Warrébeuten von Holtermann

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Konstantin
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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon Konstantin » So 12. Jun 2011, 15:32

Holtermann bietet jede Menge Beuten und Zargen aus Holz. Sind NUR die Warre aus Linde? Wenn ja, warum? Gewicht / Dämmung / leichte Verarbeitung sind alles Argumente, die für jegliche Bienenkiste gelten. Oder werden bei Holtermann Stück für Stück alle Holz-Beuten auf das neue Lindenholz umgestellt und die Warre ist nur die erste aus diesem Holz, weil sie neu ist? Wenn nur die Warre aus Linde besteht und dies auch so bleiben soll entsteht leicht der Verdacht, dass die Warre Betriebsweise geschädigt werden soll weil mit schnell verrottenden Beuten mehr Frust als Freude entsteht.

Ich finde es wäre angemessen, wenn die Firma Holtermann sich ausführlich äußert warum die unübliche Holzart verwendet wird.

Grüße
Konstantin

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Mellina
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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon Mellina » So 12. Jun 2011, 16:08

Hallo Konstantin,

laut Holtermann werden in Zukunft alle ihre Beuten aus diesem Holz sein.

Beachtet aber bitte, dass es sich nicht um "normales" Lindenholz handelt, wie man es bei uns vor allem für Schnitzarbeiten kennt. Das Holz hat eine ganz andere Beschaffenheit als das Holz der "deutschen" Linde, es erinnert wirklich eher an ein Tropenholz.

@ Friedrich
Bei der Kompatibilität gehe ich nicht mit. Wenn die Außenmaße durch verschiedene Holzstärken nicht stimmen und man kleinere Zargen auf größere Zargen oder Böden aufsetzt, ergibt sich ein Absatz, auf dem sich das Regenwasser sammelt, welches dann nach und nach in die Verleimstellen und in die Beute dringt.

Ein Tipp: Pfarrer Christ hat für diesen Fall (da es damals noch keine Standartmaße gab) seine Zargen unten mit einem umlaufenden Sims versehen, der die Größenunterschiede ausgleicht. Bei manchen meiner Selbstbauzargen habe ich diese Simsleisten ebenfalls angebracht, sie dienen gleichzeitig als Griffe und sind auch sehr dekorativ. :)

Liebe Grüße
Mandy
Bauanleitung Warrébeute, Warrés Handbuch und Bernhards Kurzanleitung: http://www.warre-bienenhaltung.de

Konstantin
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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon Konstantin » So 12. Jun 2011, 17:03

Mellina hat geschrieben:laut Holtermann werden in Zukunft alle ihre Beuten aus diesem Holz sein.

Beachtet aber bitte, dass es sich nicht um "normales" Lindenholz handelt, wie man es bei uns vor allem für Schnitzarbeiten kennt. Das Holz hat eine ganz andere Beschaffenheit als das Holz der "deutschen" Linde, es erinnert wirklich eher an ein Tropenholz.


Hallo Mandy,

dann ist die Warré der Trendsetter :D

Grüße
Konstantin

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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon Erzgebirger » So 12. Jun 2011, 21:31

Übrigens hat Holtermann die Hinweise auf einen Anstrich bei allen sei nen Holzbeuten eingefügt und in die Sendung beigefügt. Was ich als Schreiner und Bauingenieur auch verstehen kann, denn man kann in Bezug auf natürlich gewachsenes Holz auf komische Meinungen von Leuten treffen. Das kann ich bestätigen.
Die Beuten sind sauber verarbeitet, und mein Leinölfirnißanstrich außen bringt die Maserungen immer (auch bei meinen Fichtenzargen) gut hervor.

Friedrich

Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon Friedrich » Mo 13. Jun 2011, 15:56

Hall Freunde,
Mandy schrieb:
Bei der Kompatibilität gehe ich nicht mit. Wenn die Außenmaße durch verschiedene Holzstärken nicht stimmen und man kleinere Zargen auf größere Zargen oder Böden aufsetzt, ergibt sich ein Absatz, auf dem sich das Regenwasser sammelt, welches dann nach und nach in die Verleimstellen und in die Beute dringt.

Ein Tipp: Pfarrer Christ hat für diesen Fall (da es damals noch keine Standartmaße gab) seine Zargen unten mit einem umlaufenden Sims versehen, der die Größenunterschiede ausgleicht. Bei manchen meiner Selbstbauzargen habe ich diese Simsleisten ebenfalls angebracht, sie dienen gleichzeitig als Griffe und sind auch sehr dekorativ.


Hier besteht meines Erachtens ein Irrtum:
Pfarrer Christ hat seine Zargen oben mit dem umlaufenden Sims versehen und eben nicht unten ! (Siehe auch bei dem von apiarius zitierten Link). So können die Simse jedenfalls nicht ausreichend wie ein Dachüberstand mit Dachrinne gegenüber der Zargenfuge wirken.

Das Problem mit dem Absatz durch verschiedene Holzstärken und dass sich dort Regenwasser sammeln könnte, ist mir sehr wohl bewusst!!
Verleimstellen sollten prinzipiell mit wasserunlöslichem Leim gestaltet werden, also kein Problem ! und in die Beute dringt kein Wasser ein, weil die Bienen alle Nahtstellen an den Innenkannten der Zargen mit Propolis verschließen, also auch kein Problem !
Bleibt noch eindringendes Wasser in die Holzwandung : dies ist aber nur problematisch, wenn das Holz an dieser Stelle völlig ungeschützt ist und das Wasser nicht nach einiger Zeit abtrocknet. Dieses Problem will ich aber an dieser Stelle durch einen Anstrich der Brettoberkannten stark reduzieren.
Unter diesen genannten Voraussetzungen halte ich selbst bei unterschiedlichen Brettstärken der zum Einsatz gelangenden Warré-Zargen die Kompatibilität stets für gegeben, solange die innere lichte Weite der Zargen jeweils 300x300 mm beträgt. Nur darauf kommt es an.

Beste Grüße
Friedrich

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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon Mellina » Mo 13. Jun 2011, 18:42

Friedrich hat geschrieben:Hier besteht meines Erachtens ein Irrtum:
Pfarrer Christ hat seine Zargen oben mit dem umlaufenden Sims versehen und eben nicht unten ! (Siehe auch bei dem von apiarius zitierten Link). So können die Simse jedenfalls nicht ausreichend wie ein Dachüberstand mit Dachrinne gegenüber der Zargenfuge wirken.


Wow, Du hast recht. Dann ist der umlaufende Sims unten ja meine Erfindung. :D Funktionieren tut´s trotzdem. Ihr dürft es das Mandy-Gesims nennen. 8-)
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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon Distelbauer » Mo 13. Jun 2011, 21:04

Haha Mandy,

hast halt gedacht das Gesims ist wie beim Fenster unten :lol: Ist ja auch nicht mehr einfach in der heutigen Zeit noch eine eigene Beute zu kreiren ;)

LG Georg

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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon Mellina » Di 14. Jun 2011, 09:30

apiarius hat geschrieben:http://wiki.verkata.com/de/wiki/Gesims

Toll, wieder was gelernt, es würde sich demnach um ein "Gurtgesims" handeln.


apiarius hat geschrieben:Was kostet diese Erfindung nun? :mrgreen:

Großzügig, wie ich nun mal bin, stelle ich diese herausragende Erfindung in der Geschichte der Beutengestaltung der Allgemeinheit völlig kostenlos zur Verfügung. 8-)

Liebste Grüße
Mandy
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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon Konstantin » Do 23. Jun 2011, 21:49

Gestern habe ich zwei Warre Guckzargen von Holtermann bekommen. Das Holz finde ich ausgezeichnet. Es ist wirklich sehr leicht jedoch weit fester als Balsaholz. Sicher kann ich mit einem Fingernagel eine Rille hineinkratzen, dass kann ich aber bei Fichte genauso. Auch die Verarbeitung ist gut. Trotzdem werde ich eine Zarge zurücksenden zum Umtausch. Die Tragegriffe haben oben eine Schräge damit Wasser gut ablaufen kann. Genauso sollte es bei der Leiste oberhalb des Fensters sein. Bei einer Zarge jedoch ist der Fensterrahmen verkehrt herum montiert, so dass von unten nach oben regnendes Wasser :lol: gut abtropfen könnte...

Mitbestellt hatte ich auch die angebotene Beutenfarbe. es handelt sich um Colorvit der Firma Habich. Die sende ich auch zurück, ich bemal meine Bienenhäuser doch nicht mit Kunstharzfarbe! Die Farbe ist meines Erachtens eine ganz normale Dispersionsabtönfarbe und keine spezielle Beutenfarbe. Und genau diese Art an Farben, wasserverdünnbar, müssen Zusatzstoffe beinhalten damit sie überhaupt funktionieren: Emulgatoren um den öligen Anteil und das Wasser zu verbinden, dazu chemische Schaumregulatoren weil Seife schäumt und weil Wasser eine Lebensgrundlage für Bakterien darstellt müssen auch Biozide in die Farbe.

Als Inhaltsstoffe sind angegeben: Kunstharzdispersion, Calciumcarbonat, Pigmente, Wasser, Additive, Konservierungsmittel
Im technischen Merkblatt findet sich auf Seite 3 noch ein sehr interessanter Hinweis:
"Beratung für Isothiazolinonallergiker unter Telefon-Nr. ..."
siehe: www.habich.de/download/technisches_merk ... lorvit.pdf
Nur wer kennt schon "Isothiazolinone"?? Wer's nicht kennt liest sich schlau:
http://de.wikipedia.org/wiki/Isothiazolinone

Und dass auf Bienenkästen? Niemals!!

Bienenkästen werden auch eines Tages kompostiert oder verbrannt (außer bei den Styroporkisten) und da hat Kunstharz nichts zu suchen.

Es ist für mich unverständlich, dass so eine Farbe als "Beutenfarbe" angeboten und vermutlich auch gekauft und genutzt wird. Im Besonderen da es Alternativen gibt. Die sind kurzfristig gesehen sicher teurer, aber langfristig machen wir uns die Bienen kaputt wenn wir Biozide unbedacht direkt zu den Bienen bringen.

Ich empfehle Naturfarben, beispielsweise von Auro:
www.auro.de/downloads/tm_de/TM160.pdf

Viele Grüße
Konstantin

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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon kaibee » Fr 24. Jun 2011, 10:29

Holtermann Webseite:
Alles für Imker und Bienen - seit 1907

Ich kann Konstantin nur recht geben. Ich finde es auch absolut unverständlich, warum solche Farbe für Bienenkästen angeboten wird.

Vielleicht stehe ich damit allein... aber für mich ist es ein Widerspruch, sich für Warrés Methode zu entscheiden und bei einem Händler Beuten & Zubehör zu beziehen, dessen Ziele nicht ansatzweise mit denen von Warré übereinstimmen. Das mit dem sibirischen Lindenholz konnte aufgrund der nicht vorhandenen Informationen nicht geklärt werden, aber das mit der Farbe...

Das ist definitiv kein Aufruf, nicht bei Holtermann zu kaufen, sondern nur ein Gedankenanstoß für alle die, die sich für Warré entschieden haben. Für mich beginnt die Warré-Bienenhaltung nicht mit dem Einschlagen eines Schwarms!


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