Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Wie besiedele ich meinen ersten Warré-Bienenstock? Mit einem Schwarm? Ableger?
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zaunreiter
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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon zaunreiter » Mo 9. Sep 2019, 17:16

Schlossimker hat geschrieben:weil ich nirgends etwas gefunden hab, ab welcher Braunfärbung Varroen in früheren Brutzellenzyklen entstanden sind (Mütterchen). Das ist wohl bei keiner Doktorarbeit relevant gewesen.


Siehe: viewtopic.php?f=16&t=1122&p=23546#p23546
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Schlossimker
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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Do 19. Sep 2019, 00:04

Hallo, neues vom Einvolk-Imker ;-) und seiner kosmetischen Anwendung.
Erst mal Danke an Bernhard für die Unterstützung des Kaiserfranken.
http://www.immenfreunde.de/forum/viewtopic.php?f=16&t=1122&p=23559#p23546
Naja, da gibt es keine wirkliche Unterscheidung der Nuancen von hellbrauntönen wie ich das gerne gesehen hätte (vielleicht sind die dargestellten Unterschiede die erforderlichen). Die als "altes Weibchen" bezeichnete sieht da ja nun auch nicht so dunkel aus. In jedem Fall hab ich anfänglich die seltenen grauen Männchen als junge Weibchen mit gezählt. Und vielleicht mal ein doch schon altes als junges Weibchen. Aber das sind wohl mehr marginale Fehler meiner Zählung. Da muss ich bis zum Einstellen vom natürlichen Milbenfall warten - und genauer bis zur Winteranwendung.

Nach der Anwendung von OXsub zeigen sich erste Auswirkungen am Flugloch:
_Keine Kotspritzer.jpg
Bild vom 29.08.2019, nach der 3.Anwendung, wenig Kotspritzer am Flugloch

_Kotspritzer.jpg
Bild vom 07.09.2019, 1,5 Tage nach der letzten (6.)Anwendung, Kotspritzer sind schon am Flugloch zu erkennen

_Deutliche Kotspritzer.jpg
Bild vom 12.09.2019, 6,5 Tage nach der letzten (6.)Anwendung, deutliche Kotspritzer sind am Flugloch zu erkennen. Weiter innen im Flugloch sind keine schwarzen Verfärbungen zu sehen. Die Bienen haben anscheinend Durchfall bekommen. So wie es aussieht haben sie, sobald sie das Licht außerhalb des Fluglochs gesehen haben, abgekotet. Dann war es wohl nicht ganz so schlimm.


Daneben haben sie wahrscheinlich Tote Brut im ganz jungen Stadium ausgeräumt - oder sind das bei der Anwendung gestorbene junge Wachsmottenlarven?
_Ausgeräumte Eier, obere Hälfte rechts.jpg
Bild vom 14.09.2019. Die dünnen, langen, gegliederten weißlich/gelblich/durchsichtigen Larven in der oberen rechten Hälfte. Windel war 3 Tage eingelegt

Gestern 17.09.2019 waren dann noch etwa 10 (meist) schon etwas vertrocknete sehr ahnliche und etwas kürzere (Bieneneier) auf der Windel zu finden. Eine, etwas 6mm lange und weniger als 1mm dick, weißlich mit etwas gelben Farbeinschlag und zwei schwarzen Punkten hat noch gelebt. Ob das Übergang von Ei zum Larvenstadium war oder doch Wachsmottenlarve kann ich nicht sagen. Hab mir viel zu Gemülldiagnose angesehen, aber da waren alle dargestellten Larven immer dicker. Ich vermute aber Bieneneier im Übergang zur Larve.

Die Bienenmasse hat nach meinem Eindruck nicht abgenommen, es sind vorsichtig geschätzt 7 Belegte Wabengassen, woraus ich 10500 Bienen schätze.

Varroen zähl ich natürlich weiter. Da gibt es nach jeweils einigen Wochen eine Fortführung des Diagramms, möglichst bis nach Abschluss der Winteranwendung.

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Do 19. Sep 2019, 00:23

Hallo, neues vom Einvolk-Imker ;-) und seiner Winterauffütterung.
Am Samstag den 14.09. hab ich endlich eine Ablaufhahnkonstuktion gebaut bekommen (die Lieferung des Ebay shops aus Deutschland mit einer passenden Verschlusskappe mit Ablaufhahn und Belüftung ist erst heute, nach 13 Tagen angekommen). Den gekauften RuBee Sirup hab ich in mein 0,8l Glas gefüllt, mit Leinentuch verschlossen und umgedreht für Füttern von oben rein gestellt. So wollte ich die Zellen der 6 Waben oben verdeckelt bekommen. Die Saugrüssel der Bienen waren nach kurzer Zeit durch das Glas unten am Leinentuch zu sehen. Aber bis Sonntag 15 Uhr (20 Stunden später) waren etwas weniger als 0,1l abgenommen. So werden die Vögel nicht fett. Bisher hatten sie bei Zuckerwasser 1:1 und 3:2 bis zu 0,8l/Tag an guten Tagen abgenommen.

Da hab ich gleich an die eine nicht mit Kissendämmung gefüllte, bereits eingebaute Futtertasche gedacht und Kreissäge und Bohrmaschine angeworfen um eine Schwimmhilfe für die Futtertasche aus am Sonntag vorrätigem zu bauen. Eine Aufstiegshilfe hab ich vorsichtshalber auch gebaut - bei mir natürlich aus Leinentuch, Rand mit Draht verstärkt und um einen Futtertaschenrand gebogen. Um 18 Uhr den Zargenturm zwischen 1.und 2. Zarge etwas zur Seite geschoben, Deckel der früher eingesetzten Futtertasche mit Stockmeisel entfernt, Aufstieg eingesetzt und 1l RuBee rein gekippt. Die Schwimmhilfe eingefädelt und Zargen zu geschoben - wie ich es von Bernhard im Hinterkopf hatte. War mir so sicher, dass ich nur Smoker benutzt hab, und keinen Nahkampfanzug.
Futtertasche.jpg
Futtertaschen, Schwimmhilfe und Aufstiegshife, links einzeln, rechts zusammen gebaut.

Montag Mittag, nach etwa 18Std. war der Liter weg. Da hab ich noch mal nachgefüllt. Die Schwimmhilfe hat sich als zu schwer herausgestellt und war noch am Boden festgeklebt und ist nicht mit aufgestiegen. Dafür schwimmt sie nicht so hoch und die Bienen kommen leicht an den Sirup. Mit den selbst gebauten Naturwabenschneider hab ich sie dann wieder hoch gezogen.

Jetzt bin ich schwer am Überlegen, woran es liegt, dass sie aus dem Futterglas weniger als 1/10 verglichen zur Futtertasche in etwa der gleichen Zeit abnehmen.
- Weniger Fläche am Leinentuch des Futterglases, aber deutlich mehr als 1/10 zur zugänglichen Futtertasche?
- Ist es zu anstrengend für die Bienen gegen den im Glas entstehenden Unterdruck zu saugen?
- Sind beim Abnehmen aus dem Futterglas vielleicht nur die relativ wenigen Ammenbienen beteiligt, und es geht nicht schneller?
- Kennen sie das "Futter von oben" nicht so und holen nur meist den täglichen Bedarf ohne instinktive Not zum Umtragen?
- Haben die Bienen einen "Futter verschüttet/ausgelaufen" Instinkt, und tragen das direkt fühlbare Futter "vom Boden" schneller mit allen verfügbaren Arbeiterinnen um? (Habe früher festgestellt, das es schon mal einen dicken Futtertropfen auf der Windel gibt, wenn es einen größeren Temperaturanstieg gibt. Vielleicht weil es dann dünnflüssiger wird, oder den Bienen mal ein Malheur passiert. Sollten sie das daher besser kennen, das mal Futter herum liegt und schnell wieder "einsortiert" werden muss?)

Mandy Fritzsche füttert nach ihrem Blog zum Winter mit Zuckerwasser 1:1 per Futterglas von oben ein. Bei ihr funktioniert das, aber vielleicht nimmt sie nicht so viel Honig weg und muss eher weniger zufüttern.

Es sieht erst mal so aus, dass das Futterglas (von oben) eher nur für das dauerhafte Zufüttern für den täglichen Bedarf funktioniert, also nicht ein mehrfaches davon liefert (kleine Volker unterstützen). Mit dem Vorteil, die Futtereinrichtung ohne "Zerlegung" der Beute zu reinigen um Schimmel/Schleimpilz/Verderb zu verhindern.
Futtertaschen und Futterzargen scheinen zur schnellen Wintereinfütterung wesentlich besser zu funktionieren. Sind aber nicht so ohne weiteres zu reinigen - es sei den man tauscht sie beim Nachfüllen mit aus. Oder lässt sie von den Bienen sauber lecken. Dann hat man aber das Problem mit den Bienen drin beim Nachfüllen. Das habe ich auch bei meiner Futtertasche. Und ein/zwei Rauchstöße reichen nicht um die raus zu bekommen um ihnen das Ertrinken zu ersparen. Nach einer Zeit muss da nochmal und nochmal intensiv bis in die Ecken Rauch rein geblasen werden, bis es die letzte begreift und wenigstens nach oben krabbelt. Mir stinken danach immer die Klamotten nach Rauch. Eine Qual für einen militante Nichtraucher. Das werde ich nicht ewig so machen.

So haben sie heute den vierten Liter RuBee Sirup bekommen und sie haben kräftig angefangen oben die Ränder der Waben immer weiter in die Ecken aus zu ziehen und oben endlich an das Fensterglas an zu bauen.

Ich meine fast, dass man die Futterempfehlung wenigstens für Anfänger mit Kunstschwarm etwas präzisieren solle:
Immer zufüttern. Erst geringe Mengen um 0,25l/Tag, Zuckerwasser 1:1 oder Weizensirup, weil nix/wenig gebaut ist, und das nicht verhonigt werden sollte, beispielsweise auch mit Futterglas von oben weil da nicht so viel abgenommen wird, und es wird nicht so leicht überfüttert. Wenn dann die erste Zarge ziemlich ausgebaut ist sollte ein Fütterer verwendet werden, der das "Tracht ist im Überfluss vorhanden" Signal gibt, und den Bienen ausgeprägte Futterkränze an den Waben durch Umtragen anlegen lässt. Dann denke ich das sie auch eher die zweite Zarge in Angriff nehmen. Ich meine mit dem Futterglas von oben kann man kein "Tracht ist im Überfluss vorhanden" Signal geben. Was meint ihr?

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » Do 19. Sep 2019, 17:55

Schlossimker hat geschrieben:Ich meine fast, dass man die Futterempfehlung wenigstens für Anfänger mit Kunstschwarm etwas präzisieren solle:
Immer zufüttern. Erst geringe Mengen um 0,25l/Tag, Zuckerwasser 1:1 oder Weizensirup, weil nix/wenig gebaut ist, und das nicht verhonigt werden sollte, beispielsweise auch mit Futterglas von oben weil da nicht so viel abgenommen wird, und es wird nicht so leicht überfüttert....

Klarstellung dazu: Wie im letzten Beitrag oben geschrieben nehmen sie den dickflüssigen käuflichen Sirup aus dem Futterglas das bei mir immer mit Leinentuch verschlossen ist, nicht vernünftig ab (<0,1l/24Std.). Wie es bei einem gelochten Deckel aussieht kann ich nicht sagen, hab ich nicht probiert. Aber ich meine Futterglas mit Stoff verschlossen und dickflüssiger (käuflicher) Sirup schließen sich aus. Zuckerwasser 3:2 hab ich so schon gefüttert und sie haben bei Hitze auch bis zu 0,8l/24Std. heraus gezogen - ist nicht so dickflüssig. Mehr haben sie nie geholt/24Std. - war immer ein relativ kleineres Völkchen. Aber da hab ich auch schon wieder etwas dazu gelernt - das Problem steht in meinem Fall eher neben den Beute. Dazu demnächst mehr, wenn die Bilder gemacht sind.

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Schlossimker » So 20. Okt 2019, 23:53

Hallo,
die Entwicklung des Befalls mit Varroa war noch mal überraschend spannend und es hat etwas Beobachtung erfordert um sich eine Meinung davon zu bilden. So hat es etwas gedauert.

Die Schlossimker-Bienen wollen nicht in den Winter gehen - sie haben ein noch blühendes Senffeld in 600m vom Stock entfernt entdeckt, und tragen weiter Pollen ein... . Mein Ansäen von Phacelia,... hätte ich mir bei dieser Entwicklung sparen können. Nächstes Jahr kommt an dem Streifen noch Sonnenblume dazu - hab gelesen das die Bienen bei Durchfall gern an Honig aus Sonnenblume gehen sollen. Dabei hatten sie schon eine lose Wintertraube angefangen - um den 08.10.2019 hatten sie auch die Beuteninnentemperatur bis auf 16° reduziert (am Nachmittag). Das habe ich schon festgestellt - anfangen tun sie damit, die Beuteninnentemperatur über Nacht zu reduzieren, bis zum Nachmittag steigt sie dann wieder zwischen 25° und 30°. Ist sie Nachmittag immer noch unter 20°, dann konnte ich Abends eine schöne nach unten auf das Gitter durchhängende Bienentraube sehen. Bis ich dann den Foto dabei hatte - war es wieder warm, und sie haben wieder gebaut und sind geflogen. Haben scheinbar auch den Vortrag von Tom Seeley gehört - 25° Temperatur ist gute Trachtflugtemperatur. Wenn die dann Mitte Oktober wieder erreicht wird, ja dann fliegen sie halt wieder, und holen was, und bauen, und... - da drin herrscht jetzt Weiberwirtschaft, ich nehms einfach hin. Stand gestern schlüpfen auf 3 Waben noch Bienen auf etwa 1/10 der Beutenfläche, laut deutlich sichtbaren Deckelkrümel auf der Windel. Ich würde das Brutende trotzdem gerne sehen - weil ich den Varroen noch gern eins mit der Bratpfanne überziehen möchte.

Vorher das, was ich aus den Erfahrungen mit dem 1. Volk meine zukünftig anders/besser zu machen.
Schwärme, Kunstschwärme, oder eigene Ableger nach Erhalt/Erstellen sofort Befallskontrolle per Windel und möglichst kurzfristig gegen Varroa behandeln:
    Nicht noch mal das Gezittere wie und wann wirksam ohne große Einschränkung für die Entwicklung des Jungvolkes die Milben in den Griff zu bekommen wenn der Befall dann hoch ist.
    Vorsorglich sich auch nicht auf eine Behandlung durch einen Verkäufer verlassen (Milchsäure soll nicht gut Wirken auf der Bienentraube wegen schlechterer Benetzung der Bienen, beim KS wird sie aber wohl nicht vor dem Abkehren der Bienen von den Brutwaben angewendet).
    Notfalls eine Königin nachkaufen, oder bei mehreren Völkern mit Brut von anderem Volk Nachschaffen lassen - wenn es doch die Ameisensäure sein sollte und sie nicht überlebt.
Zufüttern bis zur 1. fast ausgebauten Zarge per umgedrehten Futterglas von oben mit der smarten Bienensperre aus Varroagitter am aufgelegten Brettchen und mit gelochter gewölbter Deckeleinlage im mit Leinen verschlossenen Futterglas. Aber nur wenn der Bienenstand per kurzem Weg erreichbar ist, da das Futterglas im Frühling/Sommer alle 3 Tage getauscht werden muss:
    Ich muss nicht wirtschaftlich handeln wie ein Erwerbsimker.
    Gute Kontrolle der Futterdosierung (schwerer zu Überfüttern bei noch geringer Wabenfläche, da sie davon nur wenig einlagern, und eher das abnehmen, was sie verbrauchen)
    Kein Rauch/Wassernebel erforderlich um Bienen aus der Futtereinrichtung zu bewegen (bei meinen Bienen immer zeitraubend)
    Futtereinrichtung wird bei jedem Wechsel gereinigt - notfalls im Geschirrspüler.
    Unterstützt das anfangs eher etwas knapper halten von Jungvölkern, wie es Pia Aumeier macht. Man bekommt höheren Futterverbrauch durch leeres Glas mit und kann den täglichen Verbrauch einschätzen, und ggf. ein größeres Glas benutzen - ohne Waben ziehen zu müssen um zu sehen, ob sie das Brutnest zu gelagert haben. Sirup (unverdünnt, wegen längerer Haltbarkeit) scheint damit allerdings nicht zu funktionieren, haben sie nix relevantes abgenommen (muss ich beim nächsten Jungvolk noch mal testen).
Zufüttern zum Ausbau der 2. Zarge nicht per Futterglas - bei so wenig "Tracht" kommen sie scheinbar nicht auf die Idee, ein zweites Stockwerk zu brauchen. Wahrscheinlich werde ich zukünftig von unten Füttern, abends, Fluglöcher habe ich ohnehin eher kleiner. Futter nachfüllen muss ohne Bienenkontakt bei in Boden eingeschobener Futtereinrichtung (notfalls mit Trichter) gehen. Auch soll der ohnehin vorhandene höhere Boden dazu mit Futtereinrichtung umgerüstet werden können, damit ich den Zargenturm nicht durch Aufsetzen einer Futterzarge zerpflücken muss. Außerdem bleibt das Futter unten kühler und Zuckerwasser würde nicht so schnell verderben. Dazu will ich das Varroagitter heraus ziehen können. Alles noch etwas abhängig wie die Bienen den Boden mit Propolis zu kleben. Wird wieder was für die Tischkreissäge...

Die gebauten Futtertaschen werde ich nur in Notfällen und wenn nix anderes Verfügbar ist verwenden:
    Die Bienen sind auch noch nach Tagen - auch wenn sie schon lange leer ist - in erheblicher Anzahl in der Futtertasche unterwegs. Es braucht etwa alle 30 Sekunden 1-2 Rauchstöße bis sie nach 5 Min. dann endlich weitgehend heraus gekrabbelt sind. Der Sirup ist so zähflüssig, das er jede Biene die noch drin ist und die er erwischt mit nimmt und verklebt.
    Unter so viel Raucheinsatz will ich nicht füttern.
    Meine Bienen stechen nicht, beruhigen sich aber auch nicht bei Rauch. Schon beim ersten Rauchstoß brausen sie auf - ich meine mehr, dass das eher Panik ist. Unter beruhigen würde ich mir was anderes vorstellen.
    Bei Beuten, die den Bee space zwischen den Zargen an den Unterseiten der Zargen haben, kann man nicht per zur Seite Schieben höherer Zargen zum erreichen der Futtertasche füttern, weil die dazu herein geschobene Zargenwand nicht den Bee space zu den Oberträgern der Zarge mit der Futtertasche einhält. Dadurch habe ich immer mehrere Bienen abgeschert oder zerquetscht. Teilweise habe die Bienen diese dann vor das Flugloch gezerrt und ich konnte sie damit davon Fliegen sehen.
    Die Futtertaschen sind daher eigentlich nur in der obersten Zarge zu gebrauchen, die dann hoffentlich noch Platz für sie bietet.
    Ich meine schon, ich sollte sie Futtergräber nennen!
    Das Reinigen geht nur durch Ausbau der Futtertasche mit Öffnen der Zarge und Rauch.
Komplette Rähmchen werde ich nicht mehr einsetzen:
    Die Bienen haben den Wabenbau einen Beespace über den Unterträgern beendet - das ist bei der Warre Platzverschwendung, weil der Beespace auch unter dem Unterträger zum Oberträger der Zarge darunter eingehalten werden muss (wegen Verbau).
    Ich werde die Idee von Biene0.1 umsetzen mit 1/2 oder 3/4 Rähmchen und die Seitenteile aus Rundstäben (D = 5-6mm), weil die sich einfach im Oberträger per Bohrung Montieren/Einleimen lassen.
    Diese Rähmchen setze ich weiterhin vorerst nur für die Futterkranzprobe mit 2 pro Zarge ein.
    Mittelwände werde ich als Hobbyimker nicht verwenden - weil ich nicht das letzte Gramm Honig brauche.
Wintereinfütterung per Zuckerwasser werde ich auch mal versuchen, sobald ich genug Rubee Kanister habe für meine beiden Bienentränken (die Bienentränken erst mal auch wieder umgedreht und mit Leinentuch verschlossen):
    Bessere Kontrolle darüber, was ich füttere (wenn schon beim Mittelwand Wachs gepfuscht wurde - wann dann beim Sirup?)
Einfüttern - wenn notwendig - werde ich eher später, also in den Oktober hinein:
    Die Wirtschaftsvölker sollen bei mir möglichst viel eigenen Honig einlagern - Springkraut ist ja da.
    Durch die gegenüber dem Flugloch liegenden Fenster kann ich gut erkennen wenn dort wenig Futter ist und Handlungsbedarf besteht.
Das derzeit noch durchgehende Zufüttern in den Winter hinein bis zum Erzeugen eines verstärkten "Trachtabrisses" werde ich zukünftig nicht mehr so weit treiben:
    Bei zukünftig mehr als einem Volk wird die Räubereiproblematik gefährlicher.
    Die Volksentwicklung hinsichtlich der Bienenmenge hat mich über verstärktes Einbetteln nachdenken lassen.
So nun zum einzigen Volk - es hat sich gut entwickelt. Ein "Nullsummenspiel" wie vorausgesagt war es offensichtlich nicht. Pia Aumeier meint, bei Jungvölkern etwa Mitte Oktober zu beurteilen ob sie alleine durch den Winter gehen können. Soweit ist es jetzt, und ich sehe da keine Probleme. Oben haben sie eine 7. Wabe gebaut, unten noch eine 6. Wabe zu 4/5. Die Bienen haben wohl bei Pia Aumeier mit gelesen, dass sie zum Winter hin mindestens 5 Wabengassen belegen müssen. Vom 13.10.19 bis 17.10.19 haben sie noch 1/3 Wabe beim leer räumen der Futtertasche in dieser gebaut. Wahrscheinlich hätten sie beide Zargen unter der Wintereinfütterung noch ziemlich ausgebaut, wenn ich sie nicht durch die mit Deckel verschlossenen 2 großen Futtertaschen eingeschränkt hätte. Da hab ich den Orakeln hier zu sehr geglaubt. So sind jetzt wenigstens die gebauten Waben an den Seitenwänden angebaut (sofern keine Dickwabenfutterkränze behindern) und können das Futtergewicht besser tragen. Sie hätten auch mehr gebaut - wenn ich zu Einfütterungszeiten nix gegen Varroa hätte tun müssen und früher mit dem Einfüttern begonnen hätte. Oder schon nach dem - fast - Ausbau der ersten Zarge, Anfang August vom Futterglas weg gegangen wäre. Das "Tracht ist in Massen vorhanden und muss schnell Platz zum Einlagern finden Signal" konnte ich bei dem Volk mit der Futterglasfütterung nicht erzeugen und die Bienen meinten wohl, "zweite Zarge - wozu?". Dazu abschließend ist wohl festzustellen, das es bei uns hier im Oktober noch so warm ist wie früher im September.

Gewogen hab ich nix - die 7 Waben der oberen Zarge sind voll und verdeckelt, mehr geht dort nicht. Unten brüten sie noch auf 3 Waben und die Futterkränze auf der Fensterseite haben auch schon viele gefüllte Zellen. Der Futterkranzstreifen am oberen Rand der Waben (untere Zarge) ist meist verdeckelt, sowie die 6. unten dazu gebaute Wabe (beim Herausnehmen der kleinen Futtertasche daneben gesehen).

Den KOX ohne OX hatte ich zwei mal verwendet um die Bienen mit der Wärme aus der unteren Zarge etwas nach oben zu drängen um besser Überfütterung aus zu schließen. Das funktioniert gut hat ähnliche Wärme wie Rauch, aber keinen Rauch und die Bienen brausen nicht auf.

Das Bild zur Entwicklung wiederholt links das Bildpaar vom 06.09.2019, dann kommt das vom 23.09.2019,, dann das vom 02.10.2019, und ganz rechts das vom 20.10.2019 (obere Hälfte = obere Zarge, untere Hälfte = untere Zarge):
2019-09,10 Zargen.jpg
Ganz links, also am 06.09. nach Abschluss der Anwendung gegen Varroa hat das ja noch sehr armselig ausgesehen (Bienenmenge und Wabenausbau). Daneben, am 23.09. wurde sie schon einige Tage eingefüttert und haben Oben richtig los geklotzt - unten sind auch wieder weiße Wabenränder zu sehen. Am 02.10. waren sie dann oben fertig und haben unter weiter gebaut - auch eine 6. Wabe, links vor der Futtertasche. Bis zum 20.10. haben sie unten die Waben bis auf die 6. an die Fenster angebaut.

Die Entwicklung des Varroen Befalls:
Varroakosmetik-19-10-20.png
Ich vermute, das OXsub im Sommer, oder bei unverdeckeltem Futter genug Möglichkeiten hat, um in Lösung zu gehen und von den Bienen aufgenommen werden kann. Davon denke ich ist der Durchfall gekommen. Auch das Ausräumen von Brut war wohl ein Schaden der Anwendung - bei Behandlung mit Ameisensäuren soll so was auch auftreten können. Um die 12 Tage, nach dem keine Brut mehr ausgeräumt wurde stieg der natürliche Fall der Varroen stark an (dunkelblaue Linie). Es gab wohl bei den Varroen einen Stau, weil ne gute Woche keine Zellen zur Verdeckelung da waren! Das scheint sich jetzt in etwa 12 Tagesperioden mit stärkeren natürlichen Fall, abgelöst von schwächeren Fall, fort zu setzen (um den 02.10. und um den 14.10.). Den Beginn des natürlichen Falles mache ich an dem Zeitpunkt fest, an dem wieder viele lebende Varroen auf der Windel lagen (hellrote Linie, am Abend des 29.09., lebend bedeutet bei mir nicht, dass sie sich an einem vertrockneten Grashalm festhalten, sondern dass sie beim Anstubsen mit dem Grashalm mindestens die bei Beine bewegen). Die mit erfasste Beuteninnentemperatur (orange Linie) korreliert gut mit der Tageshöchsttemperatur (dunkelgrüne Linie), und zeigt wohl an, wenn sie den mit "in den Winter gehen" anfangen.

Die Fortführung der Befallsauswertung:
Varroakosmetik-19-10-20-2.png
Natürlich besteht immer noch der Zweifel an der ausreichenden Wirksamkeit der Anwendung im Sommer (wirkt nicht in verdeckelte Zellen, andere machen das deswegen alle 2 Tage), der Effizienz des KOX, einem verstärkten Einbetteln von belasteten/wilden Völkern aus dem Wald, oder doch stiller Räuberei. Echte Räuberei kann nach durchgehender Windeldiagnose ausgeschlossen werden - keine Anzeichen von Kämpfen.

Der Rückgang der Steilheit des aufaddierten Gesamtbefalls (dunkel blaue Linie) beruhigt etwas, und lässt mich - vorerst noch - bis zur Brutfreiheit warten. Die Anwendung bei Brutfreiheit muss weiteren Informationsgewinn verschaffen, und es wird mindestens eine 2. Kontrollanwendung notwendig sein.

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Re: Mein Anfang als Imker mit einem Kunstschwarm

Beitragvon Deichkind » Mo 21. Okt 2019, 20:48

Inhaltlich kann und werde ich das nicht kommentieren.

Aber eines möchte ich dir noch mitgeben was ich als Merksatz verinnerlicht habe:

„Gezählt wird im März“

Vorher sollten gerade wir Anfänger uns nicht zu früh auf die eigene Schulter klopfen.

Ich drücke deinen (und natürlich meinen) Bienen ganz fest die Daumen.
Anfängerin 2019
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