fragen beim Warré-Start

Beitragvon biene1.0 » Fr 19. Mai 2017, 21:08

Hallo P+P,
zur Ausrichtung der Beute gibt es natürlich immer unterschiedliche Meinungen. Was sonst?
Sicher spielt der Standort eine Rolle. Ich habe mich vor 3 Jahren für den FlUg nach Osten entschieden. Keine Nachteile bemerkt. Morgen- und Vormittagssonne ist immer günstig. Direkte Mittagssonne auf das Flugloch wäre sicher nicht die beste Wahl.
Auch unter Bäumen sehe ich das so, dass die flachstehende Sonne das Flogloch erreichen sollte. Schatten am Mittag ist dann das angenehme an dieser Aufstellung.
Gruß
Harald
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