Königinnenzucht: Wie?

Bienlars
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Re: Königinnenzucht: Wie?

Beitragvon Bienlars » So 17. Okt 2010, 21:48

...das möchte ich im kommenden Jahr auch gern so versuchen.
Als relativer Neuling frage ich, ob man davon ausgehen kann, dass es mit der natürlichen Königinnenbegattung auch noch meistens funktioniert? Also gelesen habe ich, es gibt Drohnensammelplätze zu denen die Junköniginnen dann gezielt fliegen.
Auf Wikipedia ( http://de.wikipedia.org/wiki/Drohnensammelplatz) ist das ja ein bischen beschrieben und gehört auch zur spannenden Narurbienenwelt.....Da es ja heut zu Tage evtl. nicht mehr so viele Drohnen gibt ( Drohnenschneiden ..) und auch nicht mehr so viele frei fliegende Königinnen ( stresst die wartenden Drohnen?) ist dieser phänomenale Prozess sicher auch in Gefahr. Habt Ihr evtl. einen Literaturtipp wo man mehr über das Thema "Drohnensammelplätze" lesen kann?

Danke und viele Grüße!
Bienlars
Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht. (Vaclav Havel)

Finvara
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Re: Königinnenzucht: Wie?

Beitragvon Finvara » Mo 18. Okt 2010, 18:38

Bienlars hat geschrieben:...das möchte ich im kommenden Jahr auch gern so versuchen.
Als relativer Neuling frage ich, ob man davon ausgehen kann, dass es mit der natürlichen Königinnenbegattung auch noch meistens funktioniert? ...

Danke und viele Grüße!
Bienlars


Hallo Bienlars,
mach dir darum keine Sorgen. Das funktioniert. Und wenn du den Dingen ihren natürlichen Lauf läßt sind von beidem genug da. Königinnen UND Drohnen.

gruß Finvara

beetic
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Re: Königinnenzucht: Wie?

Beitragvon beetic » Di 19. Okt 2010, 22:30

Hallo und wiederum einmal Danke Finvara für Deine Bereitschaft, Deine Kenntisse hier offen zu legen,

letztendlich wäre ich nie auf die Idee gekommen, Königinnen ziehen zu wollen. Der Vorgang ist mir theoretisch bekannt, jedoch liest man eben immer wieder von der besseren Qualität der Selbstgezogenen. Für das Imitieren eines so viel besseren Vorganges hätt ich nie Zeit hergegeben.

Diese selbstgezogenen bekommt man mit den Schwarmzellen nun auch. Besonders interessant finde ich den Gedanken, mit dem Entnehmen der übrigen verdeckelten Schwarmzellen evtl. ein ständiges Nachschwärmen aus der Beute zu verhindern. Eigentlich sollte ja die erste Königin die anderen nach dem Schlupf töten, was aber wohl nicht immer der Fall ist.

Fragen:

1. Du entnimmst also dann immer alle vorhandenen Schwarmzellen bis auf eine, ja? Ist dann in diesem Volk "Ruhe" mit Nachschwärmen?

2. Minivölkchen im Begattungskästchen mit Königinnen in Top-Qualität als Reserve, falls bei einem Nachschwarm mal was schief geht beim Begattungsflug oder sonstige Verluste.

3. Wo hinein setzt Du diese Einheiten, wenn die Neue legt und es ihr bald zu eng wird? (OTs haben kein Warrémaß?) Und wieviel Raum gibst Du ihnen, wie weit kommen die? Ich überlege, wenn es die rechte Vorschwarmzeit ist, dann sollte da noch Bienenmasse unter Fütterung zustande kommen - ach ja siehste:

4. Fütterst Du sie dann auch weiter?

5. Benötigst Du die Königinnen nicht, vereinigst Du dann später mit anderen Warrévölkern? "Aus vier mach eins" z.B. geht ja bei Warré-Naturbau so gar nicht, es fehlen die Leerwaben oder Mittelwände. (Oder die schaffen alle so eine Zarge und man stapelt die praktischerweise ;) )

Erzähl mal, wenn Du noch Lust hast..... ;)

(Der Schwarmfangsack ist ein anderes Thema, was mich brennend interessiert,ich hab einen Heidenbammel vor dem Effekt hier in der Nachbarschaft demnächst, habe schon ein "Flugblatt" entworfen mit einem kleinen Aufklärungstext und meiner Handynummer, falls ein Schwarm die Terassensonne verdunkelt irgendwo.....)

Und Danke für die Fotos!

Viele Grüße

Marion

Finvara
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Re: Königinnenzucht: Wie?

Beitragvon Finvara » So 31. Okt 2010, 20:24

Hallo Marion,
jetzt endlich die Antworten.
In der Regel suche ich mir nur die schönsten Schwarmzellen aus einem Volk aus.( Ich nehme in der Regel mehrere Völker dazu.)
Wenn ich allerdings das weitere schwärmen eines Volkes verhindern will, dann MUSS ich alle vorhandenen Weiselzellen bis auf eine entfernen. ( Das ist aber immer auch ein kleines bischen ein Glücksspiel. Die Bienen verstehen es wirklich ausgezeichnet ihre Zellen zu verstecken.) Die Königinnen töten ihre Rivalinnen in den Zellen erst wenn das Volk von sich aus nicht mehr schwärmen will. Und dies kann durchaus erst nach mehreren Nachschwärmen der Fall sein. ( Man sagt dann : " das Volk hat sich totgeschwärmt ". So kommt es oft vor das sich mehrere frischgeschlüpfte Königinnen in einem Nachschwarm befinden. ( Darum Nachschwärme immer entweder eine Nacht in den Keller, oder erst am Abend in die Beute einschlagen !!! Dann werden die überzähligen Königinnen über Nacht abgestochen. Sonst kann es dir, ( muß nicht ) passieren das du ein paar Stunden später nur noch die Hälfte der Bienen in der Beute hast da ein Teil mit den überzähligen Königinnen wieder ausgezogen ist.)
Da aber bei meiner Betriebsweise Schwärme erwünscht sind lasse ich in der Regel bei einem Teil der Völker auch noch einen Nachschwarm zu. Danach schaffe ich das Volk ab. Das heißt ich breche alle noch vorhandenen Weiselzellen. Und lasse bei der Gelegenheit eine reife Königin in eine Wabengasse zulaufen. ( Ich öffne also eine Schlupfreife Weiselzelle selbst. )
Das klingt vieleicht etwas abenteuerlich, aber jeder der schon mal an einem Tag aus mehreren Beuten Zellen gebrochen hat wenn die Nachschwärme raus sind, wird erleben das, wenn er die Zellen vorsichtig in einem Gefäß ablegt, in der Regel ein Teil der Königinnen schon in diesem Gefäß schlüpft. ( Zu diesem Zeitpunkt verfügt ein Volk wirklich über genug schlupfreife Zellen.) Und spätestens jetzt merkt man das man über viel mehr Zellen und Königinnen verfügt als man verwerten kann :lol: .
Sollte sich bereits eine frischgeschlüpfte Königin im Volk befunden haben ist das auch kein Beinbruch. Die Bienen regeln das selbst. Am nächsten Vormittag findet man dann meist eine tote Königin vor dem Flugloch.
( Alle so behandelten Völker müssen natürlich nach etwa 14 bis 18 Tagen auf eine legende Königin hin kontrolliert werden.)

Wenn es im Begattungskasten zu eng wird habe ich zwei Möglichkeiten. Entweder ein anderes Volk beweiseln, oder ich setze in eine Flachzarge um , ( Warrezarge geht auch ! ), die ich mit einem Trennschied an die Volksstärke anpasse. ( Einfach ein Stück Styropur mit etwas Folie umwickeln und einklemmen.) Diese Völkchen werden bis in den Herbst als Reserve gehalten. Völkchen dieser Größe sollten stetig mit kleinen Futtergaben, ( höchstens ein halber Liter alle zwei Tage, besser aber kleine Portionen Futterteig od. Honig ) ,von unten gefüttert werden !!!
Zum Thema Mittelwände in Warrebeuten hab ich einen extra Beitrag reingestellt. Auf die Art kriegt man auch kleine Völkchen bis zum Herbst überwinterrungsfähig.(Wichtig ist nur das man nicht zuviel Raum auf einmal giebt.Das Volk muß den Raum besetzen können.) Ansonsten kann ich heute sagen : Es giebt fast nichts was man aus der Modernen Magazinbetriebsweise nicht auch in Warre- od. Christbeuten praktizieren kann. ( Mit einem Korbmesser lassen sich die Waben problemlos von der Zargenwand trennen, und damit ist eigendlich schon fast alles möglich.)

Alles was dann ende September noch nicht verwertet wurde wird ohne viele Umstände zu jeweils zwei Zargen aufeinander gesetzt und sich selbst überlassen.
Den Einsatz des Schwarmfangsackes wird hier http://www.nordbiene.de unter der Rubrik " Mediathek " - " Videos " in den Filmen über die Imkerei Klindworth gezeigt. ( 3.Teil / Vorschwarmzeit )
Ich habe den Schwarmfangbeutel so umgeändert das er den Ansprüchen bei der Verwendung von Holzbeuten entspricht.
Der Einsatz erfordert allerdings ein bischen Erfahrung in der Fluglochbeobachtung. ( Beitrag folgt )

gruß Finvara

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Re: Königinnenzucht: Wie?

Beitragvon StefanL » Fr 31. Dez 2010, 10:56

Ich habe ähnliche Kistchen für die Königinnenzucht gebaut.

Es haben auch 3 Waben Platz plus zusätzlich eine dickere Futterwabe (Rähmchen seitlich geschlossen, oben den Oberträger aufgetrennt um aufzufüllen und Zugang für die Bienen)
Die 3 Waben haben nur Oberträger.
Dateianhänge
tn_IMG_3962.JPG
tn_IMG_3964.JPG
tn_IMG_3961.JPG

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Re: Königinnenzucht: Wie?

Beitragvon zaunreiter » Mo 30. Mai 2011, 13:23

Wäre es nicht sinnvoller, aus einer normalen oder von mir aus halbhohen Warrézarge die Begattungskästchen zu bilden? Sprich, die Zarge wird mit überkreuzten Schieden in vier Fächern geteilt. Die Oberträger werden wie gehabt eingehangen. Also vier Oberträgerblöcke zu je 4 Waben. Zu jedem Fach ein Flugloch.

Siehe:
plan_queen_raiser.jpg


Mit einer solchen "Begattungszarge" könnten die Einheiten relativ einfach verwertet werden, wenn die Königinnen nicht mehr in dieser Saison gebraucht werden oder die Völkchen zu schnell wachsen. Dann könnten die überzähligen Königinnen entnommen werden und auf die Begattungszarge einfach eine Honigzarge aus einem anderen Volk aufgesetzt werden. Eventuell eine weitere leere Zarge untergesetzt, um die Bienen noch bauen zu lassen und um auf Überwinterungsstärke zu kommen. Sobald die Bienen aus der Begattungszarge herausgewachsen sind, wird diese zum Winter hin entfernt.

Eine andere Variante wäre, die Begattungszarge mit einem Absperrgitter getrennt auf ein Warré-Vollvolk zu stellen. Das hätte den Vorteil, daß ein Zuviel an Bienen und Brut nach unten abwandern könnte, beziehungsweise könnten die Oberträger in ein Fach gehangen werden und dort kann die Brut schlüpfen. Die geleerten Oberträger könnten wieder der jungen Königin zur Eiablage zur Verfügung gestellt werden (Rotation). Auf diese Weise sollte sich doch eine Reserve lange Zeit halten lassen können. Außerdem könnte man sich den Futtertrog sparen, da die Bienen auf dem Honigkopf des Vollvolkes stehen.

Das sind bisher nur Überlegungen.

Viele Grüße
Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Königinnenzucht: Wie?

Beitragvon Mellina » Di 31. Mai 2011, 14:31

Hallo Bernhard,

ich habe das so ähnlich dieses Jahr gemacht, nur dass ich eine normale Zarge nur einmal in der Mitte durch einen Trennschied geteilt habe. So konnte ich die normalen Wabenträger bentuzen und auch Futterwaben mit reinhängen.

Statt Fluglöchern in der Zarge habe ich einen klassischen Warréboden mit zwei gegenüberliegenden Fluglöchern gebaut.

Eines der beiden Völkchen habe ich nach dem Begatten einfach in eine neue Zarge umgehängt. Das Ganze hat sehr gut funktioniert.

LG
Mandy
Bauanleitung Warrébeute, Warrés Handbuch und Bernhards Kurzanleitung: http://www.warre-bienenhaltung.de

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Re: Königinnenzucht: Wie?

Beitragvon zaunreiter » Di 8. Nov 2011, 04:07

1) Warum nicht einfach eine Leerzarge über Nacht aufsetzen - die Jungbienen gammeln doch gern da oben rum. Die können am nächsten Morgen dann in den Königinnenableger abgefegt werden. Erspart das Abfegen der Waben.

2) Warum können nur verdeckelte Weiselzellen umgesetzt werden und nicht schon bestiftete aber offene Weiselzellen? Mit etwas Brut aus einer ausgeschnittenen Wabe dazu? Dreieckschnitt.

3) Giles Dennis nimmt einfach eine Warrézarge, die er mit drei Trennschieden unterteilt. Dazu hat er einen speziellen Boden gebaut, mit vier gegenüberliegenden Eingängen, sowie einen rundumlaufenden Rand und Schienen aus Holzleisten zur Aufnahme der Trennschiede. Ganz pfiffig gelöst. (Er setzt allerdings Halbrähmchen mit Brut ein und läßt nachschaffen. Meiner Meinung nach suboptimal.)
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Re: Königinnenzucht: Wie?

Beitragvon zaunreiter » Di 8. Nov 2011, 04:09

Finvara hat geschrieben:Schwarmfangbeutel...( Beitrag folgt )


Ja, wo bleibt er denn - ich bin schon gespannt wie ein Flitzebogen.

Viele Grüße
Bernhard
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Re: Königinnenzucht: Wie?

Beitragvon zaunreiter » Di 8. Nov 2011, 04:31

Wie wäre es denn möglich, zur Schwarmzeit begattete Königinnen zu bekommen? Schwärmen fallen hier bei uns ziemlich sicher in der letzten Maiwoche.

Gruß
Bernhard
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Ich summe, also bien ich.


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