Nach der Milchsäurebehandlung KALKBRUT - was tun?

Varroamanagement in der TBH.
Rabea
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Nach der Milchsäurebehandlung KALKBRUT - was tun?

Beitragvon Rabea » Sa 7. Jun 2014, 12:04

Hallo liebe Bienenfreunde!

Ich habe meine Bienen (kleiner Nachschwarm 1,5 Kg am 20.5. in einer TBH einlogiert) am 03.06. mit Milchsäure behandelt, weil ich
jeden Abend in der Schublade 7 o. 8 Milben gefunden hatte. Das zweite Volk ( ebenfalls Nachschwarm) hatte 0 - 2. Beide sind behandelt worden.
Am nächsten Morgen habe ich beim kleineren Volk 20 vertrocknete Larven auf dem Beutenboden gefunden und am Abend nochmal so viel. Das geht jetzt seit den 4.6. so. Nach Bilder die ich in Bücher finden kann, sehen die Larven aus wie Kalkbrut - weiß - gräulich.

Beim anderen Volk sind "nur" 4 -5 Larven gefallen und die waren weiß.

Ich habe einen Altimker gefragt der meint, das sei nicht so schlimm, er hätte das zwischendurch auch mal und es wäre kein Handlungsbedarf. In meinem Buch steht aber, dass die Ursache für Kalkbrut ein Pilz ist. Kann ich was tun?

ODER kann es sein das die unverdeckelten Larven durch die Milchsäurebehandlung so eintrocknen und dann ebenso aussehen wie Kalkbrut?

Ich würde mich sehr über Hilfe freuen!

Lieben Gruß
Rabea

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Re: Nach der Milchsäurebehandlung KALKBRUT - was tun?

Beitragvon zaunreiter » Sa 7. Jun 2014, 12:56

Weiter beobachten. Wenn es weiterhin auftritt solltest Du eine neue Königin einweiseln.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

Rabea
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Re: Nach der Milchsäurebehandlung KALKBRUT - was tun?

Beitragvon Rabea » Sa 7. Jun 2014, 14:05

DANKESCHÖN für die schnelle Antwort - das hilft mir sehr!
Storchschnabel sind übrigens schon bestellt ;) .

Schöne Pfingsten und lieben Gruß
Rabea

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Re: Nach der Milchsäurebehandlung KALKBRUT - was tun?

Beitragvon Rabea » So 8. Jun 2014, 15:16

Ich schon wieder!

Beim Futterteig nachschieben heute Morgen habe ich nun auch noch im stärkeren Volk 12
Mumien gefunden - das kleinere Volk hatte ebenfalls 12. Ich bin echt sehr traurig und so
hilflos... .
Gestern irgendwo im www habe ich den Tipp gelesen die Bienen mit Zuckerwasser zu
besprühen und Zitronenscheiben auf den Beutenboden zu legen. Das Wasser soll den Putz-
trieb anregen und die Zitronensäure sollen die Bienen freiwillig aufnehmen und den Pilz
dadurch die Umgebung "versäuern". Die Zitronenscheiben habe ich hoingelegt, das Besprühen
bedeutet ja wieder Stress - ist das sinnvoll?

Ich bin hin- und hergerissen... . Soll ich Ende nächster Woche gleich 2 Königinnen aus
Celle holen? Wie einweiseln? Alte Königinnen suchen, rausnehmen und einfach die neuen
im Käfig, am Brutnest zuhängen? Aber das ist doch infiziert, müsste ich dann nicht auch
zumindest die Brutwaben alle rausnehmen? Und was hat der Pilz mit der derzeitigen
Königin zu tun, warum soll man umweiseln, der Pilz kann doch nicht genetisch bedingt
sein... .

Ich fühl mich total hilflos und da sind so Kommentare von Altimkern wie: "Abwarten,
entweder gehen sie ein oder sie schaffen es" - nicht umbedingt
das, was ich mir unter wesensgerecht imkern vorstelle. ICH muss doch was tun können
in diesem frühen Stadium???

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Re: Nach der Milchsäurebehandlung KALKBRUT - was tun?

Beitragvon zaunreiter » So 8. Jun 2014, 15:45

Die Infektion kann auch durch eine Verkühlung geschehen. Entweder weil die Völker zu schattig und feucht stehen. Oder eben weil es noch so klein ist und sich selbst noch nicht wärmen kann. Das kann sich daher auch rauswachsen.

In diesem Stadium umzuweiseln bedeutet auch Streß. Und Du weißt ja in diesem Stadium noch nicht, ob es an der Königin liegt. Daher kannst Du am besten erstmal abwarten und die Völker zu Kräften kommen lassen.

Um die Völker zu kräftigen, kannst Du Brennesseltee anfertigen. Siehe: viewtopic.php?f=14&t=661&p=4170

Das ist besser als Futterteig. Ist aber nur zur allgemeinen Stärkung, keine spezielle Behandlung.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Nach der Milchsäurebehandlung KALKBRUT - was tun?

Beitragvon Rabea » So 8. Jun 2014, 16:22

Lieber Bernhard,

ich bin Dir sehr dankbar für Deine Antworten.

Brennesseltee hört sich gut an - in dem Thread finde
ich aber keine Mengenangaben und Rosmarin habe
ich nur getrocknet.
Ich werde also 150 gr. frische Brennessel mit Wasser
überbrühen und dann damit Zuckerwasser 1:1 her-
stellen.

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Re: Nach der Milchsäurebehandlung KALKBRUT - was tun?

Beitragvon zaunreiter » So 8. Jun 2014, 16:43

So, habe gerade noch mal nachgeschlagen: viewtopic.php?f=29&t=570&p=9426 Das Buch kann ich nur empfehlen.

Da steht auch was von "Faktorenkrankheit", wobei die Faktoren unter anderem Unterkühlung der Brut und Pollenmangel ist.

Gegenmaßnahmen:

Völker enger halten. Hast Du ein Schied? Eigentlich gehört so ein Schied zu TBH, damit kannst Du den Raum begrenzen. Die Bienen können dann das Klima besser regulieren.

Wärmeerhalt. Lege mal eine dicke Isolierung oben auf die Deckel, das hilft den Bienen schon viel dabei, die Wärme zu erhalten.

Die Völker an einen sonnigeren Standort stellen.

Für genügend Frischluft sorgen. Boden vergittert?

Die Bienen auf den Waben leicht mit Zuckerwasser besprühen. Das regt das Putzen an.

Wenn gar nichts hilft, dann Kunstschwarm mit neuer Königin. Das Beutenmaterial und die Waben mit Essig desinfizieren. Schwer befallene Waben einschmelzen.


Zum jetzigen Zeitpunkt und bei der Vorgeschichte vermute ich erst mal eine Unterkühlung und/oder Feuchteprobleme in der Beute. Maßnahmen siehe oben.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Nach der Milchsäurebehandlung KALKBRUT - was tun?

Beitragvon Rabea » So 8. Jun 2014, 18:06

Das Buch habe ich sogleich bestellt!

Die Bienen stehen in Morgensonne auf dem Garagendach (umringt von zwei Bäumen) eine
Umstellung ist nicht so einfach möglich, weil der Familienrat keine Bienenbeuten direkt
im Garten haben möchte. Das Wetter ist längerer Zeit sehr gut, sodass die Bienen schon
um 6:30 Uhr ausfliegen und erst um 21:00 Uhr Feierabend machen.

Eingeengt habe ich sie schon. Der Gitterboden bei beiden Beuten ist durch die Varroaschublade
verdeckt.
Polleneintrag bei Volk I sehr gut, bei dem II. schwächeren Volk mäßig. Heute hat aber endlich
die Phacelia und die Ligusterhecke angefangen zu blühen - müsste also besser werden.

Brennesselsud gerade aus 50 gr. frischen Brennesseln und 500 gr. kochendem Wasser hergestellt.
10 Min. stehen gelassen. Davon werde ich 300 gr. Brennesselwasser auf 25° abkühlen lassen und
300 gr. Zucker darin aufgelöst. Beide Völker werden gleich je 300 gr. erhalten.

Zuckerwasserbesprühung werde ich morgen vornehmen.

DANKESCHÖN!

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Rumpel
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Re: Nach der Milchsäurebehandlung KALKBRUT - was tun?

Beitragvon Rumpel » Mo 9. Jun 2014, 07:00

Zuckerwasserbesprühung werde ich morgen vornehmen.

Wenn es nicht schon passiert ist würde ich das nicht tun.
Zuckerwasser hat eh einen niedrigen Ph-wert gegenüber zB. Honig.
Bei immer höheren Eintrag und zunehmender Wärme verschwindet die Kalkbrut meist wieder.
Was Gift ist übermässige Kälte und Feuchte. ( Zuckerwasser sprühen )
Einer der es weiss, und dieses Jahr wieder welche hat, und weiss wer die Schuld trägt. ;)
Dafür hat er auch Backenplatten verdient! :)
Gruss Jörn
Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.
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Re: Nach der Milchsäurebehandlung KALKBRUT - was tun?

Beitragvon zaunreiter » Mo 9. Jun 2014, 09:05

Was hat der pH-Wert im Honig mit dem Besprühen zu tun?

Wenn man die Bienen nicht gerade tränkt, sondern nur leicht (!) besprüht, fangen sie an sich zu putzen. Und darum geht es. Den gleichen Effekt erreicht man auch mit (trockenem) Puderzucker. Puderzucker kann man auch sehr gut selbst herstellen, im Küchenmixer.

Aber wenn man nur leicht sprüht hat es hinsichtlich Feuchte nur einen geringen Einfluß. Die folgende kurzfristige Hitze als Reaktion der Bienen ist da ausgleichend, zumal die Energie dazu auch vom Zucker selbst kommt. Ich würde eher besprühen als Puderzucker, da der doch ganz schön klebrig ist und nachher dann die Feuchtigkeit zieht.

Ganz ganz leicht besprühen. Du siehst ja, wenn sie anfangen zu putzen und sich gegenseitig berüsseln. Das geht schnell.

Gruß
Bernhard
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