Kunstschwarm viel zu klein, was tun?

Wie besiedele ich meinen ersten Warré-Bienenstock? Mit einem Schwarm? Ableger?
Weisel
Beiträge: 12
Registriert: Mi 14. Jun 2017, 13:24

Kunstschwarm viel zu klein, was tun?

Beitragvon Weisel » Do 15. Jun 2017, 15:53

Hallo in die Runde. Vorgestellt habe ich mich hier:

viewforum.php?f=2

Da ich für den Einstieg in die Warre-Imkerei (bei mir = Einstieg in die Imkerei überhaupt) nicht auf einen zufälligen Naturschwarm hoffen wollte, habe ich Anfang des Jahres zwei Kunstschwärme bei einem im Internet präsenten Imker ca. 150 km von meinem Wohnort entfernt bestellt. Kunstschwärme von 1,5, kg mit Buckfast Königin.

Letzten Freitag wurden sie per Kurier zugestellt. Leider waren in einem Kasten die Bienen fast alle tot! Die zugehörige Königin, mit einigen Pflegebienen im Zusetzkäfig, war aber gesund und munter.

Den Bienen im anderen Kasten ging es prima, sie hingen am Kastendeckel und an den Wänden, auch der Königin ging es gut.

Ich habe also den einen gesunden Schwarm Freitagabend in zwei untergesetzte Leerzargen geschüttet, eine Zarge aufgesetzt, mit Mittelwandstreifen und zwei kompletten Mittelwänden, Königin unter Futterteigverschluss zwischen die Mittelwände gehängt.

Die zweite Königin im Käfig habe ich mit einer handvoll überlebenden Bienen in der zweiten Beute genauso, also zwischen zwei an den Rand gerückten Mittelwänden eingehängt, Zuckerwasser und einen nassen Schwamm gegeben und das Flugloch verschlossen.

Nach Kontaktaufnahme mit dem Verkäufer hat er am Montag nochmals Bienen nachgeschickt. Diese kamen am Dienstag morgen an und waren wieder tot.

Ich habe ihm dann mitgeteilt, dass ich keine weiteren Nachbesserungsversuche wünsche und er mir das Geld für den toten Schwarm zurückzahlen möge.

Die ganze Sache ist sehr unschön. Ich weiß (mittlerweile), dass Bienenversand, insbesondere Schwarmversand, ein z.T. sehr unseriöses Geschäft ist (irre weite Transportwege, Krankheitsverbreitung), und das, wo ich doch naturnahe Bienenhaltung betreiben möchte. In diesem Falle kamen die Bienen aber aus Deutschland, Gesundheitszeugnis vom zuständigen Kreisveterinäramt lag bei. Vielleicht habe ich auch einfach Pech gehabt, es kann ja nicht normal sein, dass statistisch bei drei verschickten Schwärmen zwei tot ankommen, das würde ja jeden Züchter ruinieren.

Ich schildere das nur als Vorgeschichte zu meinen Fragen, mein Ärger mit dem Züchter (und über mich selbst) soll hier nicht Thema sein, dass ich, wenn ich nochmal Bienen kaufen werde, dies nur ortsnah tue und die Bienen selbst abhole und vorher in Augenschein nehme, versteht sich für mich mittlerweile von selbst.

Jetzt erstmal die gute Nachricht: Die Bienen aus dem gesund angekommen Schwarm entwickeln sich prächtig. Freitag 9.6. abends eingeschlagen, Samstag 10.9. morgens früh war ein Teil schon hoch gewandert, ein Teil lungerte noch in den untergesetzten Zargen rum, an einer Seitenwand unten war auch etwas Wildbau angesetzt, den ich weggebrochen habe. Sonntag früh hingen alle oben in einer dicken Traube, die Königin war freigefressen. Zuckerwasser wurde direkt nach dem Einschlagen recht gierig genommen, seitdem aber kaum noch (bis jetzt in Summe vielleicht ein Viertelliter). Draußen ist super Wetter, da sammeln sie wohl lieber, und so soll es ja auch sein.

Da ich mir Sorgen um die einsame Königin Nr. 2 machte, hatte ich die Idee, den Schwarm zu teilen, und habe deshalb am Samstag. den 10.6. vorsorglich die Zarge von Königin 1 komplett mit Mittelwänden ausgestattet, um einem eventuell verkleinerten Schwarm das bauen zu erleichtern und zu beschleunigen. Das mit dem Beschleunigen hat gut geklappt. Am Sonntag, 11.6. morgens früh habe ich ein beidseitig dicht mit emsig bauenden Bienen bedecktes Rähmchen umgesetzt zu Königin 2. Nachdem klar war, dass der zweite Schwarm nicht mehr eingesetzt werden kann, habe ich gestern, also am 14.6., eine weiteres weitestgehend ausgebautes Rähmchen, beidseitig dicht mit Bienen besetzt, umgesetzt. Habe beide Male die entnommene Mittelwand durch eine neue ersetzt und natürlich beide Male auf den betreffenden Rähmchen sorgfältig nach der Königin (gezeichnet) gesucht und sie nicht gefunden, toi toi toi, sie ist also noch in Beute 1, wo sie hingehört.

Obwohl Volk 1 in seiner Findungs- und Gründungsphase derart von mir geschröpft wurde, stellt sich dort der Zustand heute morgen so dar (habe Zargen mit Guckfenster, muss also nicht aufmachen): Die vier mittleren Mittelwände komplett ausgebaut. An den beiden links/rechts davon hängenden Mittelwänden, gestern nachmittags eingehängt, wird aktuell gebaut. Emsiger Flugverkehr und Polleneintrag. Bienenmenge: Gestern Abend, als es dunkel war, füllten die Bienen dichtgedrängt die fünf mittlere Wabengassen und hingen unterhalb davon noch in einer Traube durch. (Die Zarge mit den Mittelwänden steht auf einer weiteren Zarge mit Anfangstreifen, erst darunter kommt der Gitterboden).

Volk (besser Völkchen) Nr. 2 steht auf einer Zarge. Es füllte gestern Abend zwei Wabengassen. Heute wird drinnen ebenfalls gebaut und es gibt Flugverkehr, aber natürlich alles spärlich, einfach wegen der geringen Bienenmasse. Durch Zufall habe ich durch Guckfenster heute kurz die Königin gesehen, die über die Waben spazierte. Es scheint ihr also gut zu gehen.

Frage nun: Wie kann ich das Volk retten, bzw. das Völkchen zu einem Volk machen?

An Volk 1 möchte ich aktuell nicht nochmal rangehen und stören, ich bin ja heilfroh das dort alles gut läuft.

Im Ist-Zustand sind es einfach zu wenige Bienen, oder kann das klappen? (habe irgendwo gelesen, dass manche Imker in Miniplus-Beuten Schwärme mit nur 200-300 g Bienen aufsetzen, dies sogar mit unbegatteter Königin, aber meine ist ja schon begattet? In einer Warre-Zarge wären die Verhältnisse ja ähnlich wie in einer Miniplus. Also: einfach abwarten, schlimmstenfalls irgendwann das Volk mit dem anderen vereinigen. Oder ist das schon von vornherein zum Scheitern verurteilt?

Alternativ: Nochmal einen Kunstschwarm nachgeben. Ich würde dann mal unter meinen (leider noch wenigen) Imkerkontakten hier vor Ort rumtelefonieren, ob das einer machen würde. Es müssten ja keine 1,5 kg sein, sondern nur so viel, dass der Schwarm erstmal in die Gänge kommen kann (und die Gutmütigkeit des Imkers, den ich dazu noch überreden muss, nicht überstrapaziert wird).
-wie viele Bienen müssten das mindestens sein?
-bis wann kann ich das machen, oder anders gefragt, wie lange kommt das Minivolk mit der Situation zurecht?
-Einsetzmethode: Kunstschwarm wird vom Imker erstellt, kommt mit Fütterer in Dunkelhaft in den Keller für 24 Stunden (oder länger?). Abends Beutendeckel abnehmen, obere Zarge mit Zeitungspapier abdecken(wie viele Lagen?, ins Papier Schlitze schneiden, Papier nass machen Leerzarge drauf, Bienen reinschütten, Deckel drauf.

Oder, bzw. ergänzend: Wenn sich Volk 1 gut entwickelt, von dort eine verdeckelte Brutwabe entnehmen (verdeckelt, damit das Minivolk keinen Pflegeaufwand mehr hat). Dann würde das Minivolk aber ab jetzt rund zweieinhalb, drei Wochen warten müssen, bis es Verstärkung kriegt. Zu spät?

Das war jetzt ein langer Post. Ich freu mich auf eure guten Ratschläge.

Schöne Grüße
Weisel

biene1.0
Beiträge: 558
Registriert: So 10. Jan 2016, 19:22
Wohnort: 07806

Re: Kunstschwarm viel zu klein, was tun?

Beitragvon biene1.0 » Do 15. Jun 2017, 21:00

Hallo,
wie Du in deiner Vorstellung selbst geschrieben hast: Das ewige Rumgemache.
Lass die Bienen machen. halte dich zurück. Wenn das Wetter und die Tracht gut ist, dann wird das schon. Füttere beide Schwärme vorsichtig aber regelmäßig mit Zuckersirup 1:1 (150 bis 200ml / Tag, den sehr kleinen gut bei der Futterabnahme beobachten).
Die Bienen leben länger wenn sie keine / wenig Brut pflegen müssen. Sie überstehen die 21 Tage bis zum Schlupf der ersten Jungbienen.
Ansonsten, denke ich als erst 3 Jahre imkernder Bienenhalter, hast Du soweit alles richtig gemacht.
Gruß und alle Wünsche für gutes Völkerwachstum
Harald
"Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen."
Albert Schweitzer

Weisel
Beiträge: 12
Registriert: Mi 14. Jun 2017, 13:24

Re: Kunstschwarm viel zu klein, was tun?

Beitragvon Weisel » Fr 16. Jun 2017, 13:45

Hallo Harald,

Danke für die Rückmeldung. Habe gerade in einem anderen Faden deine Propolis-Künstler bewundert.

Ich füttere in flach hingelegten rechteckigen tetrapacks, eine Seitenwand weggeschnitten. Mit Holzstückchen gefüllt und dann auf halbe Höhe mit Zuckersirup 1:1 aufgefüllt. Ich denke, das sollte hinhauen mit etwa 250 mml Volumen.

Tetrapack steht mit Wandkontakt in in einer Leerzarge auf den Oberträgern. Ich habe ein Fliegengaze sichengelegt mit nur einem kleinen Loch mittig für den Aufstieg direkt am Tetrapack.

Ich will ja nicht rummachen an den Bienen, aber einer Sache musste ich heute nachgehen. Auch in der Beute mit dem großen Schwarm habe ich heute durch Guckfenster die Königin gesehen. Und war verwundert, denn die Königin war ungezeichnet. Also konnte ich es mir nicht verkneifen, die entsprechende Wabe zu ziehen, mein Blick ist sicher noch nicht so geübt, und ich dachte, vielleicht habe ich mich geirrt. Aber nein: Eine ungezeichnete Königin spazierte friedlich zwischen den Bienen umher.

Können diese Plättchen abfallen? ich bin mir aber ziemlich sicher (so genau habe ich leider nicht draufgeschaut im Zusetzkäfig) dass die Königinnen mit Farbtupfer markiert waren. So schnell arbeitet sich das doch nicht ab, oder doch?

Da im Schwarm auch Drohnen mit drin waren, habe ich den Verdacht, das bei der Schwarmerstellung nicht, oder nicht gründlich gesiebt wurde, so dass auch eine Königin mit in die Schwarmkiste geriet, und die zugesetzte Königin abgestochen wurde.

Dann hätte ich nun: Einen Minischwarm mit junger Königin, und eine großen Schwarm mit einer alten Königin.

Was bei meiner mentalen Kontenführung ein weiteres dickes minus für den Verkäufer geben würde, mir aber in Bezug auf die Bienen mittlerweile egal wäre, Hauptsache, die Königin legt. Den Schwarm hält sie zumindest gut zusammen, gestern aben eine ganz friedliche und dichte, nach unten durchhängende Traube.

Auf der gezogenen Wabe heute konnte ich noch keinerlei Stifte erkennen, habe aber auch nicht so genau schauen können weil ich Bienen und Königin nicht abfegen wollte. Pollen und Nektar waren eingetragen. Ggf sind schon woanders Stifte, ich werde nicht danach suchen.

Nochmal Zeitabfolge: Letzten Freitag abend eingeschlagen, dann sehr rege Bautätigkeit und Eintrag von Pollen und Nektar, von mir aber notgedrungen gestört, weil ich Königin 2 ihren Minischwarm verschaffen wollte. Heute scheint etwas Ruhe eingekehrt, statt weiter nach außen zu bauen (ein bißchen wird dort auch noch rumgetüddelt) wurde an einem der mittleren Rähmchen ein bißchen Wildbau angelegt, direkt parallel zum Guckfenster.

Wann beginnt eigentlich in einem Kunst- oder Naturschwarm die Eiablage? Ist die Schaffung eines ausreichenden Brutnestes und der Eintrag von gewissen Vorräten komplett zeitlich vorgelagert, oder beginnt die Königin zu stiften sobald irgendwo die ersten Zellen fertig sind?

Schöne Grüße
Weisel

stefanzo
Beiträge: 304
Registriert: So 5. Feb 2012, 20:20
Wohnort: Frankenburg

Re: Kunstschwarm viel zu klein, was tun?

Beitragvon stefanzo » Fr 16. Jun 2017, 22:28

Hallo Weisel!
Ich werde nicht all deine Fragen beantworten, aber einen kleinen Tipp kann ich dir geben. Um erfolgreich zu überwintern sollten die Bienen mindestens eineinhalb Zargen ausgebaut haben. Ich habe auch schon Völker mit nur einer Zarge überwintert, dies soll aber ein Ausnahmefall bleiben, denn ab dieser Größe wird es wirklich kritisch. Wenn das kleine Volk im Frühjahr wächst, dann werden rasch die Futtervorrätte knapp. In diesem Fall bereits im Februar Futterteig auflegen. Diese Notsituation sollte möglichst vermieden werden. Kontinuierliche kleine Futtergaben helfen um das kleine Volk wachsen zu lassen. Ich habe mir deinen Beitrag nicht vollständig durchgelesen, sondern nur so überflogen, bin mir daher auch nicht im Klaren wie groß die Not wirklich ist. Aber ich hatte einmal einen Nachschwarm, nicht größer als zwei Apidea. Da stand ich vor der Frage was nun?. Ich entschied mich ihn eine Warre einzulogieren, und stellte ihn direkt neben meinem Brombeerstrauch auf. Im ersten Jahr schaffte es dieser Schwarm auf eine Zarge, und überwinterte ohne besondere Pflege, noch heute geht es ihm gut. Aber dies ist Ausnahme und nicht die Regel. Auf einer Zarge wirds knapp, darunter knäpper.
mfg stefanzo

Benutzeravatar
Distelbauer
Beiträge: 347
Registriert: Sa 11. Sep 2010, 22:12

Re: Kunstschwarm viel zu klein, was tun?

Beitragvon Distelbauer » Fr 16. Jun 2017, 22:39

Hallo Weisel,
vielleicht kann auch ich noch versuchen etwas Licht ins dunkel zu bringen.
Zur Königin: Es kann tatsächlich sein, dass die Plättchen abgehen, gerade wenn vielleicht auch zu viel Stress herrscht ;-). Was du schreibst, dass eine unbegattete Königin mit rein rutschte , wer weiß, nichts ist unmöglich, sollte wohl aber eher selten vorkommen. Eine begattete Königin wird sehr schnell beginnen zu legen, die Bienen bauen ja wenns sein muss über Nacht quasi eine Wabe. Eine unbegattete wird logischerweise erst stiften wenn sie begattet ist zumal sie ja eh am Anfang noch keine Drohnen wollen. Ich weiß, der Anfang ist schwer und man will alles richtig machen. Aber das Wichtigste ist tatsächlich nicht so oft zu stören, damit meine ich nicht das Füttern sondern Waben ziehen. Grad als Anfänger ist man da manchmal auch noch recht unsicher,quetsch. Wie du siehst bin ich auch recht unsicher in den Erklärungen, aber das kommt davon, weil ich einfach nur wenn ich Not vermute öffne. Für Naturbau empfehle ich eher Naturschwärme, die sind etwas pflegeleichter, aber du schaffst das schon.

VG Distelbauer

PS: seh grad stefanzo hat zwischenzeitlich geantwortet. Kann ich voll bestätigen. Und wenn du Bienen entnimmst fehlen dann Pflegebienen und das Volk wächst plötlich nicht mehr... Da du Rähmchen hast wären evtl. noch Mittelwände eine Hilfe, aber ich bin kein Freund von Experimenten.

Weisel
Beiträge: 12
Registriert: Mi 14. Jun 2017, 13:24

Re: Kunstschwarm viel zu klein, was tun?

Beitragvon Weisel » Sa 17. Jun 2017, 12:45

Stefanzo: Das macht mir Mut. Wenn zwei Warre-Wabengassen besetzt sind, dann dürften dass etwa 3000-4000 Bienen, gleich 300-400 g sein?

Vielleicht mache ich mal heute, wenn es dunkel wird und die Flugbienen drinenn sind, Bilder, wo man die Größe der Völker beurteilen kann.

@Distelbauer, Mittelwände habe ich gegeben. Die hatte ich eigentlich gekauft, um Anfangsstreifen zu schneiden (da noch kein eigenes Wachs vorhanden). Und Du hast recht, die oben gestellte Frage bezüglich Umsetzen von verdeckelter Brut habe ich mir inzwischen auch so beantwortet: Ich gehe an beide nicht mehr ran, außer erweitern und füttern. Auch wenn ich mir sehr wünsche, dass das kleine Volk es schafft, ist mir das wichtigste, dass große gut einzuwintern.

Zum Glück habe ich die Guckzargen, sonst wäre ich, glaube ich, schon wahnsinnig geworden. :mrgreen:

Weisel
Beiträge: 12
Registriert: Mi 14. Jun 2017, 13:24

Re: Kunstschwarm viel zu klein, was tun?

Beitragvon Weisel » Mi 28. Jun 2017, 16:50

Zwischenzeitliches Drama: Letze Woche habe ich zufällig mittags entdeckt, dass die Königin des kleinen Schwarms mit Hofstaat vor der Beute im Gras rumwuselte und scheinbar rausgefallen war? Ich habe nicht abgewartet, ob sie es wieder hochschafft (die Beuten stehen ca 20 cm erhöht auf einem Holzgestell) sonder habe kurz aufgemacht und sie von oben wieder zwischen die Waben gegeben.

Aktueller Stand:

Großer Schwarm: sechs Waben ausgebaut, sowie beiden äußersten Mittelwände innenseitig. Also quasi 7 Waben.
Kleiner Schwarm: Drei Waben ausgebaut, an den beiden nächsten Mittelwandseiten wird rumgezuzelt.

Beide nehmen ordentlich Zuckerwasser ab. Beide tragen Pollen ein, Minischwarm natürlich wenig. In beiden wird gebrütet, sie halten das Nest schön ordentlich warm. Ich habe durch Guckfenster verdeckelte Waben gesehen, die ich als Brutwaben identifiziert habe (Deckel von Honigwaben sehen ja etwas anders aus).

Eingesetzt wurden die Schwärme am 9. Juni (großer Schwarm) bzw. 13. Juni (kleiner Schwarm), so dass ich ca. ab 3., 4. Juli damit rechne, dass beim großen Schwarm die erste Brut schlüpfen sollte.

Eine konkrete Frage zur Fütterung habe ich: Ich füttere aktuell täglich abends mit Zuckerwasser 1:1. In gut drei Wochen fahre ich aber für drei Wochen in Urlaub, leider kann in dieser Zeit sich niemand kümmern, ich möchte also auf Vorrat füttern.

Meine Idee wäre, eine größere Menge Festfutter (Apifonda) in Folie aufzulegen, da größere Menge Flüssigfutter
-stärker Räuberei auslösen kann
-selbstgemachtes Zuckerwasser schimmelanfällig ist
-ich dafür große Fütterer noch bauen müsste (was etwas stressig, aber möglich wäre).

Dieses Wochenende habe ich Gelegenheit, bei einem Imkerbedarf einzukaufen, wieviel Futterteig sollte es sein, damit die Völker über die drei Wochen kontinuierlich versorgt sind? Aktuell nehmen sie täglich ca. 100-150 g Zucker (200-300 mml) bzw. 200-250 g (400-500 mml) täglich, aber ich bin ja optimistisch und vertraue darauf, dass die Völker jetzt anwachsen werden, also auch der Bedarf steigen wird.

Und die zweite Frage: Aktuell habe ich an den Beuten ca. einen 4 x 1 cm Schlitz offen. Kann ich das während meiner Abwesenheit so lassen, oder sollte ich wegen Räubereigefahr (ist ja dann 1. Augusthälfte) das Loch verkleinern. Ich habe den Fluglochkeil von Holtermann, der hat auch noch einen kleinen "Einzelbienendurchlass". Frage mich halt nur, ob das, zumindest beim größeren Volk, nicht zu wenig sein könnte. Also dass es bei gutem Flugwetter Staus in beide Richtungen gibt.

biene1.0
Beiträge: 558
Registriert: So 10. Jan 2016, 19:22
Wohnort: 07806

Re: Kunstschwarm viel zu klein, was tun?

Beitragvon biene1.0 » Mi 28. Jun 2017, 18:11

Hallo Weisel,
zu der notwendigen Futtermenge kann ich nichts sagen.
Zur Fluglochgröße kann ich ev. weiterhelfen. Zwei Ableger nach Warre haben ihre Fluglöcher sehr stark selbst verkleinert indem sie mit einer sehr zähen Mischung aus Wachs und Propolis bis auf ein paar bienengroße Löcher alles zugebaut haben.
Meine Idee: Nimm ein entsprechendes Mittelwandstück, stanze ein paar ~ 8mm Löcher hinein, lass es in der Sonne weich werden und klebe es von Innen gegen die Flugöffnung. Den Rest, denke ich, werden die Bienen schon machen.
Bei einer der Beuten habe ich ein zweites von 3 Fluglöchern geöffnet und siehe da: Es wird verbaut!
Ich bin gespannt was da passiert wenn die Jungbienen von 5 Brutwaben auslaufen.
Gruß
Harald
"Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen."
Albert Schweitzer

Weisel
Beiträge: 12
Registriert: Mi 14. Jun 2017, 13:24

Re: Kunstschwarm viel zu klein, was tun?

Beitragvon Weisel » Do 29. Jun 2017, 13:42

Hallo Harald,

das mit dem Mittelwandstück ist ja mal eine gute Idee. Das werde ich so machen.

Vielleicht hat ja noch jemand einen Ratschlag zum Thema Vorratsfüttern für drei Wochen (Wieviel? Flüssig? Fest?).

stefanzo
Beiträge: 304
Registriert: So 5. Feb 2012, 20:20
Wohnort: Frankenburg

Re: Kunstschwarm viel zu klein, was tun?

Beitragvon stefanzo » Do 29. Jun 2017, 22:53

Du machst dir zu viele Gedanken, Bienen sind sehr selbständig. Fahr in den Urlaub, wenn du zurückkommst beurteile den Entwicklungsstand deiner Bienen. Bisher hast du gefüttert, aber deine Bienen sollten um diese Jahreszeit doch auch noch irgendwo eigenständig Nahrung finden. 3 Wochen ohne Fütterung sollte jedes Bienenvolk überstehen, ansonsten ist Hopfen und Malz verloren. Wenn deine Bienen nur das ganze Jahr von Zucker leben können, dann wirst du auch immer nur Zucker ernten können. Deinen Bienen wird die Zuckerpause genau so gut bekommen, wie dir dein Urlaub.
mfg stefanzo


Zurück zu „Warré - die erste Besiedelung des Stocks“