Gilles Dennis: La ruche Warre

Literatur über den Warréstock
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zaunreiter
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Gilles Dennis: La ruche Warre

Beitragvon zaunreiter » Mo 7. Nov 2011, 21:32

Ich habe soeben das Buch von Gilles Dennis erhalten, einem Berufsimker aus Frankreich, der mit der Warré imkert.

Das Buch hat den Titel: La ruche Warre - mode d'emploi techniques et conduite par Giles Dennis

Siehe auch: http://ruche-warre.com/

Das Buch ist sehr gut und reichlichst bebildert. Wie er schon ankündigt - ohne Blahblah - dafür mit Praxistipps. Der erste Eindruck - wir können von ihm noch sehr viel lernen! Vielleicht sollten wir nächstes Jahr zu einem seiner Kurse fahren und das Buch ins Deutsche übersetzen.

Ich berichte später noch einmal.

Gruß
Bernhard
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Re: Giles Dennis: La ruche Warre

Beitragvon kaibee » Mo 7. Nov 2011, 23:20

Wenn man ne digitale Version des Buches hätte, wäre zumindest das Übersetzen deutlich einfacher... Ein französisches Buch zu lesen ist doch irgendwie anstrengend...

wie viele Seiten sind es denn?

reichswaldimker
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Re: Giles Dennis: La ruche Warre

Beitragvon reichswaldimker » Mo 7. Nov 2011, 23:28

Bernhard
An dem Buch wäre ich wirklich interessiert.
Das Kissen von Warre wird bei Giles Dennis anscheinend nicht verwendet. Irgendwie kommt alles auf die Rähmchen was abdeckt. Das die gezeigten Abdeckungen wespendicht sind ist nicht ersichtlich.
Diese Beute die da gezeigt werden stehen einfach ohne Ausrichtung auf dem Boden. Micht wundert es wie er es dann schafft gerade Waben zu bekommen.

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Re: Giles Dennis: La ruche Warre

Beitragvon zaunreiter » Di 8. Nov 2011, 04:28

Das Buch hat knapp 50 Seiten (aber keine Seitenzahlen...).

Manche seiner Ideen sind ganz pfiffig. Zum Beispiel der Königinnenablegerboden mit drei Trennschieden. Oder die multifunktionale Bienenflucht, die permanent auf dem Volk liegt und dort die Belüftung übernimmt. Bei der Ernte wird sie einfach eingelegt. Vorteil ist die Materialersparnis, sowie mußt Du die Bienenflucht nicht mitschleppen und den Rest des Jahres irgendwo lagern. Auch als Boden für zwei 4-Waben-Ableger in einer Warrézarge zu verwenden. Und eine Pollenfalle für die Warrébeute.
(Zeichnungen folgen.)

Spannend sind auch so einige Kniffe. Zum Beispiel, wie eine Königin ausgetauscht wird oder wie eine neue über einem Volk herangezogen wird. Oder wie bei starkem Nektareintrag die Belüftung verbessert wird - einfach auf einer Seite einen kleinen Klotz mit maximal 1 cm Höhe zwischen oberster und der darunter liegenden Zarge klemmen. Ich habe das schonmal bei einer überhitzten Beute gemacht, er verwendet es als System, weil der Nektar so zuverlässiger eingedickt wird und es zu weniger gärfreudigen Honig kommt. (Durch hohen Wassergehalt.) Außerdem kann so der Nektar schneller verarbeitet und somit vermehrt eingetragen werden.

Beim Dach und beim Boden fasziniert mich die Einfachheit. Das originale Dach ist zwar sehr schön, aber auch sehr unhandlich.

Gegen Wespen sind die Völker zumindest oben gut geschützt, denn er hat in der Saison Propolisgitter aufgelegt. Erst ganz kurz vor dem Winter legt er ein saugstarkes Schwammtuch auf. So wird es nicht zupropolisiert. Ein Schwammtuch verwendet ja auch Uwe hier im Forum mit Erfolg.

Soweit ich das herauslese, behandelt Gilles Dennis auch nicht gegen die Varroa. Er verlegt sich auf die Produktion von Reservevölkern und sieht die Ausfälle als Auslese an. Er verkauft fast 1.000 Königinnen im Jahr und Paketbienen. Daneben produziert er auch Propolis, Wachs und Pollen.
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Re: Giles Dennis: La ruche Warre

Beitragvon reichswaldimker » Di 8. Nov 2011, 11:01

Bernhard

Auch wenn ich hier den Thread zumülle.

Verwendet den Giles Dennis im Winter/Frühjahr keine Abdeckung/Dämmung.
Es geht hier ja auch um einen Feuchtigkeitsausgleich und Wärmung der Brut im Frühjahr. Warre macht hier einen großen Aufwand daraus.
Die Satteldächer sind unhandlich aber auch billig und gut. Werde wieder zwei Anhänger voll Holz vom Sägewerk holen und tackern. Der gleiche Baustoff für die ganze Beute , ist mir hier am sinnvollsten. Mit Flachdächern lässt sich es aber besser und praktischer wandern.

Das mit dem Tuch oder Propolisgitter ist hiermit klar. Muß sehr passgenau sein. Sehe gerade wie emsig sich Bienen und Wespen bemühen in fremde Beuten einzudringen.

Das mit der Varroabehandlung wäre wieder eine riesige Diskussion.
Anmerkung hierzu. Zwei meiner stärkeren Völker haben geräubert und fallen jetzt in die Statistik Zusammenbruch im Herbst.. Bundesweit waren es anscheinend 8 % Völkerverlust im Herbst. (Quelle nicht mehr gefunden)
Die Statistik Winterverluste läuft ja getrennt und kommt noch.

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Re: Giles Dennis: La ruche Warre

Beitragvon zaunreiter » Di 8. Nov 2011, 12:58

reichswaldimker hat geschrieben:Verwendet den Giles Dennis im Winter/Frühjahr keine Abdeckung/Dämmung.


Siehe auch: viewtopic.php?f=15&t=279

Der Spalt wird mit dem Schwammtuch ausgefüllt und funktioniert wie eine Isolierung. Giles meint, daß man heute um die Isolationsfähigkeit von (eingeschlossener) Luft weiß und die entsprechenden Materialien hat, die Warré früher nicht hatte.


reichswaldimker hat geschrieben:Es geht hier ja auch um einen Feuchtigkeitsausgleich und Wärmung der Brut im Frühjahr. Warre macht hier einen großen Aufwand daraus.


Das ist von Giles intelligent gelöst. Siehe auch im Link oben. Unten im Boden hat er 50 % der Bodenfläche vergittert. Zusätzlich öffnet er zur Trachtzeit oben die Beute, indem er einen kleinen Klotz oder Zweig zwischen die obersten zwei Zargen klemmt. Alles sehr einfach gehalten, aber sehr effektiv.


reichswaldimker hat geschrieben:Mit Flachdächern lässt sich es aber besser und praktischer wandern.


Die Flachdächer sind ohne Zweifel in allen Fällen einfacher zu handhaben. Ansehnlich sind sie allerdings nicht. :lol:


reichswaldimker hat geschrieben:Das mit dem Tuch oder Propolisgitter ist hiermit klar. Muß sehr passgenau sein. Sehe gerade wie emsig sich Bienen und Wespen bemühen in fremde Beuten einzudringen.


Das ist korrekt. Vor allem in diesem Jahr war der Wespendruck enorm bei uns. Ich bin sogar hingegangen und habe die Deckel mit Panzertape rundum abgeklebt, weil die Wespen versuchten, über das Dach in die Beute zu kommen.

Gruß
Bernhard
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