Kunstschwarm viel zu klein, was tun?

Wie besiedele ich meinen ersten Warré-Bienenstock? Mit einem Schwarm? Ableger?
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zaunreiter
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Re: Kunstschwarm viel zu klein, was tun?

Beitragvon zaunreiter » Fr 30. Jun 2017, 05:04

Weisel hat geschrieben:Meine Idee wäre, eine größere Menge Festfutter (Apifonda) in Folie aufzulegen,...


Gute Idee. Und richtig gedacht. Im Moment verbrauchen Bienenvölker 4-6 kg pro Monat als Eigenbedarf - ohne Aufspeichern von Vorräten. Ich weiß nicht, wie es bei den anderen aussieht, aber hier war die Sommersonnenwende schon und es geht stramm Richtung Winter. Die Trachtwaagen hier bei uns zeigen im Moment nur minimale Einträge pro Tag (+0,1 kg pro Tag) und das bedeutet, die Bienen hungern schon ohne Fütterung.

Deswegen ein 2,5 kg Paket Apifonda auflegen. Damit kannst Du nichts falsch machen. Wenn die Bienen es nicht brauchen, gehen sie nicht dran.

Wenn das Volk erst mal über den Winter ist, kannst Du immer noch nur Honig sammeln lassen. Die Bedenken, daß da Zucker im Honig ist, teile ich nicht. Schließlich ist die Warré auf zwei Zargen knapp bemessen und Futter wird sehr sicher spätestens im Frühling komplett weggedampft. Wenn es ein halbwegs starkes Volk ist. Kann jeder selbst beobachten, sofern er nicht auf drei-vier-fünf Zargen überwintert.
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Re: Kunstschwarm viel zu klein, was tun?

Beitragvon Chrille » Fr 30. Jun 2017, 11:42

zaunreiter hat geschrieben:Deswegen ein 2,5 kg Paket Apifonda auflegen. Damit kannst Du nichts falsch machen. Wenn die Bienen es nicht brauchen, gehen sie nicht dran.


Genau das hatte ich auch gemacht, jedoch ist mein Apifonda weggeschmolzen und hat ein Volk dahingerafft. Ich wünsche dir, dass du das nicht ansehen musst! Ich hab es nun in ein Einmachglas gestopft, Stöcker reingesteckt und auf den Boden der Beute gestellt. Ich halte das für die bessere Variante. Habe aber natürlich lange nicht so viel Erfahrung wie der Rest hier im Forum.

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Re: Kunstschwarm viel zu klein, was tun?

Beitragvon zaunreiter » Fr 30. Jun 2017, 12:31

Weggeschmolzen?! Ok...hast Du das etwa aus dem Paket/aus der Folie ausgepackt? Wozu?
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Chrille
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Re: Kunstschwarm viel zu klein, was tun?

Beitragvon Chrille » Fr 30. Jun 2017, 16:05

Nein scheinbar nur zu großzügig aufgeschnitten. :cry:

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Re: Kunstschwarm viel zu klein, was tun?

Beitragvon zaunreiter » Fr 30. Jun 2017, 17:48

Deckel isoliert?
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Re: Kunstschwarm viel zu klein, was tun?

Beitragvon stefanzo » Fr 30. Jun 2017, 23:28

Hier bei mir ist es wie immer, eigentlich das ganze Jahr völlig anders als bei dir Bernhard. Derzeit geht der Wald, und auch überraschender Weise der Klee. Der Klee ist insofern eine Überraschung, da nach Jahren der Intensivierung einige Bauern erstmals erkannt haben, das ihre Wiesen verarmt sind. Wir sind sehr weit voneinander entfernt, daher auch immer wieder konträrer Meinung in der Völkerführung. Füttern wäre bei mir derzeit völliger Unsinn. Honig werde ich erst in ein paar Wochen ernten. Hungerprobleme hatte ich in den vergangenen Jahren (speziell 2014 und 2016) im Mai und Juni. Ich werde mich künftig bei meinen Ratschlägen vorsichtiger verhalten, denn es gibt in diesem Forum große geographische Unterschiede. Versprochen.
mfg stefanzo

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Re: Kunstschwarm viel zu klein, was tun?

Beitragvon Weisel » Mo 23. Okt 2017, 16:38

Hallo,

ein Vierteljahr später hat sich einiges getan.

Über den Juli und August hat sich der Minischwarm super entwickelt. Eine Zarge wurde komplett ausgebaut, und bis weit in den September wurde viel Pollen eingetragen und eifrig gebrütet. Noch letzten Samstagnachmittag, als es einige Stunden sonnig war, war ordentlich Gewusel vor dem Flugloch und es haben sich Jungbienen eingeflogen.

Vor einer Woche habe ich die untere, nicht ausgebaute Zarge entfernt. Auf den (nicht ausgebauten) Mittelwänden der unteren Zarge saßen so viele Bienen, dass ich mir fast Sorgen gemacht habe, die passen nicht alle in eine Zarge rein. Ich habe sie dann Mittelwand um Mittelwand vorsichtig auf ein angelegte Brett am Flugloch abgefegt. Die Zarge ist pickepacke voll Bienen, auf der Guckfensterseite sieht man, dass auch der gesamte Raum zwischen Rähmchen und Fenster/Beutenwand dicht an dicht besetzt ist, auf der Fluglochseite wurd es nicht anders sein.

Schon irre, was aus eine tennisballgroßen Bienentraube werden kann...

Der andere, ursprünglich größere Schwarm, hat nach dem Ausbau der ersten Zarge leider ebenfalls nicht mehr weitergebaut. Er hat im sich im August/September auch nicht so explosiv entwickelt wir der kleine Schwarm, so dass er, was die Bienenmasse angeht, sogar überholt wurde. Aber auch hier besetzen die Bienen alle Gassen und hängen mittig fast bis auf den Boden durch.

Da ich noch identische Zargen, Böden und Kissen rumstehen habe, habe ich das Leergewicht bestimmt und beide Völker gewogen.
Leergewicht Boden, Zarge inkl. Rähmchen und Mittelwände, Kissen: 8 kg.

Bienenmasse 1 kg (bei einem Einzarger wahrscheinlich etwas hoch gegriffen?)

Volk 1 (ehemaliger Minischwarm): Gesamtgewicht 19 kg. Also ca. 10 kg Futter

Volk 2 : 16 kg. Also ca 7 kg Futter. Bin etwas verwundert, weil schon seit Anfang September nur noch wenig Futter (Apinvert) abgenommen wurde. Kann es sein, dass in den letzten vier Wochen schon so viel wieder weggefressen wurde? Durch Guckfenster sehe ich einzelne leere Waben im oberen Eckbereich der Rähmchen, die Flächen scheinen aber noch mit Futter aufgefüllt zu sein.

Wenn ich die Infos hier im Forum richtig deute, ist Volk 1 für einen Einzarger maximal gut aufgestellt. Das Futter sollte bis Februar reichen. Für März April könnte es knapp werden, ggf. muss dann zur Überbrückung bis zur Tracht gefüttert werden.

Volk Nr. 2 mit sieben kg ist ein bißchen mau. Kann ich/soll ich da jetzt noch was machen (geht es überhaupt, jetzt noch mal einzufüttern?).

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zaunreiter
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Re: Kunstschwarm viel zu klein, was tun?

Beitragvon zaunreiter » Di 24. Okt 2017, 18:18

Du kannst da nicht mehr viel machen, höchstens ein Paket Apifonda auflegen.
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Re: Kunstschwarm viel zu klein, was tun?

Beitragvon Weisel » Di 24. Okt 2017, 18:56

Danke.

Besser jetzt schon auflegen, oder eher erst später im Winter, wenn die Wiegekontrolle weiteren Rückgang anzeigt?

Heute früh habe ich Mäuseschutz angebracht und bei der Gelegenheit ohne Flugkeil vorne rein fotografiert:

Alle Wabengassen besetzt, im Traubenbereich hängen die Bienen noch darunter:

DSCF5004-1.jpg


Es wurde (wenig) Pollen eingetragen. In der Nachmittagssonne war heute bei diesem Schwarm eine Runde Einfliegen angesagt.


Und beim ehemaligen Minischwarm: Bude voll:

DSCF5005-2.jpg


Ebenfalls Polleneintrag, aber vier- fünfmal soviel wie der andere Schwarm. Da landeten die Pollensammlerinnen heute Mittag im Sekundentakt.

Der Pollen ist gelb/dunkelgelb, keine Äcker im Flugradius, also Senf kann es wohl nicht sein. Kanadische Goldrute habe ich bis vor ca. 10 Tagen noch blühen gesehen, aber jetzt nicht mehr. Hat jemand eine Idee, was das sein könnte?

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Re: Kunstschwarm viel zu klein, was tun?

Beitragvon Waldschratzl » Sa 28. Okt 2017, 15:36

Vieleicht blüht der Efeu bei dir noch ?!


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