Ausflämmen

Alles um den Warré-Bienenstock als ganze Beute. Bauanleitungen, Konstruktionstipps und so weiter.
auberg
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Ausflämmen

Beitragvon auberg » So 3. Mai 2015, 09:30

Mangels Idee, in welches Unterforum das Thema passt, poste ich's hier.

Anfang März ist mir ein kleines Volk eingegangen, vermutlich Unterkühlung. Um die Beute für die Neubesiedlung vorzubereiten (desinfizieren) habe ich versucht, sie mit einem Aufschweißbrenner (wie ihn Dachdecker für Dachpapperollen verwenden) auszuflämmen.

Ist Ausflämmen überhaupt eine geeignete Methode zur Desinfektion? Wenn ja, wie wird geflämmt (mit starker Flamme einmal kurz drüber, mit schwacher Flamme mehrfach drüberschwenken)?

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Rumpel
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Re: Ausflämmen

Beitragvon Rumpel » So 3. Mai 2015, 10:51

Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.
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auberg
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Re: Ausflämmen

Beitragvon auberg » Mo 4. Mai 2015, 04:29

Besten Dank, Jörn!

Bienenfreund
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Re: Ausflämmen

Beitragvon Bienenfreund » Mo 23. Jan 2017, 16:02

Das Ausflämmen sollte so lange sein, bis sich das Holz etwas verfärbt.Gruß Bienenfreund

Dan82
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Re: Ausflämmen

Beitragvon Dan82 » Mi 1. Mär 2017, 20:11

Klasse PDF! Gleich mal abgespeichert. Danke dafür :)

Deichkind
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Re: Ausflämmen

Beitragvon Deichkind » Sa 8. Jun 2019, 10:04

Anschlussfrage: Um Beuten wetterfest zu machen, wird alternativ zu Anstrichen ja teilweise auch das Anflämmen empfohlen. Geht es da nur um die Temperatur? Sprich könnte ich auch die Holzteile in den Backofen stecken und die Temperatur langsam unter Aufsicht erhöhen bis sie anfangen, sich zu verfärben? Habe nämlich keinen Brenner.

edit: zur Desinfektion hatte ich schon Zargen bei 150 Grad im Ofen, das geht gut aber die Lasur mag das nicht, die springt. Deshalb habe ich überlegt diese wegzulassen beim nächsten Zargensatz.
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Re: Ausflämmen

Beitragvon stefanzo » Do 13. Jun 2019, 23:43

Für die Wetterfestigkeit der Zargen sollte die Konstruktion genügen. Wichtig ist, das sich keine Staunässe bilden kann. Das Wasser muß von oben nach unten abrinnen können. Überall wo Wasser stehen bleiben kann führt es zur Verrottung des Holzes. Deshalb sollten die Griffleisten einen Neigungswinkel haben und der Boden etwas schmäller als die Zargen sein. Richtig gebaut bereitet eine Warre lange Freude.
mfg stefanzo

Rolf
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Re: Ausflämmen

Beitragvon Rolf » Sa 15. Jun 2019, 10:52

Hallo Deichkind!

"Richtige" Lasur verwittert und platzt nicht, nur Dickschicht-Lasur (halber Lack/Schicht) kann platzen ...
Ökologische Lasur (Leinöl - z.B. Kreidezeit o.a.) ist gut für Mensch, Tier und die ganze Natur - auch wenn das Geld knapp ist ...

Hier mal was zur Lasur (zitiere Wikipedia):
Lasuren auf Holz
Dünnschichtlasur
ist aufgrund ihrer wasserähnlichen Konsistenz weniger komfortabel zu verarbeiten. Nach dem Auftragen kann sie aber eben aufgrund ihrer Konsistenz tief in das Holz eindringen und es quasi von innen schützen. Dünnschichtlasur verwittert im Außenbereich durch Auswaschen und Verbleichen. Folgeanstriche sind unbedingt erforderlich. Typische Anwendungsbereiche sind Zäune, Gebäude sowie jedwedes Holz im Außenbereich. Innen wird Dünnschichtlasur aufgrund des Lösemittelgehalts und der Geruchsbelästigung sowie der unkomfortablen Verarbeitung selten verwendet.
Dickschichtlasur
besitzt eine Konsistenz wie Lack und hat sehr ähnliche Eigenschaften. Sie liegt auf der Oberfläche des Holzes auf und bildet dort eine geschlossene Schicht. Sie ist im Außenbereich einsetzbar, wird aber häufiger im Innenbereich verwendet. Beim Verwittern bleicht Dickschichtlasur nicht nur aus, sondern blättert auch ab. Das macht Folgeanstriche deutlich aufwendiger. Um ein einwandfreies gleichmäßiges Streichergebnis zu erzielen, müssen Altanstriche vollständig entfernt werden. Typische Anwendungsbereiche sind Fenster, Türen und andere maßhaltige Bauteile, bei denen dekoratives Aussehen erwünscht ist, Möbel oder Verkleidungen/Täfelungen.

Ökologische und somit gesundheitlich unbedenkliche Varianten basieren auf Leinöl und sind mit Pigmenten versetzt. Die damit behandelten Oberflächen haben den Vorteil, dass sie weitgehend offenporig bleiben.
Konfuzianer:
„Man soll ein anständiges Menschenleben führen, aus dem einfachen Grund,
weil man ein anständiges Menschenwesen ist.“

Deichkind
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Re: Ausflämmen

Beitragvon Deichkind » Mo 1. Jul 2019, 20:54

Ich habe Auro 160 Lasur verwendet, weil das die einzige weiße war, die ich als anerkannt von Bioland für Bienenbeuten gefunden habe. Wollte ja wirklich ganz dicht beim Original bleiben und aus persönlicher Überzeugung lebe und arbeite ich so nah an „Bio“ wie es ohne zu große Spagate geht. Meine Bienen (und meine Familie) bekommen auch weißen deutschen Bio-Rübenzucker. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden, hier soll es beim Holzschutz bleiben.

Gibt es Erfahrungswerte zu Olivenöl und Bienenbeuten? Bei den Gartenmöbeln ist das mein Favorit.
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