Warrés Buch - in Deutsch als pdf-Buchversion

Literatur über den Warréstock
specht
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Re: Warrés Buch - in Deutsch als pdf-Buchversion

Beitragvon specht » Mi 2. Apr 2014, 08:49

Hallo Mandy!

Das ist ja hoch interessant!
Nur durch das Füttern wird das Volk nochmal stärker, setzt also einen Teil davon in Brut/Bienen um.
Als Anfänger dachte ich mir eigentlich, wenn die Bienen länger Brut pflegen, dann haben auch die Milben länger die Möglichkeit sich zu vermehren.

Wann erntest du den Honig genau, bis wann ist dieses Rückfüttern sinnvoll?


Viele Grüße, Marcus

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Mellina
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Re: Warrés Buch - in Deutsch als pdf-Buchversion

Beitragvon Mellina » Mi 2. Apr 2014, 09:03

specht hat geschrieben:Als Anfänger dachte ich mir eigentlich, wenn die Bienen länger Brut pflegen, dann haben auch die Milben länger die Möglichkeit sich zu vermehren.


Ich auch. :lol: In der Praxis sah das aber immer anders aus.

specht hat geschrieben:Wann erntest du den Honig genau, bis wann ist dieses Rückfüttern sinnvoll?


Für mich ist der 3. Oktober (TdDE) der Stichtag. An dem muß das Füttern abgeschlossen sein. Ich habe hier in Dresden aber auch ausgesprochen gute klimatische Bedingungen, mit langen Sommern. Anderswo mag das um einiges eher sein.

LG
Mandy
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specht
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Re: Warrés Buch - in Deutsch als pdf-Buchversion

Beitragvon specht » Mi 2. Apr 2014, 09:37

Da möchte ich gleich noch zwei Fragen nachschieben.

Stellst du beim Rückfüttern auch eine leere Zarge unter, wird so spät noch neues Wabenwerk gebaut?

Und eines hab ich noch immer nicht verstanden, die Wabenhygiene, besser gesagt, eine eher zurückhaltende Wabenhygiene.
Bernhard hat da mal dieses Video eingestellt.



Demnach sollten ja ältere Waben im Bienenvolk zu weniger Völkerverlusten führen.
Wie ist das bei der Volksbeute umsetzbar, wenn durch untersetzen die älteren Waben immer oben abgeerntet werden?

Thanks, Marcus

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Re: Warrés Buch - in Deutsch als pdf-Buchversion

Beitragvon Mellina » Mi 2. Apr 2014, 09:48

Leere Zarge stelle ich keine unter. Ich versuche, in meiner Imkerei immer alles so einfach wie möglich zu halten. Das trifft auch auf Altwaben zu. Die mögen einen Einfluß haben, aber ich bin kein Optimierer.

Aber auch für künftige Honigernten mag ich die hellen Waben mehr. Irgendwann schmeckt der Honig eben doch nach bebrüteter Wabe. Wenn auch erst bei sehr alten/ dunklen Waben.

LG
Mandy
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Re: Warrés Buch - in Deutsch als pdf-Buchversion

Beitragvon specht » Mi 2. Apr 2014, 10:06

Danke Mandy, für die geduldige Beantwortung meiner vielen Fragen! 8-)
Manchen ''Optimierern'' kommen sie ja dummdreist vor, als würde ich wirklich nach einer Instant-Lösung suchen.
Na ja, ganz blöd wäre so eine einfache Lösung ja nicht. :lol: Hätte ich eine Sorge weniger.

Liebe Grüße und immer gesunde Bienen wünsch ich dir, Marcus

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Re: Warrés Buch - in Deutsch als pdf-Buchversion

Beitragvon Mellina » Mi 2. Apr 2014, 10:19

specht hat geschrieben:... Hätte ich eine Sorge weniger.


Das sollte man sich so oft wie möglich zum Leitmotiv machen. :D

LG
Mandy
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Re: Warrés Buch - in Deutsch als pdf-Buchversion

Beitragvon obstbaumfreund » Do 3. Apr 2014, 22:10

Liebe Mandy,
ganz herzlichen Dank für die Zeit die Du Dir für Deine ausführliche Antwort genommen hast.

Gestern habe ich meine beiden Beuten dann doch mal komplett auseinander genommen, einmal um mir selbst einen Eindruck vom Zustand meiner Bienen zu verschaffen, soweit dass mein Anfängerblick erlaubt, und zum anderen um Dir etwas mehr berichten zu können was mit dem Varroabefall los ist, natürlich mit dem Hintergedanken etwas KnoffHoff Transfer von Dir zu bekommen ;) .

Naja, vorneweg habe ich aus Deiner Antwort resultierend noch zwei Fragen, was meinst Du mit Massenwechsel und woran erkenne ich das er abgeschlossen ist??

Meine beiden Völker sind derzeit in drei Zargen untergebracht, wobei bei dem stärkeren die obere Zarge voll mit Futter ist und das Brutnest in der mittleren Zarge sitzt. An den Wabenunterkanten der zweiten Zarge, eher an den äußeren Waben, habe ich auch schon vier Spielnäpfchen gesehen! :o In der dritten, unteren Zarge hing noch eine ansehnliche Traube Bienen.
Sonst macht das Volk meiner Meinung nach einen guten und vitalen Eindruck, reger Flug (ca. 80 Bienen kehren in einer Minute in die Beute zurück), regelmäßiger Polleneintrag (weiß, gelb, braun, rot und blau), volle Wabengassen, nur das Ausräumen der Puppen und der Varroafall, dreißig bis sechzig tgl., macht mich nervös. In dem Buch "Einfach imkern" von Dr. Liebig habe ich gelesen dass die Schadenschwelle im Sommer bei 100 Varroen liegt, das will ich mgl. nicht erreichen. Überrascht war ich auch von der schweren ersten Zarge, ich hätte eher ein höher gelegenes Brutnest erwartet. Ist das normal, Handlungsbedarf?? :(
Mei zweites Volk ist deutlich schwächer, woran ich wohl auch selbst schuld bin, denn ich habe letzes Jahr Anfang September die beiden Zargen der Beute getauscht. Die untere fast halbausgebaute Zarge nach oben, die obere vollausgebaute Zarge nach unten und dann habe ich gefüttert. Der Gedanke dabei war dass sie die obere noch ausbauen sollten und wie ihre Nachbarn auch, auf zwei gut ausgebauten Zargen überwintern können. Pustkuchen, die obere blieb knapp halb ausgebaut und war es gestern immer noch, weswegen ich sie abgenommen habe und so ist der Rest eine Zarge hoch gerutscht, weil ich gleich eine neue drunter gestellt habe. In den Waben der entfernten Zarge war Futter, Pollen und Brut (ca. 70 Zellen). Diese verdeckelten Zellen habe ich geöffnet und auf Varroabefall untersucht. Ca. 10 Zellen waren noch nicht verdeckelt und frei von Varroa, 27 verdeckelte Zellen waren auch frei und der Rest, also die ander Hälfte war zum Teil mit drei bis vier Varroen befallen. Echt schlimm, oder? Aber auch dieses Volk fliegt fleißig, trägt Pollen ein und räumt neuerdings auch Puppen raus.
Was mach ich jetzt bloß? Heroische Methode... welcher Anfänger ist schon ein Held. Handwerklich weiß ich nicht wie es zu machen ist und in meiner Warré Bibel (danke für Deine echt tolle Übersetzung!) finde ich darüber auch nur einen kleinen Absatz auf Seite 106-107. Weißt Du wo ich eine gute, erfahrungsbasierte Anleitung bekommen kann?
Das Fotografieren habe ich vor lauter Aufregung vergessen :oops: , sorry. Das nächste Mal bestimmt!

Liebe Grüße ins schöne Elbflorenz
Thorsten

P.S. PN ist auch iO, wenn Du der Meinung bist dass wir das Forum nerven oder anderweitig strapazieren.
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Re: Warrés Buch - in Deutsch als pdf-Buchversion

Beitragvon Mellina » Fr 4. Apr 2014, 09:02

Hallo Thorsten,

mit abgeschlossenem Massewechsel meine ich die Zeit in der der Wechsel von Winterbienen- auf neu geschlüpfte Sommerbienenbelegung abgeschlossen ist. Meist ca. Ende April. Dieses Jahr ist aber alles alles anders. ;)

Dass noch soviel Honig in der obersten Zarge ist, hatte ich dieses Jahr auch bei allen Völkern. Manche schienen mir sogar schwerer, als im Herbst. :shock: Tja, dieses Jahr ...

Wenn sie Brut ausräumen, ist das aus Nichtbehandlersicht eigentlich ein gutes Zeichen, es könnte bedeuten, dass die Krise überstanden und der Schalter umgelegt ist. Entscheident ist aber auf jeden Fall, ob ausreichend gesunde Brut nachkommt, um die alten Bienen zu ersetzen. Das läßt sich von Ferne einfach nicht beurteilen, tut mir leid.

Falls Du bei der Heroischen unsicher bist, würde ich Dir einen Trommelschwarm empfehlen. Hier gibt es irgendwo recht gut Filmchen, die das zeigen. Mit der Heroischen tun sich unsere heutigen Bienen eh manchmal bisschen schwer, weil sie auf Wabenstetigkeit gezüchtet sind. Die bleiben teilweise stur auf den Waben hocken, da kann man rauchen, soviel man will. Trommelschwarm geht da manchmal besser.

LG
Mandy
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Re: Warrés Buch - in Deutsch als pdf-Buchversion

Beitragvon obstbaumfreund » Sa 5. Apr 2014, 18:41

Hallo Mandy,
ja es ist nicht leicht aus der Ferne Ratschläge zu geben, trotzdem vielen Dank für Deine Mühe.

Ich werde weiter den Varroenfall beobachten und eben meine Erfahrungen machen, hilft ja alles nichts.
Mal sehen ob ich mit der regelmäßigen Puderzuckerbestäubung die Anzahl der Melben konstant halten kann.

Ciao
Thorsten
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