Zweivölkerführung und aufgesetzter Honigraum

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Zweivölkerführung und aufgesetzter Honigraum

Beitragvon apiculteur » Di 5. Mai 2015, 08:36

Hallo zusammen,

ich habe zwar längere Zeit keinen Beitrag geschrieben aber dennoch fleißig mitgelesen.
An dieser Stelle wollte ich einmal nachfragen, ob jemand Erfahrung mit der Zweivölkerführung in der TBH hat. Im vergangen Jahr hatte ich aus Platz- bzw. Beutenmangel zwei Schwärme in eine mit Trennschied geteilte TBH eingeschlagen. In diesem Jahr habe ich zwei Aufsätze gebaut und diese mit OT bestückt auf die TBH aufgesetzt.
Nun das Problem, diese werden einfach nicht angenommen, d.h. kein Baubetrieb.
Meine Vermutung: Ich verwende im unteren Raum OT mit einer Breite von 30 mm, d.h. der Abstand der OT zueinander beträgt 5 mm - das ist vermutlich zu gering. Bienen befinden sich dennoch in der aufgesetzten Zarge.
Wie denkt ihr drüber?
Viele Grüße

Uwe

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Re: Zweivölkerführung und aufgesetzter Honigraum

Beitragvon zaunreiter » Di 5. Mai 2015, 08:51

Hallo Uwe,

Bienen lagern Honig nur in ständig besetzten und belaufenen Waben ab - ganz ähnlich ist es mit dem Bauen von Waben. Deswegen setzen die Bienen am liebsten den Bau der Waben vom bestehenden Wabenwerk an fort. Sprich: sie würden eher von unten nach oben bauen, als durch eine leere Zarge an der Wand nach oben zu laufen und sich dort oben im gefühlten Nichts als Bautraube aufzuketten. Ausnahme: sehr niedrige Honigaufsätze. (10 cm hoch oder ähnlich.)

Deswegen brauchst Du mindestens eine Art Leiter aus Wabenwerk, an der die Bienen nach oben klettern können. Mit etwas Bastelarbeit könntest Du zwei ausgebaute Waben nach oben pfriemeln. Oder pragmatisch: zwei Mittelwände verwenden. Die sollten bis kurz über die Oberträger reichen. Dann klettern die Bienen darüber nach oben, und wenn Du die Mittelwände mit etwas Abstand zueinander einsetzt, bilden sie dazwischen eine kleine Bautraube. Die Mittelwände sollten direkt über dem Brutnest stehen.

Es ist allerdings etwas spät im Jahr für das (erneute und mit Mittelwänden erweiterte) Aufsetzen. Deswegen sind die voraussichtlich schon in beginnender Schwarmstimmung und da verlieren sie die Lust zu bauen. Deswegen ist es vielleicht besser, noch eine oder zwei TBH zu bauen, die Schwärme darin einzuschlagen und diese dann auch wie TBH zu bewirtschaften. Oder Du schwenkst um auf Warré oder andere.

Die 5 mm sind jedenfalls gar kein Hindernis für die Bienen. Es ist eher die Scheu vor dem Nichts im leeren Raum. (Bienen leben in Wabengassen.)

Viele Grüße

Bernhard
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Ich summe, also bien ich.

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Re: Zweivölkerführung und aufgesetzter Honigraum

Beitragvon apiculteur » Di 5. Mai 2015, 09:07

Hallo Bernhard,

vielen Dank für die schnelle Antwort.
Die Idee mit den Mittelwänden hatte ich auch schon und habe sie auch umgesetzt. Nur gehen die Mittelwände nicht bis kurz über den Brutraum, so wie von Dir beschrieben. Mal schauen ob sich da noch was machen lässt, zumindest für das zweite Volk.

Mit weiteren TBH's sieht es wegen Platzmangel auf dem Gartengrundstück ziemlich bescheiden aus. Ich habe deswegen in diesem Jahr noch eine Warre aufstellen können - ist auch schon mit einem Naturschwarm besiedelt - mehr geht nicht mehr.
Viele Grüße

Uwe

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Re: Zweivölkerführung und aufgesetzter Honigraum

Beitragvon zaunreiter » Di 5. Mai 2015, 09:42

Du könntest natürlich auch noch ein paar niedrigere Honigraumaufsätze bauen, so Ringe aus 10 cm hohen Brettern. Das Dach des Honigraums gut isolieren, dann ist es oben schön warm. Gerade bei Regenwetter hängen die gern unter so einer warmen Mütze ab und das führt dann auch zu Waben, sobald etwas Nektar reinkommt.

Ich würde die Oberträger der TBH - also da, wo die Brutwaben dranhängen - von oben ganz leicht einölen. Mit Sonnenblumenöl oder so. Dann bauen die Bienen die Waben der Zarge oben nicht an den Oberträgern der TBH fest. Habe ich zwar nicht ausprobiert, aber das wäre doch mal ein Fall dafür, weil ja droht, das die Bienen die Honigzargen mit den Oberträgern verbinden. Du kannst ja in der Mitte etwas freilassen beim Einpinseln, damit die wegen des Ölfilms keine Scheu haben, in die Honigzarge aufzusteigen.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.


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