Die "richtige Biene"

Wie besiedele ich meinen ersten Warré-Bienenstock? Mit einem Schwarm? Ableger?
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zaunreiter
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Die "richtige Biene"

Beitragvon zaunreiter » Fr 11. Jan 2013, 11:29

Marc Gatineau schreibt in seinem Buch, daß die Biene zur Beute und Betriebsweise passen muß. Vor allem für den Stabilbau in Warrémagazinen empfiehlt er die Dunkle Biene (Apis mellifera mellifera), da sie eher die Eigenschaft besitzt, von den Waben zu rennen. Also waben-unstet ist. Das ist bei Rähmchen im Mobilbau nicht so sehr gewünscht, weil daie Handhabung von Rähmchen erschwert wird, die Bienen Knäuel unterhalb des Rähmchens bilden und auch schon mal - mit der Königin - zu Boden plumpsen. Was für die Mobilbauimker nachteilig ist, ist auf der anderen Seite für Stabilbauimker vorteilhaft: Zargen können schnell geleert werden, weil die Bienen schnell von den Waben laufen. (Inspektion des Wabenwerkes, Beschneiden der Waben/Wabenpflege, Königinnensuche, etc...)

Das kann ich aus eigener Beobachtung mit Dunklen bestätigen und es findet sich dieser Hinweis auch in der Literatur. Z. B. bei Lehzen: Hauptstücke der Lüneburger Korbimkerei.

Daneben habe ich feststellen müssen, daß die Carnica-Biene bei mir den Honig sehr nah am Brutnest stapelt - weniger brutnestfern. Das hatte zur Folge, daß ich beim Aufsetzen die leere Honigzarge zwischen der bereits vollen Honigzarge setzen mußte, damit sie vernünftig angenommen wird. Außerdem ist das Brutnest ziemlich schnell verhonigt. Die Carnica ist relativ schwarmfreudig, auch oder gerade in der Warré. Das ist natürlich vorteilhaft, wenn Du mit Schwärmen imkern willst.

Bei der Buckfast-Biene habe ich nur erste Erfahrungen sammeln können. Sie knallt die Beute aber gut voll bisher. Mal sehen, was die weiteren Jahre bringen.

Mit anderen Bienen (Ligustica z.B.) habe ich keine Erfahrung.

Vielleicht sammeln wir hier mal Bilder und Erfahrungen dazu, welche Unterschiede es gibt und was bei den jeweiigen Bienen zu beachten ist.

Klar ist, daß wir egal welche Biene es ist, nach und nach eine Anpassung an das lokale Klima und die lokale Flora erreichen sollten. Außerdem sollen es Selbstversorger werden, also genügend sammeln, um sich selbst auf Honig über den Winter zu bringen. Und eine Kerngesundheit besitzen.

Gruß
Bernhard
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Rumpel
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Re: Die "richtige Biene"

Beitragvon Rumpel » Sa 16. Mär 2013, 18:13

Ich denke das besondere Bienen auch besonnene Imker brauchen. :oops:
Aber die dunkle Biene finde ich sehr interessant, ich habe selbst nur 4 ha Wald, aber Irgendwie bekomme ich immer mehr lust meinen Spechten tatkräftig zur Hand zugehen. :P .
LG.Jörn
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melliferaman
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Re: Die "richtige Biene"

Beitragvon melliferaman » Sa 11. Mai 2013, 18:43



Hallo zusammen,

ich habe die Dunkle beim schwärmen aus der Warrébeute gefilmt.
Die Weiselzelle konnte ich von dann aussen auch sehen.
Natürlich hatte ich eine Warrébeute zum Einfangen zur Hand :-).
Ich mach das immer so, Beute hinstellen, Brutwabe rein den Rast machen sie dann selber.
Konnte das Einlaufen nicht filmen, der Chip war voll :-(.

Viel Spaß mit dem Film.

Gruss
Melliferaman

mahagugu
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Re: Die "richtige Biene"

Beitragvon mahagugu » So 12. Mai 2013, 20:54

Nun, ich habe derzeit nur ein Buckfastvolk ... von sechs Königinnen voriges Jahr sind mir alle gestorben.

Sonst schaue ich natürlich , dass ich Bienen bekomme die in der unmittelbaren Region also maximal eine
Fahrtstunde von Aufenthaltsort seit Jahren oder Jahrzehnten heimisch sind.

Die dunkle Biene war in meinem Gebiet wahrscheinlich nicht heimisch, ausser vielleicht im Raum Wien und
Umgebung. Es gibt aber meines Wissens keine verlässlichen Daten darüber ... was das Südburgenland betrifft.

melliferaman
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Re: Die "richtige Biene"

Beitragvon melliferaman » Mo 13. Mai 2013, 21:51

Hallo mahagugu,

hatte im Herbst 15 Völker. 11 davon sind eingegangen, 7 davon in Zanderbeuten (ich denke die sind zu gross).
In den 6 Zanderbeuten und einem 5 Wabenableger hatte ich Dunkle und Carnica, die 4 anderen Ware (3 Carnica Fx und 1 Dunkle).
Die 4 die überlebten waren 3 in Warré (2x Dunkle, 1x Carnica Fx) eines in Zander (Oha das war eine Nigra).
Die Beuten waren leer! Das wenige was drin war ist erfroren, es war ein trauriges Bild.
Zum Vergleich, 2011 habe ich von 15 Völkern 14 durchgebracht, da hat es meine Kollegen erwischt die hatten bis zu 100% Ausfälle.

Und was sagt mir das statistisch? Nix siginifikantes bei Beutentyp, Rasse und Standort (bin Statistiker).

2012 war ein besch..eidenes Jahr. Viele fremde Schwärme, Läppertracht, Kühle und Regen und trotzdem die Völker bauten sich flott auf
lösten sich aber genauso flott im Dezember auf. Keine Ahnung woran es lag, die Varroa trug dazu bei, kann es aber allein nicht gewesen sein.

Was beibt mir? Nach vorne schauen. Zur Zeit baue Völker wieder auf. Habe 3 schöne Dunkle, 5 nette Carnica aus CZ (Übernommen da ein Kollege
leider verstorben ist) und zwei üble Stecher die ich morgen zu Pflegevölkern Befördern werde.

Was die Rasse angeht, ich habe das was mir gefällt (bevorzugt Dunkle) und was sich in der Warrébeute gut halten lässt. Mir scheint Bernhard hat Recht
mit der Einschätzung dass die Wabenunstetigkeit der Dunklen ein Vorteil in der Warrébeute ist. Nach Durchsicht heute zeigt sich mir ein ähnliches Bild,
die Carnica neigt zum verhonigen, die Dunkle nutzt den Raum anders. Sofern er vorhanden ist! Wie das bei der Buckfast ist kann ich nicht einschätzen.
Aber das ist Intuition und muss jeder für sich entscheiden, dazu ist es mein Hobby mit den Bienen vor Ort (die hier auch mal heimisch waren).

Gruss
Melliferaman

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zaunreiter
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Re: Die "richtige Biene"

Beitragvon zaunreiter » Di 8. Okt 2013, 22:57

Wenn ich in Schweden wäre, würde ich bei Erik nachfragen: http://www.elgon.se

Ich habe Erik mal persönlich kennenlernen dürfen, er war mir sehr sympathisch und er versteht was von Bienen. Seine Bienen habe ich allerdings noch nicht gesehen, aber da habe ich ein gutes Vertrauen.

Viele Grüße

Bernhard
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Re: Die "richtige Biene"

Beitragvon stefanzo » Di 8. Okt 2013, 23:27

Ein Volk mit einem Kilo ist in der Sommermitte sehr knapp für eine Warrebeute. Besser ist es wirklich wie Warre sagt stärkere Völker einzuquartieren, die bauen dir 2 Zargen sicher zügig aus und geben bei guter Tracht auch noch eine Honigernte. Wenn die Ligustica in deiner Gegend die übliche Biene ist, so solltest du deine Imkerkollegen in deiner Nachbarschaft zuerst fragen bevor du mit Buckfastbienen aufkreuzt. mfg stefanzo

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Re: Die "richtige Biene"

Beitragvon Rumpel » Mi 9. Okt 2013, 04:53

Moin Kap Horn,
Du könntest auch den Umweg mit Mittelwänden nehmen. (Rähmchen ohne UT. )
Bei 1 Kilo Bienen würde ich es so machen, als Kompromiss versteht sich.
LG. Jörn
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Re: Die "richtige Biene"

Beitragvon Rumpel » Mi 9. Okt 2013, 07:08

Ich sage nur: gut dass ich frueh genug und in aller Ruhe die Sache angehe, es gibt ja doch einiges zu bedenken und auch zu bauen...ist ein gutes Gefuehl sich ohne Stress vorzubereiten.

Sehr gut, eine Brechstange gehört in eine Werkstatt, und nicht in eine Imkerei. :)
Gruss Jörn
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Re: Die "richtige Biene"

Beitragvon edlBeefit » Fr 18. Okt 2013, 19:39

Kap Horn hat geschrieben:Somit stellt sich also raus: ich wohne in "Ligustica"-Land und damit duerfte die Wahl der Bienen fuer mich "gelaufen" sein!

Jetzt heisst es nur noch: weitere Kontakte knuepfen.

Interessant wie sich doch so alles fuegt wenn man nur genug Zeit mitbringt...

Gruss von westlich Gotland

Kap Horn


Hallo Kap Horn,

Das machst du richtig, gute Entscheidung

lG Kurt
Gruss Kurt Edlinger

Lieber ein Hund als Freund als ein Freund der ein Hund ist


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