Erste Besiedlung Warré steht bevor - einige Tipps wären hilfreich

Wie besiedele ich meinen ersten Warré-Bienenstock? Mit einem Schwarm? Ableger?
pesamiku
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Erste Besiedlung Warré steht bevor - einige Tipps wären hilfreich

Beitragvon pesamiku » Do 14. Apr 2016, 09:46

Guten Morgen,

ich lese nun schon seit einiger Zeit im (echt tollen und total informativen) Forum mit und stehe kurz vor der Besiedlung meiner ersten beiden Warré-Beuten. Dabei stellt sich die Situation und mein Plan wie folgt dar:

- werde in den nächsten Tagen zwei Völker auf Breitwaben (je eine Zarge) von einem bekannten Imker erhalten (der derzeitige Standort dieser Völker befindet sich ca. ein bis zwei km von dem geplanten Standort der Warré-Beuten entfernt)
- möchte die beiden Völker zunächst örtlich umsiedeln und für ca. eine Woche (bzw. so lange als nötig) in der alten Zarge auf dem zukünftigen Standort der beiden Warré-Beuten belassen
- möchte dann die kompletten Völker samt Wirtschaftskönigin (ohne diese vorher zu käfigen) jeweils direkt in eine Warré-Zarge abstoßen/abkehren (am selben Standort), dann 3-4 Waben mit Brut/Futter zurechtschneiden und in die Warré-Zarge einsetzen (in die zweite Zarge, eine Zarge mit OT gleichzeitig untersetzen)
- behandeln würde ich derzeit nicht, sondern zunächst den Milbenfall kontrollieren
- nach der Umsiedlung würde ich mäßig mit Zuckerwasser (1:1) füttern und dann sehen wie die Dinge laufen

Meine Bitte an die erfahrenen Warré-Imker wäre mir Tipps zu geben, ob diese Vorgangsweise in Ordnung ist bzw. was anders oder besser gemacht werden könnte.

Danke im Voraus und lg

Michael

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stbiene
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Re: Erste Besiedlung Warré steht bevor - einige Tipps wären hilfreich

Beitragvon stbiene » Do 14. Apr 2016, 13:24

Hallo Michael,

zuerst einmal hoffe ich das du jemanden dabei hast der sich etwas mit Bienen auskennt und auch im Umgang mit diesen.

Ich arbeite ca. 5 Jahre mit Warre und bin vielleicht nicht der größte Experte, wollte aber denoch kurz was beitragen.

1) Ich habe selbst noch keine Völker verstellt aber eigentlich sagt man 3km. Das heisst es werden wahrscheinlich die ganzen Flugbienen zurück zum alten Platz fliegen. Ev. sind dort noch Völker wo sie sich ev. einbetteln können. Deinen Völkern werden sie aber abgehen.

2) Das mit dem Abkehren ist auch so eine Sache. Ich habe es persönlich noch nicht gemacht - ein ganzen Volk in eine andere Beute abgekehrt. Kann natürlich funktionieren aber stell dich auf jeden Fall auf ein ordentliches durcheinander ein.

3) Das zuschneiden von Futterwaben und dann in Warre hängen, klingt gut, stell ich mir aber auch als recht großes Manscherei vor.

Sprich für einen Anfänger finde ich das alles recht große Vorhaben. Ich will dich nicht entmutigen aber ich glaube da gibt es bessere Wege.

Z.B. habe ich damals wo ich angefangen habe Kehrschwärme eingeschlagen. Einfach weil ich keinen Naturschwarm bekommen habe. Ist auch nicht die natürlich Art und Weise, aber bei weitem einfacher als dein Vorhaben.
Frag deinen Immkerfreund einfach er soll dir zwei Kehrschwärme erstellen. Setz eine Königin zu. Gib ihnen Futter. Dann in Kellerhaft und stell sie auf wo du möchtest. Das hat eigentlich gut funtioniert.

Liebe Grüße Sten
www.bienen-schwarm.at

wonderfool
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Re: Erste Besiedlung Warré steht bevor - einige Tipps wären hilfreich

Beitragvon wonderfool » Fr 15. Apr 2016, 09:00

Hi,
ich kenne mindestens einen Fall, bei dem das Wabenwerk passend für die Warré zugeschnitten wurde und die Besiedelung damit durchgezogen wurde. Das kann also klappen.

Persönlich erscheint mir das ein ziemlich großer, auch schwerwiegender Eingriff. Gibt es einen Hintergrund, warum du das so machen willst?

Persönlich würde ich eher dazu raten entweder die Völker im Magazin weiter zu führen und keine Schwarmverhinderung zu betreiben. Dann kannst du vielleicht noch dieses Jahr deine Warré mit einem Naturschwarm besiedeln. Ein anderer Weg wäre einen Kuntschwarm einzuschlagen.

Hier findest du noch ein paar Anregungen: http://warre.biobees.com/hiving.htm

Vielleicht ist ja auch die Lösung mit einem Adapter für dich praktikabel. Ansonsten schau mal unter "Chop and Crop", da findest du eine Beschreibung für das Zurechtschneiden von vorhandenen Waben und Rahmen.

pesamiku
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Re: Erste Besiedlung Warré steht bevor - einige Tipps wären hilfreich

Beitragvon pesamiku » Fr 15. Apr 2016, 10:27

Hallo und danke für die Antworten; scheint eine machbare Lösung zu sein, aber doch ein ziemlich radikaler und für einen Anfänger nicht ganz einfacher Eingriff.

Habe noch über eine zweite Variante nachgedacht (Adapter-Lösung?). Diese könnte wie folgt aussehen:

- Breitwaben-Zarge kommt auf den zukünftigen Standplatz der Warré
- Deckel wird passend ausgeschnitten und zwei Warré-Zargen werden aufgesetzt (ähnlich einem Honigraum)
- Die Damen bauen in weiterer Folge hoffentlich die Warré-Zargen aus (eventuell könnte eine Brut/Futterwabe aus der Breitwabenzarge entnommen werden und entsprechend zurechtgeschnitten als Starthilfe in eine Warré-Zarge eingehängt werden)
- Sobald ausrechend ausgebaut wird die Königin in eine Warré-Zarge übersiedelt und ein Absperrgitter zwischen Warré und Breitwabe eingelegt.
- Danach sollten sich die Damen innerhalb einiger Wochen in den oberen Zargen aufhalten?!
- Im Endeffekt sollten dann zumindest zwei voll ausgebaute Warré-Zargen für die Überwinterung verbleiben?

Das hört sich für mich als Laien zumindest theoretisch logisch an – seht ihr das auch so?

lg

Michael

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Re: Erste Besiedlung Warré steht bevor - einige Tipps wären hilfreich

Beitragvon biene1.0 » Sa 30. Apr 2016, 05:48

Hallo,
so etwas habe ich in den kommenden Wochen auch vor mir. Da ich nicht mit einem Schwarm rechnen kann habe ich mir einen Ableger von 2015 reservieren lassen. Er lebt in einer Hochwabenzarge.
Ursprünglich habe ich einfach abkehren wollen. Das habe ich im letzten Jahr auch gemacht. Das war ein Schwarm, der schon mehrere Wochen in einer Zarge lebte. Naiv wie ich war: In eine Warre gekehrt, Wabentraeger drauf, Deckel zu - fertig. Mein bestes Volk.
Nun bin ich etwas verunsichert! Die Idee mit dem Aufsetzen von Warrezargen sagt mir sehr zu! Mal sehen ob ich die Zarge von dem Imkerfreund für ein paar Wochen behalten kann.
Naturschwärme sind natürlich super für die Besiedlung.
Gruss
Harald
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Albert Schweitzer

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Re: Erste Besiedlung Warré steht bevor - einige Tipps wären hilfreich

Beitragvon Bones » So 1. Mai 2016, 20:55

Hallo,

ich hab das mit Warre aufsetzen gemacht. War ein 6 Wabenableger 2zargig Zander flach. Hab den Ableger Anfang April bekommen und nach 3 Wochen zurück gegeben. Hat funktioniert - würde ich aber nicht nochmal machen!

LG Michael
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biene1.0
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Re: Erste Besiedlung Warré steht bevor - einige Tipps wären hilfreich

Beitragvon biene1.0 » Mo 2. Mai 2016, 05:00

Hallo Michael,
schoen, dass Du uns das sagst. Aber warum würdest Du das nicht wieder machen? :?:
Das ist doch die einzige Aussage, die weiterhilft. :idea:
Da ich das vorhatte, wüste ich das schon!
Na ich hoffe!
Gruss
Harald
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Re: Erste Besiedlung Warré steht bevor - einige Tipps wären hilfreich

Beitragvon zaunreiter » Mo 2. Mai 2016, 13:51

Viel zu umständlich, viel zu fehleranfällig, viel zu bienenungerecht.

Am besten ist ein sauberer Schnitt.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Erste Besiedlung Warré steht bevor - einige Tipps wären hilfreich

Beitragvon biene1.0 » Mo 2. Mai 2016, 17:40

O.K.
Wollte ich ja urspruenglich machen. War nur verunsichert ob es nicht andere, bessere Var. gibt.
Gruss
Harald
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Re: Erste Besiedlung Warré steht bevor - einige Tipps wären hilfreich

Beitragvon Bones » Mo 2. Mai 2016, 20:56

Da hat Bernhard auf jeden Fall recht - und noch ein Gematsche obendrein.... Der Ableger war aber nur geborgt - deshalb der Versuch mit Aufsetzen. Bis letzte Woche war es recht schwierig auch nur an Kunstschwärme zu kommen da sich viele bei mir in der Gegend noch vom Winter 2014/2015 erholen müssen...

LG Michael


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