Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Wie besiedele ich meinen ersten Warré-Bienenstock? Mit einem Schwarm? Ableger?
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Schlossimker
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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Do 22. Aug 2019, 00:04

Hallo,
gute und schlechte Neuigkeiten vom Schlossimker seinem einzigen Bienenvolk, das sich redlich bemüht, dass was "der Schlossimker im Frühjahr vertrödelt hat" noch aufzuholen.
Die Bienen tragen fleisig gelben Pollen ein, gelegentlich auch rot und beige. Mein Gelbsenf ist gerade gut am Blühen. Die Phazelia fängt gerade an mit den ersten Blüten.
Sie bauen wieder mit der früheren Geschwindigkeit, als sie keine Brut zu versorgen hatten und haben unten eine Wabe zur Hälfte in eine freie Wabengasse gebaut. An der zweiten freien Wabengasse (vor der Außenwabe des Brutnestes) bauen sie nicht - das hätte ich mir wirklich sparen können, dort das Brutnest auseinander zu rücken. So haben sie jetzt unten 4,5 Waben, die alle mit Bienen besetzt sind, so dass ich nicht sehen kann was darunter vor geht, nur in den Randereichen ist zu sehen, dass sie unten kein weiteres Futter mehr einlagern.
Dafür haben sie oben schon 1,5 Waben dazu gebaut, so dass sie dort auf 5,5 Waben kommen und man sieht (die Waben sind nicht komplett mit Bienen belegt), dass sie oben fleisig einlagern. Das sollen sie dort auch, und weiter bauen.
Es sieht deutlich danach aus, dass es jetzt mehr Bienen sind als Ende Juli. Ich denke, dass sie inzwischen gut 5,5 Waben besetzen.

Die schlechten Nachrichten kommen von der Zählung der Varroen:
1. Drei Tage Sequenz waren es 4
2. Drei Tage Sequenz waren es 2
3. Drei Tage Sequenz waren es 7
4. Drei Tage Sequenz waren es 10
--------------------------------
Also 12 Tage an denen insgesamt 23 Varroen gefallen sind
23 : 12 = 1,92
1,92 * 300 = 576 Varroen
576 : 7500 (geschätzte Bienen) = 7,68 % Belastung

Wobei die Belastung stetig zu steigen scheint (letzte Sequenz)
10 : 3 = 3,34
3,34 * 300 = 1002
1002 : 7500 (geschätzte Bienen) = 13,4%

Der Züchter hatte den Kunstschwarm mit Milchssäure behandelt.
Leider hab ich so zusammen gelesen, das dies zwar schonend ist, aber die Wirksamkeit schwanken kann.

Ich werde mich die nächsten Tage doch zur Standardbehandlung mit Ameisensäure 60%, Schwammtuch, von Oben in einer dafür aufgesetzten Leerzarge durchringen, und das Risiko und die Belastung für die Bienen eingehen.
Die Vorgehensweise habe ich im "Varroa_unter_Kontrolle.pdf" der "Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung e.V" gefunden.

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PS: Ich bin Anfänger 2019+2020, 1 Volk. Ich gebe keine Ratschläge, allenfalls Denkanstöße für Entscheidungen.

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Di 27. Aug 2019, 23:28

Hallo,
neues vom Schlossimker seinem einzigen Kunstschwarm.

Die Bienen haben unten nur 1/2 Wabe dazu gebaut. Die Brut ist unten ausgelaufen, es sind nur noch einige Drohnenzellen verdeckelt.
Es sind Putzbienen unterwegs. Eingelagert wird unten nix.
Die Königin muss nach oben gegangen sein, um dort zu stiften. Deshalb ist dort auch wesentlich mehr gebaut worden. 3 der gut 6 Waben dort haben verdeckelte Brut (die vierte ist nicht einsehbar) und nur an deren Rändern wird Futter eingelagert. Hoffentlich Bauen sie auch weiter falls die Königin wieder in die unteren 4,5 Waben stiften geht (die sind ja jetzt leer), und lagern oben beim Auslaufen der Brut Futter ein. Eingelagertes Futter, das verdeckelt ist müssen sie doch wohl nicht mehr versorgen? So das sie sich dann unten ganz breit machen können.

Es ist noch bis in die nächste Woche hinein sehr warm und sie tragen noch viel orangen, gelben, und etwas beige Pollen ein. Das Futterglas wechsle ich inzwischen alle 36 Stunden, da sie etwa 0,5l/Tag Zuckerwasser 1/1 abnehmen. Davon dürfen sie auch viel oben einlagern. Die Bienen belegen inzwischen wieder 6 Waben.
Es bleibt spannend.

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon zaunreiter » Mi 28. Aug 2019, 09:27

Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Do 29. Aug 2019, 23:46

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Deichkind » Fr 30. Aug 2019, 05:50

Anfängerin 2019
Volk 1 Naturschwarm 15.05.19, aufgelöst 31.07.19
Volk 2 Naturschwarm 01.06.2019 geteilt in Brutling 2.1./2.2 und Flugling 8.5.20
Volk 3 Naturschwarm 24.06.2019
geteilt in Brutling 3.2. und Flugling 3.1. 8.5.20 (abgeschwärmt 9.5.20)

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Fr 30. Aug 2019, 22:14

Hallo Deichkind,
schön dass du wieder mal da bist. Du hast mir schon viel geholfen. Die empfohlenen Glanzmispeln sind schon Anfang Juli gepflanzt worden (12).
Liguster kommt Ende September dazu (Wurzelware), damit ich nicht so viel zu gießen hab. Und Zwischen den Ständen als Sommerwindschutz und gegen Verflug: Schlehe.

Tja, was meine anständigen Bienen so brauchen. 0,8l Zuckerwasser 1:1 von gestern 12Uhr bis heute 14Uhr so gut wie leer gemacht.
Süß, wenn man von oben durch das fast ganz leere Glas die durch das Tuch zappelnden Schnorchel sieht. Schade das ich keinen Foto dabei hatte.
Die habe sich zum Einlagern entschieden. Wenn es so heiß ist wie jetzt haben sie schon immer etwas mehr gebraucht. Aber so viel noch nie.
Das Abdecktuch ist auch nicht mehr so starr - das zur Kühlung verdunstete Wasser macht es wohl geschmeidig.

Was drin is, is drin hab ich mir gedacht und ihnen jetzt 0,8l Zuckerwasser 3:2 gereicht. Davon haben sie bis eben 20Uhr schon wieder ein drittel weg getragen. Man sieht, das sie oben einlagern. Sollen sie doch. Wenns verdeckelt ist und sie Brutzellen brauchen, müssen sie unten neue Waben dazu bauen. Derzeit formen sie die unteren Ecken oben aus. Aber in der Warre bauen sie ja noch bis in den Oktober hinein :D .
Nächste Woche wird es im Durchschnitt 8° kühler, und die Woche darauf soll nochmal kühler werden. :(

Natürlich sind das jetzt gerade die Tage wo ich mir sorgen mache um meine Königin - weil ich schon kenne wie blöd es ist, wenn sie nicht mehr da ist. Den vielen Pollen, den sie eintragen, das tun sie ja auch für die vor bis zu 9 Tagen gelegten Eier.

Mich würde interessieren, warum du schon Ende Juli einen von deinen 3 Naturschwärmen vereinigt hast?

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Deichkind » Sa 31. Aug 2019, 08:31

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Fr 6. Sep 2019, 23:29

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Sa 7. Sep 2019, 00:10

Dateianhänge
Zarge - Unten.jpg
Links hat eine einfache Futter-Dämm-Tasche rein gepasst. Dann folgt ein freier Platz, der wegen Überbreite der Wabe rechts davon keine weitere Futtertasche zu lässt.
Rechts hat eine doppelt breite Futter-Dämm-Tasche rein gepasst. Die rechte Wabe war ursprünglich eine Position weiter rechts. Diese Lücke zu schaffen hätte ich mir sparen können, sie haben sie nicht ausgebaut.
Die mittlere Wabe war auch eine von mir geschaffene Lücke (Auseinanderrücken). Dort haben sie die Wabe gebaut. Das Rähmchen ist auch ausgebaut.
Zarge - Oben.jpg
Die linke Wabe haben sie inzwischen zur XXL Breitwabe ausgebaut, so dass die dafür vorgesehene gefüllte Futter-Dämm-Tasche nicht rein zu bekommen war. Rechts hat eine doppelt breite Futter-Dämm-Tasche rein gepasst.
Futtertasche - Ohne Beespace.jpg
Futtertasche - Verdeckelt.jpg
(Pfusch war auch dabei, ratet mal warum da immer eine zweite nicht benutzte Reihe Löcher ist, und warum die gerade 8mm Abstand zur benutzten Reihe Löcher haben?)
Futtertasche - Deckel.jpg
Futtertasche - Gefüllt.jpg
Futtertasche.jpg
Allerfeinstes Buchen- und Buchensperrholz, geleimt mit D3 Holzleim, verschraubt mit Edelstahlschrauben, innen mit Bienenwachs eingepinselt und nochmal bei 85°C in den Backofen zum durchtränken. Damit sie sich leichter reinigen lassen.
Futtersirup.jpg
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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » So 8. Sep 2019, 23:44

Hallo, anbei meine Ergebnisse aus der kosmetischen Anwendung bei der doch überraschend Milben gefallen sind.
Es ist ein etwas kleines Völkchen, das ich als 1,5kg Kunstschwarm am 19.06.2019, dann mit Startproblemen (siehe frühere Beiträge) einlogiert habe. Daher sind die Milbenzahlen geringer und leichter zu zählen (habe ich mit der Lupe und vorher aufgemalten Gitter auf der Windel gemacht).

Es sieht so aus, das die Königin, und die Brut bisher keine Probleme haben. Sie tragen noch gut Pollen ein. Genau kann man dazu wohl erst etwas sagen wenn die betroffenen Bienen Schlüpfen, und sich noch als Flugbienen zeigen. Die Bienenmasse hat nicht merklich abgenommen. Das ist derzeit schwer einzuschätzen, weil sie die Drohnen raus werfen. Nicht aus zu denken, was die bis zum Frühjahr jetzt alles anstellen werden, nachdem sie ihre Berater raus geworfen haben. Derzeit brüten sie oben auf den linken 3 Waben (bei den rechten 3 sind die Zellen etwas 1/3 bis 1/2 mit Zuckerwasser gefüllt. Unten brüten sie jetzt scheinbar auf den mittleren 3 Waben - die werden doch nicht noch explodieren, oder am warmen Dezembertag abschwärmen?

Jetzt muss es Bernhards Futterempfehlung richten. Oben bekäme ich maximal 6 x 1,5kg rein, also 9kg. Das ist wenig. Unten müssten sie zu Winterbeginn dann sitzen (auf leere Zellen) und die beiden Randwaben möglichst voll machen.

Die einzelnen Ergebnisse der Zählung (Befallsermittelung vor, und Milbenfall während der 6 Anwendungen):
Varroakosmetik1.png
Der Zählung der jungen Varroen ist nicht zu trauen, weil ich nirgends etwas gefunden hab, ab welcher Braunfärbung Varroen in früheren Brutzellenzyklen entstanden sind (Mütterchen). Das ist wohl bei keiner Doktorarbeit relevant gewesen. Für mich aber schon, eigentlich wollte ich pro altem Mütterchen die statistischen 1,6 erstgeborenen auch erwischen. Männchen - die ich erst später gelernt habe zu erkennen, waren es zu wenige. Müssten mindestens eins pro von Varroa bebrüteter Zelle sein. Aber ich hab die letzten Anwendungen vermehrt braune gesehen, von denen nur die Schilde auf der Windel lagen (Ameisen ausgeschlossen). Ich denke, die Bienen haben gelernt, dass man die von unten ausfressen kann? Haben sie die Männchen - deren Schild nicht hart wird - gleich ganz gefressen?
Der Futterverbrauch korreliert ziemlich stark mit den Tageshöchsttemperaturen. Die Bienen haben das Wasser im Futter wohl auch zum kühlen verwendet, und den Zuckeranteil eingelagert.

Die Erfolgsberechnung:

Varroakosmetik2.png
Bei 3 Anwendungen habe ich Zwischenzählungen gemacht. Daher gibt es bei der Gesamtanzahl hier mehrere Messpunkte.
Es ist schwer zu beurteilen, wie viel % der Varroen beseitigt wurden. Mein Gitter deckt 85% der Beutenfläche ab. Das gilt aber für die Befallsermittelung und den Milbenfall während der Anwendung in gleicher weise. Ich habe keine Informationen gefunden, ob bei kleinen Völkern von der Berechnungsformel nach Liebig abzuweichen ist. Das einzige was ich gefunden hab waren Aussagen, dass bei kleinen Völkern, oder bei noch nicht lang brütenden Völkern die Zahlen der natürlich gefallenen Varroen stärker schwanken sollen, weil unterschiedlich viele Drohnen schlüpfen. Das ist auch an dem gezählten natürlichen Varroenfall zu erkennen. Der natürlich Fall hätte länger erfasst werden sollen. Aber er hat für mich darauf hin gedeutet, dass er für das kleine Völkchen ziemlich hoch ist, und die Bienen bei weiterer Brut die Winteranwendung nicht unbeschadet erreichen würden.
Nach den reinen Berechnungen war der Erfolg nicht ausreichend. Was mich auf einen gewissen Erfolg hoffen lässt, ist, dass die bei den letzten Anwendungen gefallenen Varroen nicht mehr so frisch aussahen, wie die bei den ersten. Trotzdem, aus Doktorarbeiten hatte ich gelesen, das die Varroen nach dem Verlassen der Zelle 1 bis 20 Tage auf einer Biene sitzen bis sie wieder in eine Zelle absteigen. Wenn sie das nach einem Tag getan haben, dann sind noch viele drin. Natürlich ist auch das verwendete Selbstbauequipment in Frage zu stellen. Wie auch dass es von unterhalb des Gitters angewendet wurde, und sich schon am Gitter darüber viele Kristalle gebildet haben. Die Dosis von 1g / Anwendung war für 2 Zargen auch sehr gering.

Wie viel tatsächlich noch da sind wird der sich einstellende natürliche Varroenfall zeigen (das mache ich auch wieder daran fest, wenn wieder etwa 1/3 noch mit den Beinen auf der Windel zappeln), und die Winteranwendung. Sicher würden bei fortgesetzter Anwendung weitere Milben fallen - aber die Wirkungsreihenfolge der Anwendung soll sein:
Erst fallen die Milben, dann der Imker (wenn er nicht auf passt), und dann vielleicht doch die Bienen? Daher breche ich das mal ab und freue mich wenn die Königin noch arbeitet in meinem dieses Jahr einzigen Volk.

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