Untersetzen der Zargen

Wie besiedele ich meinen ersten Warré-Bienenstock? Mit einem Schwarm? Ableger?
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Untersetzen der Zargen

Beitragvon WarreNordpfalz » Di 23. Apr 2019, 13:54

Liebe Imker und Imkerinnen,

nach Erfahrungen mit der herkömmlichen Magazinimkerei habe ich nun meine ersten eigenen Bienen und arbeite mit der Warrebeute. Letzte Woche habe ich meine Bienen bekommen und auch gleich einlogiert. Sie scheinen sich in ihrer neuen Umgebung wohlzufühlen, bauen die erste Zarge fleißig aus und tragen kräftig Pollen ein. Nun habe ich zunächst zwei Fragen: Warum werden bei Warre die neuen Zargen eigentlich untergesetzt? Und: Wann ist ein guter Zeitpunkt für das erste Untersetzen einer neuen Zarge?

Vielen Dank für eure Antworten!
Julian aus der Nordpfalz

WarreNordpfalz
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Re: Untersetzen der Zargen

Beitragvon WarreNordpfalz » Di 23. Apr 2019, 14:21

Eine weitere Frage habe ich auch noch:

Wie funktioniert das mit dem Honigeinlagern in der obersten Zarge, wenn ich doch die Zargen immer untersetze und auf diese Weise praktisch den Brutraum "nach oben ziehe"?

Vielen Dank für eure Antworten! Ich bin halt - was Warres Betriebsweise betrifft - noch Neuling und da taucht die ein oder andere Frage auf, auch wenn ich schon viel gelesen habe...

Liebe Grüße aus der Nordpfalz ;)

Deichkind
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Re: Untersetzen der Zargen

Beitragvon Deichkind » Di 23. Apr 2019, 19:35

Warre begründet das Untersetzen sehr ausführlich in seinem Buch. Habe es gerade nicht parat aber vielleicht könnte man zusammenfassen: Brutnestwärmeerhalt, „Biene läuft nicht gerne über Honig“, minimaler Eingriff in den Bien, Wabenhygiene („so geht jede Zarge alle 2 Jahre durch die Hände des Imkers“).
Warre hat aus bebrüteten Waben geerntet.

(ungenaue Zitate bitte verzeihen, habe gerade nur meinen Kopf und kein Buch zur Verfügung. Im Zweifel selber mal nachlesen).
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stefanzo
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Re: Untersetzen der Zargen

Beitragvon stefanzo » Di 23. Apr 2019, 23:23

Hallo in die Nordpfalz!
"Eine weitere Frage habe ich auch noch:

Wie funktioniert das mit dem Honigeinlagern in der obersten Zarge, wenn ich doch die Zargen immer untersetze und auf diese Weise praktisch den Brutraum "nach oben ziehe"?

Vielen Dank für eure Antworten! Ich bin halt - was Warres Betriebsweise betrifft - noch Neuling und da taucht die ein oder andere Frage auf, auch wenn ich schon viel gelesen habe..."
Die Trachtverhältnisse müssen stimmen damit es mit dem alleinigem Untersetzen auch gut funktioniert. Warre hat in seinem Buch schon damals geschrieben, wenn sich die Landwirtschaft weiter intensiviert man die Betriebsweise eventuell etwas anpassen müssen wird. Bei durchgehender Tracht überhaupt kein Problem. Die Bienen bauen unten aus, oben wird der Honig eingelagert. Probleme haben sich bei mir in vielen Jahren dadurch ergeben, das durch den immer früher einsetzenden Frühling viel Tracht für die Bienen bereit stand, meine Bienen aber noch nicht stark genug waren um in die dritte Zarge nach unten zu bauen. Sie benötigten diesen Platz einfach noch nicht. Anfang Mai füllten meine Bienen dann zwar vollständig die dritte Zarge aber es war keine Tracht mehr vorhanden. Die Obstbäume waren verblüht, und sämtliche Wiesen bereits gemäht. Oftmals habe ich dann sogar noch einen großen Schwung an Flugbienen im Löwenzahn durch moderne Mähwerke mit Aufbereiter verloren. Abhilfe verschafft hierbei das zusätzliche Aufsetzen von Halbzargen. Tracht und Raumgabe müssen zusammenpassen, wenn man auch etwas Honig ergattern will. Im Prinzip ist am reinem Untersetzen nichts falsch, aber wenn es die Umgebung nicht hergibt dann muß man von seinen Prinzipien auch mal abweichen. Fürs erste würde ich sagen bleibe beim einfachem Untersetzen und schaue wie es sich bei dir entwickelt. Die klassische Betriebsweise ist auf kontunierliche Tracht angelegt, weniger auf kurze spontane Trachten.
mfg stefanzo

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Re: Untersetzen der Zargen

Beitragvon WarreNordpfalz » Mi 24. Apr 2019, 10:51

Danke für eure Antworten! Das mit dem Aufsetzen der Halbzarge werde ich ausprobieren. Mit dem Untersetzen der zweiten Zarge warte ich noch, bis die erste ziemlich vollständig ausgebaut wurde. Wie lange sollte ich meinen Kunstschwarm noch weiterfüttern? Habe den Eindruck, dass die Bienen gar nicht mehr so an den Futtersirup gehen, wie zu Beginn. Wann sollte die erste Durchsicht des Volkes geschehen?

Viele Grüße!

Michi
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Re: Untersetzen der Zargen

Beitragvon Michi » Do 25. Apr 2019, 13:03

Hallo in die Nordpfalz! Wenn Tracht und Flugwetter herrscht braucht du nicht Füttern.
LG Michi

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Re: Untersetzen der Zargen

Beitragvon WarreNordpfalz » Fr 26. Apr 2019, 07:38

Soll eigentlich auch beim Untersetzen mit zwei Mittelwänden als Steighilfe gearbeitet werden?

Michi
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Re: Untersetzen der Zargen

Beitragvon Michi » Fr 26. Apr 2019, 09:19

Nicht notwendig die Bienen klettern an den Beutenwänden nach oben

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Re: Untersetzen der Zargen

Beitragvon WarreNordpfalz » Mo 29. Apr 2019, 12:29

So, knapp zwei Wochen nach der Erstbesiedelung des Stockes habe ich heute die zweite Zarge untergesetzt. Beim Wiederaufsetzen der ersten Zarge hat es wohl eine Biene versehentlich erwischt. Ich hoffe, dass die "Chefin" unbeschadet geblieben ist. Ich werde euch auch bald mal ein paar Bilder hier einstellen. Die erste Zarge ist schon ziemlich fortgeschritten ausgebaut. Hoffentlich wird die neue Zarge genauso gut angenommen!

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Re: Untersetzen der Zargen

Beitragvon WarreNordpfalz » Di 30. Apr 2019, 11:17

So sieht's nach zwei Wochen aus. Die untere Zarge kam gestern dazu :)
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