Brutraum verhonigt

Wie bereite ich die TBH auf den Winter vor? Isolieren, Anordnung der Oberträger, etc.
holzknueppel
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Brutraum verhonigt

Beitragvon holzknueppel » Mo 12. Aug 2013, 20:32

Hallo
Ich wollt mich mal kurz vorstellen. Seit Mai diesen Jahres habe ich eine Top Bar Hive mit einem Kunstschwarm Buckfast besetzt. Es ist mein allererster Schwarm. Nach einer Startfütterung haben die Damen auch prompt gestartet und haben 13 Oberträger bebaut. Bei diversen Kontrollen war immer Brut über ca 8 Träger und 2 mit Drohnenbrut zu sehen. Die letzte Volldurchsicht fand Ende Juni statt.

Und jetzt habe ich glaube ich habe ein Problem: Ich wollte heute mit der Varroa Behandlung beginnen. Vorher dachte ich mir ich mach noch einmal eine komplette Kontrolle meiner Oberträgerbeute. Dummerweise ist der Brutraum fast komplett verhonigt. Nur an zwei Waben ist noch ca 5cm2 Platz. Dazwischen findet man aber immer mal wieder Drohnenbrut aber null Arbeiterinnenbrut. Auch keine Stifte oder Larven. Auch nicht in dem noch vorhandenen Platz. Die Königin habe ich bei der Durchsicht gesehen!

Meine Fragen:
Wie kann ich jetzt im Brutraum Platz für die Winterbienen schaffen? Soll ich die verhonigten Waben an den Rand hängen und Oberträger mit Wachstreifen an deren Stelle. Wird das noch rechtzeitig ausgebaut?
Soll ich jetzt trotz fehlender Brut mit der Varroa Behandlung beginnen, oder damit warten bis Brut vorhanden ist?
Oder ist das Volk schon vor dem Winter verloren?

Währe super wenn ihr mir noch irgendwie helfen könntet.

mahagugu
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Re: Brutraum verhonigt

Beitragvon mahagugu » Di 13. Aug 2013, 08:27

Nur Drohnenbrut und keine Arbeiterinnenbrut ?
Uj, das hört sich nicht gut an ... eventuell ist dein Volk weisellos
oder gar schon drohnenbrütig geworden.

holzknueppel
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Re: Brutraum verhonigt

Beitragvon holzknueppel » Di 13. Aug 2013, 09:18

@mahagugu:
Aber die Königin existiert doch noch. Wie gesagt, habe ich sie bei der Durchsicht gesehen. Aber warum will sie auch in die noch freien Flächen keine Stifte legen?

In Dadant oder ähnlichen Beuten würden jetzt die verhonigten Bruträume entnommen werden und leere Mittelwaben eingehängt. Aber wie ist das im Naturbau und vor allem um diese Jahreszeit, würde da überhaupt noch was gebaut werden?

Als Idee dachte ich mir vier verhonigte Träger zu entnehmen und leere mit Wachsstreifen einzuhängen. Die Anderen Träger hinter den leeren als Futter belassen und hinter einen Königinundurchlässigen Schied zu setzen.
Quasi:

Flugloch
H H H H S L L L L H H
O O O O C E E E E O O
N N N N H E E E E N N
I I I I I R R R R I I

Könnte das was helfen?

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zaunreiter
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Re: Brutraum verhonigt

Beitragvon zaunreiter » Di 13. Aug 2013, 09:21

Maha - die Königin wurde bei der Durchsicht gesehen. Würde die Königin versagen, hätten die Bienen auch Weiselzellen angezogen. Trotzdem ist dieser Zustand etwas merkwürdig. Ist vor kurzem ein Schwarm abgegangen? Hört sich an wie ein Zustand nach dem Schwarm. Ist es eine gezeichnete Königin oder könnte die gesichtete Königin auch eine Jungkönigin sein?

Ob die Bienen jetzt um diese Jahreszeit noch zwischengelegte Oberträger ausbauen, wage ich zu bezweifeln. Da muß schon was passieren. Und ohne entsprechenden Nachschub in Form von Jungbienen (also jetzt verdeckelte Waben) wird das vermutlich sowieso nichts mehr.

Wie ist denn die Konsistenz des Honigs? Ist der kandiert oder flüssig? Vielleicht lassen sich drei-vier Waben ausschleudern oder austropfen? (Entdeckeln und zum Abtropfen auf die Seite auf ein Gitter legen.)

Jedenfalls brauchen die jetzt leere Waben zum Bestiften. Schnellstens! Sollte die Königin dann immer noch nicht stiften, sollte eine neue, bereits begattete Königin rein.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Brutraum verhonigt

Beitragvon holzknueppel » Di 13. Aug 2013, 10:55

Die Königin ist gezeichnet (rot) und noch die gleiche wie beim einlogieren des Kunstschwarms. Ein Schwarm ist meines Wissens auch nicht abgegangen. Die Bienenmasse ist unverändert und ausserdem hätte ich schon die Nachbarn auf der Matte stehen gehabt. :roll:
Der Honig ist größtenteils noch nicht verdeckelt, das mit dem austropfen könnte also gehen. Ich befürchte allerdings das es nicht funktionieren wird. Es sind ja noch freie Stellen, welche aber nicht bestiftet werden.
Kann meine Königin fruchtlos geworden sein, oder legt sie einfach nicht an den freien Stellen, weil sie ihr zu klein sind?

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Re: Brutraum verhonigt

Beitragvon zaunreiter » Di 13. Aug 2013, 12:01

holzknueppel hat geschrieben:Kann meine Königin fruchtlos geworden sein, oder legt sie einfach nicht an den freien Stellen, weil sie ihr zu klein sind?


Königinnen können "versagen", ja. Und sie legt in geputzte Zellen. Die Bienen müssen die Zellen also vorher putzen. Beides ist also möglich. Ein unfruchtbare Königin würde vermutlich aber Drohnenbrut produzieren (unbefruchtete Eier legen) und die Bienen hätten versucht, eine neue Königin nachzuschaffen.

Kannst Du ein paar Bilder machen?

Gruß

Bernhard
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Re: Brutraum verhonigt

Beitragvon holzknueppel » Di 13. Aug 2013, 17:38

Ich werde nachher nochmal alles auseinander nehmen und Bilder machen. Gibt es etwas auf das ich noch speziell achten, bzw fotografieren sollte?

Manfred

Re: Brutraum verhonigt

Beitragvon Manfred » Mi 14. Aug 2013, 06:39

Grüß Euch,

Ich würde im fluglochfernen Bereich 4 - 5 fette Honigwaben bis auf einen Rest von 4-5 cm vom Oberträger schneiden, die reslichen als Block nach hinten schieben und die beschnittenen vorne am Flugloch einsetzen.
Kann gut sein, daß die Ablöse für die matte alte Königin schon drauf wartet, loslegen zu können. Wenn dem Volk sonst nichts fehlt, wird es bauen und wennst keine Tracht hast, kannst ja mit dem ausgedrücktem Honig, in kleinen Portionen verabreicht, Schönwetter machen. ( Den ansitzenden Milben kannst nebenher mit AS, OX oder MS zu Leibe rücken.)

meint der Manfred

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Rumpel
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Re: Brutraum verhonigt

Beitragvon Rumpel » Mi 14. Aug 2013, 08:50

Grüße,
Bei einen meiner Ableger habe ich auch den Naturbau ausgesetzt es sind zwar andere Gründe, Aber ähnlich.
Wenn man Mittelwände zuschneidet, und an den Oberträger lötet, und sonst wie von Manfred beschrieben vorgeht nur die vollen Waben eben entnimmt würde es vielleicht auch etwas Vorteil bringen.
Gruß Jörn
Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.
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Re: Brutraum verhonigt

Beitragvon holzknueppel » Mi 14. Aug 2013, 10:53

Danke schonmal für die vielen Antworten. Leider waren die zwei letzten zu spät.
Ich bin gestern jetzt wie von Bernhard vorgeschlagen vorgegangen:
Zwei Waben am Flugloch habe ich entnommen, entdeckelt und auslaufen lassen. Hat ewig gedauert und war eine riesen Schweinerei, aber meine Tochter war begeistert von dem ganzen süssen Honig der plötzlich überall war :lol:
Sollte es also nächstes Jahr eine Ernte geben dann definitiv Presshonig.
Aber egal. Die enthonigten Waben habe ich wieder reingehängt. Zusätzlich dachte ich mir ich probiere mal noch einen Oberträger mit fettem Wachsstreifen reinzuhängen. Dann eine freudige Überraschung: Die gestern beschriebenen freien Stellen waren alle fast vollständig bestiftet. Also entweder war die Königin in der Nacht ziemlich fleißig gewesen oder ich ziemlich blind.
Die Varroa Behandlung habe ich jetzt aber doch gestartet (Nassheider Verdunster im Rahmen eingehängt).
Ob es was bringt werden die nächsten Tage zeigen. Zumindest war gestern Abend und auch heute morgen alles ruhig und entspannt am Flugloch. Eine Frage habe ich jetzt allerdings noch:
Wann sollte ich eurer Meinung nach mit der Winterfütterung beginnen oder reicht denen das ? Es existieren jetzt vier Brutwaben (davon zwei enthonigte) + zwei Brutwaben mit Anzeichen bzw einzelner Drohnenbrut + vier große Honigwaben + drei kleine Honigwaben + eine unbedeutende Wabe. Ich will halt vermeiden das ich jetzt auch noch zufüttere und das gleiche Problem quasi noch einmal passiert.
Vielen Dank schonmal


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