Warrébeuten von Holtermann

Bezugsquellen von Schreinern und anderen Bastlern für fertige Warréstöcke.
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Mellina
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Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon Mellina » Fr 10. Jun 2011, 11:29

Hallo an alle,

nachdem es hier in diesem Jahr Schwärme regnete und ich mit dem Bauen nicht mehr hinterher gekommen bin, habe ich mal versuchsweise 3 Zargen bei Holtermann bestellt. Komischerweise bestehen diese aber nicht, wie im Katalog zu sehen, aus Fichtenholz, sondern einem sehr leichten, porigen Holz, das für mich eher nach einem Tropenholz aussieht. Weiß jemand von Euch, was das für Holz sein könnte? Ich bin da etwas skeptisch.

Die Zargen sind sehr gut gearbeitet, es fehlen aber die Wabenträger, was den Preisvorteil gegenüber den Massivholz-Tischler-Beuten schon wieder wettmacht.

LG
Mandy
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kaibee
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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon kaibee » Fr 10. Jun 2011, 12:56

Ein gutes Foto von den Beuten würde ggf helfen.

Allerdings frage ich mich, warum Holtermann das Set mit 3 Zargen und ohne Oberträger anbietet. Das man die Oberträger ggf selber herstellen wollte, kann ich noch verstehen, aber 3 Zargen??? Das sieht für mich eher danach aus, als wollte er mit einem günstigen Preis die Kunden ködern!

Oder gibt es noch andere Erklärungen?

Ich finde Warrés Methode sollte einem auch dazu anhalten, sich mehr Gedanken über die Ausgangsprodukte seiner Beuten zu machen. Im Zweifel sollte man vielleicht doch auf regional geschlagendes Holz setzen und den Produktionsstandort Deutschland unterstützen.

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zaunreiter
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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon zaunreiter » Fr 10. Jun 2011, 12:58

Ich habe einen Varroaboden bei Holtermann bestellt - ebenfalls sehr leichtes, poriges Holz. Fast schon wie Balsaholz. Fichte oder Weymouthkiefer scheint es jedenfalls nicht zu sein. Ich kann es nicht identifizieren.

Die Verarbeitung ist in Ordnung, es bestehen aber doch Unterschiede in der Qualität im Vergleich zum Massivholztischler. Vermutlich daher auch der geringere Preis.

Dieses Holz würde ich nicht ohne Farbanstrich verwenden, es steht auch auf einem extra Zettel drauf, daß das Holz angestrichen werden sollte.

Viele Grüße
Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Mellina
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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon Mellina » Fr 10. Jun 2011, 14:08

Auf Nachfrage am Telefon sagte man mir, dass es sich bei dem Holz um "Sibirische Linde" (?) handeln würde und das es von den Holtermanns wegen der guten Verarbeitbarkeit verwendet wird.

Von einer guten Eignung für den Außenbereich war nicht die Rede. Neben der Holzanmutung hatte mich ebenfalls der beiliegende Zettel stutzig gemacht, nach dem ein Aussenanstrich zwingend notwendig und ein Innenanstrich empfohlen ist.

Und kaibee, ich gebe Dir völlig recht, was den Gedanken über das Beutenmaterial angeht. Leider bin ich mal wieder auf ein Produktfoto reingefallen, und wenn das auf dem Holtermann-Foto kein Fichtenholz ist, fresse ich meinen Bienenbesen.

LG
Mandy
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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon kaibee » Fr 10. Jun 2011, 14:46

Hallo Mandy,

Sibirische Linde??? Also selbst unter Tilia sibirica habe ich nicht viel im Internet gefunden. Muss ich mal einen Kollegen fragen, der hat Forst studiert.
Habe mir das Bild bei Holtermann auch nochmal angeschaut...

Hier Holtermann:
Bild

Hier eine Alternative zu Holtermann zum Vergleich (definitiv Fichte!):
Bild

Bitte mach mal gute Bilder von deiner Holtermann-Beute(, bevor Du sie zurückschickst). Das interessiert mich jetzt! ;)

Und wie gesagt... warum drei Zargen???

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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon pmb379 » Fr 10. Jun 2011, 15:00

> es steht auch auf einem extra Zettel drauf, daß das Holz angestrichen werden sollte. <

Auf die betreffende Firma trifft das ja bestimmt nicht zu, aber persönlich neige ich dazu, Firmen zu mißtrauen, deren Rechtsabteilung größer ist als der Kundendienst und die Nebenbedingungen gebunden dicker als der Warenkatalog ...

Gruß,
Peer

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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon Mellina » Fr 10. Jun 2011, 15:11

Hier mal ein paar Bilder. Die Zargen sind sehr leicht, wirklich fast wie Balsaholz. Meine Holzbücher schweigen sich über sibirische Linde ebenfalls aus.

Ich hatte mir die Zargen auch unter dem Gedanken bestellt, sie später eventuell zu Futterzargen umzubauen. Ich glaube, das laß ich lieber.

Das Set mit 3 Zargen zu verkaufen ist doch ´ne schlaue Idee. Da überlegt es sich der Anfänger nicht zweimal, den ganzen Turm zu bestellen und im nächsten Jahr ist er auf die Holtermannbeuten festgenagelt.

LG
Mandy
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Zarge_3.jpg
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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon kaibee » Fr 10. Jun 2011, 15:19

Im "Lexikon der Forstbotanik" meines Kollegen werden ca. 10-15 verschiedene Linden beschrieben. Die sibirica ist nicht dabei. Google hilft auch nicht weiter. Echt komisch. Entweder das ist ein echtes Nischenprodukt oder ...

Allgemein findet man über Linden:
Zerstreutporiger Reifholzbaum. Holz gelblich - weiß bis blassbräunlich. Jahrringe wenig deutlich. Arbeitet trotz ziemlich hoher Schwindung wenig, leicht zu bearbeiten. Nicht witterungsbeständig.

Lindenholz ist ja DAS Schnitzholz schlechthin, weil sehr weich, kann man mit dem Fingernagel eine Kerbe reindrücken. Geht das bei Dir auch, Mandy?

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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon Mellina » Fr 10. Jun 2011, 15:30

kaibee hat geschrieben:Lindenholz ist ja DAS Schnitzholz schlechthin, weil sehr weich, kann man mit dem Fingernagel eine Kerbe reindrücken. Geht das bei Dir auch, Mandy?


Ja das geht, vielleicht sogar besser. Ich habe zumindest mit einheimischem Lindenholz Erfahrung. Das Holz der Beuten ist dagegen aber viel leichter und grobporiger, absolut nicht so fein und homogen wie normales Lindenholz (Und selbst das würde ich nicht im Außenbereich einsetzen).

Aber wahrscheinlich ist das der absolute Geheimtipp als Material für Bienenkästen und ich bin mal wieder viel zu mißtrauisch. :lol:
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Re: Warrébeuten von Holtermann

Beitragvon kaibee » Fr 10. Jun 2011, 16:42

Anscheinend ist die sibirische Linde, eine Subspecies von der Winterlinde:
Tilia cordata subsp. sibirica

Ggf. unterscheiden sich die Holzeigenschaften dieser Subspecies nicht stark von der "normalen" Winterlinde. Die sibirische Linde wächst sicherlich deutlich langsamer, daher wird sie eigentlich ein dichteres, festeres Holz haben, als deutsche Winterlinden.

Wie dem auch sei... ich denke dass das Holz der sibirischen Linde einen sehr weiten Weg nach Deutschland hatte. Über nachhaltige Waldbewirtschaftung in den Weiten Russlands will ich garnicht nachdenken...

Jeder soll selber wissen, woher er seine Rohstoffe/Produkte bezieht. Ich denke häufig darüber nach, erkundige mich und bin dann meist schlecht gelaunt, weil rauskommt, was man eh vermutet. Die Anbieter sagen immer, dass die Kunden ja die Macht haben. Wenn sie kein billiges, "ökologisches" Holz kaufen wollen, dann müssen sie auch mehr ausgeben. Das gilt sicherlich nicht nur für Holz. Aber in den meisten Fällen wird man einfach nicht informiert, was man dort kauft. Meistens erkennt man das aber am Preis! Ich würde niemals immer nur das billigste kaufen, weil ich weiß, dass höchstwahrscheinlich irgendjemand, irgendetwas in der Welt darunter zu leiden hat. Von der Qualität mal abgesehen.

So, das musste mal raus... :?


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