Darwinistische Bienenhaltung

Nöld
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Re: Darwinistische Bienenhaltung

Beitragvon Nöld » Mo 1. Apr 2019, 09:07

Kunststoffe sind wunderbare Materialien, nur wie Menschen damit umgehen ist problematisch.

Seitens des Eigengewichts, der Formstabilität und seiner hervorragenden Dämmeigenschaften sind „Styropor“ Beuten top, wäre da nicht das Problem mit der dampfdichten Hülle. Damit sich die Bienen im Winter nicht vollsiffen, bleibt der Boden offen und das Hauptargument ist weg. Die positive Eigenschaft vom Eigengewicht lässt sich relativieren, da beim Heben nicht die leeren Zargen, sondern die mit Honig gefüllten problematisch sind (16 vs. 19 Kg). Mehr als eine volle Zarge alleine zu heben war noch nie schlau... Die Formstabilität hat was, aber dagegen gibt’s den Stockmeissel und Propolis :)

Kunststoffe können unter normalen Umweltbedingungen (Einwirkung von Sonnenlicht, Wärme, Lösemittel, pH-Wert, etc.) in deutlich problematischere Teile „zerfallen“. Somit scheiden sie für meine Bienen in direktem Kontakt aus!

Die Arbeit von Mitchel, D. (2019) ist eine theoretische Berechnung. Seine Ergebnisse kommen über die von ihm getroffenen Annahmen zustande. Er schließt beispielsweise ein Trocknen während des Fluges zurück zum Stock aus und trifft die Annahme, dass alles Wasser im eingetragenen Nektar verdampft wird und nichts flüssig ausgeschieden wird. Trotzdem glaube ich daran, dass es von Vorteil ist, die Beuten gut zu isolieren.

Bernhards Aussage zum Beutebau teile ich, bezogen auf eine Pestizid-verseuchte Agrarwüste im sich wandelnden Klima. Ganz so schlimm ist es zum Glück ja nicht. Und wenn ich mit Staunen verfolge, was Bernhard schon alles ausprobiert hat, sehe ich seine Aussage nicht so eng…

Viele Grüße, Nöld
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Re: Darwinistische Bienenhaltung

Beitragvon Claudia.Potsdam » Mo 1. Apr 2019, 09:19

:naughty:
ehemals "Claudia.1977"

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Re: Darwinistische Bienenhaltung

Beitragvon zaunreiter » Mo 1. Apr 2019, 13:42

Humor ist etwas, das vielen nicht in den Gram paßt.
(Werner Mitsch)
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Re: Darwinistische Bienenhaltung

Beitragvon zaunreiter » Mo 1. Apr 2019, 13:44

Nöld hat geschrieben:Kunststoffe können unter normalen Umweltbedingungen (Einwirkung von Sonnenlicht, Wärme, Lösemittel, pH-Wert, etc.) in deutlich problematischere Teile „zerfallen“.


Welche Teile denn?
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Re: Darwinistische Bienenhaltung

Beitragvon Nöld » Mo 1. Apr 2019, 14:59

Trifft es auf den Punkt... Als ob du davon noch nichts gehört hast ;)

https://www.initiative-mikroplastik.de/ ... ngskinetik
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Re: Darwinistische Bienenhaltung

Beitragvon Nöld » Mo 1. Apr 2019, 15:22

Claudia.Potsdam hat geschrieben::naughty:


Entschuldige die reißerische Einleitung :) als Wiedergutmachung eine interessante Arbeit über Zeidler im Białowieża-Nationalpark.

Samojlik, T. et al. (2019) Culturally modified trees or wasted timber: Different approaches to marked trees in Poland’s Białowieża Forest. PLoS ONE 14(1).

https://journals.plos.org/plosone/artic ... ne.0211025
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Re: Darwinistische Bienenhaltung

Beitragvon heiner » Mo 1. Apr 2019, 19:12

Hallo Nöld,
mir ist die Problematik betreffend Micoplastik bekannt und sehr bewußt.
Beuten aus Styropor halten mehrere Generationen aus. Vom Material her kann man dies unter dem Aspekt Nachhaltigkeit durchaus mit einem Fragezeichen versehen. Aber ich denke, Bienenbeuten aus Styropor sind das geringste Problem.
Der tägliche Plastikmüll, der bei jedem Einzelnen anfällt, ist das eigentliche. Solcher Müll übersteht gerade einmal die Strecke
vom Kaufhaus bis nach Hause oder noch kürzer wie z.B. von McD direkt in die Pampa. Vielleicht muss man da auch ein wenig unterscheiden.
Anderes Beispiel: Gelber Sack - wo aller Plastik drin landet, der vom Grundsatz her bereits überflüssig/unnötig war.

Styroporbeuten hingegen werden von ihren Besitzern gepflegt, über Jahre und Jahrzehnte, und im Idealfall an Nachfolger weitergegeben. Natürlich, irgendwann landen auch sie auf dem Müll.

Gruß Heiner

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Re: Darwinistische Bienenhaltung

Beitragvon Nöld » Mo 1. Apr 2019, 20:19

Hallo Heiner,

ich glaube auch, dass Beuten aus Kunststoff keinen erwähnenswerten Anteil an der in die Umwelt freigesetzten Menge an Mikroplastik haben. Meine reißerische Einleitung weiter oben war durchaus ernst gemeint, ich schätze z.Bsp. meine Kunststoff Tastatur ;)

Es geht mir hier um die Bienen und diese sind rund 90 bis 99% ihrer Lebenszeit ihren Behausungen ausgeliefert.

Viele Grüße, Nöld
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Re: Darwinistische Bienenhaltung

Beitragvon zaunreiter » Mi 3. Apr 2019, 07:48

Viel wichtiger ist zu wissen, dass gerade zurzeit in den Ostländern sehr viel Raubbau an den Wäldern betrieben wird. Da wird massiv illegal Holz geschlagen und verkauft.

Auch für unseren billigen Holzbeuten. Ja, auch mit Zertifikaten... die Zertifikate sind ja zum Glück leicht zu kopieren und schlecht zu prüfen.

Und nein, diese Wälder werden nicht ordnungsgemäß wieder aufgeforstet.

Diese Billigbeuten aus Holz sind keinen Deut weniger schädlich für unsere Welt. Selber bauen, aus regionalem Holz. Aber auch dafür wird Öl verbraten: für die Motorsäge. Man müsste sich das Emergy genauer ansehen.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Darwinistische Bienenhaltung

Beitragvon zaunreiter » Mi 3. Apr 2019, 07:51

Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.


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