Mikroben im Bienenstock

Benutzeravatar
zaunreiter
Administrator
Beiträge: 4442
Registriert: Do 5. Aug 2010, 19:14
Wohnort: Niederrhein
Kontaktdaten:

Re: Mikroben im Bienenstock

Beitragvon zaunreiter » Do 11. Sep 2014, 13:54

Interessanterweise hat man nun jetzt gefunden, daß die bei Bienen gefundenen, bienen-eigenen Milchsäurebakterien gegen antibiotikaresistente Bakterien wirken. Unter anderem: Staphylococcus aureus (MRSA), Pseudomonas aeruginosa und vancomycin-resistant Enterococcus (VRE). Mit anderen Worten: es steht jetzt die Frage im Raum, ob diese Bienenbakterien Antibiotika ersetzen können. :!:

http://www.lunduniversity.lu.se/o.o.i.s ... _item=6172
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

Friedrich

Re: Mikroben im Bienenstock

Beitragvon Friedrich » Do 11. Sep 2014, 17:20

Eigentlich überrascht diese Nachricht nicht so sehr, denn die Bienen müssen sich ja seit Ihrer Entstehungsgeschichte gegen alle leicht infizierbaren Mikroorganismen aller Art durchsetzen !
Könnten Sie dieses nicht so sehr erfolgreich, wären sie längst ausgestorben.
Übrigens viele Menschen wissen, oder wissen noch, dass auch Bienenprodukte (Honig und Propolis) diese ganz besondere Wirkung haben können.
(Wundheilung in schwierigen Fällen)
Beste Grüße
Friedrich

Benutzeravatar
Rumpel
Beiträge: 2374
Registriert: So 10. Feb 2013, 15:08
Wohnort: 707 m ü. NN

Re: Mikroben im Bienenstock

Beitragvon Rumpel » Do 11. Sep 2014, 17:30

bienen-eigenen Milchsäurebakterien :?

Die bei Bienen nachgewiesenen vielleicht?
Gruss Jörn
Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.
Johann Wolfgang von Goethe

Benutzeravatar
zaunreiter
Administrator
Beiträge: 4442
Registriert: Do 5. Aug 2010, 19:14
Wohnort: Niederrhein
Kontaktdaten:

Re: Mikroben im Bienenstock

Beitragvon zaunreiter » Do 11. Sep 2014, 19:21

Nein. Tatsächlich den bieneneigenen Mikroben. Es handelt sich um 13 Arten von Milchsäurebakterien, die nur in den Bienen leben, sie sind mit den Bienen koevolutioniert. Sie wurden überall auf der Welt in Bienen gefunden - und sogar in einer versteinerten Biene, die ein paar Millionen Jahre auf den Buckel hatte. Es sind in Honigbienen lebende Laktobakterien.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

Benutzeravatar
Rumpel
Beiträge: 2374
Registriert: So 10. Feb 2013, 15:08
Wohnort: 707 m ü. NN

Re: Mikroben im Bienenstock

Beitragvon Rumpel » Do 11. Sep 2014, 20:47

Aha, na gut muss ich mal schauen, habe eigentlich immer die neusten Listen, auch von den gebastelten. :)
Danke Jörn
Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.
Johann Wolfgang von Goethe

Benutzeravatar
Theophanu
Beiträge: 304
Registriert: So 23. Jun 2013, 00:01
Kontaktdaten:

Re: Mikroben im Bienenstock

Beitragvon Theophanu » Fr 12. Sep 2014, 21:46

zaunreiter hat geschrieben:... Es sind in Honigbienen lebende Laktobakterien.

Davon müssten dann auch welche im Honig sein. Wenn ich also uA damit das Futter starte...
sapere aude

Benutzeravatar
Rumpel
Beiträge: 2374
Registriert: So 10. Feb 2013, 15:08
Wohnort: 707 m ü. NN

Re: Mikroben im Bienenstock

Beitragvon Rumpel » Sa 13. Sep 2014, 06:33

Moin moin,
Wenn ich also uA damit das Futter starte...

Machst du was ?
In dem Fall vertraue lieber deinen Bienen, die haben die Bakterien schon, weiter nutzen sie die um ihre Nahrung herzustellen.
MS-Bakterien brauchen aber auch Nahrung, sonst gehen die über den Jordan, Homofermentative und Heterofermentative.
Gruss Jörn
Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.
Johann Wolfgang von Goethe

Benutzeravatar
zaunreiter
Administrator
Beiträge: 4442
Registriert: Do 5. Aug 2010, 19:14
Wohnort: Niederrhein
Kontaktdaten:

Re: Mikroben im Bienenstock

Beitragvon zaunreiter » Di 23. Sep 2014, 20:36

Routes of acquisition of the gut microbiota of Apis mellifera
J. Elijah Powell, et al

ABSTRACT

Studies of newly emerged Apis mellifera worker bees have demonstrated that their guts are colonized by a consistent core microbiota within several days of eclosure. We conducted experiments aimed at illuminating the transmission routes and spatio-temporal colonization dynamics of this microbiota. Experimental groups of newly emerged workers were maintained in cup cages and exposed to different potential transmission sources. Colonization patterns were evaluated using quantitative real-time PCR (qPCR) to assess community sizes and deep sequencing of 16S rRNA gene amplicons to assess community composition. In addition, we monitored the establishment of the ileum and rectum communities within workers sampled over time from natural hive conditions. The study verified that workers initially lack gut bacteria and gain large characteristic communities in the ileum and rectum within 4 to 6 days within hives. Typical communities, resembling those of workers within hives, were established in the presence of nurse workers or nurse worker fecal material, and atypical communities of non-core or highly skewed compositions were established when workers were exposed only to oral trophallaxis or hive components (comb, honey, bee bread). The core species of Gram-negative bacteria, Snodgrassella alvi, Gilliamella apicola, and Frischella perrara were dependent on the presence of nurses or hindgut material, whereas some Gram-positive species were more often transferred through exposure to hive components. These results indicate aspects of the colony life cycle and behavior that are key to the propagation of the characteristic honey bee gut microbiota.
http://aem.asm.org/content/early/2014/0 ... 4.abstract
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

Benutzeravatar
zaunreiter
Administrator
Beiträge: 4442
Registriert: Do 5. Aug 2010, 19:14
Wohnort: Niederrhein
Kontaktdaten:

Re: Mikroben im Bienenstock

Beitragvon zaunreiter » Mo 2. Feb 2015, 17:03

http://symbeeotic.apicellae.se/research-3/

Insbesondere zeichnet sich ab:
"Wir haben gezeigt, dass eine der Milchsäurebakterienart in dem Produkt Symbeeotic hohe Mengen der Substanz 2-Heptanon erzeugt, das die Bienen verwenden, um die Varroa-Milbe zu bekämpfen. http://journals.plos.org/plosone/articl ... ne.0047432"

Die Bienen beißen andere Tiere, um sich gegen sie zu wehren und setzen dabei dieses 2-Heptanon ein, um die Tiere zu betäuben.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

Benutzeravatar
Rumpel
Beiträge: 2374
Registriert: So 10. Feb 2013, 15:08
Wohnort: 707 m ü. NN

Re: Mikroben im Bienenstock

Beitragvon Rumpel » Mo 2. Feb 2015, 22:16

Die Bienen beißen andere Tiere, um sich gegen sie zu wehren und setzen dabei dieses 2-Heptanon ein, um die Tiere zu betäuben.

Bekannt das Bienen zB. mit Wachsmotten fertig werden wenn sie gesund und stark sind, weiss man glaube ich seit der Zeidlerei.
Was dafür wirkt weiss man heute, also wie es heisst. Aha!
Nur warum sollte man es dann in seine Völker kippen?
Das Zeug ist ja nicht weg oder wie?
Gruss Jörn
Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.
Johann Wolfgang von Goethe


Zurück zu „Sonstiges“