Bienen bauen nach Besiedelung in Futterzarge

Wie besiedele ich meinen ersten Warré-Bienenstock? Mit einem Schwarm? Ableger?
Immermoor
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Bienen bauen nach Besiedelung in Futterzarge

Beitragvon Immermoor » Sa 27. Apr 2019, 17:10

Als Neuling in der Bienenhaltung stehe ich gleich vor einem Problem und konnte bisher hier im Forum noch nichts ähnliches finden.
Schon letztes Jahr wollte ich meine Warrebeuten mit Naturschwarm besiedeln, das hatte sich leider nicht ergeben.
So wollte ich dieses Jahr sicher gehen und habe zwei Völker bei einem Imker gekauft.
Der Imker hat mir dann auch angeboten die Völker in meine Beuten einzusetzen, da ich im April noch ein paar Wochen weg war und so eine frühere Besiedelung möglich war.
Dieses Angebot habe ich gerne angenommen.

Am 9. April hat er nun die Völker in die Warrebeuten eingesetzt. Die Königin wurde in einem Käfig mit Futterteig zugesetzt um einen Einzug zu sichern.
Auf zwei Zargen mit Oberträgern hat er Fütterer aufgesetzt um mit Winterfutter (Honigwaben) zu füttern. Bei der einen Beute war das die Original Futterzarge von Warre, bei der anderen Beute eine Leerzarge mit einem Fütterer aus Plastik.
Am 22. April habe ich nun die Beuten abgeholt.

Das Problem ist, das die Bienen nicht wie geplant in den unteren Zargen an den Oberträgern gebaut haben, sondern in den Futterzargen. Das heißt einmal wird der Fütterer von Warre ausgebaut (Die Trennwand wurde entfernt) in der anderen Beute der Plastiktrog.
Der Imker empfahl mir nach ein paar Tagen Eingewöhnung, die unteren nicht ausgebauten Zargen zu entfernen und oben eine Zarge mit Oberträgern und eingehangenem Winterfutter (Hongiwaben) auf zu setzen, damit die Bienen dann entsprechend nach oben weiter ausbauen können.
Dies habe ich jetzt am 26. April gemacht. Unter der Futterzarge habe ich den Hochboden eingesetzt, damit die Bienen leichter aufsteigen können und das Holzbrett oben entfernt. Die Glasscheibe liegt noch drin, da hier schon einige Waben drangebaut wurden. Bei der anderen Beute ist die untere leere Zarge drin geblieben, da der Futtertrog ja hier auf den Oberträgern steht.

Die Frage ist, was kann man noch machen, bzw. wie geht es langfristig weiter?
Macht es Sinn in die Leerzarge mit dem Plastikfütterer noch Oberträger einzusetzen? Die Bienen bauen fleissig von unten nach oben und auch schon bald über die Zarge hinaus. Um den Futtertrog haben sie auch schon einige Waben bis an die Wände ran gebaut.

Bei der Futterzarge mach ich mir Gedanken um das Klima, da die Zarge ja von unten mit dem Boden und von oben mit der Glasplatte abgeschlossen ist. Dadurch natürlich wenig Luftzirkulation da ist.
Eine Varroakontrolle ist hier vorläufig auch nicht möglich, da ja eben der Boden in der Futterzarge ist.

Als Neuling bin ich hier entsprechend verunsichert, wie ich damit umgehen soll.
Noch einmal komplett umsiedeln und die Bienen wieder von vorn anfangen lassen? Finde ich ja irgendwie unfair, zeitlich würde es ja wohl noch gehen, oder würde es die Völker zu sehr schwächen?

Ich bin für jeden Rat dankbar.

Manfred
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Re: Bienen bauen nach Besiedelung in Futterzarge

Beitragvon Manfred » Sa 27. Apr 2019, 23:18

Grüß Dich, Immenmoor

Bevor Du mitsamt Deinem "Imker" im Morast der Ahnungslosigkeit versinkst, nimm Dir doch die Zeit für einen informativen Kurs:


https://www.zurfleissigenbiene.de/kurse ... ilbau.html


https://www.youtube.com/watch?v=U1PyNZJ84LY

HG Manfred

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biene0.1
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Re: Bienen bauen nach Besiedelung in Futterzarge

Beitragvon biene0.1 » So 28. Apr 2019, 00:49

Hallo,
ich verstehe nicht warum da mit Fütterer und Futter hantiert wird. Wenige Stunden nach dem Einlogieren und dem Einfliegen sammeln die Flugboenen sicherlich genügend Nektar und Pollen.
Mein Rat: Boden, zwei Warrezargen mit Oberträgern (gewachst) ev. zwei Frische Honigwaben, Kissen und Dach. Und für 2 Wochen nicht reinschauen.
Viel Erfolg wünscht Harald
Warre-Beuten als Eigenbau,Bienenkugel als Eigenbau, Halbrähmchen.
Etwa 4 bis 6 Völker auf Bioflächen und extensiv genutzten blumenreichen Wiesen.

Immermoor
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Re: Bienen bauen nach Besiedelung in Futterzarge

Beitragvon Immermoor » So 28. Apr 2019, 12:04

Das hier Fehler gemacht wurden ist mir durchaus klar.
Ich habe mich eben auf den erfahrenen Imker verlassen, das er weiss was er macht. Aber er kennt eben auch keine Warre Beuten.

Die Frage ist eher, was man jetzt machen kann.

Mein Rat: Boden, zwei Warrezargen mit Oberträgern (gewachst) ev. zwei Frische Honigwaben, Kissen und Dach. Und für 2 Wochen nicht reinschauen.


Und die Bienen dann umsiedeln und von vorn anfangen lassen?

stefanzo
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Re: Bienen bauen nach Besiedelung in Futterzarge

Beitragvon stefanzo » So 28. Apr 2019, 19:19

Immermoor hat geschrieben:
Und die Bienen dann umsiedeln und von vorn anfangen lassen?


Würde ich so machen. Alternativ kannst du auch mit der verbauten Futterzarge weiterleben. Nimm's mit Humor!
mfg stefanzo

Manfred
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Re: Bienen bauen nach Besiedelung in Futterzarge

Beitragvon Manfred » Mo 29. Apr 2019, 12:20

Grüß Euch,

Wenn da am 9. April Völker aus der Region für die Besiedelung herangezogen wurden, schauts mit deren Altersklassenverteilung schlecht aus:

http://scientificbeekeeping.com/scibeei ... e-year.jpg

Spricht also alles dagegen, die schon vorhandene Brut auch noch zu opfern.

HG Manfred

Nöld
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Re: Bienen bauen nach Besiedelung in Futterzarge

Beitragvon Nöld » Mo 29. Apr 2019, 19:35

Hallo Manfred,

Die Grafik zeigt ein Volk in Manitoba (Kanada) für die meisten Standorte in Deutschland muss man die Sommermonate deutlich strecken ;)

All is local...

Viele Grüße, Nöld
The key mite bee diversity...

flotteluzie
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Re: Bienen bauen nach Besiedelung in Futterzarge

Beitragvon flotteluzie » Mi 22. Mai 2019, 10:13

Moinmoin Immermoor,
wie du weißt, gibt es in Stade einen sehr rührigen Imkerverein mit einem recht ausführlichen Imkergrundkurs. Dieser Verein ist zwar traditionell, aber auch offen für andere Betriebsweisen. Über den Imkerverein hast du vor einem Jahr meine Adresse als einzige Warre Imkerin im Landkreis erhalten und mich auch besucht. Aber irgendwie war meine Betriebsweise dir nicht "warre" genug :naughty: . Ich empfehle zumindest den Imkergrundkurs im Verein. Frohes Schaffen!


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