Varroabehandlung in der TBH

Varroamanagement in der TBH.
Katja
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Varroabehandlung in der TBH

Beitragvon Katja » So 6. Jul 2014, 10:11

Hallo allerseits,

seit Anfang Mai habe ich zwei mit Vorschwärmen besetzte TBH, die sich gut entwickelt haben. Wir haben zu Beginn nicht mit Milchsäure behandelt. Unsere TBH sind nach dem Vorbild von Phil Chandler (www.biobees.com) gefertigt und haben ein Giebeldach. Ende Mai, als es kühl und feucht war, haben wir den Beutenboden mit dem Bodenbrett - um wickelt mit einem Laken - verschlossen, und regelmäßig die gefallenen V gezählt. Wir haben dann die Bienen mit Puderzucker besprüht, um sie zum Putzen anzuregen - eine Möglichkeit der Varroabekämpfung. Leider war dies aus zwei Gründen nicht so erfolgreich:
1. kam der Puderzucker nicht als Pulver aus dem Bestäuber, sondern traf die Bienen z.T. viel kleiner Hagel.... Warum, ist mir nicht klar, denn der Zucker war trocken.
2. Durch das Schließen des Bodens hatte sich an den Trennschieden und an den Seiteninnenwänden Schimmel gebildet.

Ein herangezogener BSV hat dann die Waben durchgesehen und stellte bei einem Volk Kalkbrut fest und riet uns die Königin auszuwechseln und für eine bessere Belüftung zu sorgen. Wir konnten das Problem ohne Austausch der Königin lösen, indem wir nun den Boden immer offen lassen, im Giebeldach an den Schmalseiten je ein Loch bohrten und ein Kissen mit Schafwolle auf die OT legten. Die Kalkbrut ist verschwunden.

Nun geht es um die Frage, wie unsere Sommerbehandlung aussehen soll. Wir wollen keine AS verwenden und können daher nicht auf den Nassenheider Verdunster setzen. Statt dessen wollen wir Thymovar nehmen. Eine Möglichkeit ist, die Thymolplättchen so zu zu schneiden, dass sie in Königinnenkästchen passen, welche dann zwischen die Waben gehängt werden. Nun hab ich keine eindeutigen Hinweise dazu gefunden, ob der Beutenboden offen bleiben kann oder nicht. Alle Hinweise beziehen sich immer nur auf die gängigen Beutensysteme. Hier soll man die Folie auf den OT weglassen und den Boden schließen. Nun sind bei mir die OT geschlossen und daher denke ich, dass ich den Boden offen lassen kann. Wir haben 3 Einfluglöcher ja 25mm. Und die Plättchen lägen bei uns auch nicht über den OT, sondern direkt zwischen den Waben, möglichst weit oben.

Kann mir irgendjemand dazu Hinweise und Erfahrungsberichte liefern? Würde mit echt sehr freuen, denn wir müssten bald schon beginnen, da wir ja 6-8 Wochen behandeln. Wir werden den Bienen allen Honig in diesem Jahr belassen.

Es grüßt, Katja

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Re: Varroabehandlung in der TBH

Beitragvon zaunreiter » Di 8. Jul 2014, 11:41

Hallo Katja,

Erfahrungen hat hier vor allem der Guido: http://top-bar-hive.de/hobbyimkern-in-d ... oa-und-co/ => Guido benutzt allerdings Ameisensäure.

Daß der Puderzucker so klumpt, liegt daran, daß der Zucker die Feuchtigkeit aus der Luft sehr schnell aufnimmt. Du hast bei bestimmten Wetter gar keine Chance. Eventuell kannst Du in Zukunft auf Bienenhilfe umsteigen. Siehe: http://www.bienenhilfe.de/bienenhilfe-b ... ittel.html => Der Bienenhilfe-Puderzucker ist etwas weniger empfindlich.

Wenn man sich die Anwendungshinweise zu Thymovar ansieht, siehe: http://www.andermatt-biovet.de/p/filear ... c86dfa.pdf ...dann ist schnell ersichtlich (siehe Skizzen zur Auflage), daß die Verteilung der Plättchen eine zentrale Rolle spielt, damit die Plättchen wirken. Genauso ist die Temperatur wichtig - 20-25°C sollen es sein. Wann hat es das schon durchgängig? Ist also fragwürdig, ob die Wirkung erreicht wird. Ansonsten kannst Du die Plättchen möglichst aufteilen und an einer Schnur oder Haken in die Wabengassen verteilt aufhängen. Sollte ja gehen.

Wie hoch ist denn der Varroabefall zurzeit? Das ist ja Grundlage für die Auswahl der richtigen Behandlung. Mit Thymol (Thymovar, Api Life Var) kannst Du ja nur eine Dauerbehandlung starten, die im Falle eines hohen Varroabefalles aber nicht ausreicht, um das Volk zu retten. Thymol ist was Sanftes für einen geringen Varroenbefall. Wenn sehr viele Varroen im Volk sind, hilft nur ein stärkeres Mittel.

Deswegen zunächst mal den Varroabefall prüfen. Ist ja sowieso Voraussetzung dafür, um den Erfolg der Behandlung zu erkennen. Danach die richtigen Entscheidungen treffen.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Varroabehandlung in der TBH

Beitragvon Katja » Di 8. Jul 2014, 18:35

Danke, Bernhard für deine Tipps. Ich werde auf jeden Fall die Varroabefallskontrolle mit der Puderzuckermethode vorher und dann 14 Tage nach Behandlung machen. Wir warten auf trockenes Wetter. Dann wollen wir mal sehen, wie hoch der Befall ist. Ich habe die Hoffnung, dass er niedrig ist, weil es sich um einen Vorschwarm handelte in beiden Fällen. Auch gibt es nur noch einen Imker in Reichweite mit 3 Völkern.
Ist gar nicht so einfach an Thymovar zu gelangen. Geht wohl nur über die Apotheke. Ist nicht so einfach, sich die Infos als Anfänger zu holen, wenn alle Imker eine genormte Beutenart haben und man selbst davon abweicht... Aber wir schaffen das schon :)

Gruß, Katja

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Re: Varroabehandlung in der TBH

Beitragvon Katja » Di 15. Jul 2014, 15:10

So, heute haben wir bei unseren 2 Völkern mithilfe der Puderzucker -Methode den V-Befall ermittelt: In Beute A 3 Milben auf 50g Bienen, ergibt 0,6 V auf 10 g. In Beute B waren es bei 50g Bienen nur 1 V, also 0,2 V auf 10 g. HIer gibt es einen Befallskontrollbogen, der einem bei der Einschätzung hilft: http://www.llh.hessen.de/beratung/varroa.html

Wir haben uns dennoch zur Behandlung mit Thymovar entschlossen, da wir nicht sicher sind, ob wir uns darauf verlassen können. Wären wir erahrener, würden wir evtl. anders reagieren...
Wir haben nun die Thymolplättchen so zugeschnitten, dass sie in Königinnenplättchen passen (bei zwei Streifen ergeben das 8 Kästchen). Dann haben wir sie an einem Draht zwischen die Waben aufgehängt und mithilfe von Heftzwecken an den OT befestigt.
Den Boden haben wir geschlossen, so wie uns von einem Bienenberater empfohlen wurde. In 4 Wochen werden wir das Ganze wiederholen. Ende September /Anfang Oktober werden wir erneut V-Befall kontrollieren und gehen davon aus, dass wir wohl die Winterbehandlung ausfallen lassen können.

Katja

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Re: Varroabehandlung in der TBH

Beitragvon zaunreiter » Mi 16. Jul 2014, 08:25

Hallo Katja, ich würde versuchen, die Milben zu erfassen, die jetzt während der Behandlung runterfallen. Damit Du wenigstens eine Ahnung davon bekommst, was sich in den Völkern an Milben befindet.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Varroabehandlung in der TBH

Beitragvon Katja » Sa 19. Jul 2014, 12:16

Hallo Berhard,

das wird nicht einfach, denn der Boden soll ja geschlossen bleiben und die V werden nicht drei Wochen auf dem Bodenbrett liegen bleiben (es gibt Ohrkneifer). :(
Gruß, Katja

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Re: Varroabehandlung in der TBH

Beitragvon Katja » So 14. Sep 2014, 09:01

update:
nachdem wir nun insgesamt 7 Wochen mit Thymolplättchen in Königinnenkästchen zwischen den Waben hängend behandelt hatten - bei geschlossenem Boden - kann ich folgendes zu dieser Vorgehensweise sagen:
1. das Wetter war während der 2. Behandlung absolut zu kalt und daher war die Wirkung wahrscheinlich null.
2. Die Kästchen haben dazu geführt, dass die Bienen sich hier einen neuen beespace angelegt haben, was nun Dellen in den Waben erzeugt hat :(

Durch das schlechte Wetter haben die Bienen zudem große Mengen ihrer Vorräte aufgebraucht - waren die Waben vor der Behandlung noch schwer und voll, hatten wir bei beiden Völkern nach der Behandlung viele leere Waben. Daher haben wir uns nun entschieden, zu füttern. Ein Volk sitzt nur auf 14 Waben und dort ist genug Platz für einen 5L-Eimer mit Gitterloch, den ich kopfüber auf zwei Querleisten gestellt habe. Die Bienen haben ihn in ca. 10 Tagen geleert (immer noch kühles Wetter...). Den 2. Eimer leeren sie noch langsamer.
Das andere Volk sitzt auf 22 Waben. Kein Platz für den Eimer. Daher habe ich zwei große Gläser mit Deckel genommen und in die Deckel Löcher gemacht. Die Gläser hängen in einem Brettchen mit Löchern, in denen die Deckel reinpassen, quer in der Beute. Die Bienen leeren diese ca. 1,5 l täglich. Von der Menge der Bienen scheinen sie das Dreifache des anderen Volkes zu haben.

Bei der gestrigen Durchsicht konnten wir nun feststellen, dass im großen Volk keine Drohnen mehr sind. In beiden Beuten machen die Bienen einen gesunden Eindruck (intakte Flügel, keine schwarzen Hinterleiber, normales Verhalten) . Leider konnten wir in beiden Völkern die Königin nicht entdecken. Im kleineren Volk sind zudem noch viele Drohnen. In beiden Völkern fanden wir keine Brut. Angeblich sei es normal, dass die Königin in dieser Zeit eine Brutpause macht, stimmt das? Und sind die vielen Drohen im kleinen Volk evtl. ein Zeichen für das Fehlen einer KÖ? Bei beiden Völkern konnten wir immer wieder Bienen mit Pollen beobachten.

Wenn wir fertig mit Füttern sind, wollen wir die Varroen mithilfe der Bienenhilfe ermitteln und die Beuten wiegen. Für das nächste Jahr muss ich mir Gedanken über eine andere Thymolbehandlung machen - diese Dellen gefallen mir gar nicht... Die nächsten Beuten bekommen daher Zwischenleisten zwischen den OT.

Gruß,

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Re: Varroabehandlung in der TBH

Beitragvon zaunreiter » So 14. Sep 2014, 11:06

Die Plättchen (ApiLifeVar) hättest Du an einem Faden zwischen die Waben aufhängen können. Es ist sowieso fraglich, ob das Thymol die bessere Wahl gewesen ist. Die Bienen dürfen ruhig Kontakt zum Streifen haben und den Aufknabbern, so verteilt sich der Streifen schön.

Jedenfalls hat das kleine Volk ein Problem, wenn es keine Brut aber viele Drohnen hat. Es ist vermutlich weisellos und wird vielleicht ausgeraubt. Ein Eimer mit 5 Liter Futter entspricht einem Gewicht von 6-8 kg Futter. Jede Wabe in einer TBH hält so 1,2-1,5 kg Futter, schätze ich mal. Mit einem Eimer hast Du also fünf Waben gefüllt. War denn da gar nichts in den Waben an Futter? Und warum? Mit was hast Du gefüttert? Zuckerwasser oder Sirup?

Daß bei dem anderen Volk keine Brut ist, ist irgendwie verdächtig um diese Jahreszeit. Ein wenig Brut sollte noch vorhanden sein.

Ich würde die Streifen entfernen und nach einer Woche auf Brut kontrollieren. Findest Du in beiden Eier und junge Larven, ist es in Ordnung. Dann langsam weiter füttern.

Findest Du keine Brut nachdem die Streifen eine Woche raus sind, kannst Du nur das kleine Volk mit dem großen Volk zusammenlegen. Falls das große Volk auch keine Königin hat, brauchst Du eine begattete Königin, die Du zukaufen mußt.

Für das nächste Jahr merken, viel früher in kleineren Portionen füttern, viel früher mit der Varroabehandlung beginnen und vielleicht sogar besser auf Ameisensäure umsteigen, so wie der Guido Fröhlich es macht.

Gruß
Bernhard
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Ich summe, also bien ich.

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Re: Varroabehandlung in der TBH

Beitragvon Katja » Mi 15. Okt 2014, 09:05

Hallo Bernhard,

danke für deine Hinweise! Ich habe länger nicht mehr ins Forum geschaut - daher entschuldige mein Schweigen.
Wir haben beide Völker gewogen und sind zufrieden mit dem Ergebnis: es ist genug zum Überwintern da. Auf deine Frage, ob kein Futter mehr da war: doch, jede Wabe hatte im oberen Bereich Honig drin, aber der August war einfach zu schlecht und daher hatten die Bienen viel verbraucht.
Die Frage nach der Weiselrichtigkeit des kleineren Volkes hat sich auch gelöst. Es hat seine Drohnen einfach später abgestoßen als das andere Volk - laut Imkerverein normal. Und sie haben auch Brut. Wir sind einfach noch nicht so geschult im Erkennen, wenn die Waben voller Bienen hängen. Aber sie haben - und tun es noch bei diesem warmen Tagen wie gestern - immer noch Pollen nachhause gebracht.

Ich hatte die Thymovarplättchen zwischen die Waben gehängt mit feinem Draht. Ich hatte die Plättchen in Königinnenkästchen gelegt und so aufgehängt. Warum ist ApiLifeVar besser? Was die Behandlungszeit betrifft, hatte ich mich an die Empfehlungen gehalten (7 Wochen lang ab Anfang August). Normalerweise wird empfohlen, zwischen den beiden Behandlungen zu füttern, doch zu dem Zeitraum haben wir gar nicht den Bedarf gesehen. Das werden wir im nächsten Jahr besser machen. Die PZM hat nur einen sehr geringen Befall ergeben, so dass wir auch diesbezüglich sehr zufrieden sind.

Liebe Grüße,
Katja


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