Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Wie besiedele ich meinen ersten Warré-Bienenstock? Mit einem Schwarm? Ableger?
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Schlossimker
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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Fr 9. Aug 2019, 00:32

Hallo, ich war sehr dreist zu meinem Bienen!

Seit etwa einer Woche habe ich den Eindruck, dass sie nicht mehr weiter bauen wollen.
Offensichtlich meinen sie jetzt schon - zu Beginn des Augusts - genug getan zu haben. Daher habe ich beschlossen, mir die Sache beim Einbau des behelfsmäßigen Varroaaufsatzes http://www.immenfreunde.de/forum/viewtopic.php?f=19&t=1686&p=23388#p23388 genauer anzuschauen:
-In der unteren Zarge ist nichts ausgebaut, und die Bienen machen auch keine Anstalten da was zu tun.
(Ich habe schon gelesen, das sie manchmal nicht gerne nach unten bauen).
- Die obere Zarge war zu gut 3/4 ausgebaut.
- Eine der neun Waben - eine Aussenwabe - war gar nicht gebaut.
(Ich habe Warre Zargen mit neun Waben gebaut http://www.immenfreunde.de/forum/viewtopic.php?f=19&t=1686#p22981.
Offensichtlich haben meine Bienen auch das Buch von Warre, oder Bernhards Kurzanleitung gelessen und machen bei 8 Waben schluss :D )
- Die restlichen Waben waren zu gut 90% der möglichen Fläche ausgebaut, aber meist noch nicht an den Stirnwänden angebaut, so das sie Problemlos zu ziehen waren.
- 4 Ausenwaben enthielten keine Brut. Sie haben das Zuckerwasser dort eingelagert und schon 1/3 von oben verdeckelt.

Das hat mir alles nicht gefallen. Wer jetzt noch Drohnenbrut unterhält, soll auch gefälligst noch weiter bauen.
Irgendwo hatte ich mal gelesen, das man zum Bauen animieren kann, wenn man das Brutnest ausdehnt.
Jetzt ist es noch warm, und nachts sind noch die Flugbienen drin. Daher habe ich den Bienen neue Aufgaben gestellt:
- Die obere - weit - ausgebaute Zarge habe ich nach unten gestellt.
- Die 4 Waben, die keine Brut enthalten und wo Zuckerwasser eingelagert wird habe ich in die andere Zarge verfrachtet, die die obere werden wird. Allerdings nicht in die Mitte unter das Futterglas, sondern da habe ich drei der leeren Oberträger in der Mitte und je zwei der Waben links und rechts rein.
- Unten, in der Brutzarge habe ich die 4 Waben auseinander gerückt, so dass 2 leere Oberträger dazwischen eingelegt wurden.

Sinn des ganzen soll sein:
- Das die Bienen ihr Futter in der oberen Zarge haben, weil ich gelesen habe, dass sie einzargig überwinternd an das Futter in den Aussenwaben nicht heran kommen werden.
- Das sie wohl so ordentlich sein werden und im Brutnest die leere durch die dazwischen platzierten leeren Oberträger schleunigst durch Ausbau "reparieren" werden. Es kann allerdings sein, dass ich damit schon eine Woche zu spät dran bin, weil die Baubienen schon wieder aus dem Baumode sind, und die "Reparatösen" das nicht schnell genug schaffen.

Die Bienen besetzten jetzt die 4 zu 90% ausgebauten Zargen in der Brutzarge beidseitig, und es ruhen sich noch einige am Boden aus, und es sind noch wenige in der oberen Futterzarge unterwegs.

Wenn es aber doch klappt,
dann habe ich schon mal das erste Futter oben,
und unten frisch gebaute Waben im Brutnest zum stiften für die Herbstbienen.
Vielleicht muss ich das ganze in 2-3 Wochen nochmal etwas machen, wenn oben nicht weiter gebaut wird.

Dabei wissen meine Bienen noch nichts vom Klimawandel, und der Tracht auf gut 100m2, die in ca. 2 Wochen zu blühen anfängt und noch bestäubt werden will - weil die sollen sich ja für das nächste Jahr aussäen (Phacelia, Gelbsenf, Buchweizen, Saradella, Esparsette, etwas Steinklee mit Kornblume und Klatschmohn:
Tracht.jpg
Meine neue Bienenweide. Ja, deshalb hat man nichts mehr von meinem Volk gehört, ich war schwer am Bauen, Umgraben, Säen und Gießen, bei bis zu 40°C.
Ich brauch dieses Jahr noch keinen Honig von meinen ersten Bienen - weil die Wiesenchampignon Tracht hat schon üppig begonnen.

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Deichkind » Fr 9. Aug 2019, 06:12

Hmm. Drücke dir die Daumen dass das gut geht. Ich habe gelernt „das Brutnest ist heilig und wird nicht angerührt“.

Es ist jetzt zu spät, aber ich glaube ich hätte maximal 1-2 Futterwaben von außen umgehängt.
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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Nöld » Fr 9. Aug 2019, 07:51

Hallo Schlossimker,

ein Schwarm baut nur so viele Waben wie er versorgen kann...

Seit einer Wochen schlüpfen bei Dir neue Bienen, die alten sterben weg -> ungefähr ein Nullsummenspiel.

Deine Bienen hätten bei ausreichender Fütterung weitergebaut. Spar Dir solche Aktionen in Zukunft!

Viele Grüße,

Nöld
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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Christine » Fr 9. Aug 2019, 09:20

Bitte füttere stetig, der Futterstrom darf nicht abreißen! Du bist doch Bastler, Du könntest Dir ein paar Rähmchen bauen und Mittelwände reinlöten, um die zwei Zargen aufzufüllen. Dann müssen sie immer noch reichlich ausbauen, aber das wäre vielleicht eher zu schaffen als die klaffenden Lücken im Brutnest ganz von Null zu schließen, Mitte August.

Die 100 Quadratmeter sind zwar schön (bei uns ist nix, abgeerntete Getreidefelder und Mais), aber für ein Bienenvolk auch nicht alleinig ausreichend, setze also nicht zu viele Hoffnungen hier hinein.

Achte darauf, dass dort im Oktober/November nichts mehr blüht (ggf. abmähen), denn sonst geht das Volk nicht aus der Brut, was hinsichtlich Futterverbrauch im Winter und nötiger Brutpause wegen Varroa wichtig ist.

Ich drücke die Daumen, dass das Volk doch noch die Kurve kriegt, aber behalte es im Auge und vereinige es im September mit einem starken Volk, wenn es nicht noch den Turbo anwirft. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Anfänger die Größe eines Volkes unterschätzen. Ein starkes Volk in unseren zwei Zanderzargen ist eines, bei dem abends (wenn die Flugbienen zu Hause sind) der ganze (hohe Gitter-) Boden mit Bienen gefüllt ist, wenn man die zwei Zargen abhebt. Alle Wabengassen, auch die am Rand, sind gefüllt mit Bienen, die herausquellen, wenn man die Abdeckung abnimmt. (Jedenfalls zu dieser Jahreszeit noch) Auch wir haben noch ein paar schwächere Völker, aber die behalten wir im Auge, denn wir wintern nur starke Völker ein (und haben letzten Winter nur 1 Volk verloren, dessen Königin starb und 2, die uns gestohlen wurden).

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Fr 9. Aug 2019, 23:33

Hallo Nöld,
danke für deine Kritik. Heute meine ich auch, dass ich mir das auseinanderrücken des Brutnestes hätte sparen sollen.
Die Bienen hatten allerdings seit ich sie habe immer kontinuierlichen Futterstrom aus Zuckerwasser 1:1.
Anfangs wollte ich nur 2 Wochen füttern. Habe aber dann nachdem die Königin nicht mehr da war beschlossen kontinuierlich weiter zu füttern. Vor der Umbauaktion hatten sie mir mein großes Futterglas 2x in je 2 Tagen fast komplett leer gemacht, und da waren 1,2l und 1,4l drin. Sie haben angefangen mehr als die üblichen 0,3l bis 0,4l abzunehmen. Aber in einer Woche keinen richtigen Baufortschritt mehr gezeigt. Die untere Zarge musste meiner Meinung nach nach oben. Die hätte bis dahin eigentlich gar nicht untergesetzt sein müssen. Ich hätte auch zuschauen können - und dann ggf. feststellen können, das ich nicht auf 2 Zargen komme. Dann habe ich kein Futter über dem Brutnest und kann mich über den Winter nur mit Apifonda behelfen.

So wie Deichkind geschrieben hat, 1 bis 2 der mit Honig gefüllten Waben mit nach oben nehmen und dann sehen wie sie weiter machen wäre wohl das vernünftigere gewesen. Viele Chancen habe ich nicht mehr, in 3 Wochen sollen die Eier für die Winterbienen gelegt werden. In der inneren im Brutnest vorhandenen Lücke haben sie jetzt angefangen, die Wabe zu bauen.
Allerdings wird das Wetter die nächsten Tage bei uns keine 30° mehr erreichen, was wohl das Heizen des Brutnestes erschwert.

Hallo Christine,
fremdes Wachs will ich gar nicht drin haben. Ich meine, von den Flächen machen die Rückwände der Waben höchstens 25% aus, was man mit Mittelwänden gewinnt. Lieber baue ich was, um diese beiden Zargen für diesen Winter auf je 7 Waben einzuengen.
Das mit dem mähen, wird keinen Sinn machen. Das Problem meines Standortes wird das aus der Brut gehen sein. Hoffentlich helfen da die herbstlichen Nebel irgendwie. Südlich vor meinem Stand befindet sich eine 30000m2 Wiese die das Heu für Pferde liefern muss. Pferde brauchen Eiweisarmes Futter, sonst steigt die Gefahr von Hufrehe. Deshalb wird erst aus dem alten Gras ab Juli das Heu gemacht. Darum gibt es da viel mehr Blumen und Kräuter. Derzeit blüht da Schafgarbe, Hornklee, Rotklee und einiges das ich noch nicht bestimmt habe. Die Kräuter kommen nach der 1. Maht vor 5 Wochen schneller, weil es so trocken war. Ob das Gras noch mal was wird, das sich das Heu machen lohnt?
100m südlich von meinem Stand beginnen die Außenbezirke der Stadt mit üppigen Gärten. Die wollen was blühen sehen. Wann das zu ende ist, darauf habe ich keinen Einfluß.
Vereinigen kann ich nicht, denn es ist mein einziges Volk.

Heute war ich noch mal Pilze dort suchen und hatte erst mal Panik beim Bienenstand. Etwa 50 Bienen flogen wild vor dem Flugloch, auf dem Flugbrett waren auch viele. Räuberei? Bei mir, wo es nicht so viel zu holen gibt? Dann habe ich erst mal durch das Fenster das Flugloch von innen angeschaut. Da war alles ruhig, keine Kämpfe oder so was. Des Rätsels Lösung war wahrscheinlich die Schichtbewölkung die sich herein geschoben hat. Dadurch sind wohl vermehrt Flugbienen wegen "Regenvermutung" zurück gekommen und diese Frequenz hat mein Flugloch von 2cm x 0,8cm überfordert. Nach dem Pilzesuchen was alles wieder im grünen Bereich.
Heute habe ich auch die erste Biene gesehen, die schwarzen Pollen einträgt. Sonst ist es viel gelb, etwas hellbeige (das ist vom Drüsigen Springkraut) und wenig rot.
Heute abend wollte ich dann beim Futterwechsel die Varroawindel das erste mal auszählen. Ging aber nicht weil mit zu wenig Spiel gebau, hat sie sich nicht heraus ziehen lassen. Muss ich morgen mit dem Stockmeißel den Stock anheben, ziehen und dann gleich modifizieren.

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » So 11. Aug 2019, 00:48

Hallo (konstruktive Kommentare sind ausdrücklich erwünscht),
meine Varroawindel wurde fertig und war das erste mal 3 Tage im damals 1,5kg Kunstschwarm drin.
Ich musste 4 Varroen zählen (mit großer Lupe und Licht und Orientierungsgitter auf der Windel), das habe ich nicht erwartet.
Ameisen kommen nicht zum verfälschen zur Beute hoch, musste ich schon zum Füttern verhindern.
Ich habe heute Abend schon den ganzen Thread http://www.immenfreunde.de/forum/viewtopic.php?f=16&t=621#p6181 gelesen.
4 Stück bei 3 Tagen sind 1,33/Tag.
Bei <5/Tage soll man die 1,33 x 300 nehmen, ergibt 400 Varroen im Volk.
Leider besetzt das Volk nur 4 zu 90% Fläche ausgebaute Warre Waben (nur 19cm hoch), und es laufen noch einige herum.
Daher werden es wohl realistisch 5000 bis 6000 Bienen im Volk sein.
400 Varroen zu 6000 Bienen * 100% = 6,67% Belastung (Günstigstenfalls).
Bei der Winterbehandlung - das sind dann etwa so viele Bienen wie meine jetzt, sagt man, ab 0,5Varroen/Tag behandeln.
Es sind so wenig Bienen, weil der Kunstschwarm vom 19.06.2019 die Königin (ohne Brut) verloren hatte (abgestochen?).
Am 6. Juli habe ich abends den Schieber auf gemacht um die Ersatzkönigin frei zu lassen.
Seit etwa Anfang August schlüpfen die ersten Bienen.
Die 4 Varroen waren allesamt fast schwarz - nicht so braun wie auf denüblichen Bildern.
Sind das dann alte?
Gibt es nach der längeren Brutpause Gründe von der üblichen Berechnung und dem fatalen Ergebnis abzuweichen?
Zwei haben noch gelebt und sich an dem Zweig festgehalten, mit dem ich sie in ein Quadrat zum Fotografieren geschoben habe.
Normalerweise würde ich meinen, diese Woche werden die Temperaturen auf 20°C zurück gehen und dann sofort mit 60% Ameisensäure ad Vet us behandeln (Schwarmtuchmethode), damit auch die in der Brut bekämpft werden.
- Aber ich füttere noch und hab in dem Thread (oben) nichts gelesen ob ich beim füttern behandeln kann, oder wie lange ich aussetzen muss.
- Es ist schon die zweite Königin und Ameisensäure soll das Risiko des Königinnenverlustes beinhalten.
- Die Bienen werden damit mehr oder weniger vergiftet - meine sind eh schon sehr alt, gefühlt werden es gerade wieder etwas mehr, aber das kann ihnen den Rest geben.
- Brüten tun sie, auf 4 Waben, zu etwa 1/3 der Fläche.
- Das Bauen und stiften werden sie bei Ameisensäure dann erst mal unterbrechen?
- Noch ein/zwei Wochen zu warten, damit sie noch weiter Bauen führt wohl dazu, das sie bei Königinnentod zwar nachschaffen können - aber dann keine Drohnen mehr fliegen?
- Es ist mein einziges Volk.
- Was ist mit den anderen Behandlungsmethoden? Oxalsäure träufeln fällt flach, soll genauso belastend sein.
Oxalsäure verdampfen ist unbelastend? Wirkt aber auch nicht auf die Brut - mehrmals wiederholen, mit der Teelichtmethode?
- Ist jetzt was aus der Temperaturmethode geworden (etwas über 40°) geworden? Dachte eigentlich bei den fast 40° die wir hatten wären die automatisch über die Wupper gegangen? Vielleicht kommt deswegen dann nicht mehr viel aus der ersten Brut.
- Noch eine letzte unklarheit besteht für mich als Warreaner bei der Schwamtuchmethode: das liegt ja ganz oben unter dem Abdecktuch und unter dem Kissen. Gehen da nicht viele dämpfe ins Kissen? Sollte man dafür eine Folie zwischen legen, das die dämpfe in den Zargen bleiben?
Meine Bienen sitzen leider gerade auf 2 zur Hälfte ausgebauten Zargen, das Brutnest ist unten, wegen http://www.immenfreunde.de/forum/viewtopic.php?f=34&t=1696&start=10#p23389.
Ameisensäure und Oxalsäure (beides flüssig, von Holtermann) hätte ich seit Ende Mai da, gelagert im 14° Keller.

Einen Imkerpaten habe ich nicht. Seine einzige Meinung wäre auch sehr wenig.
Ich muss mir jetzt eine Meinung bilden, was ich am besten mache.

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Deichkind » So 11. Aug 2019, 15:53

Ich würde die nach dem großen Eingriff vor 2 Tagen für mindestens 14 Tage auf keinen Fall öffnen oder irgendwie anders stören.
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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Rolf_L » Mo 12. Aug 2019, 21:56

Was der Schlossimker im Frühjahr vertrödelt hat, können die Bienen im Sommer nicht mehr aufholen.
Wenn man in der Schwarmbörse sieht das die Schwarmzeit vorbei ist, sollte man als Anfänger nicht versuchen die Natur auf den Kopf zu stellen.
Tomaten pflanzt man im Juli auch keine mehr.
Rolf

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Di 13. Aug 2019, 00:46

Hallo Deichkind, Hallo Rolf_L,
danke für den Mut zu Kommentaren.
Der Schlossimker hat auch noch genug anderes zu tun.
Wenn man keine zwei linke am Ende der Arme hat, kann man sich auch sonst nicht vor Aufgaben retten...
Aber, der Schlossimker und seine Bienen sind noch nicht am Ende (Winterruhe mit zu wenig Futter) :D .
Die Bienen lagern seit der Umbauaktion nix mehr weiter in die vorher neben dem Brutnest gebauten Waben ein.
Sie nehmen wieder 0,2l/Tag auf und sie bauen wieder verstärkt und beheben die von mir geschaffene Lücke im Brutnest.
Wenn man wartet und gelegenheit hat, durch die Traube mal einen Blick zu erhaschen, dann sieht man das sie an 2 Waben bauen, haben schon 1/5 jeweils fertig.
Der zweite Varroa Betrachtungszeitraum (ich mach immer 3 Tage Sequenzen, und vorerst durchgehend) ist morgen Abend zu Ende, und bis heute war nur 1 Varroa gefallen. Vielleicht habe ich noch etwas Luft. Ich würde gern dem Vorschlag von Deichkind folgen und noch etwas warten mit der Behandlung. Aber nicht, weil die Bienen so gestört wurden - die gehen inzwischen gut ihren Aufgaben nach - sondern, dass sie noch weiter kommen.(Manche Imker reisen ihre Völker Wochenlang jede Woche auseinander um nach Schwarmzellen zu suchen)
Allerdings meine ich, dass ich gut aufpassen muss, das mir das Volk dabei nicht durch Varroen ein geht.
Deshalb bereite ich mich schon mal auf das Behandeln vor, so dass ich sofort los legen könnte.

Viele Fragen aus meinem letzten - doch etwas panischen Beitrag - konnte ich mir den Sonntag über selbst beantworten.
Nachdem ich mir Informationen zum Behandeln zusammengesucht habe bis der Kopf raucht.
- Für Thymol basierende Mittel ist es zu spät - Beginn damit nach dem 15. Juli wird schon als Behandlungsfehler bezeichnet.
Das Problem soll die erforderliche lange Behandlungsszeit bei Tagesdurchschnittstemperaturen über 20° für die Wirksamkeit sein.
Was häufig nicht erwähnt wird ist, dass dabei der Durchschnitt von allen 24 Stunden eines Tages gemeint ist,
und nicht der Durchschnitt während des Tages, also wenns hell ist.
- Ameisensäure ist mir wegen dem einem Volk, der Bienenbelastung und dem Königinnenrisiko derzeit zu gefährlich.
- Da mein Stand am Stadtrand, mit vielen Privatgärten ohnehin Probleme mit "aus der Brut" gehen bekommen kann (Polleneintrag),
habe ich für die Winterbehandlung gegebenenfalls ein Problem. Ich glaube nicht, dass ich im Winter zum OS träufeln
den Bienenstock auseinander nehmen möchte.
Vom beträufeln habe ich meist gelesen, dass das die Bienen sehr belastet, und man das deswegen im Winter höchstens einmal durchführt.
Auf verdeckelte Brut soll OS nicht wirken, ist also bei Problemen mit "aus der Brut" gehen etwas heikel.
Es haben schon einige das Verdampfen bei Brut angewandt und für den Sommer eine so genannte "Blockbehandlung" entwickelt,
also alle 3-4Tage Behandeln für mindestens 12 Tage, also die Zeit die eine Brutzelle verdeckelt ist.
Im Winter soll bei Brutproblematik auch ein zweites mal behandelt werden können.
Und bei OS sollen die Bienen nicht so hektisch reagieren und leiden wie bei Ameisensäure.
Die Selbstbaulösungen mit der Kupferkappe als Verdampferbehälter aus dem Baumarkt überzeugen nicht so besonders.
Ich denke das die Säure da auch Kupferatome mit heraus reisen kann, die sich in der Zarge/auf den Waben mit nieder schlagen?
Thematisiert habe ich das noch nirgends gefunden.
Es zeichnet sich für mich eine Lösung auf OS Basis ab, fallback Lösung - bei kontrollierter Erfolglosigkeit - wäre dann die brutale mit Ameisensäure/Schwammtuch und Königinnenrisiko.
Von Bernhard hab ich viel gelesen, und ich meine auch "keine Behandlung ohne Kontrolle".
Um nach Rolf_L zu sprechen muss ich allerdings zugeben, hätte der Schlossimker im Frühjahr nicht so getrödelt, wäre er zu Beginn kontroll- und behandlungsbereit gewesen, hätte er bei Brutlosigkeit und vor dem Einweiseln der 2. Königin behandelt.
Dafür hab ich ein Seifertsches Schwarmfangrohr mit (oben) 45cm Trichteröffnung fertig (Aalglatte Kunststoffschüssel aus der Metro drauf eschraubt).
Naja, wenigsten im ersten Jahr darf man doch Anfänger sein.

Ich gebe meine Bienen nicht auf, und wie es aus sieht arbeiten die Bienen auch mit, fragt sich ob der Herbst hilft oder schadet, um noch ausreichend Waben zu bekommen, dann Futter ein zu tagen, "fette Winterbienen" hervor zu bringen und zwischendurch die Plagen nieder zu knüppeln. Mir ist aber auch bewusst, es geht um etwa 6000 Bienen, eine Anzahl, die andere Imker zum genauen Nachweis der Anzahl an Varroen darin, mit mehreren Beprobungen um die Ecke bringen.

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Deichkind » Di 13. Aug 2019, 05:38

Mach dich wegen der Varroa nicht verrückt (lustig das gerade aus meinem Mund zu hören). Deine Bienen brüten erst seit frühestens Mitte Juli. Der Kunstschwarm wird in irgendeiner Form behandelt worden sein. Wieviele Vermehrungszyklen können die verbleibenden Milben seither haben?
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