Varroa außer Kontrolle - was Pestizide damit zu tun haben

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zaunreiter
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Re: Varroa außer Kontrolle - was Pestizide damit zu tun haben

Beitragvon zaunreiter » Fr 23. Feb 2018, 11:51

biene1.0 hat geschrieben:Das ist bis jetzt so, weil die Dosis nicht überprüft wurde (nehme ich an).


Oder weil man einfach bisheriges Wissen dazu ignoriert? Ich verweise nochmal auf die kritische Resonanz (schön ausgedrückt) auf die Pressemeldungen rund um Lithiumchlorid: https://www.mellifera.de/blog/mellifera ... dlung.html

Darin steht:

Lithiumchlorid wirkte in der veröffentlichten Patentschrift tödlich auf offene Brut. Nach Fütterung mit einem Futtersaft, der nur 0.4 Gramm pro Liter Lithiumchlorid enthielt, waren 72 Stunden später alle Larven tot.


Alle Larven tot. Bei nur 0,4 Gramm pro Kilogramm. Das sind 0,4/1000stel. :whistle: Wenn ich mich nicht verrechnet habe, dann sind das 0,004 %...wie weit runter soll man das denn noch mischen?
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Varroa außer Kontrolle - was Pestizide damit zu tun haben

Beitragvon zaunreiter » Mi 28. Feb 2018, 13:51

EFSA: Neonicotinoide: Risiken für Bienen bestätigt
http://www.efsa.europa.eu/de/press/news/180228
Cogito ergo summ.
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Rumpel
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Re: Varroa außer Kontrolle - was Pestizide damit zu tun haben

Beitragvon Rumpel » Fr 2. Mär 2018, 10:38

So so, Insektizide töten Insekten.
Pflanzen und Tiere die auf Insekten stehen verrecken auch gleich mit.
Seit den 1970er Jahren haut man das Zeug in die Natur.
Immerhin ist es schon aufgefallen!
Tja, wenn man am Gras zieht wächst es auch nicht schneller!
-Jörn
Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.
Johann Wolfgang von Goethe

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Re: Varroa außer Kontrolle - was Pestizide damit zu tun haben

Beitragvon biene1.0 » Fr 2. Mär 2018, 23:41

Und die Reste sterben Hungers. Dank Totalherbizide.
Das Argument dagegen: Das ist doch garnicht wissenschaftlich nachgewiesen! Und bis dahin ist alles gut.
Verzweifelt grüßt
Harald
"Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen."
Albert Schweitzer

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Re: Varroa außer Kontrolle - was Pestizide damit zu tun haben

Beitragvon KMP » Sa 3. Mär 2018, 08:41

:violin:

Warum so bedrückt, die Laune? Die Überschrift heißt: "Neonicotinoide: Risiken für Bienen bestätigt"

Und die Neonicotinoiden waren schon im Vergleich zu älteren Pestiziden, Methoden usw. ein positiver Schritt nach vorne was die Umwelt betrachtet. Nur leider nicht ohne die jetzt bestätigten Nachteile. Aber dass wir schon auf dieser Ebene sind, wo wir nach kleinen, langfristigen Verhaltensänderungen usw. schauen müssen, worauf früher gar nicht oder nur wenig geachtet wurde, ist auch etwas Positives -- die "Nachfolger" von den Neonicotinoiden, falls es welche gibt, werden viel grundsätzlicher nachgeforscht, besonders eben in diesen Sachen wo die Neonicotinoiden gescheitert sind.

-Kevin
Zuletzt geändert von KMP am Sa 3. Mär 2018, 08:47, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Varroa außer Kontrolle - was Pestizide damit zu tun haben

Beitragvon KMP » Sa 3. Mär 2018, 08:46

Rumpel hat geschrieben:So so, Insektizide töten Insekten.
Pflanzen und Tiere die auf Insekten stehen verrecken auch gleich mit.
Seit den 1970er Jahren haut man das Zeug in die Natur.


Hi, Jörg,

meinst Du Pestiziden (seit 2000 B.C. laut Wikipedia) oder die Neonicotinoiden (seit den 1990s)?
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Re: Varroa außer Kontrolle - was Pestizide damit zu tun haben

Beitragvon Rumpel » Sa 3. Mär 2018, 09:19

Moin Kevin,
Die erste Generation von Nervengiften meine ich.
Säugetiere
Drei mit Imidacloprid behandelte Maiskörner enthielten mehr als die LD50 für eine Maus.
Vögel
Nach einer Überschlagsrechnung würde die mittlere letale Dosis (LD50) beim Rebhuhn durch die Aufnahme von etwa 5 Maiskörnern, 6 Rübensamen oder 32 Rapssamen erreicht, sofern diese mit Neonicotinoiden gebeizt seien. Eine spanische Studie zeigte, dass die Aufnahme von mit Neonicotinoiden oder anderen Pflanzenschutzmitteln gebeiztem Saatgut beim Rothuhn (Alectoris rufa) in hoher Dosierung zum Tod, aber auch zu Befruchtungsproblemen führen kann.
In den Niederlanden zeigte die Konzentration von Imidacloprid in Oberflächengewässern einen statistischen Zusammenhang mit dem Rückgang mehrerer insektenfressender Vogelarten seit Mitte der 1990er Jahre. Bezüglich eines möglichen Kausalzusammenhangs spekulieren die Autoren, dass der Einsatz von Imidacloprid die Nahrungsgrundlage dieser Vogelarten dezimiert habe.
https://de.wikipedia.org/wiki/Neonicotinoide
Das Problem Monokulturen sind anfällig, und müssen mit immer mehr Giften behandelt werden.
Das es biologische Kreisläufe gibt wussten schon die alten Indianer.
In vielen Naturvölkern herrscht die Überzeugung, dass man der Natur zurückgeben muss, was man ihr genommen hat - d. h. dass man die natürlichen Kreisläufe "am Leben" erhält.
https://de.wikipedia.org/wiki/Biologischer_Kreislauf
-Jörn
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Re: Varroa außer Kontrolle - was Pestizide damit zu tun haben

Beitragvon KMP » Sa 3. Mär 2018, 09:32

Dass der gebeizte Saatgut nicht

Rumpel hat geschrieben:Das es biologische Kreisläufe gibt wussten schon die alten Indianer.


Welche "alte Indianer" meinst Du denn? Diejenigen die ihre Brötchen täglich gebacken haben?

Wem ist es nicht bewusst, dass es biologische Kreisläufe gibt?? Spätestens am Sterbebett lernt man das oder? :?

Also ich freue mich über die neueste Feststellung -- es wird das Problem der Monokulturen denkt wegdenken, ist aber trotzdem ein wichtiger Schritt.

-K
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Re: Varroa außer Kontrolle - was Pestizide damit zu tun haben

Beitragvon Rumpel » Sa 3. Mär 2018, 09:41

Also ich freue mich über die neueste Feststellung -- es wird das Problem der Monokulturen denkt wegdenken, ist aber trotzdem ein wichtiger Schritt.

Uhh jaa, ganz neu ist das alles. :lol:
Es verändert sich nix!
-Jörn
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Re: Varroa außer Kontrolle - was Pestizide damit zu tun haben

Beitragvon Immenpension » Sa 3. Mär 2018, 10:22

KMP hat geschrieben:Wem ist es nicht bewusst, dass es biologische Kreisläufe gibt?? Spätestens am Sterbebett lernt man das oder? :?


na da wird das Bewustsein nur endgültig abgegeben und wer bis dahin kein Bewustsein entwickelt hat für die biologischen Kreisläufe und Zusammenhänge, der schafft das dann auch nicht mehr . Viele interessieren sich da maximal noch für die Rituale und den Nachruf, wobei die eigene Sicht doch immer sehr von Befangenheit geprägt ist.
Uns bleibt nur die Hoffnung auf Besserung und das der Rückgang in der Fauna gestopt werden kann. Bei mir hoffe ich z.B., daß ich dieses Jahr noch wieder ein paar Fledermäuse sehen kann, denn im letzten jahr waren es nur noch sehr wenige, während noch vor 10 Jahren ein wahres Flugballett am Himmel zu beobachten war.

Eins sollte uns aber immer bewust sein: wenn wir allein irgendwo am Regler der Welt sitzen würden, dann würde "Jeder" von uns auch irgend wo mal in die falsche Richtung drehen.
Grüße vom Karle




Keine Tierversuche!...? aber wie ist das mit der Bienenhaltung?


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