Frei bauendes Volk umquartieren.

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Norbert
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Frei bauendes Volk umquartieren.

Beitragvon Norbert » Mo 19. Sep 2016, 16:23

Ein Jäger hat mich ersucht ein frei bauendes Volk aus dem Fensterbereich seiner Jagdhütte zu entfernen.

Ich würde folgenden Vorgang machen:

Bienen absaugen
Waben ausschneiden
Stückwaben mit den Bienen in die Beute geben.

Es wurde mir geraten es nicht zu tun, da die Bienen die Schäden nicht mehr reparieren können.

Habt ihr einen Vorschlag oder eine Idee?

Wäre euch sehr dankbar!!!

Norbert
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stefanzo
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Re: Frei bauendes Volk umquartieren.

Beitragvon stefanzo » Mo 19. Sep 2016, 23:58

Bitte erst im Frühling das Volk umsiedeln. Jetzt ist die Belastung sehr enorm, das Volk hat sich bereits auf den Winter vorbereitet. Meist ist dies das Ende eines "geretteten Volkes". Ein Jäger wird genügend Verständnis haben.
mfg stefanzo

garbeam
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Re: Frei bauendes Volk umquartieren.

Beitragvon garbeam » Mi 21. Sep 2016, 07:09

Sofern die Hütte abgerissen werden soll und nicht mehr Zeit bleibt, birgt eine Entfernung Ende September ein ziemliches Risiko.

Da stellen sich diverse Fragen, u.a.:
- Muss das Volk wirklich jetzt raus?
- Wie stark/groß ist das Volk?
- Wie sieht der Wildbau aus, kann man ihn in Gänze entfernen und evtl. einfach nur "einboxen" oder erscheint das eher aussichtslos?

Wenn es nur ein kleines Völkchen ist, könnte man es wagen es als Ableger zu überwintern auf 8 Waben (4 Honig, 4 Brut), z.B. in einer TBH. Du könntest versuchen die Waben mit Hairclips an OTs zu fixieren. Es wäre aber ein heftiger Eingriff Wildbau auf OTs umzustellen und erfordert einiges an Geschick und Erfahrung. Wichtig ist, dass sich die Bienen noch mit einer kleinen Ableger-Behausung anfreunden können, das Wetter sollte also noch einige gute Tage bringen (Risiko). Und späte Fütterungen würden auch milde Temperaturen erfordern.

Wenn es ein starkes Volk mit viel Wabenwerk ist, dann ist ein Erfolg weniger aussichtsreich.

Ich schließe mich deshalb stefanzo an, die Aktion sollte auf April verlagert werden.

Grüße,
-garbeam

biene1.0
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Re: Frei bauendes Volk umquartieren.

Beitragvon biene1.0 » Do 22. Sep 2016, 21:36

Hallo Norbert,
die Umsiedlung ist nur in der ersten Jahreshälfte aussichtsreich.
Bei guter Tracht könnten nur die Bienen in eine Beute umgesetzt werden. Futterwaben und zwei Leerwaben wären günstig. Und regelmäßig füttern.
Wenn Brut- und Honigwaben mit umgesiedelt werden sollen, dann muss man Rähmchen zur Verfügung haben. Auf herausgelöste Waben wird das Rähmchen aufgelegt und die Wabe danach zurechtgeschnitten. Das Rähmchen muss nicht voll ausgefüllt sein. Gut ist wenn die Wabe unten und auch an einer Seite wenigstens teilweise am Rähmchen anliegt. Fixierung mit Gummibändern ist ausreichend. Bei der ersten Kontrolle können diese wieder herausgenommen werden.
Ich habe schon Waben so ausgeschnitten, dass sie in meine Zargen passten. Da ich keine Rähmchen hatte, habe ich auf den Boden quer 3 Leisten gelegt und im oberen Falz eine Leiste fixiert. Daran habe ich die erste Wabe gelehnt. Zwischen die Waben habe ich an den Seiten je eine 9mm Leiste als Abstandshalter geschoben. So habe ich 4 Waben eingesetzt und neben der letzten wieder eine Leiste im Falz fixiert. Den Rest der Zarge habe ich mit OT`s bestückt. Es ist alles gut gegangen.
Viel Erfolg!
Gruß
Harald
"Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen."
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Norbert
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Re: Frei bauendes Volk umquartieren.

Beitragvon Norbert » Fr 23. Sep 2016, 12:54

Danke für die guten Ratschläge!
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Norbert
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Re: Frei bauendes Volk umquartieren.

Beitragvon Norbert » Fr 23. Sep 2016, 21:18

153.JPG
Naturschwarm zum überwintern in der Jagdhütte
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Re: Frei bauendes Volk umquartieren.

Beitragvon biene1.0 » Fr 23. Sep 2016, 22:22

... schade, dass er nicht dort weiterleben kann. Ist wirklich prächtig. Elegant! Eben Natur, frei und ohne Einschränkung.
Verhilf ihm zu einem Weiterleben.
Harald
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Re: Frei bauendes Volk umquartieren.

Beitragvon zaunreiter » Sa 24. Sep 2016, 09:51

Der Bien hungert, bitte Bienenfuttersirup füttern. Eimer mit Holzwolle als Schwimmer an die Waben stellen. Kann man einen Schutz drum herum bauen?
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

Norbert
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Re: Frei bauendes Volk umquartieren.

Beitragvon Norbert » Sa 24. Sep 2016, 21:24

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Fütterung außen
Ich füttere mit Apiinvert. Das Futter steht draußen. Ich dachte mir es ist besser, damit keine Räuberei entsteht.
Morgen kontrolliere ich die Futterannahme.

Ich habe folgenden Plan:
13 kg Füttern in Tagesdosen zu 1-2 kg.
Varroabehandlung mit apilife var. (Die Streifen auf den Boden legen)
15 kg Füttern in Tagesdosen zu 3-4 kg.
Im Dezember Bienenwohl.

Weiter schau ich mir das Flugloch genauer an. Falls der Spalt zu groß ist, montiere ich ein Drahtgeflecht als Mäuseschutz.

Habt ihr Einwände/Verbesserungen zu diesen Plan, bitte um Nachricht!

Soll ich weitere Isolierungen anbringen?

Soll ich außen - oben Entlüftungen bohren?

Danke für jede Hilfe!!!
150.JPG
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Re: Frei bauendes Volk umquartieren.

Beitragvon zaunreiter » Sa 24. Sep 2016, 22:40

Besser innen füttern, kleines Gefäß mit Holzwolle. Direkt unter die Waben stellen.

Tolle Bienenbeute ;) - allerdings etwas groß geraten. :) Bis jetzt alles gut gemacht.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.


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