Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Wie besiedele ich meinen ersten Warré-Bienenstock? Mit einem Schwarm? Ableger?
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Schlossimker
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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Do 22. Aug 2019, 00:04

Hallo,
gute und schlechte Neuigkeiten vom Schlossimker seinem einzigen Bienenvolk, das sich redlich bemüht, dass was "der Schlossimker im Frühjahr vertrödelt hat" noch aufzuholen.
Die Bienen tragen fleisig gelben Pollen ein, gelegentlich auch rot und beige. Mein Gelbsenf ist gerade gut am Blühen. Die Phazelia fängt gerade an mit den ersten Blüten.
Sie bauen wieder mit der früheren Geschwindigkeit, als sie keine Brut zu versorgen hatten und haben unten eine Wabe zur Hälfte in eine freie Wabengasse gebaut. An der zweiten freien Wabengasse (vor der Außenwabe des Brutnestes) bauen sie nicht - das hätte ich mir wirklich sparen können, dort das Brutnest auseinander zu rücken. So haben sie jetzt unten 4,5 Waben, die alle mit Bienen besetzt sind, so dass ich nicht sehen kann was darunter vor geht, nur in den Randereichen ist zu sehen, dass sie unten kein weiteres Futter mehr einlagern.
Dafür haben sie oben schon 1,5 Waben dazu gebaut, so dass sie dort auf 5,5 Waben kommen und man sieht (die Waben sind nicht komplett mit Bienen belegt), dass sie oben fleisig einlagern. Das sollen sie dort auch, und weiter bauen.
Es sieht deutlich danach aus, dass es jetzt mehr Bienen sind als Ende Juli. Ich denke, dass sie inzwischen gut 5,5 Waben besetzen.

Die schlechten Nachrichten kommen von der Zählung der Varroen:
1. Drei Tage Sequenz waren es 4
2. Drei Tage Sequenz waren es 2
3. Drei Tage Sequenz waren es 7
4. Drei Tage Sequenz waren es 10
--------------------------------
Also 12 Tage an denen insgesamt 23 Varroen gefallen sind
23 : 12 = 1,92
1,92 * 300 = 576 Varroen
576 : 7500 (geschätzte Bienen) = 7,68 % Belastung

Wobei die Belastung stetig zu steigen scheint (letzte Sequenz)
10 : 3 = 3,34
3,34 * 300 = 1002
1002 : 7500 (geschätzte Bienen) = 13,4%

Der Züchter hatte den Kunstschwarm mit Milchssäure behandelt.
Leider hab ich so zusammen gelesen, das dies zwar schonend ist, aber die Wirksamkeit schwanken kann.

Ich werde mich die nächsten Tage doch zur Standardbehandlung mit Ameisensäure 60%, Schwammtuch, von Oben in einer dafür aufgesetzten Leerzarge durchringen, und das Risiko und die Belastung für die Bienen eingehen.
Die Vorgehensweise habe ich im "Varroa_unter_Kontrolle.pdf" der "Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung e.V" gefunden.

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Di 27. Aug 2019, 23:28

Hallo,
neues vom Schlossimker seinem einzigen Kunstschwarm.

Die Bienen haben unten nur 1/2 Wabe dazu gebaut. Die Brut ist unten ausgelaufen, es sind nur noch einige Drohnenzellen verdeckelt.
Es sind Putzbienen unterwegs. Eingelagert wird unten nix.
Die Königin muss nach oben gegangen sein, um dort zu stiften. Deshalb ist dort auch wesentlich mehr gebaut worden. 3 der gut 6 Waben dort haben verdeckelte Brut (die vierte ist nicht einsehbar) und nur an deren Rändern wird Futter eingelagert. Hoffentlich Bauen sie auch weiter falls die Königin wieder in die unteren 4,5 Waben stiften geht (die sind ja jetzt leer), und lagern oben beim Auslaufen der Brut Futter ein. Eingelagertes Futter, das verdeckelt ist müssen sie doch wohl nicht mehr versorgen? So das sie sich dann unten ganz breit machen können.

Es ist noch bis in die nächste Woche hinein sehr warm und sie tragen noch viel orangen, gelben, und etwas beige Pollen ein. Das Futterglas wechsle ich inzwischen alle 36 Stunden, da sie etwa 0,5l/Tag Zuckerwasser 1/1 abnehmen. Davon dürfen sie auch viel oben einlagern. Die Bienen belegen inzwischen wieder 6 Waben.
Es bleibt spannend.

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon zaunreiter » Mi 28. Aug 2019, 09:27

Schlossimker hat geschrieben:Die schlechten Nachrichten kommen von der Zählung der Varroen:


Ja, dieses Jahr ist ein außergewöhnliches Varroajahr. In einem anderen Thread werde ich dazu gleich mehr schreiben.

Schlossimker hat geschrieben:Ich werde mich die nächsten Tage doch zur Standardbehandlung mit Ameisensäure 60%, Schwammtuch, von Oben in einer dafür aufgesetzten Leerzarge durchringen, und das Risiko und die Belastung für die Bienen eingehen.


Mit der Ameisensäure wirst Du dem Bienenvolk endgültig den Rest geben. :think:
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Do 29. Aug 2019, 23:46

Hallo,
ein zweites mal scheint mich meine Königin nicht mehr aus zu tricksen.
Die ist doch schon wieder unten am stiften, hat dort 4,5 Waben die geputzt sind.
Die Traube ist mehrheitlich unten. Mal sehn ob da dann auch weiter gebaut wird.
Ich weiss gar nicht was ich dann mit so vielen Bienen anfangen soll. Die soll nicht so viel legen, die sollen mehr bauen zum Wohnen unten, und oben Futter einlagern. Der Sommer dauert nicht ewig...
Die rennen ihr die Bude voll mit Pollen, und lassen die Jungs schon gar nicht mehr rein, und die hat oben noch Jungs gestiftet.
Reden die nicht miteinander?

An den letzten Beitrag zur Zählung der Varroen schließe ich mit den Ergebnissen der weiter forgtgeführten 3 Tagessequenzen an:
5. Drei Tage Sequenz waren es 49
6. Drei Tage Sequenz waren es 28
7. Drei Tage Sequenz waren es 41
Disskussionsbedarf besteht dazu nicht mehr, die Milben sind ja so klein und bei uns gab es schon gelegentlich die ersten herbstlichen Nebel.

zaunreiter hat geschrieben:Mit der Ameisensäure wirst Du dem Bienenvolk endgültig den Rest geben. :think:
Endlich hat einer was dazu geschrieben. Das kann man für jeden anderen Anfänger nicht genug hervor heben :clap: .

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Deichkind » Fr 30. Aug 2019, 05:50

Schlossimker hat geschrieben:Hallo,

Ich weiss gar nicht was ich dann mit so vielen Bienen anfangen soll. Die soll nicht so viel legen, die sollen mehr bauen zum Wohnen unten, und oben Futter einlagern. Der Sommer dauert nicht ewig...


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Was denkst du denn wer die Hütte heizen soll wenn es keine Bienenmasse im Winter gibt? Die Sommerbienen (von denen du immer noch nicht viele hast) werden sterben und die neuen brauchen noch rund nen Monat bis zur Einsatzbereitschaft.
Lass sie bloß machen und freu dich darüber.
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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Fr 30. Aug 2019, 22:14

Hallo Deichkind,
schön dass du wieder mal da bist. Du hast mir schon viel geholfen. Die empfohlenen Glanzmispeln sind schon Anfang Juli gepflanzt worden (12).
Liguster kommt Ende September dazu (Wurzelware), damit ich nicht so viel zu gießen hab. Und Zwischen den Ständen als Sommerwindschutz und gegen Verflug: Schlehe.

Tja, was meine anständigen Bienen so brauchen. 0,8l Zuckerwasser 1:1 von gestern 12Uhr bis heute 14Uhr so gut wie leer gemacht.
Süß, wenn man von oben durch das fast ganz leere Glas die durch das Tuch zappelnden Schnorchel sieht. Schade das ich keinen Foto dabei hatte.
Die habe sich zum Einlagern entschieden. Wenn es so heiß ist wie jetzt haben sie schon immer etwas mehr gebraucht. Aber so viel noch nie.
Das Abdecktuch ist auch nicht mehr so starr - das zur Kühlung verdunstete Wasser macht es wohl geschmeidig.

Was drin is, is drin hab ich mir gedacht und ihnen jetzt 0,8l Zuckerwasser 3:2 gereicht. Davon haben sie bis eben 20Uhr schon wieder ein drittel weg getragen. Man sieht, das sie oben einlagern. Sollen sie doch. Wenns verdeckelt ist und sie Brutzellen brauchen, müssen sie unten neue Waben dazu bauen. Derzeit formen sie die unteren Ecken oben aus. Aber in der Warre bauen sie ja noch bis in den Oktober hinein :D http://derbienenblog.de/2015/09/24/so-sehen-raeuberinnen-aus/#comment-1155.
Nächste Woche wird es im Durchschnitt 8° kühler, und die Woche darauf soll nochmal kühler werden. :(

Natürlich sind das jetzt gerade die Tage wo ich mir sorgen mache um meine Königin - weil ich schon kenne wie blöd es ist, wenn sie nicht mehr da ist. Den vielen Pollen, den sie eintragen, das tun sie ja auch für die vor bis zu 9 Tagen gelegten Eier.

Mich würde interessieren, warum du schon Ende Juli einen von deinen 3 Naturschwärmen vereinigt hast?

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Deichkind » Sa 31. Aug 2019, 08:31

Schlossimker hat geschrieben:Hallo Deichkind,
schön dass du wieder mal da bist. Du hast mir schon viel geholfen.


Mich würde interessieren, warum du schon Ende Juli einen von deinen 3 Naturschwärmen vereinigt hast?

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*grins* ausgerechnet ich und helfen. Ich frage mich immer ob ich ausgerechnet mir anmaßen kann, anderen zu raten, wo ich doch selbst massiv am schwimmen und stümpern bin. Aber manchmal geht es dann doch mit mir durch.

Was mein erstes Volk angeht, kannst du die ganze chaotische Geschichte unter „meine kleine Imkerei“ nachlesen wenn du mal viel Zeit und Nerven hast. Manchmal habe ich das Gefühl, du hältst mir nun den Spiegel vor, wenn auch eine Zehnerpotenz weniger hektisch und nervös.
Die Kurzzusammenfassung ist: das im Mai einlogierte Volk ist schon Ende Juli wieder abgeschwärmt und war danach zu schwach für Überwinterung. Entweder als Varroanotschwarm oder aufgrund deftiger Schwarmgenetik.

Pass mit deinem Volk auf, dass du sie nicht überfütterst, das ist mir auch mit einem passiert (s. auch besagtes „Epos“). Dadurch wären sie beinahe auflösungsreif geworden weil vor lauter Futter kein Platz mehr zum Stiften war. Als ich die Futterzufuhr auf Manfreds Rat gedrosselt habe, haben sie sich aber berappelt. Hier vom Imkerverein habe ich später als Faustregel „nur soviel wie sie an einem Tag verbauen können, ca. 2-300ml/d“ bekommen.
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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Fr 6. Sep 2019, 23:29

Deichkind hat geschrieben:Was mein erstes Volk angeht, kannst du die ganze chaotische Geschichte unter „meine kleine Imkerei“....

Hallo Deichkind,
danke für den Hinweis auf deine "meine kleine Imkerei". Ich hab es komplett durch gelesen. So was lese ich als Anfänger gerne. Endlich ein Bericht bei dem man auch lesen kann, wie es weiter geht - super. Hätte ich den allerdings vor einem Jahr schon lesen können, hätte ich meiner Frau gesagt, dass sie spinnt und das wir uns so was nicht antun. Dann hätte ich auch kein Holz für 60 Zargen bestellt und bis auf Fensterglaseinbau und Fensterdeckel fertig gemacht. Keine 20 Dächer und Kissen. Aber inzwischen weiß ich besser, das es nicht so schlimm kommen muss. Verglichen mit dir geht es mir ja gut, und ich hab einen ruhigen Sommer mit den Bienen erlebt. Hab nur etwas Zeit verloren, da sie Königin wohl abgestochen hatten und daher die Bienenvermehrung zum Ausbau von 2 Zargen zu spät eingesetzt hat. Aber sonst ist bei meinem einzigen Volk alles einfach. Sind wohlerzogene Bienchen.

Den ganzen Sommer hab ich dich immer beneidet - boah, die hat 3 Schwärme bekommen/selbst eingefangen. Und ich hab keinen bekommen.
Aber das mit den Schwärmen sehe ich jetzt doch ein wenig differenzierter. Vielleicht wollte die bei dir kein anderer einfangen. Weil, vielleicht war der Imker, von dem sie weg sind, ganz froh das die vermaledeiten Biester endlich weg sind. Dann sie doch lieber einen Anfänger fangen lassen. Soll sich der doch mit ihnen herum ärgern. Vielleicht gibt er dann wieder auf, und es ist ein Nektar- und Pollenkonkurrent für die eigenen Bienen weniger.

Mach fast genauso weiter, vielleicht mit wieder etwas mehr Zeit für deine Familie. Es ist immer schön was von dir zu lesen.

Deichkind hat geschrieben:Pass mit deinem Volk auf, dass du sie nicht überfütterst
Naja, es ist doch jetzt die Zeit gekommen, wo wenigstens das Oberstübchen voll und verdeckelt werden sollte.

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Sa 7. Sep 2019, 00:10

Hallo, neues vom Schlossimker seinem einzigen Volk, dass er als 1,5kg Kunstschwarm am 19.06.2019 bekommen hat und den Käfig der Ersatzkönigin (für die nicht mehr vorhandene Königin) am 06.07.2019 zum frei fressen aufgeschoben hat.

Nach der letzten Biene hat es auch ihr Imker begriffen - der Sommer ist vorbei.
Die Bienen haben - durch gemeine Tricks getrieben (frühere Beiträge) - oben 6 Waben gebaut und in der unteren Zarge 5 Waben gebaut. Viel mehr wird das nicht. Aber sie stehen jetzt nun mal auf 2 je zu etwa 2/3 ausgebauten Zargen.
Deshalb wird jetzt nicht mehr "Bauen auf Teufel komm raus" sondern "Plan B" verfolgt:

Zaunreiter hat geschrieben:Kauf' Dir endlich richtiges Bienenfutter. https://www.bienen-ruck.de/imkershop/fu ... 0-kg?c=117
(http://www.immenfreunde.de/forum/viewtopic.php?f=14&t=1706#p23462)

Es sieht so aus, dass die Bienen die kosmetischen Behandlungen zum schärfen ihrer Fußnägel gut überstehen, und sich die Varroen "auskratzen". Sie tragen dabei weiter gut Pollen ein und nehmen Zuckerwasser ab. Daher ist es Zeit, gute Ratschläge zu befolgen, und dem kleinen Volk weiter zu helfen.

Was die Post heute gebracht hat:
(Obwohl ich von Mandy Fritzsche gelesen hab, „einmal ist mir ein ganzes Volk durch gekauften Futtersirup...“.
Aber einmal ist keinmal hab ich mir gedacht)
Futtersirup.jpg


Das hab ich inzwischen gebaut:
Futtertasche.jpg
Allerfeinstes Buchen- und Buchensperrholz, geleimt mit D3 Holzleim, verschraubt mit Edelstahlschrauben, innen mit Bienenwachs eingepinselt und nochmal bei 85°C in den Backofen zum durchtränken. Damit sie sich leichter reinigen lassen.
Bei meiner 9 Waben Warre, kann man auch mal eine doppelt breite Futterzarge verwenden - meine ich.


So, das war es nun mit der Freude für Bernhard.
"Plan B" ist nicht, dass sie das Brutnest mit Futter verdeckeln.

So sehen die Futtertaschen gefüllt aus:
Futtertasche - Gefüllt.jpg

Das sind die Deckel:
Futtertasche - Deckel.jpg

Verdeckeln kann ich auch, also Bien ich:
Futtertasche - Verdeckelt.jpg
(Pfusch war auch dabei, ratet mal warum da immer eine zweite nicht benutzte Reihe Löcher ist, und warum die gerade 8mm Abstand zur benutzten Reihe Löcher haben?)

Da hab ich noch mit schnell dran geferkelten Leistchen den Beespace zur Zargenwand weg genommen, damit sie alles schön zubauen:
Futtertasche - Ohne Beespace.jpg

So sehen sie dann in die obere Zarge eingebaut aus:
Zarge - Oben.jpg
Die linke Wabe haben sie inzwischen zur XXL Breitwabe ausgebaut, so dass die dafür vorgesehene gefüllte Futter-Dämm-Tasche nicht rein zu bekommen war. Rechts hat eine doppelt breite Futter-Dämm-Tasche rein gepasst.

So sehen sie dann in die untere Zarge eingebaut aus:
Zarge - Unten.jpg
Links hat eine einfache Futter-Dämm-Tasche rein gepasst. Dann folgt ein freier Platz, der wegen Überbreite der Wabe rechts davon keine weitere Futtertasche zu lässt.
Rechts hat eine doppelt breite Futter-Dämm-Tasche rein gepasst. Die rechte Wabe war ursprünglich eine Position weiter rechts. Diese Lücke zu schaffen hätte ich mir sparen können, sie haben sie nicht ausgebaut.
Die mittlere Wabe war auch eine von mir geschaffene Lücke (Auseinanderrücken). Dort haben sie die Wabe gebaut. Das Rähmchen ist auch ausgebaut.

Wenn das Volk nicht größer wird und größer baut, dann mach ich die Zargen kleiner, damit sie im Winter nicht so viel leeren Raum mit heizen müssen, der dann durch freie Konvektion zu mehr Wärmeverlust führt.
Vorsichtshalber habe ich die linke Futtertasche in der unteren Zarge nicht gefüllt. Damit ich sie notfalls nach Brutbeginn im nächsten Jahr auch zum füttern verwenden kann - nach Berhards vorgehen, Zarge darüber etwas beiseite schieben. Dann wuürde eine Schwimmhilfe rein kommen, Auf/Abstieg aus Leinentuchstück in Edelstahldraht, und Futter rein.

Tja, dass es einfach ist, beim Schlossimker Biene zu sein, hat ihnen ja auch keiner versprochen.
So, das ist "Plan B" zur Rettung des kleinen Volkes über den Winter. Der wirft wenigstens mal 4 Futtertaschen für das nächste Jahr ab.
Weiter geht es demnächst mit der Vorbereitung von "Plan C" zur Rettung des kleinen Volkes über den Winter.
Aber dass fällt unter "Dinge, die der Imker nicht brauchen sollte". Diese Kategorie gibt es im Forum leider noch nicht.

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » So 8. Sep 2019, 23:44

Hallo, anbei meine Ergebnisse aus der kosmetischen Anwendung bei der doch überraschend Milben gefallen sind.
Es ist ein etwas kleines Völkchen, das ich als 1,5kg Kunstschwarm am 19.06.2019, dann mit Startproblemen (siehe frühere Beiträge) einlogiert habe. Daher sind die Milbenzahlen geringer und leichter zu zählen (habe ich mit der Lupe und vorher aufgemalten Gitter auf der Windel gemacht).

Es sieht so aus, das die Königin, und die Brut bisher keine Probleme haben. Sie tragen noch gut Pollen ein. Genau kann man dazu wohl erst etwas sagen wenn die betroffenen Bienen Schlüpfen, und sich noch als Flugbienen zeigen. Die Bienenmasse hat nicht merklich abgenommen. Das ist derzeit schwer einzuschätzen, weil sie die Drohnen raus werfen. Nicht aus zu denken, was die bis zum Frühjahr jetzt alles anstellen werden, nachdem sie ihre Berater raus geworfen haben. Derzeit brüten sie oben auf den linken 3 Waben (bei den rechten 3 sind die Zellen etwas 1/3 bis 1/2 mit Zuckerwasser gefüllt. Unten brüten sie jetzt scheinbar auf den mittleren 3 Waben - die werden doch nicht noch explodieren, oder am warmen Dezembertag abschwärmen?

Jetzt muss es Bernhards Futterempfehlung richten. Oben bekäme ich maximal 6 x 1,5kg rein, also 9kg. Das ist wenig. Unten müssten sie zu Winterbeginn dann sitzen (auf leere Zellen) und die beiden Randwaben möglichst voll machen.

Die einzelnen Ergebnisse der Zählung (Befallsermittelung vor, und Milbenfall während der 6 Anwendungen):
Varroakosmetik1.png
Der Zählung der jungen Varroen ist nicht zu trauen, weil ich nirgends etwas gefunden hab, ab welcher Braunfärbung Varroen in früheren Brutzellenzyklen entstanden sind (Mütterchen). Das ist wohl bei keiner Doktorarbeit relevant gewesen. Für mich aber schon, eigentlich wollte ich pro altem Mütterchen die statistischen 1,6 erstgeborenen auch erwischen. Männchen - die ich erst später gelernt habe zu erkennen, waren es zu wenige. Müssten mindestens eins pro von Varroa bebrüteter Zelle sein. Aber ich hab die letzten Anwendungen vermehrt braune gesehen, von denen nur die Schilde auf der Windel lagen (Ameisen ausgeschlossen). Ich denke, die Bienen haben gelernt, dass man die von unten ausfressen kann? Haben sie die Männchen - deren Schild nicht hart wird - gleich ganz gefressen?
Der Futterverbrauch korreliert ziemlich stark mit den Tageshöchsttemperaturen. Die Bienen haben das Wasser im Futter wohl auch zum kühlen verwendet, und den Zuckeranteil eingelagert.

Die Erfolgsberechnung:

Varroakosmetik2.png
Bei 3 Anwendungen habe ich Zwischenzählungen gemacht. Daher gibt es bei der Gesamtanzahl hier mehrere Messpunkte.
Es ist schwer zu beurteilen, wie viel % der Varroen beseitigt wurden. Mein Gitter deckt 85% der Beutenfläche ab. Das gilt aber für die Befallsermittelung und den Milbenfall während der Anwendung in gleicher weise. Ich habe keine Informationen gefunden, ob bei kleinen Völkern von der Berechnungsformel nach Liebig abzuweichen ist. Das einzige was ich gefunden hab waren Aussagen, dass bei kleinen Völkern, oder bei noch nicht lang brütenden Völkern die Zahlen der natürlich gefallenen Varroen stärker schwanken sollen, weil unterschiedlich viele Drohnen schlüpfen. Das ist auch an dem gezählten natürlichen Varroenfall zu erkennen. Der natürlich Fall hätte länger erfasst werden sollen. Aber er hat für mich darauf hin gedeutet, dass er für das kleine Völkchen ziemlich hoch ist, und die Bienen bei weiterer Brut die Winteranwendung nicht unbeschadet erreichen würden.
Nach den reinen Berechnungen war der Erfolg nicht ausreichend. Was mich auf einen gewissen Erfolg hoffen lässt, ist, dass die bei den letzten Anwendungen gefallenen Varroen nicht mehr so frisch aussahen, wie die bei den ersten. Trotzdem, aus Doktorarbeiten hatte ich gelesen, das die Varroen nach dem Verlassen der Zelle 1 bis 20 Tage auf einer Biene sitzen bis sie wieder in eine Zelle absteigen. Wenn sie das nach einem Tag getan haben, dann sind noch viele drin. Natürlich ist auch das verwendete Selbstbauequipment in Frage zu stellen. Wie auch dass es von unterhalb des Gitters angewendet wurde, und sich schon am Gitter darüber viele Kristalle gebildet haben. Die Dosis von 1g / Anwendung war für 2 Zargen auch sehr gering.

Wie viel tatsächlich noch da sind wird der sich einstellende natürliche Varroenfall zeigen (das mache ich auch wieder daran fest, wenn wieder etwa 1/3 noch mit den Beinen auf der Windel zappeln), und die Winteranwendung. Sicher würden bei fortgesetzter Anwendung weitere Milben fallen - aber die Wirkungsreihenfolge der Anwendung soll sein:
Erst fallen die Milben, dann der Imker (wenn er nicht auf passt), und dann vielleicht doch die Bienen? Daher breche ich das mal ab und freue mich wenn die Königin noch arbeitet in meinem dieses Jahr einzigen Volk.

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