Nach dem Schwärmen

Schwarmbetriebsweise - und verhinderung, Ablegerbildung, etc.
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Nach dem Schwärmen

Beitragvon apiculteur » Mo 30. Apr 2012, 15:13

Hallo zusammen,

Zur Vorgeschichte:
am vergangenen Donnerstag ist bei meiner TBH ein Schwarm (Vorschwarm) gefallen, den ich eingafangen hatte. Am Freitag habe ich den Schwarm in eine andere Beute eingeschlagen und habe das alte Volk durchgesehen. Es waren noch einige Weiselzellen angelegt und verdeckelt. Da ich keine Nachschwärme zulassen wollte habe ich alle Weiselzellen bis auf eine gebrochen.

Fluglochbeobachtungen
Seit Samstag beobachte ich nun ein merkwürdiges Verhalten der Bienen auf dem Anflugbrett. Es läßt sich schwer beschreiben, teilweise halten sich Bienen an der Kante des Anflugbrettes auf und “zappeln” herum. Es sieht manchmal so aus, als ob sie gar nicht richtig laufen können bzw. als wenn sie “Gleichgewichtsprobleme” haben.
Ich hoffe nur, dass ich durch meinen Eingriff das Volk nicht weisellos gemacht habe. Ist das Verhalten das in der Literatur beschriebene unruhige Verhalten bei Weisellosigkeit?
Was würdet ihr an meiner Stelle tun. :?:

Viele Grüße
Uwe
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Uwe

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Re: Nach dem Schwärmen

Beitragvon zaunreiter » Mo 30. Apr 2012, 15:27

Normalerweise verhalten sie sich sehr unruhig, wenn sie weisellos sind. Sie laufen dann hin und her. "Suchend" trifft es am besten. Wenn Du an die Beute klopfst gibt es kein kurzes Zischen, sondern ein langes Brausen.

Du könntest das Restvolk mit dem Schwarm wieder vereinen. Einfach dazu hängen. Wenn Du zu lange wartest, werden sie bissig und dann kann es nur noch abgefegt werden. Wenn Du also Beißereien beim Zusetzen siehst, dann fege die weisellosen Bienen vor der Beute mit dem Schwarm ab. Am besten auf ein Brett, damit sie in die Beute einlaufen können.

Das Brechen von Weiselzellen finde ich generell keine gute Idee. Am besten werden noch unverdeckelte Weiselzellen mit Maden drin stehen gelassen - nicht die bereits verdeckelten.

Für das nächste Mal würde ich den Vorschwarm einfangen und an die Stelle des alten Volkes in eine leere Beute setzen. Das alte Volk teilst Du dann auf neue Beuten auf, je Beute ein paar Brutwaben, jeweils eine oder zwei Weiselzellen und eine Honigwabe. Den Rest der Honigwaben kannst Du zum Schwarm geben.

Gruß
Bernhard
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Re: Nach dem Schwärmen

Beitragvon apiculteur » Mo 30. Apr 2012, 15:43

Hallo Bernhard,

vielen Dank für die schnelle Antwort. Es waren leider keine unverdeckelten WZ mehr vorhanden.

Ich weiß ja momentan nicht, ob das Volk weisellos ist!? Solte ich prüfen, ob die stehen gelassene WZ noch vorhanden ist bzw. die Weisel geschlüpft ist? Würde bei Weisellosigkeit nach dieser Zeitspanne das Zusetzen einer Königin noch etwas bringen?

Die Waben Umhängen ist nicht machbar, da ich den Schwarm in eine Bienenkiste eingeschlagen habe. D.h. mir würde dann nur das Abfegen bleiben.

Gruß
Uwe
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Uwe

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Re: Nach dem Schwärmen

Beitragvon zaunreiter » Mo 30. Apr 2012, 16:38

apiculteur hat geschrieben:Solte ich prüfen, ob die stehen gelassene WZ noch vorhanden ist bzw. die Weisel geschlüpft ist?


Normalerweise sollten die jetzt recht ungestört bleiben, da die Königin ja auf Rundflug sein kann. Aber wenn die tatsächlich ein außergewöhnliches Verhalten an den Tag legen, kannst Du ja mal nachsehen, ob Du die Königin findest.

apiculteur hat geschrieben:Abfegen


Geht auch - oder sogar noch besser. Daher kein Problem.

Gruß
Bernhard
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Re: Nach dem Schwärmen

Beitragvon apiculteur » Mo 21. Mai 2012, 08:23

Hallo Bernhard,

ich hatte mich dann doch entschieden zeitnah keine weiteren Eingriffe wegen der Jungkönigin vorzunehmen. Nach vielleicht 2 Wochen hatte ich die Wabe gezogen, auf der die WZ stehen gelassen wurde. Resultat, die WZ war geöffnet, d.h. also Weisel geschlüpft. Zwischenzetlich habe ich auch immer wieder einmal eine Klopfprobe gemacht, es war für mich aber nichts Auffäliges festzustellen (längeres Aufbrausen/ Heulen bei Weisellosigkeit). Fluglochbeobachtungen haben ergeben, dass bis zum 17./ 18. Mai bei regem Flugbetrieb kaum Pollen und ab 19.05. überhaupt kein Pollen mehr eingetragen wurde. Gestern habe ich mich nun zu einer Durchsicht entschieden. Dabei habe ich folgendes festgestellt:

    im Bereich des ehemaligen Brutnestes war keine Brut mehr vorhanden, in keinem Stadium
    die Waben des ehemaligen Brutnestes sind völlig verhonigt
    im hinteren Bereich der Beute, gab es eine Wabe in derem Zentrum noch vielleicht 10 verdeckelte Drohnenzellen vorhanden waren
    die Königin habe ich nicht gesehen, muss aber eingestehen, dass ich diesbezüglich noch nicht das geschulte Auge habe

Für mich entstehen nunmehr folgende Fragen:
Das Vorhandensein von noch verdeckelten Drohnenzellen bedeutet, dass die Brut noch nicht vollstänig ausgelaufen ist und deshalb die Jungkönigin noch nicht mit der Eiablage begonnen hat?

Am 27.04.12, nach Schwarmabgang am 26.04., wurden alle Schwarmzellen bis auf die Eine gebrochen. Bis zum gestrigen Tag sind damit 23 Tage vergangen. Kann es von der zeitlichen Abfolge tatsächlich sein, dass die Jungkönigin noch nicht in Eilage geht?

Wie kann die Situation mit dem veronigtem Brutnest gelöst werde? Wenn die Königin mit dem Stiften beginnen will gibt es keinen Platz. In der konventionellen Imkerei würde man vermutlich einfach neue Mittelwände einhängen, ist ja in der TBH nicht möglich. Oder regeln die Bienen das alleine?

Viele Grüße
Uwe
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Uwe

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Re: Nach dem Schwärmen

Beitragvon zaunreiter » Mo 21. Mai 2012, 16:18

Hmm, schwer zu sagen. Siehe: http://www.imkerverein-pleinfeld.franke ... ingabe.php

Normalerweise sollten jetzt schon Stifte zu sehen sein - wenn denn Platz zum Legen da ist.

Du kannst sehr wohl Mittelwände einhängen. Einfach zwei-drei Topbars in der Mitte längs in zwei Teile zersägen. Eine zum Dreieck zurechtgeschnittene Mittelwand zwischen die zwei Hälften der Topbar klemmen und die Hälften zusammennageln. Dann oben den Überstand mit der Lötpistole weglöten.

Bild

Bild

Ich würde das Mittelwand-Dreieck nicht größer als 15 x 15 x 15 cm im Dreieck machen. (Stabilität.)

Reinhängen und damit Platz schaffen. In einer Woche nachgucken, ob sie die Oberträger angenommen haben.

Ansonsten ist intensive Königinnensuche angesagt. Lange Warten hilft nicht.

Gruß
Bernhard
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Re: Nach dem Schwärmen

Beitragvon gartenmundl » Sa 9. Jun 2012, 18:15

Hallo Uwe, Bernhard und Markus,
wurde mich gerne in die Diskussion mit einklinken.

Bei mir gibt es einen ähnlichen Fall:
Am 27.5 machte sich auch bei mir ein Schwarm aus einer TBH auf die Socken und schwärmte.
Glücklicherweise konnte ich ihn einfangen und in eine 10er Dadantbeute mit Rähmchen und Anfangsstreifen einschlagen.
Hat alles gut funktioniert.

Das abgeschwärmte Volk habe ich ebenfalls durchgesehen und auf Anraten meines Imkerpaten ebenfalls alle Weiselnäpfchen gebrochen bis auf eines, um Nachschwärme zu verhindern. Eine verdeckelte Weisel blieb drin. Bei einer kurzen Kontrolle am 1.6 war diese bereits geöffnet.
Vom 2.6 bis heute 9.6 war ich in Urlaub und das Wetter war hier anscheinend nicht berauschend.
Vor dem Urlaub hatte ich noch zwei leere OTs direkt in das Brutnest gegeben, weil meine beiden TBH-Völker OTs an der Seite komplett ignorierten.
Das eine nicht geschwärmte Völk baut nun brav neue Waben, das abgeschwärmte Volk schaut selbst diese OTs nicht an, die Bude ist aber nun wieder rappelvoll mit Bienen und Drohnen. Die hängen nur rum....kein gutes Zeichen.

Frage 1: Hören Völker auf zu bauen, wenn sie in Schwarmstimmung sind?
Frage 2: Mir kommt es vor als warten die Damen nur noch auf schönes Wetter um nochmal zu schwärmen. Wie wahrscheinlich ist das, wenn ich angenommen wirklich nur noch eine Jungkönigin drin habe? Wie halte ich die Bienen in der Kiste?
Frage 3: Im nichtgeschwärmten TBH-Volk habe ich ein Spielnäpfchen entdeckt. Könnte ich z.B diese Wabe dort entnehmen und Bienen aus dem 2. abgeschwärmten Volk dazukehren für einen Ableger?


Vielleicht mache ich mir auch viel zu viel Gedanken und sollte die Bienen entscheiden lassen und erst mal Ruhe geben.
Das nächste mal mache ich es wie Bernhard es geschrieben hat.....mehrere Ableger bilden! Nur müssen die ja auch irgendwohin....

Viele Grüße
Raimund

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Re: Nach dem Schwärmen

Beitragvon gartenmundl » Sa 9. Jun 2012, 20:42

Hallo markus,
deine Antworten sind beruhigend und hifreich zugleich -dankeschön.

Zur Kirschblüte hatte ich die Völker als ganzes fluglochfern gerückt und ca. 10 neue OTs aufeinmal gegeben.
Die Ots wurden überhaupt nicht mit Wabenwerk begonnen sondern nur die alten Waben wurden weiter nach unten gezogen.
Habe das schon von mehereren TBhlern gehört. Die letzte Wabe scheint wie ein Trennschied zu wirken....
Die 10 neuen Ots waren bestimmt 4 Wochen im Volk bevor ich welche mittenrein (ins Brutnest) gehängt habe. Schwuppdiwupp baut das nicht geschwärmte Volk, das abgeschwärmte gar nicht.

Spielnäpfchen: naja ob jetzt ein Ei drin ist oder nicht konnte ich durchs Fenster nicht sehen - nennen wir es mal angefangene Weiselzelle.... ;)

Kann man einen Flugling auch mit einer anderen Beute erstellen...also Dadant auf den Platz der TBH?


Viel Grüße
Raimund

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Re: Nach dem Schwärmen

Beitragvon sleipnir » Sa 9. Jun 2012, 20:43

Servus miteinander,

Ein Altimker sagte zu mir:

Er gibt in bestimmten Fällen ein Absperrgitter vor das Flugloch gibt, damit die Königin nicht weggfliegen kann.
Ob das funktioniert, weiß ich nicht. Er macht das angeblich öfter.

gruß

bernhard
Die kleinste Tat ist besser
als der größte Vorsatz.

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Re: Nach dem Schwärmen

Beitragvon sleipnir » So 10. Jun 2012, 08:41

Servus Raimund,

verstehe ich Dich richtig, Du willst das Volk nicht ein zweites mal schwärmen lassen ?

gruß

bernhard
Die kleinste Tat ist besser
als der größte Vorsatz.


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