Beute umgekippt

Alles um den Warré-Bienenstock als ganze Beute. Bauanleitungen, Konstruktionstipps und so weiter.
Beatrice
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Beute umgekippt

Beitragvon Beatrice » So 24. Apr 2016, 21:11

Hallo,
leider ist am Donnerstag eine meiner Beuten durch einen drauffallenden Ast umgekippt und alle Waben von den Anfangsleisten sind
abgerissen. Eine Woche zuvor hatte ich eine Zarge mit leeren Waben untergesetzt da das Volk auf einer vollen und einer leeren Zarge überwintert hatte (kleiner Nachschwarm der es nicht geschafft hatte zwei Zargen auszubauen). Wir haben notdürftig die abgebrochenen Waben wieder reingestellt, so gut es eben ging. Nun wurde mir von einer netten Warreanerin empfohlen während der Schwarmzeit die Bienen in eine neue Beute zu kehren und dem Volk somit einen Neustart zu ermöglichen.
Hat jemand mit so etwas schon Erfahrung machen müssen?
LG Beatrice

biene1.0
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Re: Beute umgekippt

Beitragvon biene1.0 » Do 18. Jan 2018, 18:03

Hallo zusammen,
eben von der "Sturmfront" zurück.
Mein "Wiesenvolk" ist vom Bock gekippt, trotz Spanngurt!!! Regelrecht vom Bock gedreht, aus dem Gurt heraus.
Alles noch ganz. Selbst und die Bienen mit hohem "Adrenalinspiegel". Sicher hats ein paar Bienen verweht und auch ein paar Stiche, aber sonst noch in Ordnung. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass es trotz Verankerung doch geschieht.
Ich hoffe das ist das einzige Volk, morgen muss ich dann die anderen besuchen. Jetzt ist das mir zu gefährlich.
Hoffentlich erwischt es nicht zuviele Völker.
Bleibt zu hause!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Harald
"Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen."
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Bienen_Oli
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Re: Beute umgekippt

Beitragvon Bienen_Oli » Fr 19. Jan 2018, 17:38

Hallo Harald,

das hört sich ja nicht gut an.

Das tut mir leid. Sch... Sturm.

Ich habe bei meinen kleinen Zargen diese Ecken verwendet.
Ist eine super Sache, da verrutscht nix und man kann die Zargen sogar auf einer glatten Fläche darauf abstellen wenn man sie mal runter nimmt.
Ich werde das bei meinen Warré auch so machen.
Die sind ja für Nutlose Zargen gedacht.Kostet 2 Euro pro Zarge. Ich glaube das ist gut invertiertes Geld.

Nach Deiner Beschreibung werde ich auf jeden Fall für eine gute Verzurrung sorgen.

Ich wünsche Dir, aber auch Beatrice das Ihr Eure Bienen wieder flott bekommt und keinen Ausfall bekommt.
:eusa-pray:
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Re: Beute umgekippt

Beitragvon biene1.0 » Fr 19. Jan 2018, 18:05

Hallo Oli,
danke für die Wünsche.
Das Volk (Ableger) ist stark und wird den Sturz verkraften.
Sie haben KEINEN Milbenfall mehr gehabt seit Ende November. Bei nächster Gelegenheit (Bienenflug) werde ich wohl mal nachsehen ob dadrin noch alles an seinem Ort ist und wie es mit Futter aussieht. Sie mussten ja bei 3°C wieder anfangen und werden jetzt viel verheizen. Und so dicht wie vorher ist die "Hütte" auch nichtmehr.
Auch allen andren, die mit Sturmschäden zutun hatten / haben viel Erfolg beim Herstellen des alten Zustandes.
Gruß
Harald
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Re: Beute umgekippt

Beitragvon Bienen_Oli » Sa 20. Jan 2018, 15:10

Hallo Harald, was machen denn die beiden anderen Völker.
Ist der Sturmschaden groß?

Gruß
Oli

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Re: Beute umgekippt

Beitragvon biene1.0 » Sa 20. Jan 2018, 22:35

Hallo,
heute war es sonnig und ich habe mein gestürztes Volk wieder komplettiert. Das Tuch musste noch auf die obere zarge und das Kissen habe ich mit geknüllter Zeitung bis oben aufgefüllt. Das Volk war schön warm und ich habe nicht lange offen gelassen. Nur Tuch drauf und Kissen drauf.
Alle anderen (4) habe ich besucht. Alles gut. Sie stehen auch geschützt.
Am Bock werde ich an der Vorder- und an der rechten Seit mit einem Brett und einer Leiste ein Rutschen der Beute verhindern.
Also: Glück gehabt! Andere leider nicht so.
Gruß
Harald
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Re: Beute umgekippt

Beitragvon Claudia.1977 » Di 23. Jan 2018, 11:31

Hi Harald,
was hast Du für ein Dach bei deinem Ableger?

Meine Warre trotzem jedem Wetter, sogar meine leeren Warretürme bleiben bei Orkan stehen.
Befestigen musste ich hingegen meine TBH + den Deckel extra sichern, da dieser aufgeht und sonst ausbricht.
liebe Grüße Claudia
Warré/ TBH, 2014 www.Oekobeute.de
Bienenkugel, 2016 https://www.bienenkugel.de
Klotzbeute, 2019
Zeidlerkursen u.a. https://www.sabienenimkerei.de & Workshop learningfromthebees, Berlin 2019
polnische Zeidlerfahrt, 2018

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Re: Beute umgekippt

Beitragvon biene1.0 » Mi 24. Jan 2018, 10:56

Hallo Claudia,
die Ableger (nach Warre9 haben den selben Aufbau wie die "Wirtschaftsvölker". Gleicher Bodenaufbau, gleiche Zargenanzahl (einer bereits mit dopelthohem BR), gleiches Kissen, gleiches Dach.
Ich versuche, die Ableger auf wenigstens 2, besser auf 3 Zargen bzw. doppelthohem BR und eine aufgesetzte Zarge zu bekommen. Bei zweien ist das gelungen, bei einem nicht.
Gruß
Harald
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Re: Beute umgekippt

Beitragvon zaunreiter » Mo 29. Jan 2018, 23:03

Hier sind vor allem die Deckel weggeflogen. Nur die Außendeckel aus Blech, die Fütterer und Innendeckel blieben wegen des Propolis gut mit der Beute verbunden. Ich habe die Völker dieses Jahr alle einräumig überwintert und hier am Niederrhein geht das auch ohne Probleme. Gut gefüttert bleiben die Kisten auch im Wind stehen. Obwohl es hier einige Böen gab, die alles mögliche raus- und umgerissen haben. Sogar Straßenschilder mitsamt Betonklotz.

Wichtig ist, daß die Beuten nicht auseinander brechen und die Waben abreißen.

Die Bienen von Freunden von mir sind leider umgestürzt und sämtliche Waben sind abgerissen. Wir haben die Bienen vorsichtig in eine Zarge mit ein paar angefangen Waben gefegt (mit einer Gänseschwinge) und dann den Honigwabenmatsch oben im Fütterer draufgesetzt. Nach ein paar Tagen haben wir Apifonda aufgelegt. Jetzt heißt es Daumen drücken.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Beute umgekippt

Beitragvon zaunreiter » Mo 29. Jan 2018, 23:17

So sah es aus. Die obere Zarge ist von der unteren Zarge losgebrochen und die Waben der oberen Zarge sind allesamt abgerissen und gematscht. Die hier im Bild zu sehende Zarge ist die untere, nur halb ausgebaute Zarge.

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Die Bienen saßen als Traube am Boden und an der unteren Zarge.

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Etwas Brut hatten sie auch schon. Die Brut haben wir leider entnehmen müssen. Erstens ist sie sowieso erfroren und zweitens würden die Bienen verzweifelt versuchen, diese zu wärmen. Und sich an die klammern. Das würde aber dazu führen, daß die Bienen nicht überleben. Deswegen haben wir die Brut mit den ganzen anderen abgebrochenen Waben rausgenommen. Die Bienen müssen im Winter Waben zum Anklammern haben, damit sie bei der Kälte als Traube nicht herunterfallen. Deswegen ist die untere Zarge mit den halb ausgebauten (leeren) Waben im Moment wichtig, damit die Bienen sich darin zusammentrauben können.

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Die mehr oder weniger zermatschten Futterwaben haben wir im Fütterer untergebracht. Die Abdeckung haben wir abgenommen, damit die Bienen freien Zugang zum Futter haben. Wichtig ist bei so einer Sache die Wärmedämmung über dem Fütterer. Die Dämmung sollte sowieso selbstverständlich sein, jetzt ist sie unabdingbar, damit die Bienen zum Futter gelangen - und wieder zurück. Und nicht unterwegs verklammen.

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Nachdem ein paar Tage überstanden wurden, haben wir den Fütterer beiseite gesetzt – hurra, sie leben noch – und ein Paket Apifonda aufgelegt. Bei den jetzt anstehenden kalten Nächten würden die Bienen ansonsten den Kontakt zum Futter verlieren, weswegen jetzt Futter direkt an die Wintertraube/Bienentraube dran muß. Wir haben noch eine Folie draufgelegt, damit darunter eine Wärmeglocke entsteht. Den Zugang zum Fütterer haben wir offen gelassen, so daß sie dort an warmen sonnigen Tagen auch noch an etwas Futter kommen.

IMG_3219.jpg


IMG_3221.jpg


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Jetzt heißt es nur noch: Daumen drücken.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.


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