Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Wie besiedele ich meinen ersten Warré-Bienenstock? Mit einem Schwarm? Ableger?
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Schlossimker
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Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Fr 5. Jul 2019, 02:38

Hallo,
in einem anderen Thread habe ich meine gebauten Warre Beuten vorgestellt. Im Verlauf der Diskussion dazu habe ich Probleme mit meinem ersten Volk festgestellt. Andere Teilnehmer haben Interesse daran gezeigt, mir zu helfen und vorgeschlagen einen neuen Thread auf zu machen.
Meine ersten 3 Zargen wurden am 10. Juni erst fertig, Kissen, Dächer und ein Boden waren schon fertig. Daher hatte ich meinen Eintrag bei der Schwarmbörse zum Empfang eines Schwarmes auf aktiv gestellt. Bis zum 15. Juni hatte ich meine Schwarmfangeinrichtung fertig - ein Seifertsches Schwarmfangrohr. Nur den Nylonstrumpf habe ich meiner Frau noch nicht genommen, weil ich wohl bei der nächsten Bestellung eine Schwarmfangsack dafür kaufen will. Das Beobachten der Statistik der Schwarmbörse hatte mich dann etwas in Panik versetzt weil die täglichen Schwarmzahlen schon deutlich zurück gegangen sind.

Da das Bienenjahr schon weit fortgeschritten ist, und ich wenigstens mit einem Volk Erfahrungen sammeln will habe ich am 17. Juni doch begonnen mich für Anbieter von Kunstschwärmen zu interessieren. Ich habe schnell herausgefunden, dass es überregionale Anbieter gibt, und die Herkunft von deren Bienen auch Südeuropa sein kann. Das Bienen für mich um die halbe Welt gefahren werden wollte ich nicht, sondern sie am besten selbst abholen.

In meiner Nähe in Nordbayern habe ich nur einen Anbieter gefunden, Kontakt aufgenommen und abgeklärt, das Königin und Bienen lokale Carnica sind und keine Importbienen. Daneben hat er mir noch gute Tipps gegeben, wie ich die Bienen in der mit gekauften Multibox am 19. Juni, an dem es noch ziemlich heiß war mit meinem Auto - ohne Klimaanlage - die ca. 1,5 Stunden Fahrt nach Hause bekomme. Als ich den Kunstschwarm abgeholt habe, habe ich noch das Gesundheitszeugnis und viele gute Tipps bekommen. Die Bienen waren behandelt mit Milchsäure und ich sollte spätestens Ende Juli zur Befallskontrolle über Windel bereit sein - weil ich das mit meinem normalen Warre-Boden derzeit noch nicht bin. Wenn ich mit Zuckerwasser füttere sollte ich im Verhältnis 1:1 mischen und nicht zu viel geben um häufiger frisch an mischen, weil es bei den Temperaturen schnell zu Gärung kommt. Er hat mir das zurückschieben am Königinnenkäfig an einem leeren Käfig gezeigt, erklärt wie ich am besten aus der Multibox einlogiere, das auch mit toten Bienen in der Box zu rechnen ist, da sie schon 3 Tage in Kellerhaft sind, und vieles mehr.

Am Abend Zuhause angekommen habe ich die Multibox auf kleinen Holzklötzchen an den Ecken in ein Kellerregal gestellt.
Am nächsten Morgen hat es geregnet, so dass ich mir erst mal einen Adapter von Multibox auf meine Warre gebaut habe, um die Bienen einfach nach unten aus der Multibox in die Beute abzustoßen.
Multiboxadapter.jpg


Gegen Mittag hat es aufgehört zu regnen, es sollte aber am Nachmittag weiter regnen. Deshalb habe ich am Mittag einlogiert.
Die Beute bestand aus
- Warre-Boden,
- 2 Zargen, voll mit Oberträgern und je 2 Rähmchen (in 20km Entfernung ist Faulbrutsperrbezirk), alles mit Anfangsstreifen aus Holz,
- Ein Abdecktuch mit eingeschnittenem Loch für ein Futterglas,
- Eine leere Zarge, die höher ist als das Futterglas
- Das gefüllte Warre Kissen
- Das Warre-Dach

Zum Einlogieren habe ich alles von oben abgenommen bis einschließlich des Abdecktuches der Warre, und die Oberträger und die beiden Rähmchen der 2. Zarge von unten. Das Einfüllen habe ich etwas leichter gemacht als es der Züchter empfohlen hat, weil ich den Adapter hatte. Ich habe die Futterflasche und den Tragegriff in der Multibox drin gelassen. Den Adapterrahmen auf die Warre gelegt und die Multibox leicht verdreht auf die Führung des Adapterrahmen gestellt. So das sie sich nicht schon etwas tiefer in die Führung auf das Loch des Adapterrahmens setzt. Von der Bodenplatte der Multibox habe ich 2 gegenüberliegende Drähte komplett raus gezogen. Die anderen beiden zur Hälfte, so das der Boden noch fest war. Die Bienen habe ich dann mit Wasser aus einem Druckzerstäuber angefeuchtet bis sie angefangen haben, zu rauschen. Die 2 halb herausgezogenen Drähte habe ich dann ganz heraus genommen und die Multibox kurz angehoben um den Boden weg zu ziehen. Dann habe ich die Multibox in die Führungen des Adapterrahmens über dessen Loch gesetzt. Dann den Adapterrahmen mit Multibox 2 mal kurz angehoben und runter gestoßen. Die Bienen sind dann in die Zarge gefallen. Multibox und Adapterrahmen habe ich dann abgenommen und die vorher entfernten Oberträger und 2 Rähmchen wieder eingelegt. die wenigen restlichen Bienen habe ich aus der Multibox mit dem Bienenbesen auf die Oberträger gekehrt. Mit dem Druckzerstäuber habe ich die oben krabbelnden Bienen nach unten getrieben und das Abdecktuch aufgelegt. Dabei habe ich gleich ein mit doppeltem Leinentuch und Gummi verschlossenes gefülltes Futterglas umgedreht darauf gestellt. Dann habe ich den mit Draht befestigten Königinnenkäfig aus der Multibox genommen. Das ging nicht mehr mit Kombizange und Handschuhen. Den Königinnenkäfig habe ich soweit auf geschoben das der Schieber noch etwa 0,5cm des Futterteiges überdeckt hat. Die Leerzarge um den Fütterer habe ich wieder abgenommen um das Abdecktuch etwas zurück zu schlagen. Der Käfig hat nicht zwischen zwei Oberträger hindurch gepasst, deshalb habe ich einen an der Fensterseite angehoben und den Käfig vor das Zargenfenster rein gehängt. Allerdings war inzwischen eine Biene unter dem dafür angehobenen Oberträger - die hab ich nicht gesehen und beim Reinhängen des Oberträgers leider zerquetscht. Weil meine Nuten in den Oberträgern für die Nägel nicht lang genug sind, und die Oberträger noch schwer zwischen die beiden Nägel rein gehen. Auf dem Boden der Multibox waren doch viele Tote Bienen. Durch meinen Adapter und dem Wegnehmen des Bodens musste ich sie nicht mit in die Beute schütten. Zukünftig brauche ich dafür eine Anflugbrettvergrößerung, damit ich sie besser darauf schütten kann, damit die wenigen krabbelnden darunter noch eine Chance haben, in die Beute zu laufen.

Den Königinnenkäfig würde ich nicht mehr an den Zargenrand vor das Fenster hängen, und auch nicht drin hängen lassen. Sie haben später dort angefangen zu Bauen, und schon mal 2 Oberträger miteinander verbaut.
Das Flugloch habe ich 8x1cm offen gelassen.
Am Nachmittag hat es bis in den späten Abend geregnet, und ich war nicht mehr beim Stand.

Am 2. Tag darauf war reger Flugbetrieb - da bin ich vorsichtshalber nicht so nahe hin. Das war ein weiterer Fehler. Zukünftig werde ich nach dem Einlogieren/Königin zusetzen mindestens 2 mal am Tag - auch bei Regen - die Beute belauschen - ob da das in der Fachliteratur beschriebene heulen zu hören ist, falls sie weisellos werden.

Am 3. Tag bin ich vorsichtshalber erst zur Nacht zum Stand und habe das Futterglas durch eines mit neu angemischter Zuckerlösung getauscht und durch die Zargenfenster mit Taschenlampe geschaut. Nach längeren Beobachten habe ich den in die Nähe des Fenster gehängten Königinnenkäfig ausreichend gesehen. Der Futterteig war heraus gefressen, es krabbelte nur eine Biene drin, aber sie war nicht so groß wie die Königin. In der untersten Zarge krabbelten wenige Bienen und es lagen keine toten Bienen am Boden. Am 4. Tag war ich vormittags am Stand, es war sehr windig und es flogen keine Bienen. Sie scheinen es zu versuchen den es waren etwa 20-30 Bienen am Flugbrett.

An den folgenden Tagen war ich regelmäßig am Stand, Abends mit meinem Sohn zum Bienenkino schauen durch die Fenster, oder Nachts um zu sehen, ob die Nachts schlafen. Und um regelmäßig das Zuckerwasser zu tauschen. Als ich gesehen hab, das sie angefangen haben zu Bauen, war ich sehr erleichtert. Was mir aber nie gefallen hat, war das sie sich auch nachts nie zu der kompakten Traube zusammen geschlossen haben, wie in der Dunkelhaft im Keller in der Multibox. Dort wo gebaut wurde war ein Knäuel Bienen, dazwischen konnte man selten weißes Wachs erkennen. Aber sonst sind die Bienen ebenso an den Wänden und am Glasfenster und auch einige am Boden entlang gelaufen. Es war sehr heiß an diesen Tagen - auch nachts - und deshalb dachte ich, wenn sie lieber Bauen wollen?

Ab dem 9. Tag habe ich das Eintragen von Pollen erwartet - nichts. Bis zum 12 Tag wollte ich noch darauf warten - hatte aber schon ein ungutes Gefühl. Heiner aus dem Forum hat mir geschrieben, dass sie zur Zeit dunklen, braunen Pollen eintragen, und der schwerer zu sehen ist, als gelber Pollen. An dem Tag habe ich dann ein Fluglochvideo und Fotos mit Stativ von anfliegenden Bienen gemacht - kein Pollen. Das habe ich am 12. Tag dem Züchter mitgeteilt und gefragt was nun?

Auf Nachfrage des Züchters habe ich am 13. Tag die obere Zarge auf gemacht und nachdem ich keine Brut/Stifte gefunden habe, nacheinander die 4 Waben raus geholt, angeschaut und fotografiert. Keine Brut. Es war Wirrbau, von dem Eck in das ich die Königin vor das Fenster gehängt habe über die Oberträger hinweg. Ich hab den Wirrbau komplett entfernt - war nur Zuckerwasser, einige Zellen Pollen, und die Arbeit der Bienen. Ich mache Wachs fürs Tränken der Holzanfangsstreifen daraus.

Der Züchter will mir eine neue Königin schicken. Eigentlich wollte ich wesensgerecht imkern. Jetzt lassen ich eine Königin durch das Verteilzentrum der Post jagen? Sollte das nichts werden, werde ich dem Vorschlag von Christine (aus dem Forum) folgen und versuchen Bienen mit von ihnen selbst gezogener Königin und vielleicht Brut zu bekommen und zu vereinen.

Inzwischen habe ich gelesen, das gut erstellte Kunstschwärme wenig Flugbienen enthalten, also überwiegend junge Bienen, und das Bienen die keine Brut pflegen länger leben sollen. Trotzdem ist es jetzt wohl schon sportlich, den Kunstschwarm durch zu bringen.

Gefüttert habe ich immer ca. 0,8L Liter Zuckerwasser (1:1 nach Gewicht gemischt) und spätestens am übernächsten Tag komplett gegen neues getauscht. Für die ersten knapp 2,5 Tage haben sie 0,4L Zuckerwasser abgenommen, später habe ich dann tägliche Abnahmen von 0,1 bis 0,25L Zuckerwasser festgestellt (ich habe Markierungsstriche an meine Futtergläsern).

Im Forum habe ich schon von Bernhard gelesen, das man im Oktober nix mehr bewegen kann, es muss jetzt noch das Richtige getan werden um den KS durch zu bekommen. Nach meiner Meinung wird es wohl auch sehr stark vom Verlauf des Sommers abhängen. Ist es sehr warm wird die Bruttemperatur der ersten Generation Bienen vom KS besser eingehalten werden können und die Bienen weniger geschädigt und leistungsfähiger sein. Etwas Tracht haben sie durch die 20m2 Phazelia, die ich angesät habe und die jetzt bereits blühen. Die ca. 20000m2 Wiese vor meinem Stand ist gerade gemäht. Wenn es doch noch mal regnet wächst dort auch wieder Löwenzahn und Weißlee mit.

Tips, Empfehlungen und Kritik sind von mir erwünscht - es können vielleicht auch andere Anfänger davon lernen.

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Deichkind » Fr 5. Jul 2019, 06:11

Ich bin ja selbst Anfänger und bekomme hier sehr sehr viel Hilfe.

Erste Verständnisfrage: Wo war die Königin während der > 3 Tage Kellerhaft und auf dem Transport? Im Käfig in der Multibox? Oder getrennt von den Bienen?

Zweite Frage: hast du das Zuckerwasser kalt angerührt?
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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Christine » Fr 5. Jul 2019, 09:20

Hallo Schlossimker,

für mich liest sich das so, als sei keine Königin mehr drin und inzwischen auch viel zu wenige Bienen. Ferndiagnosen sind schwierig.
Ruf den Herrn an, der auf der Kontaktseite des Imkervereins in Deiner Nähe steht und frage ihn, ob er Dir helfen würde oder jemanden kennt, der in der Nähe wohnt/imkert. Dass Du eine andere Beutenform hast, ist doch kein Thema. Volksstärke, Königin, Stifte, etc. sind ja immer gleich.

Ich kann jedem nur empfehlen, erst mal einen Imkerkurs zu machen und schon mal an fremden Völkern Handgriffe zu lernen. Da lernt man sehr schnell, worauf man achten muss und lernt auch unterschiedliche Volksstärken beurteilen. Man hat dann meist auch Kontakte zu anderen Imkern in der Nähe, die auch mal vorbeikommen, um bei Unsicherheiten einen Blick drauf zu werfen. Ich bin auch diesen Weg gegangen und bin froh drum.

Du hast als Anfänger jetzt leider nicht die Möglichkeit, mal eine Brutwabe oder einige Pflegebienen aus einem anderen Volk zur Verstärkung hinzuzugeben. Deshalb ist ja ein echter Vorschwarm ideal für Anfänger. Die kennen ihre Königin und wollen mit ihr zusammen ein neues Zuhause gründen. Die Königin ist auch schon erfahren und legt schnell wieder.

So spät im Bienenjahr würde ich mir ein kleines Ablegervölkchen mit bereits "eigener", legender Königin besorgen, beispielsweise in einer Miniplus. Die dann umhängen in Deine Warré oder aufsetzen (bist ja fit beim Basteln).

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Deichkind » Fr 5. Jul 2019, 10:07

Was den Querbau angeht: wahrscheinlich hast du (so wie der von dem ich den ersten Schwarm einlogiert bekam) zu oft durchs Fenster geschaut

Nöld hat geschrieben:....

Mitte: Futter, Ruhe und Dunkelheit… sonst bauen sie nen Vorhang ;)
..,,

Nöld


Bei den nächsten beiden Schwärmen habe ich das Fenster in der ersten Woche zu gelassen und die bauen in der vorgegebenen Richtung.
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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon wolfgang54441 » Fr 5. Jul 2019, 15:06

Hallo

Quarken und Tüten der Jung und Altkönigin

https://www.youtube.com/watch?v=1q8Mo6SWquI

Gruss
Wolfgang

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Sa 6. Jul 2019, 02:06

Deichkind hat geschrieben:Erste Verständnisfrage: Wo war die Königin während der > 3 Tage Kellerhaft und auf dem Transport? Im Käfig in der Multibox? Oder getrennt von den Bienen?
Zweite Frage: hast du das Zuckerwasser kalt angerührt?

Hallo Deichkind, die Königin war wohl die ganzen 3 Tage während der Kellerhaft in der Multibox im Königinnenkäfig, das hat beim Züchter statt gefunden. Der macht auf mich einen sehr kompetenten Eindruck, der hat die lange Erfahrung des Profis. Bei der Fahrt und bei mir im Keller war sie auch zusammen mit dem Volk in der Multibox.
Das Zuckerwasser habe ich immer kalt angerührt, warm würde es ja schneller schlecht werden. Es ist etwa 1 Min. rühren notwendig, dann ist es noch trüb. Aber bis ich zum Stand damit gelaufen bin (500m) wird es weiter bewegt und ist dann spätestens dort wieder klar, und keine Zuckerkristalle sind zu sehen.
Die ersten 2,5 Tage hatte ich nicht durch das Fenster geschaut, aber dann jeden Tag, auch 3x Bienenkino mit underem kleinen Imker, der ab September lesen lernen will, damit er bald seine eigenen Bienen haben kann.

Christine hat geschrieben:für mich liest sich das so, als sei keine Königin mehr drin und inzwischen auch viel zu wenige Bienen...

Hallo Christine, ja das habe ich schon vom 9. Tag an vermutet, weil kein Pollen eingetragen wurde. Und keine Traube in der Beute zu sehen war. Wollte dann aber noch das Wochenende abwarten, und hab dann den Züchter angeschrieben. Die Fotos vom Wirrbau habe ich ihm geschickt, es waren keine Stifte oder verdeckelte Brut zu sehen. Der Züchter hat mir dann angeboten, zu versuchen, mein Volk zu retten und hat mir eine Königin kostenfrei geschickt, und zeitliche Anweisungen, wie die einzuweiseln ist, einfach super. Er hat das Volk noch nicht auf gegeben - und ich will versuchen es durch zu bringen. Die Königin ist schon seit heute drin, und wird morgen zum freifressen geöffnet. Gefühlt sind es seit dem Einlogieren noch nicht viel weniger Bienen geworden. Das wird voraussichtlich noch kommen, es hängt meiner Meinung dann davon ab was die neue Königin leisten kann, was das Volk baut, und wie lange die Bienen des Kunstschwarms durchhalten.
Den Link habe ich verfolgt und unter anderem auch gelesen, das Königinnen per Post erst mal mit Handbremse los legen. Und das eine Verstärkung von kleinen Schwärmen gemacht wird, wenn sie selbst Brut haben. So viel unnatürliches mischen hatte ich eigentlich nicht vor. Ich werde das jetzt etwa 3 Wochen beobachten und dann entscheiden. Ich denke das es auch möglich ist, beim Züchter dann Bienen dazu zu kaufen und wieder selbst zu holen. Dann bekomm ich wenigstens keine Krankheiten/viele Milben in das dann schwache Volk. Der Züchter reagiert innerhalb von Stunden - auch auf meine Fragen - das ist super. Wenn ich nicht so am natürlichem Schwarm Interessiert wäre, wäre er meine Top Bezugsquelle. Falls der KS nicht durch kommt werde ich nächstes Jahr auf jeden Fall mit einem KS von ihm mit starten und Naturschwärme suchen/fangen.
Miniplus werde ich mir ansehen. Aber ich bräuchte schon was wo das Rähmchenmaß kleiner ist als bei mir um Brut rein zu hängen. Kein Imker wird seine Brutwaben zerschneiden lassen wollen. Mit lebenden Bienen verstärken - müsste ich mich erst einlesen.
Meine Frau hat letztes Jahr einen Imkerkurs gemacht, es war ja auch ihre Idee - sie ist aber mit ihrem Latein schon am Ende.
Beim Imkerverein hier werde ich mich auch mal umschauen, aber der Stammtisch-Typ bin ich nicht. Wenn nötig werde ich mir für nächstes Jahr ein Smartphone zulegen um Schwärme zu bekommen.

Die Interessenvertreter der Varroa werden sich sicher bald bei mir beschweren - sie können sich nicht vermehren ;-)

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Christine » Sa 6. Jul 2019, 09:49

Schlossimker hat geschrieben:Miniplus werde ich mir ansehen. Aber ich bräuchte schon was wo das Rähmchenmaß kleiner ist als bei mir um Brut rein zu hängen. Kein Imker wird seine Brutwaben zerschneiden lassen wollen.


Ich ging davon aus, dass Dein Züchter Miniplus in Gebrauch hat. Die SIND kleiner als Warré. Hier gibt's paar Infos dazu: https://www.buckfastnrw.de/praxis/die-mini-plus-beute/

Ich empfehle weiterhin den Kontakt zum örtlichen Imkerverein, da muss man nicht an den Stammtisch sitzen, wenn man das nicht mag. Aber man lernt Imker aus der Umgebung kennen und kann Hilfestellung bekommen. in unserem Imkerverein beispielsweise ist einmal im Monat Versammlung am Lehrbienenstand, da erfährt man Neues, kann Fragen stellen, Zuchtstoff/Varroamittel bekommen oder man unterhält sich einfach nur mit anderen Imkern. Wenn Deine Frau einen solchen Kurs gemacht hat, kann sie doch ihren Imkerpaten befragen/um Hilfe bitten?

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Fr 2. Aug 2019, 02:54

Zwischenbericht vom 01.08.2019 mit Erkenntnis:
Sommerbienen können scheinbar auch älter als 8 Wochen werden.

Ich habe mich dazu entschieden, den 1,5kg Kunstschwarm nicht mit anderen Bienen/fremder Brut zu verstärken - weil nicht notwendig und ich das Krankheitsrisiko nicht eingehen wollte.

Es sieht sieht so aus, dass die am 19.06.2019 gekauften Bienen jetzt wohl 8 Wochen alt sind - und wie die Bilder unten Zeigen, nicht größtenteils Tod sind. Sie waren damals schon 3 Tage in Kellerhaft. Die erste Königin haben sie wohl nach dem Einlogieren und Freischieben abgestochen - wie ich jetzt gelesen habe, liegt das meist am Verhalten der Königin im Stock. Kann sein, dass sie nach dem 1,5h Transport im Auto nach dem Kauf, und am nächsten Tag nach dem Einlogieren und Freischieben noch außer sich war...
Damals hatte ich dann festgestellt, dass kein Pollen eingetragen wird, was wie aus "heiners" Beitrag (im ursprünglichen Thread http://www.immenfreunde.de/forum/viewtopic.php?f=19&t=1686#p23114), schon hätte sein müssen.
Deshalb hatte ich 21 Tage nach dem Kauf alle bebauten Oberträger heraus genommen - es war Wirrbau über die Oberträger hinweg, der dabei meist abgebrochen war, und keinerlei Brut enthielt. Der Wirrbau ist um den damals drin gelassenen Königinnen Käfig entstanden, weil ich nicht noch mal stören wollte um den raus zu nehmen. Außerdem hatte ich kein Wachs, wollte auch keines kaufen und hatte somit nur Anfangsstreifen aus Holz. Daneben hatte ich die Königin vor das Fenster meiner Zarge gehängt, um sehen zu können, wann sie frei gefressen ist. Dann war das auch noch in einer Ecke der Beute, weil ich nur das Eck der Abdecktuches zum Einhängen der Königin aufdecken wollte. Das würde ich so nicht mehr machen. Da ich ohnehin über ein Loch im Abdecktuch und einer Leerzarge darüber mit einem mit Leinen/Gummi verschlossenem Glas von oben füttere, würde ich zukünftig an der Stelle 2 Oberträger mit nur ca. 18mm Breite einsetzen, damit ich ohne Entfernen der Oberträger den Königinnen Käfig dazwischen in der Mitte der Beute durch das Loch zum Füttern im Abdecktuch einhängen und entfernen kann (das Leinen sollte beim damit Verschlossenen des Glas stramm gezogen werden, damit es nicht aus läuft und die Königin darunter ersäuft).

Der Züchter war so freundlich, mir eine neue Königin zu schicken. Die hatte ich am 23. Tag nach dem ursprünglichen Kauf des Volkes eingehängt und aus dem komplett entfernten Wirrbau (Totale Bauerneuerung) neue Oberträger mit jetzt von dem Wachs bepinselten Anfangsstreifen eingelegt.

Am Abend des 24. Tages hatte ich den Schieber zum frei Fressen der Königin geöffnet. Am 34. Tag hatte ich am Flugloch mit Freude festgestellt, das die Bienen Pollen eintragen, ca. 80% in gelb, 15% in beige, und 5% in feuerrot - alles gut zu sehen. An den folgenden Tagen war dann auch verdeckelte Brut mit flachen gelben Deckeln (Arbeiterinnen) und später ganz außen mit Buckeln (Drohnen) zu sehen. (Ich schau mir das alles durch die Fenster in den Zargen an). Seit dem Entfernen des Käfigs der 2. Königin habe ich die Zargen nicht mehr geöffnet, um das Klima nicht zu stören. Lediglich beim Tausch des Futterglases entweicht etwas Stockluft. Das Flugloch ist seit einer guten Woche nur noch 2cm x 0,8cm offen. Eine Bienenbreite, also ca. 1cm ging nicht, da war immer eine Biene drin die es verstopfte, und die anfliegenden Pollensammlerinnen sind nicht durch gekommen.

Heute ist der 43. Tage seit Kauf der Bienen vergangen, sie sind mit den 3 Tagen Kellerhaft beim Züchter mindestens 46 Tage alt. Nachdem für den Kunstschwarm nicht nur einen Tag alte Bienen abgefegt werden können sind sie wohl schon im durchschnitt eher ca. 56 Tage alt, also 8 Wochen.
Da sollten Sommerbienen eigentlich schon gestorben sein - nach Lehrmeinung. Der 43. Tag von dem die Fotos unten sind, ist auch der 26. Tag nach dem ich den Schieber zum frei Fressen der 2. Königin geöffnet hatte. Damals konnte die Königin nicht sofort legen, da erst noch Waben zu Bauen waren. Somit schlüpfen jetzt gerade die ersten Arbeiterinnen (21 Tage nach legen). Es sind also fast nur alten Bienen im Stock, das die erste Brut erst gerade schlüpft. Ich glaube nicht, dass die "alten" Bienen die nächsten Tage alle sterben - so sehen sie nicht aus.
Ich denke sie können auch etwas älter werden als die "maximal" 6-8 Wochen der Sommerbienen.

Nachdem ich gewusst hatte, das es meine Bienen mit der Verzögerung bis zur 2. Königin schwerer haben werden. Und ich von Bernhard in einem anderem Thread gelesen hatte das es im Oktober zu spät ist wenn noch keine 2 Zargen ausgebaut sind. Hatte ich mich dazu entschlossen, gleich das zu tun, was ich nie wollte - die Bienen dauerhaft mit Zuckerwasser füttern. Sie können es ja verschmähen und zum Sammeln ausfliegen. Haben sie getan, aber auch ziemlich konstant 0,4l 1:1 Zuckerwasser pro Tag abgenommen. Möglicherweise arbeiten sich die Sommerbienen mehr beim Ausfliegen auf - was ich ihnen durch das Füttern weitgehend abgenommen habe, und sie halten deswegen jetzt noch durch, obwohl sie alle Waben bauen mussten. Ich hatte auch Glück mit dem Wetter. Es war durchweg warm. Die Temperaturen sind nicht weit unter 20°C gefallen und die Bienen werden die Brutnesttemperatur wohl gut gehalten haben.

Ich denke, das die Königin - sie hatte noch kein so großes Hinterteil - 300-500 Eier pro Tag legt, diese jetzt anfangen zu schlüpfen und sich die Bienen daraus verstärken. So dass das Volk Zahlenmäßig sich aufwärts entwickeln wird. Wie stark die Volksstärke nach gelassen hat ist schwer zu sagen, da ein Vergleich zwischen "sitzen ohne Waben in einer Traube" und "sitzen jetzt zwischen den gebauten Waben" nicht einfach ist. Gefühlt würde ich - nach den regelmäßigen Blicken durch die Fenster - sagen, die Volksstärke hat nicht merklich nachgelassen, was ich mit Rückgang auf die Hälfte nach gut 6 Wochen bei mir erwartet hätte.

Es sind jetzt am 43. Tag (29 tage nach der totalen Bauerneuerung) 2/3 der Zarge ausgebaut. Sie werden wohl noch bis Mitte August brauchen um die 1. Zarge komplett aus zu bauen. Bis dahin ist mein Varroa Zwischenboden leicht fertig, und ich kann den täglichen Varroafall zählen - die vermehren sich jetzt, weil Brut schlüpft. Davon werde ich es abhängig machen, wann ich behandle. Pauschales behandeln möchte ich nicht - es belastet die Bienen unnötig.

Mit dem einlegen des Varroa Zwischenbodens werde ich die untere - nicht ausgebaute Zarge - als obere einbauen und mindestens bis zum halben Ausbau der dann oberen Zarge weiter von oben füttern. Wie es danach mit dem Füttern weiter geht, mache ich dann davon abhängig, wie meine inzwischen angesäten 100m2 Phazelia, Buchweizen, Esparsette und Gelbsenf noch zur Blüte kommen. Eigentlich will ich das die Bienen auf eigenen Honig über den Winter kommen. Aber im Oktober feststellen, dass sie nicht genug gesammelt haben, will ich auch nicht. Einen Imkerverein habe ich noch nicht kontaktiert - brauch ich dieses Jahr wohl eher nicht mehr. Hatte die letzten Tage viel zu tun mit dem gerade abgelaufenen harten Termin des Ertragsparasiten.

Scheint doch noch etwas zu werden mit meinem Prinzip: Selber lesen, selber Nachdenken, selber Fragen stellen, selber machen.
Werde weiter berichten.

KSC_8573.JPEG
Obere 2/3 ausgebaute Zarge frontal - es sind noch sehr viele Bienen zuhause!

KSC_8564.JPEG
Obere 2/3 ausgebaute Zarge etwas von der Seite mit verdeckelter Brut.

Schlossimker, ein Kaiserfranke - hat wieder Oberwasser ;-)
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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Christine » Fr 2. Aug 2019, 09:48

Schlossimker hat geschrieben:Zwischenbericht vom 01.08.2019 mit Erkenntnis:
Sommerbienen können scheinbar auch älter als 8 Wochen werden.


Na klar können die älter werden. Winterbienen halten ja locker 6-8 Monate durch, warum sollen Sommerbienen das nicht auch können, sofern sie nicht durch Brutpflege und Sammeln (Pollen, Wasser, Nektar) vorzeitig erschöpft sterben? Außerdem wird derzeit nicht mehr so viel gespritzt, auch das verlängert das Leben der Biene :-) Auch die Temperatur hat Einfluss auf die Lebensdauer.

Und dann noch: https://www.admin.ch/gov/de/start/dokum ... 64823.html

Ich freue mich, dass es bei Deinem Volk vorwärts geht. Dennoch bin ich der festen Überzeugung, dass ein Imkerkurs und anschließende Unterstützung durch einen Imkerpaten direkt am Volk den Bienen viele Abenteuer erspart.

Schlossimker hat geschrieben:Eigentlich will ich das die Bienen auf eigenen Honig über den Winter kommen. Aber im Oktober feststellen, dass sie nicht genug gesammelt haben, will ich auch nicht.


Auf jeden Fall füttern und nicht die Bienen einer Ideologie opfern! Die können jetzt nicht mehr ihren Wintervorrat sammeln, dazu sind sie ein viel zu schwaches Volk und es gibt fast keine Tracht mehr. Und dann die Beute einfach wiegen, dann weißt Du, wieviel Futter drin ist.

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Deichkind » Fr 2. Aug 2019, 11:19

Das sind ja wirklich erfreuliche Nachrichten.

Ich schließe mich Christine an, was das Füttern angeht. In unserem Imkerverein kam letzte Woche eine sehr dringende Warnung auf die Futtervorräte aufzupassen, weil im Nachbarverein im Juli Völker verhungert sind!
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