Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Wie besiedele ich meinen ersten Warré-Bienenstock? Mit einem Schwarm? Ableger?
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Schlossimker
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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Mi 26. Feb 2020, 21:57

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Baum.jpg
Der Baum hier stand keine 100m westlich von dem Bienenstock - seine Zeit war auch gekommen.
Mein Traum ist, dass Millionen für mich arbeiten, dann mach ich erst recht was ich will!
PS: Ich bin Anfänger 2019+2020+2021, 6 Völker. Ich gebe keine Ratschläge, allenfalls Denkanstöße für Entscheidungen.

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zaunreiter
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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon zaunreiter » Do 27. Feb 2020, 16:00

[quote="Math."]das sieht unsere veterinärin hier anders als du[/quote]

Eine gesetzliche Grundlage sollte schon bestehen, sonst ist es Willkür. Und Willkür ist ein schlechter Ratgeber.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Deichkind
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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Deichkind » Do 27. Feb 2020, 17:06

Da es sich um Ländergesetzgebung handelt, könntet ihr beide recht haben.
Volk 2 Schwarm 01.06.19, Brutling 5/20
Volk 3 Schwarm 24.06.2019 Brutling/Flugling 8.5.20
Volk 4 Flugling aus 2 + 2020er Jungkönigin aus 3
Volk 5 Schwarm 30.5.20
Volk 7 Schwarmzellableger aus 3, 21.5.20

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Schlossimker
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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Sa 14. Mär 2020, 22:57

Hallo,
mein Haupt beginnt sich gedanklich langsam zu verneigen vor Melina und Bernhard für das übersetzte Buch bzw. die vielen Artikel und Kommentare, sowie bei allen die mir Tips gegeben haben und mich mit mahnenden Worten zum ständigen Nachdenken über die Bienen gebracht haben. Danke - zeitweise war es schon schwierig das Volk für den Winter mit zu entwickeln und durch zu bringen.
Ja, und da habe derzeit als mahnendes Beispiel das Bienenhaus, 800m von meinem Stand entfernt. Letzten Sommer waren da 4 von 8 Fluglöchern offen und sien geflogen. Anfang September waren dann 5 von 8 offen und sind geflogen. Diese Woche war nur noch 1 von 8 offen, Mäusegitter war noch dran, geflogen ist da nix mehr. Spuren von beim Eintragen verlorenem Pollen gab es nicht - Tod. Jetzt haben also von den 8 bekannten Nachbarvölkern in 1km Umkreis nur 2 überlebt.

[attachment=1]IMG_20200313_173945904.jpg[/attachment]
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IMG_20200313_173958210.jpg
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Schlossimker
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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Sa 14. Mär 2020, 23:51

Hallo,
in diesen Tagen kann man leider nicht mehr abschätzen, wann man als Kontaktperson irgendwo erscheint und dann 2 Wochen nicht mehr zu den Bienen kann.
Deshalb, und weil die nächsten 5 Tage bei uns noch Flugwetter sind, habe ich heute die Bienen "ausgewintert". Geplant war:
- Verhungerfütterer weg nehmen
- Die als Wärmedämmung und Einengung über den Winter genutzte Doppelfuttertaschen (nur die in der oberen - Futterzarge) heraus nehmen und 2 Rähmchen mit wachsbestrichenen Anfangsstreifen einsetzen.
- Die für den Verhungerfütterer genutzte Zarge mit Rähmchen und Halbrähmchen ausstatten und unter zu setzen. (Ohne Corona Virus hätte ich das erst zu Kirschblüte in 1-3 Wochen gemacht)
- Die gesamte Beute schon mal die halbe Strecke zur Mitte auf den Beutenbock schieben. Der mittelfristige Plan ist, bei Ablegerbildung in 6-8 Wochen diese links und rechts davon stellen, und das "Muttervolk" mit der Königin auf einen neuen Beutenbock, 10m weg stellen, damit sie Flugbienen und Schwarmlust verliert. Auf Trommeln und nur halbieren hab ich keinen Bock dieses Jahr. Besser gleich auf die Völkerzahl die ich zum Einwintern erreichen möchte, aufteilen und die Schwarmthematik für dieses Jahr damit erledigen.

Die Schlossimkerbienen naschen seit letztem Sonntag an der Salweide - gottseidank. Im Forum von Admin Gnadenlos ist gerade ein Faden aktiv der den Bienen die nicht von der Salweide naschen können ein schlechteres Jahr voraussagen. Gefühlt sind es auch schon mehr Bienen, als zum Jahreswechsel. Die doppelte Futtertasche in der (jetzt) mittleren Brutzarge habe ich nicht entfernt. Das hätte ich zwar gern anstelle von untersetzen, hab es mir aber nicht vorgenommen. Da durch die Fenster zu sehen war dass Waben der obersten (Futterzarge) an einigen Stellen an der Brutzarge angebaut sind, und ich die Zargen mit dem Fahrradseilzug hätte vorher durchschneiden müssen. Was ein geringes Risiko für die Königin bedeutet wenn sie da gerade rum schleicht. Für ne Nachschaffung könnte man aber nicht mit Drohnen und nicht unbedingt mit Begattungswetter rechnen. Deshalb habe ich beide Zargen zusammen beiseite gestellt um die "neue" unter zu stellen. Boah, war das schwer, bin ich froh, das Warre Zargen kleiner sind.
[attachment=0]Zarge mit Rähmchen.jpg[/attachment]
[attachment=5]Beute.jpg[/attachment]

Beim Ausräumen der Holzwolledämmung des Verhungerfütterers hat sich gezeigt, das diese im unteren Bereich feucht war, deutlich mehr auf der westlichen Seite. Das Abdecktuch war komplett verschimmelt und wurde ausgetauscht. Fur nächsten Winter muss ich da was verbessern, das durch das Abdeckbrett im Warre-Dach die Feuchtigkeit besser entweichen kann, ohne dass es ein Eingang für allerlei Getier wird. Hm, ich muss stärkere Völker einwintern. Es zeigt sich auch, dass die Problematik an der Westseite - trotz Futtertasche als Dämmung - ausgeprägter ist. Bei kräftigem Regen (Schlagregen) hatte ich schon bemerkt, dass das Wasser gerne durch die Kapillarwirkung am immer vorhandenen Spalt zwischen den Zargen eingezogen wird. Nach einem kräftigen Regen, auch wenn er eher kurz war, war auch immer mehr Kondenswasser innen an der Glasscheibe zu erkennen.
[attachment=1]Verhungerfütterer.jpg[/attachment]
[attachment=6]Abdecktuch.jpg[/attachment]
[attachment=7]Abdecktuch, Futtertasche.jpg[/attachment]
[attachment=8]Abdecktuch, Futtertasche entfernt.jpg[/attachment]
[attachment=4]Füllung der Futtertasche ohne Schimmel.jpg[/attachment]
[attachment=3]Futtertasche ohne Füllung.jpg[/attachment]

Die durchgeführten Temperaturmessungen in der Beute durch den Winter haben gezeigt, dass die Bienen die Beute zwar nicht heizen. Sie - in diesem Winter - aber trotzdem immer 10°C warm gehalten haben. Es waren auch häufig einige Bienen auf den Waben außerhalb des Brutnestes unterwegs. Eine feste, geschlossene Wintertraube habe nur Anfang November als es kalt wurde, morgens gesehen. Inzwischen halten sie die Beute - heute Abend um 2000 - auf 17°C bei 4°C Außentemperatur.

Varroen habe ich seit Heiligabend keine mehr gesehen.

Schlossimker - ein Kaiserfranke.

PS: Wer einen immer rauchenden Smoker haben will, der auch nachgefüllt wird, der nehme sich einen kleinen Honigdieb mit. Dieser sorgt mit größter Freude dafür, dass der Smoker immer raucht - allerdings bekommt der dadurch auch Beine!
[attachment=2]Smoker.jpg[/attachment]
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Zarge mit Rähmchen.jpg
Die Rähmchen und Halbrähmchen sind bereits mit den Blindnieten in der Senkkopfversion als Abstandshalter ausgestattet. Allerdings muss ich mich langsam mal auf eine Oberträgerbreite festlegen, sonst passen die Abstände nicht wenn ich unterschiedliche Breiten einsetze. 26-27mm dicke Bretter gibt es gut auch in Lärche/Douglasie zu kaufen. 24mm wäre bei 32mm Wabenabstand erforderlich.
Verhungerfütterer.jpg
Etwa die untersten 3cm der Holzwollefüllung waren feucht, an der Westseite mehr, Ostseite weniger.
Smoker.jpg
Ein immer brennender Smoker mit Beinen.
Futtertasche ohne Füllung.jpg
Die Futtertasche innen war auch sauber
Füllung der Futtertasche ohne Schimmel.jpg
Die Futtertaschenfüllung war trocken und frei von Schimmel.
Beute.jpg
Die Schlossimkerbeuten haben seit November ein Branding - bei den 7 mit Leinöl eingelassenen musste etwas vorsichtiger und mit kälteren Brandeisen gearbeitet werden.
Abdecktuch.jpg
Das Abdecktuch zeigt deutlich Schimmel.
Abdecktuch, Futtertasche.jpg
Das Abdecktuch zeigt Schimmel an der Unterseite.
Abdecktuch, Futtertasche entfernt.jpg
Die Zarge selbst zeigt keinen Schimmel.
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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon biene0.1 » So 15. Mär 2020, 00:32

Hallo Schlossimker,
Du schreibst:
"Das Abdecktuch war komplett verschimmelt und wurde ausgetauscht. Fur nächsten Winter muss ich da was verbessern, das durch das Abdeckbrett im Warre-Dach die Feuchtigkeit besser entweichen kann, ohne dass es ein Eingang für allerlei Getier wird."
Mein Vorschlag ist, entweder die Abdeckbretter durch ein Mäuse sicheres Gitter zu ersetzen oder einen gut gedämmten Deckel zu bauen. Ich habe dicke Kissen und ein Pultdach mit Mäusegitter.
Die älteste Füllung geht jetzt in das 6. Jahr, war nie feucht und wurde nie ausgetauscht.
Also lass dir was einfallen ! Viel Erfolg.
Gruß
Harald
Warre-Beuten als Eigenbau,Bienenkugel als Eigenbau, Halbrähmchen.
Etwa 4 bis 6 Völker auf Bioflächen und extensiv genutzten blumenreichen Wiesen.

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Deichkind » So 15. Mär 2020, 21:56

Den Text habe ich nicht geschafft, zu lesen, mir ist dabei schwindelig geworden vor Verwirrung, ich bin nicht mehr mitgekommen. Die Bilder sehen aber schrecklich aus.

Lass doch in der nächsten Saison den Kram mit dem Flüssigfutter im Winter. Alle raten davon ab und nun hast du vielleicht am eigenen Leib erlebt warum.

Der Futterteig nach Bernhards Anleitung hat bei mir gut funktioniert.
Volk 2 Schwarm 01.06.19, Brutling 5/20
Volk 3 Schwarm 24.06.2019 Brutling/Flugling 8.5.20
Volk 4 Flugling aus 2 + 2020er Jungkönigin aus 3
Volk 5 Schwarm 30.5.20
Volk 7 Schwarmzellableger aus 3, 21.5.20

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon biene0.1 » Mo 16. Mär 2020, 22:28

Hallo Schlossimker,
wie Deichkind schon schrieb: "Lass doch in der nächsten Saison den Kram mit dem Flüssigfutter im Winter".
Das kann auch das Problem verursacht haben. Oder eben wie so oft, verschiedenes gleichzeitig.
Gruß
Harald
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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon zaunreiter » Di 17. Mär 2020, 10:31

Ein selbstgemachtes Problem führt zum nächsten Problem. ;)

Einfach weniger basteln. :whistle:
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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Di 17. Mär 2020, 22:56

[quote="biene0.1"]Mein Vorschlag ist, entweder die Abdeckbretter durch ein Mäuse sicheres Gitter zu ersetzen oder einen gut gedämmten Deckel zu bauen. Ich habe dicke Kissen und ein Pultdach mit Mäusegitter.
Die älteste Füllung geht jetzt in das 6. Jahr, war nie feucht und wurde nie ausgetauscht.
Also lass dir was einfallen...[/quote]
Hallo Biene0.1, ganz sicher werde ich mir was einfallen lassen und ggf. nächsten Winter bei dann mehreren Völkern verschiedene Ideen gegeneinander laufen lassen. Deine geschilderten Erfahrungen sind sehr motivierend. Habe dazu aber noch folgende Frage:
Gehen die seitlichen Bretter von deinen Pultdächern bis unterhalb der Stelle wo das bei Dir (insgesamt höhere) Kissen auf liegt. Oder liegt bei Dir die "Spalte" zwischen Zarge und Kissen, wo das Abdecktuch liegt auch (seitlich) "frei", wie bei mir, wenn ich mehr als das Kissen aufgelegt hab.
Das mit der Diffusionsfähigkeit der Abdeckbretter wurde im Forum schon thematisiert. Da hab ich bisher nur den (dortigen) Vorschlag von Zaunreiter umgesetzt und Nut&Federbretter weiter auseinander platziert. Das scheint aber nicht zu reichen. Gedämmt war eigentlich mehr als genug: 3cm Verhungerfüttererrahmen + 19cm Zarge um den Verhungerfütterer + 10cm Kissenzarge, also 32cm, alles mit Lärche/Douglasie Holzwolle (nicht Späne) locker aufgefüllt. Trotzdem scheint der Taupunkt am Abdecktuch gewesen zu sein. Das mit den Durchbrüchen im Abdeckbrett überlege ich mir grundsätzlich auch schon länger. Varroagitter stell ich mir da vor - würde aber keine Ameisen fern halten. Was mich sehr verwundert ist, dass mindestens die obersten 25cm Dämmung absolut trocken waren.

Das Abdecktuch ist bei mir Bettlaken (Westfälisches Haushaltstuch), gekauft vor mehr als 30 Jahren und ich denke, dass es Leinen ist (nicht geneicht, beige, ziemlich starr). Nur die Unterseite ist mit Mehlkleister bestrichen.
Dieses Abdecktuch hat sich als sehr anfällig erwiesen. Bei der im Foto oben ersichtlichen Futtertasche aus Buche hat sich der Schimmel auch vom Abdecktuch ins Holz "gearbeitet". Bei den daneben liegenden Oberträgern aus Douglasie war da nix "eingearbeitet" - die scheinen da resitenter zu sein. Meine dünnen Oberträger aus Buche aus diesem Jahr werden daher wohl nicht für die Überwinterung geeignet sein.

Schlossimker - ein Kaiserfranke.
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PS: Ich bin Anfänger 2019+2020+2021, 6 Völker. Ich gebe keine Ratschläge, allenfalls Denkanstöße für Entscheidungen.


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